• Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 50): Evangelisation nach der Art Jesu

    Evangelisation nach der Art Jesu

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    … ist langfristiger, persönlicher, vielleicht unbequemer, aber erfolgreicher. Von John Holbrook

Mittwoch, 15 Februar 2017 – 09:22 Uhr

Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 46): Am Limit, aber froh!

Am Limit, aber froh!
Pixabay - geralt
 
Wie Gottes Gnade mich durchträgt. Von John Holbrook
 

»Hallo?«, sagte ich zögernd am Handy.

»Bruder!«, hörte ich die besorgte, meilenweit entfernte Stimme. »Meine Frau hat Wehen und muss sofort ins Krankenhaus.«

Ich stöhnte innerlich und wünschte mir einen Augenblick lang, ich wäre im Funkloch, damit der Anruf mich nicht erreicht hätte.

Die Woche war sehr stressig gewesen. Ein Mann in unserem Dorf hatte ein schreckliches Verbrechen begangen. Die Familie des Opfers war schockiert und verwirrt. Sie baten mich um Hilfe, um das Verbrechen anzuzeigen. So hatte ich sie von einem Termin zum anderen begleitet und von einem Berg Papier zum nächsten. Für sie war das alles so fremd wie ein Leben auf dem Mars für uns. Viele Nächte kamen wir erst um 1:00 Uhr in der Früh nach Hause.

Heute Morgen hatte ich Aida unsere Missionarin in Pusog auf dem Weg getroffen. »Bruder«, sagte sie ernst, »die Gemeinde Pusog steht kurz vor der Abspaltung. Sie finden, wir hätten dem Verbrecher gegenüber mangelnde Vergebungsbereitschaft, und meinen, wir sollten ihn aus der Haft holen und ihn ins Dorf zurückbringen.«

Jetzt war es 23:00 Uhr. Die Pusoger Gruppe war entschlossen, die Gemeinde zu verlassen. Weder biblische noch vernünftige Gründe konnten sie überzeugen. Dann, als wir schon die Tore der neugegründeten Gemeinde schließen wollten, wehte der Heilige Geist. Anders kann man es nicht erklären. Ohne weitere Überzeugungsbemühungen unsererseits gestand der Gruppenleiter plötzlich ein, dass er Unrecht gehabt hatte und bat um Verzeihung. Gottes Wege sind unergründlich!

Ich kam gerade aus der Gemeinde heraus, als mein Telefon klingelte und ich darum gebeten wurde, die Patientin aus Balangabong zum Kreiskrankenhaus zu bringen. »Das wird wieder eine schlaflose Nacht …«, murmelte ich und machte mich auf den Weg bergab.

Ein Notfall jagte den anderen, sodass ich mir noch drei halbe Nächte um die Ohren haute. Doch Gottes Gnade gab mir Kraft, sodass ich nicht kollabierte. Durch sein Eingreifen brach die Gemeinde nicht auseinander. Jetzt schlafe ich jede Nacht selig und süß zu dem Glucksen und Lallen des neuen Erdenbürges nebenan, der mich daran erinnert, dass sich alles gelohnt hat.

Aus: Adventist Frontiers, 1. Februar 2017

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM).
AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.

JOHN HOLBROOK möchte das eingeborene Bergvolk der Tawbuid auf der philippinischen Insel Mindoro erreichen.

www.afmonline.org


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