• Von der Unentgeltlichkeit des Heils: Umsonst gerettet

    Umsonst gerettet

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    Gedanken über eine Predigt von Papst Franziskus am 7.11.2017. Von Kai Mester

Montag, 06 April 2015 – 08:47 Uhr

Den Vater der Sanftmut erkennen: Was für ein Gottesbild hast du?

Was für ein Gottesbild hast du?

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Meinst du, Gott ist ein Tyrann, der einst alle umbringen wird, die sich nicht auf ihn einlassen? Oder bist du dem wahren Wesen Gottes auf der Spur? Von Ellen White

Alle, die sich nach Rettung sehnen, brauchen die Erkenntnis Gottes, die uns in Jesus offenbart wurde. Diese Erkenntnis verwandelt den Charakter. Wer sie empfängt, dessen Herz wird nach dem Bilde Gottes neu geschaffen. – Testimonies 8, 289; vgl. Zeugnisse 8, 290

Ein falsches Bild vom Vater

Satan stellte Gott dar, als hätte dieser ein Verlangen nach Selbstverherrlichung. Seine eigenen bösen Eigenschaften versuchte er dem liebevollen Schöpfer anzudichten. Auf diese Weise führte er Engel und Menschen hinters Licht. – Desire of Ages, 21, 22; vgl. Leben Jesu, 11

Schon im Himmel beschrieb Satan Gottes Charakter als streng und diktatorisch. Damit brachte er nun auch den Menschen zum Sündigen. – Great Controversy, 500; vgl. Großer Kampf, 503

Satan hat sich zu allen Zeiten konsequent darum bemüht, Gottes Wesen falsch darzustellen und dem Menschen ein falsches Bild von Gott zu vermitteln: Er will, dass der Mensch Angst vor Gott hat, dass er ihn hasst, statt ihn zu lieben. Von jeher möchte er das göttliche Gesetz abschaffen und dem Menschen einreden, er sei vom Gesetz frei. Schon immer verfolgt er alle, die seinen Täuschungen widerstehen. Diese Strategie lässt sich in der Geschichte der Patriarchen, Propheten, Apostel, Märtyrer und Reformatoren verfolgen. Im letzten großen Konflikt wird Satan wieder genauso vorgehen, denselben Geist offenbaren und dasselbe Ziel verfolgen wie zu allen Zeiten vorher. – Ibid., X; vgl. ebd., 12

Weil man Gott missverstand, wurde die Welt finster. Damit die dunklen Schatten erhellt und die Welt zu Gott zurückgeführt würde, musste Satans trügerische Macht gebrochen werden. Das aber konnte nicht durch Gewaltanwendung geschehen. Gewaltausübung steht den Grundsätzen der Herrschaft Gottes entgegen. Gott wünscht nur einen Dienst aus Liebe. Liebe aber kann man weder befehlen noch durch Gewalt oder Autorität erzwingen. Nur Liebe erzeugt Gegenliebe. Gott erkennen heißt ihn lieben. Deshalb musste offenbart werden, wie gegensätzlich sein Charakters und der Charakter Satans ist. Nur einer im ganzen Universum konnte dies tun; nur er, der die Höhe und Tiefe der Liebe Gottes kannte, konnte sie auch verkündigen. Über der dunklen Erdennacht sollte die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen voller »Heilung unter ihren Flügeln« (Maleachi 3,20). – Desire of Ages, 22; vgl. Leben Jesu, 11, 12

Die Welt ist in Finsternis gehüllt, weil man Gott missversteht. Die Menschen haben eine immer ungenauere Vorstellung von seinem Wesen. Es wird falsch verstanden. Man unterstellt Gott falsche Motive. Deshalb gilt es heute, eine Botschaft von Gott zu verkündigen, die einen erleuchtenden Einfluss und eine rettende Macht hat. Sein Charakter muss bekannt gemacht werden. In die Dunkelheit der Welt soll das Licht seiner Herrlichkeit scheinen, das Licht seiner Güte, Barmherzigkeit und Wahrheit. – Christ's Object Lessons, 415; vgl. Gleichnisse, 300/318; Bilder vom Reiche Gottes, 338

Liebe ist sanftmütig

Irdische Königreiche herrschen durch die Überlegenheit ihrer Waffengewalt. Aber aus Jesu Königreich sind alle irdischen Waffen, jedes Zwangsmittel verbannt.Acts of the Apostles, 12; vgl. Wirken der Apostel, 12

Gott hätte Satan und seine Anhänger so einfach vernichten können, wie man einen Kiesel zu Boden wirft. Doch das tat er nicht. Der Aufstand durfte nicht mit Gewalt niedergeschlagen werden. Zwangsmaßnahmen gibt es nur unter Satans Regierung. Gottes Grundsätze sind anderer Art. Seine Vollmacht beruht auf Güte, Barmherzigkeit und Liebe. Sein Mittel der Wahl ist es, diese Grundsätze zu demonstrieren. Gottes Regierung ist moralischer Art, Wahrheit und Liebe sind die darin vorherrschenden Kräfte. – Desire of Ages, 759; vgl. Leben Jesu, 759

Im Erlösungswerk gibt es keinen Zwang. Keine äußere Gewalt wird angewandt. Auch unter dem Einfluss des Geistes Gottes steht es dem Menschen weiterhin frei, selbst zu entscheiden, wem er dienen möchte. Wenn das Herz Jesus übergeben und dadurch verändert wird, ist die höchste Stufe der Freiheit erreicht. – Ibid. 466; vgl. ebd. 462

Gott wendet keine Zwangsmaßnahmen an; Liebe ist das Mittel, mit der er die Sünde aus dem Herzen vertreibt. Mit Liebe verwandelt er Stolz in Demut, Feindschaft und Unglauben in Gegenliebe und Glauben. – Thoughts from the Mount of Blessing, 76; vgl. Das bessere Leben/Leben in Fülle, 65/75

Gott zwingt niemals einen Menschen zum Gehorsam. Er lässt allen die freie Wahl. Sie können entscheiden, wem sie dienen wollen. – Prophets and Kings, 510; vgl. Propheten und Könige, 358

Gott begegnet dem Sünder nicht als Henker, der das Urteil über die Sünde vollstreckt, sondern er überlässt alle, die seine Barmherzigkeit nicht wollen, einfach sich selbst. Sie werden ernten, was sie gesät haben. Jeder zurückgewiesene Lichtstrahl, jede missachtete Warnung, jede gelebte Leidenschaft, jede Übertretung von Gottes Gesetz ist ein Same, der unweigerlich Frucht bringt. Gottes Geist wird schließlich vom Sünder zurückgezogen, wenn dieser sich ihm hartnäckig verschließt. Dann bleibt keine Kraft zurück, mit der die bösen Gefühle des Herzens in Schach gehalten werden könnten. Es besteht kein Schutz mehr vor Satans Bosheit und Feindschaft. – Great Controversy, 36; vgl. Großer Kampf, 35, 36

Wer vernichtet die Gottlosen?

Gott möchte nicht, dass irgendjemand umkommt. »So wahr ich lebe, spricht Gott, der HERR: Ich habe keinen Gefallen am Tod des Gottlosen, sondern daran, dass der Gottlose umkehre von seinem Weg und lebe! Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen! Warum wollt ihr sterben …?« (Hesekiel 33,11) Während der gesamten Bewährungszeit fleht sein Geist den Menschen an, das Geschenk des Lebens anzunehmen. Nur wer dieses Flehen ablehnt, wird der Vernichtung überlassen. Gott hat erklärt, dass die Sünde vernichtet werden muss, weil sie das Universum zerstört. Nur wer sich an der Sünde festklammert, wird bei ihrer Vernichtung mit umkommen. – Christ's Object Lessons, 123; vgl. Gleichnisse, 82, Bilder vom Reiche Gottes, 95

Durch ein Leben der Sünde haben sie sich so weit von Gott entfernt, ihr Wesen ist so vom Bösen durchsetzt, dass die Offenbarung seiner Herrlichkeit für sie ein verzehrendes Feuer sein wird. – Great Controversy, 37; vgl. Großer Kampf, 36

Gott vernichtet niemand. Der Sünder vernichtet sich durch seine eigene Unbußfertigkeit selbst. – Testimonies 5, 120; vgl. Zeugnisse 5, 128

Gott vernichtet keinen Menschen. Jeder, der vernichtet wird, hat sich selbst vernichtet. – Christ's Object Lessons, 84, 85; vgl. Gleichnisse, 54/60, Bilder vom Reiche Gottes, 65

Gott vernichtet keinen Menschen; doch nach einiger Zeit werden die Bösen der Vernichtung überlassen, die sie »sich selbst angetan haben« (Jeremia 11,17 Elberfelder Fußnote). – Youth Instructor, 30. November 1893

Können jene, die Gott, seine Wahrheit und Heiligkeit hassen, sich mit der himmlischen Schar vereinen, um Gott zu lobsingen? Können sie die Herrlichkeit Gottes und des Lammes ertragen? Unmöglich! … Seine Reinheit, seine Heiligkeit und sein Friede wären eine Folter für sie, Gottes Herrlichkeit wäre ein verzehrendes Feuer. Sie würden von diesem heiligen Ort fliehen wollen. Sie würden die Vernichtung willkommen heißen, um sich nur ja vor dem Angesicht dessen verbergen zu können, der starb, um sie zu erlösen. Das Schicksal der Bösen haben sie selbst erwählt. Ihren Ausschluss aus dem Himmel wollten sie so. Gott gewährt ihn ihnen aus Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. – Great Controversy, 542, 543; vgl. Großer Kampf, 545

Wer ist der Verderber?

Bald wird Gott zeigen, dass er tatsächlich der lebendige Gott ist. Er wird zu den Engeln sagen: »Kämpft nicht mehr gegen Satans Zerstörungswut. Lasst ihn seine Bosheit an den Kindern des Ungehorsams auslassen; denn der Kelch ihrer Ungerechtigkeit ist voll. Sie sind von einer Stufe der Bosheit zur nächsten fortgeschritten und haben täglich ihrer Gesetzlosigkeit etwas hinzugefügt. Jetzt werde ich nicht mehr eingreifen, um den Verderber von seinem Tun abzuhalten.« – Review and Herald, 17. September 1901

Satan ist der Verderber. Gott kann die nicht segnen, die keine treuen Haushalter sein wollen. Es bleibt ihm nichts übrig, als Satan sein zerstörerisches Werk tun zu lassen. Wir sehen Katastrophen aller Art und Stärke über die Erde kommen. Warum? Des HERRN bewahrende Hand greift nicht ein. – Testimonies 6, 388; vgl. Zeugnisse 6, 388

Der Heiland hat in seinen Wundern gezeigt, welche Macht ständig für den Menschen wirkt, ihn erhält und heilt. Durch das Wirken der Natur arbeitet Gott Tag für Tag, Stunde um Stunde, ja jeden Augenblick daran, uns am Leben zu erhalten, aufzubauen und wiederherzustellen. Wenn ein Körperteil verletzt ist, setzt sofort ein Heilungsprozess ein. Die Wirkkräfte der Natur werden freigesetzt, um unsere Gesundheit wiederherzustellen. Doch die Macht, die durch diese Kräfte wirkt, gehört Gott. Alles, was Leben spendet, kommt von ihm. Wenn jemand gesund wird, dann hat Gott ihn geheilt. Krankheit, Leid und Tod kommen vom Widersacher. Satan ist der Verderber; Gott ist der große Arzt.Ministry of Healing, 112, 113; vgl. In/Auf den (Fuß)Spuren des großen Arztes, 114/78, Weg zur Gesundheit, 72/70

Gott beschützt seine Geschöpfe und bewahrt sie vor der Macht des Verderbers. Doch die christliche Welt hat das Gesetz des HERRN verspottet. Der HERR hingegen wird seine Prophezeiungen wahr machen: Er wird seinen Segen von der Erde zurückziehen und seinen Schutz von denen, die gegen sein Gesetz aufstehen und andere dazu zwingen, dasselbe zu tun. Satan herrscht über alle, die Gott nicht besonders beschützt. Er erweist einigen seine Gunst und schenkt ihnen Erfolg, um seine eigenen Ziele zu erreichen. Andere wieder stürzt er in Schwierigkeiten, um die Menschen glauben zu machen, Gott hätte sie heimgesucht. – Great Controversy, 589; vgl. Großer Kampf, 590

Missverstandene Begebenheiten

Weil die Israeliten unter göttlichem Schutz standen, waren sie sich der zahllosen Gefahren, in denen sie sich ständig befanden, nicht bewusst. In ihrer Undankbarkeit und ihrem Unglauben beschworen sie den Tod herauf. So ließ der HERR es nun zu, dass der Tod sie ereilte. Die giftigen Schlangen, die diese Wildnis verseuchten, wurden auch Feuerschlangen genannt, weil ihr Biss heftige Entzündung und schnellen Tod verursachte. Als Gott seine schützende Hand von Israel zurückzog, wurden viele Menschen von diesen giftigen Kreaturen angegriffen. – Patriarchs and Prophets, 429; vgl. Patriarchen und Propheten, 409.410

Nicht Gott schlägt die Menschen mit Blindheit oder verhärtet ihre Herzen. Er schickt ihnen Licht, um ihren Irrtum zu korrigieren und sie auf sicherem Wege zu führen. Doch wenn sie das Licht verwerfen, werden ihre Augen blind und ihre Herzen hart. – Desire of Ages 322; vgl. Leben Jesu, 312

»Wir haben gegen den HERRN gesündigt!«, riefen sie. »Wir wollen hinaufziehen und kämpfen nach allem, was der HERR, unser Gott, uns geboten hat.« (5. Mose 1,41) So furchtbar verblendet hatte sie ihre Übertretung! Der HERR hatte ihnen nie befohlen hinaufzuziehen und zu kämpfen. Er wollte nicht, dass sie das gelobte Land durch Krieg erobern, sondern im Befolgen seiner Befehle.Patriarchs and Prophets, 392; Patriarchen und Propheten, 372

Religiöse Gewalt

Man beriet und kam überein, ihn mit Gewalt zum König von Israel zu machen. Die Jünger schlossen sich der Menge an und erklärten, der Thron Davids sei das rechtmäßige Erbe ihres Meisters. – Desire of Ages, 378; vgl. Leben Jesu, 368

Es gibt keinen stärkeren Hinweis darauf, dass wir Satans Geist besitzen, als wenn wir jenen schaden und das Handwerk legen wollen, die unsere Arbeit nicht schätzen oder die entgegen unseren Vorstellungen handeln. – Ibid., 487; vgl. ebd., 483

Gewalt(losigkeit) als Endzeitmerkmal

Um die bevorstehende Prüfung zu bestehen, müssen wir den in seinem Wort geoffenbarten Willen Gottes verstehen. Wir können ihn nur ehren, wenn wir das richtige Bild von seinem Wesen, seiner Regierung und seinen Zielen haben und wenn wir in Übereinstimmung damit handeln. – Great Controversy, 593, 594; vgl. Großer Kampf, 594

Anfechtung und Verfolgung erwarten alle, die Gottes Wort befolgen und sich weigern, den falschen Sabbat zu halten. Gewalt ist das letzte Mittel jeder falschen Religion. Zuerst versucht sie es mit Attraktionen, so wie der König von Babylon mit Musik und Show. Als manche durch diese von Menschen erfundenen und von Satan inspirierten Attraktionen nicht zur Anbetung des Bildes bewegt werden konnten, warteten die hungrigen Flammen des Feuerofens darauf, sie zu verzehren. So wird es auch heute wieder geschehen. – Seventh-day Adventist Bible Commentary 7, 976; vgl. Bibelkommentar, 535

Wenn Jesu Charakter völlig in seiner Gemeinde zu erkennen ist, wird er kommen und sie als sein Eigentum beanspruchen. – Christ’s Object Lessons, 69; vgl. Gleichnisse, 42/47, Bilder vom Reiche Gottes, 51

Wenn Jesus das Heiligtum verlässt, bedeckt Finsternis die Bewohner der Erde … Man hatte sich permanent Gottes Geist widersetzt. Jetzt wird er zurückgezogen. Ohne den Schutz göttlicher Gnade hat der Böse ungehinderten Zugang. Nun wird Satan die Bewohner der Erde in die letzte große Trübsal stürzen. Gottes Engel halten die stürmischen Winde menschlicher Leidenschaft nicht mehr in Schach … und die ganze Welt versinkt in einem Chaos, das schrecklicher ist als die Vernichtung, die das alte Jerusalem heimsuchte. – Great Controversy, 614; vgl. Großer Kampf, 614.615

Während Jesus zwischen Gott und dem schuldigen Menschen gestanden hatte, lag eine Zurückhaltung über dem Volk. Doch jetzt, wo er nicht mehr zwischen dem Menschen und dem Vater stand, wich diese Zurückhaltung und Satan bekam völlige Herrschaft über die endgültig Unbußfertigen. Während Jesus im Heiligtum diente, konnten die Plagen nicht ausgegossen werden. Doch nach Abschluss seines Dienstes, wenn seine Fürbitte beendet ist, hält nichts den Zorn Gottes zurück. Er ergießt sich mit großem Toben über den schutzlosen, schuldigen Sünder, dem Errettung gleichgültig war und der Tadel hasste. – Early Writings, 280; vgl. Erfahrungen und Gesichte, 273, Frühe Schriften, 267

Der Geist Gottes wird von der Erde zurückgezogen. Der Gnadenengel faltet seine schützenden Flügel und fliegt davon. Endlich kann Satan das Böse tun, das er schon lange tun wollte: Stürme, Kriege und Blutvergießen … und die Menschen sind noch so verblendet durch ihn, dass sie verkünden, diese Katastrophen seien das Ergebnis der Entheiligung des ersten Wochentages. – Review and Herald, 17. September 1901

Die wahre Gottesoffenbarung

Das, was Jesus uns Menschen über Gottes Wesen offenbarte, war den Beschreibungen des Feindes genau entgegengesetzt. – Fundamentals of Christian Education, 177

Alles, was der Mensch über Gott wissen muss oder kann, wurde im Leben und Charakter seines Sohnes offenbart.Testimonies 8, 286; vgl. Zeugnisse 8, 286

Beim Nachdenken darüber, wohin es führt, wenn man die Evangeliumsverkündigung entweder beschleunigt oder behindert, hat man meistens sich selbst oder die Welt im Sinn. Wenige denken daran, was es für Gott bedeutet. Wenige denken daran, wie sehr unser Schöpfer unter der Sünde leidet. Der ganze Himmel litt mit Jesu Todesqualen. Doch dieses Leiden begann weder mit seiner Menschwerdung noch endete es am Kreuz. Das Kreuz offenbart unseren stumpfen Sinnen den Schmerz, den die Sünde von ihrem ersten Aufkommen dem Herzen Gottes bereitet hat.

Gott trauert jedes Mal, wenn ein Mensch vom rechten Weg abweicht, eine grausame Tat verübt oder Gottes Ideal nicht erreicht. Die Katastrophen, die Israel heimsuchten, waren lediglich die Folge der Trennung von Gott: Unterwerfung durch ihre Feinde, Grausamkeit und Tod. Von Gott heißt es, »seine Seele wurde bekümmert über das Elend Israels«. »In all ihrer Angst war ihm Angst … Er hob sie auf und trug sie alle Tage der Vorzeit.« (Richter 10,16; Jesaja 63,9) Sein Geist »verwendet sich für uns in unaussprechlichem Seufzen«. Wie die »ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt« (Römer 8,26.22), schmerzt auch das Herz des unendlichen Vaters in Mitgefühl.

Unsere Welt ist ein Riesenlazarett, ein Anblick des Elends, vor dem wir unsere Augen schließen. Würden wir nämlich das volle Ausmaß des Leides begreifen, wäre die Last für uns zu groß. Doch Gott spürt das alles. – Education, 263; vgl. Erziehung, 241

Jesus geht das Leid jedes Leidenden zu Herzen. Wenn böse Geister den menschlichen Körper quälen, fühlt Jesus den Fluch. Wenn Fieber den Lebensstrom verzehrt, spürt er die Qual. – Desire of Ages, 823.824; Leben Jesu, 827

Jesus versichert seinen Jüngern Gottes Mitgefühl in ihren Nöten und Schwächen. Kein Seufzer, kein Schmerz, kein Kummer, der nicht das Herz des Vaters erreicht. – Ibid., 356; vgl. ebd., 347.348

Zuerst veröffentlicht in Fundament für ein befreites Leben, 7-2008
http://www.hwev.de/UfF2008/7/Den-Vater-der-Sanftmut-erkennen.pdf


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