• Von der Unentgeltlichkeit des Heils: Umsonst gerettet

    Umsonst gerettet

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    Gedanken über eine Predigt von Papst Franziskus am 7.11.2017. Von Kai Mester

Freitag, 17 November 2017 – 08:46 Uhr

Von der Unentgeltlichkeit des Heils: Umsonst gerettet

Umsonst gerettet

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Gedanken über eine Predigt von Papst Franziskus am 7.11.2017. Von Kai Mester

Zur Heiligen Messe im vatikanischen Gästehaus predigte Papst Franziskus am 7. November 2017 über Lukas 14,15-24. In diesem Gleichnis Jesu gehe es um die Einladung der Armen, Krüppel, Lahmen und Blinden zum großen Gastmahl. Die eigentlich geladenen Gäste hätten die Einladung abgelehnt. Denn sie hätten die Unentgeltlichkeit der Einladung Gottes nicht verstanden, so Franziskus. Sie seien mit Angelegenheiten beschäftigt gewesen, wo sie etwas dafür zahlen mussten.

Auch im Gleichnis des verlorenen Sohns hätte der ältere Bruder der Einladung zum Festmahl nicht folgen wollen. Denn es sei für den veranstaltet worden, der das Geld verprasst habe. Der ältere Bruder hätte sich gefragt, ob seine treuen Dienste nichts zählten.

Dies alles seien Menschen, die die Fähigkeit verloren hätten, sich geliebt zu fühlen. Gott wolle aber in seiner Unentgeltlichkeit, dass das Haus voll werde, so Franziskus. (Quelle: Kath.net – Katholische Nachrichten, 7. November 2017)

Die Gedanken beeindrucken. Man fühlt sich geradezu als Teil der Massen, die Jesus damals zuhörten. Man spürt die Wärme und Anziehungskraft, die vom Evangelium ausgeht. Die Gedanken könnten einer Predigt aus der Reformationszeit entstammen. Auch Ty Gibson oder David Asscherick hätte es kaum besser sagen können.

Doch irgendetwas stimmt nicht. Zu viele predigen das Evangelium von der Unentgeltlichkeit, führen aber einen Lebensstil, der Jesus nicht repräsentiert. Denn sie verstehen unter Heil und unter der Teilnahme am Gastmahl etwas anderes als die Bibel. Die einen verstehen darunter den Einlass ins himmlische Paradies oder ins Neue Jerusalem. Die anderen denken dabei an die Teilnahme an bestimmten Riten: wie Taufe, offizielle Aufnahme in die Gemeinschaft einer Kirche, Abendmahl.

So ist es möglich, dass Menschen sich ihres Heils gewiss sind, obwohl sie sich mitten im Sündenleben oder mitten auf einem Irrweg befinden. Sie sind selbst auf ihrem Herzensthron sitzen geblieben oder haben ihn einem Götzen überlassen. Doch durch ihr Glaubensbekenntnis, ihre Kirchenzugehörigkeit oder ihre Gottesdienstteilnahme wiegen sie sich in Sicherheit.

Ist das das Heil? Ist das Rettung und Befreiung? Ist das das Gastmahl, von dem Jesus spricht?

Oder ist es eine tragische Illusion?

Die Bibel hat etwas Besseres anzubieten als ein Heil, das erst im Jenseits oder in religiösen Formulierungen, Riten oder Institutionen zu finden ist:

Der Retter sollte Jesus heißen. Denn er würde »sein Volk retten von ihren Sünden« (Matthäus 1,21). »Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.« (Johannes 8,36) Jesus befreit von der »Todesfurcht« (Hebräer 2,15). Wer ihm vertraut und in sich aufnimmt »der hat ewiges Leben« (Johannes 5,24; 6,47.54), und zwar hier und jetzt!

Der Tisch ist reichlich gedeckt: »Schmeckt und seht, wie freundlich der HERR ist; wohl dem, der auf ihn traut!« (Psalm 34,9), auch das hier und jetzt!

Warum sich über eine Seifenblase freuen? Gottes Heil besteht darin, dass er uns jetzt schon unsere schmutzigen Kleider ausziehen und uns mit Jesu Gerechtigkeit, seiner Wesensart, bekleiden will (Sacharja 3,4).

Er erringt den Sieg über unsere Angst davor, dass die Gedanken des Feindes uns zur Sünde zwingen oder beherrschen könnten (Römer 8,35.37; 1. Korinther 15,56.57). Wir dürfen unsere Kleider, unsere Gedanken und Gefühle, jetzt schon im Blut des Lammes waschen und weiß machen (Offenbarung 7,14). Denn sein Blut hat Kraft (Hebräer 10,19-22).

Unentgeltlich!

Jesu reinigendes Blut ist weder an Riten oder Amtspersonen gebunden. Es wurde auch nicht vergossen, um einmal täglich, wöchentlich oder gar jährlich unsere Schuld abzuwaschen und uns juristisch freizusprechen. Natürlich ist der Freispruch immer das erste, was der Sünder erlebt, der zu Jesus kommt. Und solange noch Gnade ist, können wir mit jeder Sünde zu Jesus kommen, um uns reinigen zu lassen. Aber es bleibt nicht dabei. Denn sein Wort ist schöpferisch und verändert unser Wesen. Außerdem steht Jesu reinigendes Blut jeden Moment zur Verfügung und kann dadurch auch wirken, bevor in unserem Herzen neues Unheil angerichtet wird.

Wenn wir auf Golgatha Vertrauen zu Jesus gefasst haben, kann uns sein Blut vor den feurigen Pfeilen des Bösen bewahren (Epheser 6,16). Satanische Gedanken und Gefühle können unser Herz nicht mehr erobern, wenn wir unseren Glaubensschild gegen ihre Angriffe einsetzen, denen wir in dieser Welt und in unserem sündigen Fleisch ständig ausgesetzt sind.

Gott kann uns »vor dem Straucheln behüten« (Judas 24). Diese wunderbare Möglichkeit, schon hier und jetzt unter Jesu Blut geborgen sein zu können, feiern wir im Abendmahl. Es ist der überschwängliche Reichtum seiner Gnade (Epheser 1,7; 2,7).


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