• Zum Tod von Billy Graham: Das zwiespältige Erbe

    Das zwiespältige Erbe

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    Erfolgreich, christozentrisch, ökumenisch, amerikanisch. Von Johannes Kolletzki

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Freitag, 16 Dezember 2016 – 09:10 Uhr

Hacksaw Ridge und die Adventisten: Andrew Garfield und die Jesuiten

Andrew Garfield und die Jesuiten
LOS ANGELES - 24.Okt: Andrew Garfield bei der Vorführung der "Hacksaw Ridge".
Screening im Samuel Goldwyn Theater am October 24, 2016 in Beverly Hills, CA.
Foto Urheberrecht: Shutterstock - Helga Esteb

Jesuitisches Training zur Steigerung der schauspielerischen Leistung. Ein paar Fakten zum Nachdenken! Von Kai Mester
 

Faszinierend und beunruhigend ist die unmittelbare Vorgeschichte der Dreharbeiten zum Film Hacksaw Ridge über den Siebenten-Tags-Adventisten Desmond Doss. Er wird von Andrew Garfield gespielt, einem jüdischen Schauspieler, der durch den Film The Amazing Spider-Man berühmt wurde.

Während Hacksaw Ridge von September bis Dezember 2015 gedreht wurde, waren die Dreharbeiten an einem anderen Film, Silence (Schweigen), von Januar bis Mai desselben Jahres gelaufen. Dort spielte Andrew Garfield gemeinsam mit Adam Driver in den Hauptrollen zwei Jesuitenmissionare in Japan des 17. Jahrhunderts. Darauf hatte er sich ein ganzes Jahr lang (2014) durch Jesuiten vorbereiten lassen. Der amerikanische Jesuit Father James Martin ist dabei nach seinen eigenen Aussagen zu seinem engen Freund und geistlichen Mentor geworden.1

Zu seiner Vorbereitung gehörte die Lektüre des Buches von Father James Martin Jesuit Guide to (Almost) Everything.2 Außerdem vollzog er überraschend eindrucksvoll das komplette Programm der anspruchsvollen Exerzitien des Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens. Auch wurde er vorübergehend zum Veganer.3 Er sagte: »Ich ging völlig in allem Jesuitischen auf und verliebte mich in die jesuitische Spiritualität.«4

All das habe ihm bei der Darstellung von Desmond Doss geholfen: »Ich habe diese Erfahrung direkt in die Arbeit mit Mel [Gibson] hineingenommen, als ich versuchte in Haut und Herz von Desmond Doss zu schlüpfen.«5

Desmonds Sohn hat sich den Film angesehen und selbst bestätigt, dass Andrew Garfield seinen Vater atemberaubend perfekt darstellt. »Ich konnte es einfach nicht glauben«, sagte Desmond Doss junior, »Ich war total fasziniert davon. Es war, als ob ich meine Mutter und meinen Vater in echt sah.« In einem Interview sagte er, dass Garfield ihn zu seiner schauspielerischen Leistung gefragt habe. »Ich antwortete: ›Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist perfekt.‹ Das berührte ihn, das war sein Anliegen. Er wollte mein Vater werden.«6 

Silence kam am 29. November 2016 in die Kinos. Für Deutschland ist die Premiere am 2. März 2017 geplant. Hacksaw Ridge war schon am 4. September 2016 in die Kinos gekommen. Deutsche Premiere ist am 12. Januar.

Geschichtlich sind die Jesuiten ein gegenreformatorischer Orden, der die äußere und innere Rekatholisierung der Protestanten anstrebt. Das Ziel der Gegenreformation wird wohl nächstes Jahr erreicht wie nie zuvor, wenn zum Reformationsjubiläum Katholiken und Protestanten miteinander feiern. Siebenten-Tags-Adventisten hingegen haben es sich von Anfang an zum Ziel gesetzt, die ins Stocken gekommene Reformation fortzuführen. Von daher ist es ungewöhnlich, wenn ein jesuitisch geprägter Schauspieler einen Siebenten-Tags-Adventisten spielt und damit auch das Bild der Siebenten-Tags-Adventisten in der Öffentlichkeit prägt.

Dies sollte uns jedoch nicht davon abhalten, die Gelegenheit zur Mission wahrzunehmen. Könnte es gar sein, dass die finsteren Mächte sich erhoffen, Gottes Botschaft gewaltloser Liebe und Treue durch ihr Mitwirken an diesem Film bei Menschen zu diskreditieren, die um den Charakter des Jesuitentums wissen?

Manche US-Amerikaner (Adventisten nicht ausgeschlossen) scheinen sich zu fragen, ob hinter dem Film eine linke, pazifistische Verschwörung gegen privaten Waffenbesitz steckt und der Versuch, die Menschen so zu beeinflussen, dass die militärische Stärke des eigenen Landes geschwächt wird.

Was auch immer die wahre Absicht hinter dem Film ist, diese Vermutung teile ich nicht. Es ist aber zu bedenken, dass es schon zu biblischen Zeiten vorkam, dass ein spiritistisches Medium für Gottes Sache Werbung machte (Apostelgeschichte 16,16-18).

Wachsamkeit gegen Satans Versuchungen ist auf jeden Fall gefragt. Wenn wir auf Jesus schauen, wird er uns auch mit dieser Situation nicht allein lassen. »Denen, die Gott lieben, werden alle Dinge zum Besten dienen.« (Römer 8,28) Nutzen wir daher die Chance zur Seelenrettung!

Deshalb unbedingt auf www.hacksawridge.de und www.desmonddoss.de vorbeischauen!

1 Andrew Garfield Defines His Religion as ›Mostly Confused‹, www.justjared.com, December 5, 2016, 9:53 PM

2 Director Martin Scorsese to helm story of 17th Century Jesuit Priest, www.catholic.org, March 8, 2014

3 Andrew Garfield on Life After Spider-Man, Working With Mel Gibson, and Playing a Jesuit Priest in Martin Scorsese's Silence, www.vogue.com, John Powers, November 21, 2016, 9:00 PM

4 »Silence« actors made silent retreat to prepare for Scorsese film, www.aleteia org, Philip Kosloski, 2. Dezember 2016

5 Andrew Garfield on Martin Scorsese's ›Silence‹: »It's Meditative and brutal simultaneously«, www.fandango.com, Erik Davis, October 24, 2016, 8:08 AM

6 Son reflects on dad's story depicted in ›Hacksaw Ridge‹, www.dailyprogress.com, Hayat Norimine, 25. November 2016  


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