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Montag, 21 November 2016 – 08:29 Uhr

Vor dem Anbruch einer neuen Welt: Ein persönlicher Brief

Ein persönlicher Brief
Adobe Stock - Photocreo Bednarek

Zwanzig Jahre nach der Gründung von hoffnung weltweit sind wir dem Ziel sehr nahe gekommen. Von Kai Mester
 

Lieber Freund, werte Freundin unserer hoffnung-weltweit-Familie,

die Welt spielt verrückt, und das nicht erst seit den US-Wahlen. Trotzdem frage ich mich, wie nie zuvor, wie es dir ganz persönlich geht?

Bist du innerlich ruhig? Vertraust du auf Gott? Weißt du dich im Zentrum seines Willens? Kennst du deine Aufgabe, deine Berufung? Schöpfst du täglich Kraft aus seinem Wort?

Oder machst du dir Sorgen? Suchst du gerade seinen Willen für deine Situation und Zukunft zu ergründen? Vielleicht kennst du seinen Willen auch und sträubst dich dagegen? Sind da noch Knoten, viele Warum-Fragen, zweifelst du noch an Gottes liebevollem Wesen?

Wie geht es deinen Lieben? Kannst du ihnen in ihrem Leben zum Segen sein? Suchen sie deine Gegenwart? Ist euer Zusammenhalt gut und stabil?

Oder ringst du um eure Beziehung und spürst die Zentrifugalkraft der Entfremdung? Willst du zum Segen sein, aber weißt nicht wie? Willst du helfen, aber machst es nur noch komplizierter?

Alle Menschen verlieren irgendwann Vater und Mutter. Oft schütteln sie schon vorher die Hilfsangebote ihrer Eltern ab: der berühmte Abnabelungsprozess. Doch wir kommen immer wieder in Situationen, in denen wir uns hilflos fühlen. An wen wenden wir uns dann? An den Freund oder die Freundin? An den Arzt oder die Psychologin? An den Pastor oder die Seelsorgerin?

Wer beten kann, weil er Gott vertraut, hat eine Anlaufstelle und Kraftquelle, die unzähligen Menschen um uns herum fehlt. Das Gebet ist mächtig! Der Beter wird dadurch oft selbst zum Referenzpunkt für andere. Dann ist es wichtig, einfühlsam alles zu tun, um den Hilfesuchenden den direkten Weg ins Allerheiligste des himmlischen Heiligtums zu zeigen.

Wie steht es um dein Gebetsleben? Ist es lahm, eingeschlafen oder weißt du nicht, wie du beten sollst?

Vor 20 Jahren, genauer am 27. November 1996 haben wir den Verein hoffnung weltweit in Königsfeld im Schwarzwald gegründet. Seither denke ich immer mal wieder über unsere Aufgabe nach und auch darüber, was mich die Arbeit für hoffnung weltweit gelehrt hat. Deshalb möchte ich dir gerne in meinem heutigen offenen Brief einige Empfehlungen wärmstens ans Herz legen.

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei

Gott hat uns mit dem Bedürfnis nach Gemeinschaft und Familie geschaffen. Wo ist deine Herzensfamilie? Ich habe erlebt, dass ich außer der Kernfamilie und der Ortsgemeinde enorm von überregionalen Kontakten zu gleichgesinnten Glaubensgeschwistern zehre, also zu Menschen, die sich wie ich nach Gott sehnen und der Welt zum Segen sein wollen. Nicht dass wir in allen Punkten gleich denken, aber wir unterstützen uns gegenseitig in dem Bemühen, Gott zu dienen. Ohne dieses Supportnetz wäre mein Glaube in der Vergangenheit sicher häufiger in Gefahr gewesen. Väter, Mütter, Brüder, Schwestern, Söhne und Töchter habe ich auf diese Weise gefunden:

»Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlässt um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen – und in der kommenden Welt das ewige Leben.« (Matthäus 10,29-30)

Dieses Netz entsteht, wenn man selbst als Netzanbieter auftritt und dem anderen dient, statt sich als Netznutzer zu verstehen. »Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.« (Philipper 2,4) Den Segen davon hat man ganz nebenbei. Probiere es doch mal aus! Oder besinne dich wieder zurück auf diesen Weg der ersten Liebe!

So war auch die Arbeit von hoffnung weltweit bis jetzt besonders gesegnet durch diese familiäre Atmosphäre im Team und auf den Bibelfreizeiten. Hier ist wirklich eine überregionale Familie entstanden, die jederzeit offene Arme hat für Menschen, die solchen Anschluss suchen. Deshalb kann ich diesen Ansatz nur empfehlen. Du kannst im ganz kleinen Kreis beginnen und auch die neuen Medien dazu nutzen, freundschaftliche und familiäre Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, indem du anderen in aller Heiligkeit dienst, statt zum Beispiel kontrovers zu diskutieren, um sich hinterher nur noch fremder zu sein als vorher.

Der Wert der Gastfreundschaft

Keiner wird einsam bleiben, wenn er eine gastfreundliche Gesinnung und ein selbstloses Ohr für andere hat. »Vernachlässigt nicht die Gastfreundschaft; denn durch sie haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt.« (Hebräer 13,2) »Seid gegeneinander gastfreundlich ohne Murren!« (1. Petrus 4,9) Es waren offene Häuser, nicht offene Gemeinden, die mir geholfen haben, im Glauben und im Adventismus richtig Wurzeln zu fassen.

Ortsgemeinden können durch Pluralismus, Kultur oder Traditionen die eigene Identifikation zuweilen stark erschweren, das erleben oft auch Kinder und Jugendliche. Hier sind wir deshalb zum Dienst gerufen und brauchen immer wieder von Gott Kraft, manchmal sogar Rückzugs- und Rüstzeiten.

Offene Häuser, herzliche Familien und überregionale Begegnungen mit ihrem Potenzial, dort neue Beziehungen zu schaffen, wo die Wellenlänge stimmt oder die Chemie, sind da eine große Erleichterung. Wenn der Heilige Geist uns erfüllt, werden wir staunen, wie er unsere Wellenlänge und Chemie und auch die unseres Gegenübers aufeinander abstimmen kann.

Deshalb werden wir auch aufgefordert: »Mache den Raum deines Zeltes weit und breite aus die Decken deiner Wohnstatt; spare nicht! Spann deine Seile lang und stecke deine Pflöcke fest! Denn du wirst dich ausbreiten zur Rechten und zur Linken, und deine Nachkommen werden Völker beerben und verwüstete Städte neu bewohnen [zum Beispiel schrumpfende Gemeinden oder wankende Privatinitiativen].« (Jesaja 54,2-3 Luther 84) Deshalb betete auch Jabez: »Dass du mich doch segnen und mein Gebiet erweitern mögest und deine Hand mit mir sei und du das Übel von mir fern hieltest, dass kein Schmerz mich treffe!« (1. Chronik 4,10 Elberfelder)

Der Schmerz, von dem Jabez hier spricht, kann oft selbstzugefügter Schmerz sein. Wer nämlich mit selbstsüchtigen Motiven an dieses Unterfangen herangeht, kann große Enttäuschungen und bitteren Schmerz erleben, vor allem, wo zu enge, verbotene oder unratsame Bindungen entstehen zu Personen, materiellen Gütern oder eigenen Plänen und Ideen.

Schmerzen aushalten

Wir dürfen aber auch nicht meinen, wir kämen um Schmerzen herum: Wer auf dieser Welt liebt, wie Jesus liebte, der wird auch wie Jesus leiden. Das sehen wir spätestens in Gethsemane und am Kreuz von Golgatha. Wer viele Menschen liebt, der leidet mit mehr Menschen mit. Krankheit und Tod sind nur zwei Beispiele, die uns zuweilen das Herz zerreißen. »Entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!« (Jesaja 58,7 Luther 84) Da, wo Leid ist, da ist unser Platz. Statt uns dagegen zu sperren, brauchen wir die Führung des Heiligen Geistes, der uns beibringt, wie wir wirksam helfen können (ohne Burnout und moralische Verstrickung). Lass dir doch den folgenden Textabschnitt mal genüsslich auf der Zunge zergehen:

»Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben und betet im Heiligen Geist, und erhaltet euch in der Liebe Gottes und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. Und erbarmt euch derer, die zweifeln; andere reißt aus dem Feuer und rettet sie; anderer erbarmt euch in Furcht und hasst auch das Gewand, das befleckt ist vom Fleisch. Dem aber, der euch vor dem Straucheln behüten kann und euch untadelig stellen kann vor das Angesicht seiner Herrlichkeit mit Freuden, dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen.« (Judas 1,20-25)

Eine Familie kann nur zusammenhalten, wenn sie bereit ist, sich untereinander »kreuzigen« zu lassen. Das heißt, sich verwundbar, verletzlich zu machen; sich nicht zu wundern, wenn der andere sündigt, denn er ist ein Sünder; in ihm aber Jesus zu sehen und ihn auch so zu behandeln, damit Jesus in ihm immer mehr Gestalt gewinnen kann. Dann werden Meinungsunterschiede nicht mehr als Bedrohung empfunden und »die Liebe wird eine Menge von Sünden zudecken« (1. Petrus 4,8).

Halte durch und bleib flexibel!

Zuletzt brauchen wir ein gesundes Maß an Flexibilität wie gute Brückenseile. Sie dürfen bei Belastung nicht ausleiern, sondern schwingen immer wieder in ihre Ausgangsposition zurück. Wären sie andererseits zu starr, könnte die Brücke unter der Belastung zerreißen. Niemand hielt einer so hohen psychischen und moralischen Belastung so lange stand wie unser Herr Jesus Christus. Selbst als er an gebrochenem Herzen starb, erweckte Gott ihn wieder zum Leben und zeigte dadurch die absolute Überlegenheit des göttlichen Charakters über alle Belastungen, die die Sünde mit sich gebracht hat.

Jesus bewies eine unglaubliche Anpassungsfähigkeit, indem er sich als Mensch unter Menschen mischte. »Denn wir haben nicht einen Hohen Priester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.« (Hebräer 5,14) Er sündigte kein einziges Mal und war dennoch in der Lage, seinen Lebensstil den Umständen anzupassen und sogar extreme Belastungen auszuhalten. Er betete zum Teil Nächte durch, arbeitete bis zur Erschöpfung, aß aus der Hand der Armen und vom Tisch der Reichen, ja er verzichtete übermäßig lange auf Essen, Trinken und menschliche Gesellschaft.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir einen Auslandsaufenthalt als Volontär in einem Missionswerk oder eine andere Grenzerfahrung im Dienst am Nächsten nur empfehlen. Mit Gott an unsere Grenzen kommen und über die Mauern springen, ist eine wunderbare Erfahrung. »Mit meinem Gott überspringe ich Mauern.« (2. Samuel 22,30)

Zur Flexibilität gehört auch ein gesunder Menschenverstand, der Glaube und Realität zusammenhält. Deshalb: »Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind!« (1. Johannes 4,1) »Prüft alles, das Gute behaltet!« (1. Thessalonicher 5,21) »Lasst euch nicht irreführen!« (1. Korinther 15,33)

Wie geht es weiter?

Nach 20 Jahren hoffnung weltweit, in der sich die Welt weiter dramatisch verändert hat, schauen wir nun den allerletzten Jahren der Weltgeschichte entgegen, einer »Zeit … wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt« (Daniel 12,1), mit »einem großen und mächtigen Volk, wie es seinesgleichen von Ewigkeit her nicht gegeben hat« (Joel 2,2). »Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure jungen Männer werden Visionen sehen. Und selbst über die Knechte und über die Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen … Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden. Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Rettung sein, wie der HERR gesprochen hat, und unter den Übriggebliebenen, die der HERR berufen wird.« (Joel 3,1-2)

Hast du dir wie die Witwe des Prophetenschülers von allen Nachbarn leere Gefäße geholt (2. Könige 4,3)? Sind sie wirklich leer wie die Krüge auf der Hochzeit zu Kana, damit sie das Geschenk von oben aufnehmen können (Johannes 2,7)? Sind deine Fenster offen wie die Fenster Daniels, wenn er nach Jerusalem betete (Daniel 6,11)? Dann wird auch Gott »die Fenster des Himmels öffnen und dir Segen in überreicher Fülle herabschütten« (Maleachi 3,10 Paraphrase).

Wir freuen uns, wenn du mit uns und vielen anderen Diensten und Gottesdienern gemeinsam an dem weltweiten Netz webst, mit dem so viele Menschen wie möglich fürs Himmelreich gefischt werden sollen.

Denn der HERR spricht: »Doch noch während sie so ziellos umherflattern, werfe ich mein Netz nach ihnen aus und hole sie wie Vögel vom Himmel. Ich fange sie ab, sobald man nur ihren Schwarm hört.« (Hosea 7,12 Neues Leben)

Und sein Gesalbter erklärt: »Das Reich der Himmel gleicht einem Netz, das ins Meer geworfen wurde und alle Arten von Fischen zusammenbrachte. Als es voll war, zogen sie es ans Ufer, setzten sich und sammelten die guten in Gefäße, die faulen aber warfen sie weg. So wird es am Ende der Weltzeit sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein.« (Matthäus 13,47-48)

Wenn du den Verdacht hast, dass du ein fauler Fisch bist, dann »geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise: Obwohl sie keinen Anführer hat, weder Vorsteher noch Herrscher, bereitet sie dennoch im Sommer ihr Brot und sammelt in der Erntezeit ihre Speise … Die Ameisen [sind] kein starkes Volk, aber sie sammeln im Sommer ihre Speise.« (Sprüche 6,6; 30,25) Daher ist es wichtig, dass wir uns trotz all unserer Schwäche als aktiver Teil eines großen Ameisenheeres fühlen, das auch ohne hierarchische Strukturen funktioniert.

Wir sind eine große Familie!

Darum »Geliebte, lasst uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren!« (1. Johannes 4,7) »Liebt einander beharrlich und aus reinem Herzen!« (1. Petrus 1,22) Denn mein Meister hat gesagt: »Das gebiete ich euch, dass ihr einander liebt!« (Johannes 15,17)

In herzlicher Verbundenheit
Euer Kai


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