• Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 51): Ein Blick ins Paradies

    Ein Blick ins Paradies

    Adobe Stock - Stefan Körber

    Auch kleine Geschenke können Großes bewirken. Von John Holbrook

Montag, 13 November 2017 – 09:08 Uhr

Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 51): Ein Blick ins Paradies

Ein Blick ins Paradies

Adobe Stock - Stefan Körber

Auch kleine Geschenke können Großes bewirken. Von John Holbrook

Die Füße des alten Schamanen schritten leise über den Bambusboden. Als er vor unserer Wohnzimmertür stand, zögerte er, unsicher, ob er eintreten sollte. Es war ein eigenartiges Gefühl für diesen Mann, der es gewöhnt war, für seinen Stamm Stab und Stütze zu sein. Er wollte selbst sehen, was diese Missionare den Menschen beibrachten. Also schüttelte er seine Unsicherheit ab, hustete einen höflichen Gruß und trat durch die Tür.

Man schrieb das Jahr 1995. Meine Familie war erst vor kurzem auf den Philippinen eingetroffen, um unter den Alangan zu wirken. Barilion war ein mächtiger Schamane und Patriarch. Er hatte uns nie offen bekämpft, aber er schien uns auf Abstand zu halten.

Als Barilion versuchte, an jenem Sabbatmorgen sich harmlos unserem Hausgottesdienst anzuschließen, weckte etwas seine Aufmerksamkeit. Mit einem Ausruf des Erstaunens, schlurfte er schnell zur Bildrolle, die an einem Nagel hing. An diesem Morgen hatte mein Vater die Bildrolle ohne tiefere Überlegung so gedreht, dass sie ein Gemälde vom zukünftigen Paradies zeigte. Mit höchstem Interesse musterte Barilion das Gemälde, sodass er mit seiner Nase fast das Papier berührte. Als Barilion zehn Minuten später immer noch verzückt das Bild anstarrte, näherte sich ihm mein Vater und fragte: »Was fasziniert Sie so?«

Barilion schaute erschrocken auf, als ob ihn jemand aus seinen Träumen geweckt hätte. Langsam wurde sein Gesichtsausdruck entschlossener. Er deutete auf die Bildrolle und sagte: »Pastor! Diesen Ort habe ich letzte Nacht in einem Traum gesehen. Aber er war noch viel schöner als auf diesem Bild. Ich muss unbedingt an diesen Ort! Ich muss da unbedingt hin! Bitte! Sagen Sie mir, wie man dort hinkommt!«

Ein paar Monate später wurde Barilion getauft. Schon bald tat es ihm sein ganzer Stamm nach. Heute ist Barilion Ende achtzig und ist von Jesus immer noch so begeistert wie an dem Tag, als er das erste Mal den Himmel sah.

Manchmal meinen wir, kleine Geschenke für Gottes Reich seien bedeutungslos. Doch weil ein anonymer Spender Anfang der 90er-Jahre meinen Eltern dieses Rollbild schenkte, fanden Barilion und sein Stamm zu Jesus. Gott wird auch die geringste Gabe benutzen, um Menschen zu retten, wenn sie aus aufrichtigen Herzen kommt. Daran gibt es keinen Zweifel!

Aus: Adventist Frontiers, 1. November 2017

Ein Video aus John Holbrooks Arbeit ist unter folgendem Link zu sehen:
www.afmonline.org/post/trip-to-highland-tawbuid-village

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM).
AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.

JOHN HOLBROOK wuchs im Missionsfeld auf. Er half seiner Familie eine Gemeindegründungsbewegung unter dem Alanganvolk in den Bergen der philippinischen Insel Mindoro zu initiieren. Seit 2011 setzt John seine Fähigkeiten und seine Erfahrung ein, um das Evangelium den abgeschotteten Tawbuid-Animisten zu bringen, einem Stamm, der in der Nachbarschaft der Alangan lebt.

www.afmonline.org


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