Campmeeting in Pracht, Westerwald, 31. Juli - 06. August 2017 :: LIVESTREAM

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  • Christi Opfertod im Licht biblischer Aussagen: Warum musste Jesus sterben?

    Warum musste Jesus sterben?

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    Etwa, um einen zornigen Gott zu besänftigen? Oder um dessen Blutdurst zu stillen? Von Ellet Waggoner
     
Freitag, 22 April 2016 – 09:42 Uhr

Die Frau am Jakobsbrunnen: Ungestillte Sehnsüchte?

Ungestillte Sehnsüchte?

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Woran liegt es, wenn Kraft und Freude fehlt oder die Sucht regiert? Von Ellet Waggoner

Der Bericht über das Gespräch zwischen Jesus und der Samariterin ist ein treffendes Beispiel dafür, wie treu er seinen Auftrag erfüllte. Hungrig und erschöpft von der Reise ruhte er sich am Jakobsbrunnen aus. Es war Mittag. Seine Jünger waren nach Sychar hineingegangen, um Essen zu kaufen. Da kam die Frau zum Wasserholen. Seine Bitte, sie möge ihm etwas zu trinken geben, überraschte sie. Ein Jude bat eine Samariterin um einen Gefallen? Das war kein optimaler Einstieg, aber unter der Schicht ihres Aberglaubens und ihrer Unkenntnis erkannte Jesus eine geistliche Not. Er sehnte sich danach, dieser umnachteten Seele den Schatz der Liebe des Vaters zu präsentieren.

Er bat sie nicht wiederzukommen, wenn er sich ausgeruht und erfrischt habe. Auch schlug er nicht vor, sie könne eine ausreichend große Versammlung einberufen, vor der es sich für ihn lohne über ein paar wichtige Themen zu sprechen. Nein, er stellte seine Arbeit und sein Wesen allein dieser Frau vor. Sie schien keine besonders verheißungsvolle Person zu sein; sie lebte in Sünde, war auf vergängliche Vorteile bedacht, am Lebenswasser nur interessiert, wenn sie sich dadurch die Mühe des Wasserholens ersparen konnte und, soweit wir es anhand ihrer banalen und irrelevanten Einwände beurteilen können, war sie völlig unempfänglich für die tiefen geistlichen Wahrheiten, die Jesus vor ihr entfaltete.

Dennoch gehörte diese Frau zu den sehr wenigen Menschen, denen Jesus ausdrücklich sagte, dass er der Messias war. Schließlich erreichten seine Worte doch ihr Herz. Das Geistliche siegte; sie erkannte in Jesus den einen, den sie brauchte. Jetzt ließ sie ihren Krug stehen und wollte den Retter ihren Nachbarn und Freunden vorstellen.

Ein Geschenk von unermesslichem Wert

Die Samariterin steht stellvertretend für die große Mehrheit, an die das Wort des Herrn gerichtet ist. An Menschen, die so mit Irdischem beschäftigt sind, dass sie keine Zeit haben für das, was Frieden bringt. Der Herr möchte sich uns gerne offenbaren, aber wir lassen uns von jeder Kleinigkeit ablenken, sodass seine Stimme untergeht. Doch er lässt sich nicht entmutigen. Wenn der Herr uns nichts besonders Wertvolles bringen würde, dann würde er sich vielleicht nicht so ausdauernd darum bemühen, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Was er hingegen anbietet, ist nicht mit Gold zu bezahlen, mehr als was je in ein Menschenherz hineingekommen ist. Seine Liebe zu uns verbietet es ihm, das Geschenk zurückzuziehen. Wenn wir nur seinen Wert erkennen würden, zögerten wir keinen einzigen Augenblick mehr, in seinen Genuss zu kommen.

Jesus sagte zu der Samariterin: »Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser.« (Johannes 4,10) Wie selbstverständlich Jesus über diese Schritte spricht! Er lässt gar keinen Zweifel daran aufkommen. Wenn die Frau Gottes Geschenk kennen würde, so würde sie natürlich darum bitten. Jeder darf das glauben. Doch es ist genauso selbstverständlich, dass er ihre Bitte gewähren wird. Wenn wir studieren, was das Lebenswasser ist, und selber großen Durst darauf bekommen, dann hört der Herr auch unsere Bitte und versichert uns, dass wir es ebenso bekommen können. Es ist für ihn so natürlich, das Lebenswasser zu verschenken, wie für uns, darauf Durst zu haben, ja eigentlich noch mehr. Denn er schenkt mehr, »weit über die Maßen mehr … als wir bitten oder verstehen« können (Epheser 3,20).

Endloses Glück

»Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.« (Johannes 4,14) Hier ist völlige Erfüllung, Lebensfülle, endloses Glück und ewige Rettung. Wie wenig schätzen wir doch, was Jesus für seine Anhänger tun möchte: das wunderbare Leben, das er ihnen wünscht. Er will nicht, dass seine Leute irgendwelche ungestillten Sehnsüchte haben oder vergeblich nach unerreichbaren Segnungen hungern und dürsten. »Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden!« (Matthäus 5,6) Der Segen, den Mose Naphtali gab, gilt allen Gotteskindern: Seid »gesättigt mit Wohlgefallen und voll vom Segen des HERRN« (5. Mose 33,23). Jesus sagte: »Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten.« (Johannes 6,35)

Auf der neuen Erde gibt es »einen reinen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausgeht vom Thron Gottes und des Lammes« (Offenbarung 22,1). Er bricht aus Gottes eigenem Wesen hervor, denn er ist »die Quelle lebendigen Wassers« (Jeremia 17,13). Der Lebensbaum, der auf beiden Seiten des Stromes steht, saugt seine unerschöpfliche Lebenskraft aus dem Lebensstrom. Wie gut, aus diesem Strom zu trinken! Dichter haben ihn besungen; wo der Gedanke an ihn auch in menschliche Herzen gedrungen ist, hat er einen Durst geweckt, der durch nichts sonst befriedigt werden kann. Wer von diesem Strom trinkt, wird von allem Bösen frei und erfüllt von Freude und ewigen Wonnen. Jeder würde seinen Durst an seinen kristallenen Wassern stillen, wenn er nur könnte. Er ist die Ausgießung von Gottes eigenem Leben; in seinen Fluten sind die Ewigkeit und der Himmel. Es heißt von den Erlösten: »Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten … denn das Lamm, das inmitten des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu lebendigen Wasserquellen, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.« (Offenbarung 7,16.17)

Jetzt schon!

Nun wird uns das nicht mitgeteilt, um unsere Eroberungslust zu wecken. So weit das alles unsere kühnsten Fantasien übersteigt, so liegt es nämlich auch außerhalb der Reichweite unseres menschlichen Mühens. Dies alles wird uns nicht als ein überwältigender, flüchtiger Blick in eine ungewisse Zukunft gezeigt, sondern als etwas, was schon heute empfangen und genossen werden kann. »Denn alles gehört euch … das Gegenwärtige oder das Zukünftige.« (1. Korinther 3,21.22) »Die himmlische Gabe« ist etwas, was heute schon geschmeckt werden soll. »Die Kräfte der zukünftigen Weltzeit« sind für die Gegenwart gedacht (Hebräer 6,4.5). »Wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!« (Offenbarung 22,17). Jesus sagt zu allen, die auf Erden leben, auch zu uns: »Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!« (Johannes 7,37)

Jede Sehnsucht ist die nach Jesus

Das Lebenswasser zu trinken, heißt, Gottes eigenes Leben zu trinken. Was für eine wunderbare Chance für den Menschen! Wir dürfen uns an Gottes Leben sättigen und es so einfach und natürlich zu uns nehmen wie Wasser, wenn wir durstig sind. Sein Leben ist in allen seinen Gaben, sodass wir sein Leben trinken, wenn wir unseren körperlichen Durst mit reinem Wasser stillen. Doch es gibt so viele andere Dinge, auf die wir Durst haben, nicht nur auf das, was unser körperliches Verlangen stillt. Jede Sehnsucht, jedes Streben, jede Unzufriedenheit, ob legitim oder unerlaubt, ist der Durst der Seele. Nur Jesus kann diesen Durst stillen. »Wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten.« (Johannes 6,35)

Schnell!

Denk nicht, wenn du kommst und trinkst, das sei Anmaßung, weil du unwürdig seist. Die Anmaßung besteht nicht im Trinken. Der HERR beklagt sich ja gerade darüber, dass wir zögern, seine Einladung anzunehmen und vom Wasser des Lebens gratis zu trinken: »Entsetzt euch darüber, ihr Himmel … spricht der HERR. Denn mein Volk hat eine zweifache Sünde begangen: Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen zu graben, löchrige Zisternen, die kein Wasser halten!« (Jeremia 2,12.13)

Jesus bringt uns Gott ganz nah

Wir brauchen nie Angst zu haben, dass die Bibel uns etwas erlaubt, was zu gut für uns wäre und nur für Menschen gedacht sei, die würdiger sind als wir. Gottes Ziele für jeden von uns sind grenzenlos. Er sehnt sich danach, sie zu erreichen. Er begnügt sich nicht damit, dass der Mensch weit von ihm entfernt lebt, wo nur die kleinen, tröpfelnden Rinnsale seines Segens ankommen. Er will, dass sie am Urquell leben, wo das Lebenswasser immer im Überfluss sprudelt. Um dieses Ziel zu erreichen, kam Jesus auf diese Erde. Die Menschen hatten sich von Gott entfernt, jeder ging auf seinem eigenen Weg. Da kam Jesus, um uns zu zeigen, was es bedeutet, an der Quelle zu leben. »Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.« (Johannes 1,14) Er selbst trank von der Lebensquelle; in ihm wurde allen das Leben des Vaters offenbart, und nachdem er uns gezeigt hat, wie begehrenswert es ist, bietet er es uns auch an.

Das Wasser, das Sünde heilt

»Doch wir sind sündig und weit von Gott entfernt«, sagen wir. Das ist kein Hindernis! »Jetzt aber … seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus.« (Epheser 2,13) Die Quelle, die eröffnet wurde, ist »gegen Sünde und Unreinheit« (Sacharja 13,1). Die Sünde bestand darin, dass wir die Quelle verlassen haben. »Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden.« (Jesaja 30,15) Es gibt Rettung, wenn wir zu Gott umkehren, weil er sich als unsere Rettung anbietet. Die Rettung ist weder unvollständig noch unwirksam. Sie ist so vollkommen wie Gott selbst, denn sie ist er selbst. Daher ist Gottes Geschenk an uns er selbst. Alles, was wir brauchen, bekommen wir von ihm. Erst wenn sein Strom versiegen würde, hätten wir zu darben, keine Sekunde vorher. Seine Ressourcen sind unsere Ressourcen. Gott ist die Kraft unseres Lebens. Er ist unser Lied. Er ist »der tiefe Wonnebrunnen der Liebe«. Deshalb werden wir »mit Freuden Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils« (Jesaja 12,3). Es gibt mehr als genug für uns und für jeden, dem wir helfen wollen. Wir können schöpfen und schöpfen und immer mit Freuden, weil es beim HERRN keine Enttäuschungen gibt. »Denn der Heilige Israels ist groß in deiner Mitte.« (Jesaja 12,6)

»Der HERR wird dich ohne Unterlass leiten und deine Seele in der Dürre sättigen und deine Gebeine stärken; du wirst sein wie ein wohlbewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, deren Wasser niemals versiegen.« (Jesaja 58,11) »Sie laben sich an den reichen Gütern deines Hauses, mit dem Strom deiner Wonne tränkst du sie. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens.« (Psalm 36,9.10) Nur wer heute von Jesus trinkt und in der Quelle seines Lebens von Sünde gereinigt wird, der wird aus dem Strom trinken können, dass vom Thron hervorgeht. Wer heute keinen Durst darauf hat, wird auch dann dafür nichts übrig haben. Gottes Gegenwart ist die Herrlichkeit und die Attraktion des Himmels, und Jesus ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit. Diese Herrlichkeit wird uns in Jesus geschenkt (Johannes 17,22). Sobald wir sie empfangen, werden wir aus der Herrschaft der Finsternis errettet und werden »versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe«. Dann wirken die Kräfte der kommenden Welt in uns und machen uns zu Teilhabern »am Erbe der Heiligen im Licht« (Kolosser 1,12.13).

Gestillter Durst

Nur wenn wir schon jetzt von Jesus trinken und Gefallen an ihm finden, werden wir mit dem Geist und der Umgebung im Himmel im Einklang sein. Wir dürfen jetzt schon die Freuden der Erlösten testen und entscheiden, ob wir sie wollen oder nicht. Wer sie in diesem Licht ablehnt, tut dies für immer. Menschen werden den HERRN nicht beschuldigen können, er hätte sie unfair behandelt und ihnen verborgen, wie begehrenswert der Himmel ist. Niemand wird sagen können: »Hätten wir gewusst, wie schön er ist, dann hätten wir uns anders entschieden.« Denn was den Himmel begehrenswert macht, wird den Menschen auf Erden in Jesus Christus angeboten. Schon hier können sie erleben, was es heißt, keinen Durst mehr zu haben.

Die Lebensquelle ins eigene Herz lassen: ein Segen für meine Umwelt

»Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben.« (Johannes 7,38.39) Gott schenkt sich selbst durch seinen Geist, und durch ihn wohnt er im sterblichen Fleisch.  Wer am inneren Menschen durch ihn gestärkt wird, nimmt Jesus im Herzen auf und wird erfüllt »bis zur ganzen Fülle Gottes« (Epheser 3,16). Auf diese Weise ist die Lebensquelle in ihm und Ströme des Segens, Flüsse lebendigen Wassers, brechen aus ihm hervor. Jesus war mit dem Geist erfüllt, und Ströme lebendigen Wassers fluteten im Himmel aus ihm. So ließ er die Samariterin vom Lebenswasser trinken, damit sie keinen Durst mehr hatte.

Alle, die mit Jesus gemeinsam die Erfahrung machen, die er bei dieser Begegnung hatte, stellen eines fest: Niemand kann das Lebenswasser zur Rettung anderer durch sich hindurch fließen lassen, ohne selbst erfrischt und gestärkt zu werden. »Wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt.« (Sprüche 11,25) Das war auch bei Jesus der Fall. Als er mit der Frau zu sprechen anfing, war er hungrig und erschöpft. Aber indem er sich um sie kümmerte, wurde er erfrischt und gestärkt, sodass er, als seine Jünger zurückkamen und ihn drängten: »Rabbi, iss!«, zu ihnen sagen konnte: »Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt!« (Johannes 4,32) Sie dachten, jemand habe ihm etwas zu essen gebracht, doch seine Speise war, den Willen seines Vaters zu tun. Gott ruft Menschen nicht dazu auf, sich aufzuzehren in seinem Dienst, sondern von der Lebensquelle zu trinken und ihn zu verherrlichen, indem sie den lebenspendenden Strom durch sich hindurch fließen lassen, der ihre eigenen Seelen wässert und ihre Gebeine stärkt und sie zu einem Segen für andere macht, wenn sie ihnen bereitwillig dienen.

Ellet Waggoner, »Studies in the Gospel of John. The Water of Life. John 4:5-15« in: The Present Truth, 19. Januar 1899.


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