• Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 50): Evangelisation nach der Art Jesu

    Evangelisation nach der Art Jesu

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    … ist langfristiger, persönlicher, vielleicht unbequemer, aber erfolgreicher. Von John Holbrook

Mittwoch, 15 März 2017 – 09:24 Uhr

Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 47): Wieder daheim

Wieder daheim
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Wenn es anstrengend wird, die Stirn zu bieten, und man nach einer Pause wieder aufs Schlachtfeld kommt. Von John Holbrook
 

»Bruder!«, rief der Älteste. »Du bist wieder daheim! Schön dich zu sehen!«

Ich lächelte, weil ich mich an die Ereignisse der vergangenen paar Wochen erinnerte.

Der ganze Stamm war in Aufruhr gewesen. Einer von ihnen hatte ein schlimmes Verbrechen begangen. Traditionell sind die Tawbuid sehr passiv und nur mächtige Schamanen sprechen Recht. Doch in unserem Dorf hat das Christentum die Schamanen abgelöst, aber ein neues Rechtssystem war nicht eingeführt worden.

Nach viel Gebet hielt ich es für meine Pflicht, für die biblische Sicht vom Recht einzutreten, in der Gott uns auffordert, den Missetäter mit viel Liebe zu erziehen und den Unschuldigen zu verteidigen. Die Mehrheit der Christen im Dorf lehnte meine Lehre jedoch als unbiblisch ab.

Ich wurde vor Dorf-, Stammes- und Provinzälteste zitiert. Fast alle waren gegen meine Lehre und einige verbreiteten schon falsche Gerüchte über mich und das Opfer, das vor seinem Angreifer Schutz suchte. Als der öffentliche Protest gegen uns auf seinem Höhepunkt angelangt war, holte mich der HERR für ein paar Wochen aus dem Tawbuid-Gebiet. Ich musste mich nämlich um Visumsprobleme und einen sehr kranken Patienten kümmern.

Nach fast einem Monat stapfte ich mit einer gewissen Beklommenheit den Hügel zum Dorf hinauf. »HERR«, betete ich, »ist das das Ende? Sie haben die acht vorigen Missionare wegen geringerer Angelegenheiten hinausgeworfen. Doch du hast mir geboten zu reden. Was auch geschieht, ich werde mich auf deine Verheißung verlassen, dass dein Wort nicht leer zu dir zurückkommt.«

Die Begrüßung des Ältesten unterbrach meine Tagträume. Immerhin mag er mich noch, dachte ich und grinste. Doch es blieb nicht dabei. An diesem Abend kam ich vor elf fast nicht ins Bett, weil so viele vorbeikamen, um mir Hallo zu sagen. »Danke, HERR!«, betete ich beim Einschlafen. »Es ist schön, wieder daheim zu sein!«

Aus: Adventist Frontiers, 1. März 2017

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM).
AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.

JOHN HOLBROOK wuchs im Missionsfeld auf. Er half seiner Familie eine Gemeindegründungsbewegung unter dem Alanganvolk in den Bergen der philippinischen Insel Mindoro zu initiieren. Seit 2011 setzt John seine Fähigkeiten und seine Erfahrung ein, um das Evangelium den abgeschotteten Tawbuid-Animisten zu bringen, einem Stamm, der in der Nachbarschaft der Alangan lebt.

www.afmonline.org


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