Freitag, 18 Juli 2014 – 07:07 Uhr

Hagar und Jakob besiegten die Angst: Fürchte dich nicht!

Fürchte dich nicht!

(Bild: pac9012 - iStockphoto.com)

Eine Sklavin und ein Muttersöhnchen, zwei Versager, hatten allen Grund sich zu fürchten. Doch Gott zeigte an ihnen, wie er jedem die Angst nehmen will. Er hat sogar weitreichende Pläne für gescheiterte Existenzen und will so unser Vertrauen gewinnen. Von Kai Mester

In der Bibel finden wir fast einhundertmal die Aufforderung »Fürchte dich nicht!« oder »Hab keine Angst!« Es ist ein Thema, das sich durch alle biblischen Bücher zieht, vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung.

Eigentlich ein unglaublicher Gedanke, den die Bibel da in allen Varianten ausbaut: Der Schöpfer dieses Planeten, ja des ganzen Universums neigt sich herab und nimmt sich schwacher Menschen an, zum Beispiel einer Sklavin:

Kraft und Freiheit für die Schwächste

»Der Engel des HERRN … sprach zu ihr: Hagar, wo kommst du her?« (1. Mose 16,7.8) Er gibt ihr einen guten Rat, verheißt ihr eine bessere Zukunft und befreit sie aus der Sklaverei. Kaum entronnen, gerät sie, mit ihrem Sohn Ismael auf sich gestellt, in der Wüste in eine aussichtslose Lage.

»Der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel herab zu: ›Warum weinst du, Hagar? Hab keine Angst – Gott hat das Schreien des Kindes dort unter dem Strauch gehört!‹« (1. Mose 21,17 Hoffnung für alle)

Bedeutet das nicht, dass Allmacht hier in ganz sanfter, einfühlsamer Art der Zerbrechlichkeit begegnet und sie mit Lebenskraft füllt, sie zu dem befähigt, wozu sie sonst nie in der Lage gewesen wäre?

Tatsächlich: »›Steh auf, nimm den Jungen und halte ihn fest an der Hand, denn ich werde seine Nachkommen zu einem großen Volk machen.‹ Da öffnete Gott Hagar die Augen, sodass sie einen Brunnen entdeckte. Dort füllte sie ihren Wasserschlauch und gab dem Jungen zu trinken.« (1. Mose 21,18.19 Neues Leben)

Heute, viertausend Jahre später, sehen sich über eine Milliarde Menschen in der Tradition von Hagars Sohn Ismael – Stichwort: Mekka. Was für eine phänomenale Entwicklung!

Hoffnung und Zukunft für den Gescheiterten

Die Geschichte von Ismaels Neffen Jakob (alias Israel) ist nicht weniger bewegend: Als junger Mann scheitert er durch einen Komplott gegen seinen Bruder Esau. Er muss außer Landes fliehen.

Im Ausland scheitert er wieder, indem er selber einem Betrug aufsitzt und mit der falschen Frau verheiratet wird. Zwar heiratet er kurzerhand die richtige auch noch dazu, aber auf Kosten des Familienfriedens. Der Clinch gipfelt darin, dass seine Söhne sich gegen seinen Lieblingssohn Josef verschwören und ihn nach Ägypten verkaufen. Dem Vater Jakob erzählen sie, ein wildes Tier habe ihn gerissen.

Auf seine alten Tage blickt Jakob durch eine Hungersnot noch einmal dem Tod ins Auge: Seine Familie ist gezwungen, in Ägypten Korn einkaufen. Doch dort begegnen sie Josef in hoher Stellung wieder.

So verlässt er, einerseits glücklich darüber, das verheißene Land und zieht zu seinem Sohn Josef nach Ägypten. Andererseits muss er sich auf der Reise über das Wirrwarr seines Lebens Gedanken gemacht haben. Denn war ihm nicht Palästina als Land verheißen worden?

Da hört er nachts die Stimme Gottes: »Jakob, Jakob! Er sprach: Hier bin ich! Da sprach er: Ich bin der starke Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn dort will ich dich zu einem großen Volk machen! Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen, und ich führe dich gewiss auch wieder hinauf.« (1. Mose 46,2.3)

Der Schöpfer des Kosmos schreibt auf krummen Linien gerade. Er kommt mit jedem zum Ziel, der sich trotz Krisen und Katastrophen (oder gerade deswegen) an die Hand nehmen lässt.

Und auch bei Jakob sehen wir, wie sich die Verheißung erfüllt hat: Über zwei Milliarden Menschen gehören heute der jüdisch-christlichen Kultur an, die ihre Wurzeln in den Traditionen Jakobs haben. Sein Zweitname Israel verrät, was aus seinen Nachkommen geworden ist.

Mehr als nur Botschaften für ein paar Auserwählte?

Es mag uns ungewöhnlich anmuten, dass Gott sowohl Jakob als auch Ismael viele Nachkommen oder ein großes Volk verspricht. Haben wir uns etwa jemals danach gesehnt, dass wir Mutter oder Vater eines großen Volkes werden?

Nun, damals waren Kinder die Altersversorgung. Außerdem gab es dort, wo Jakob und Ismael wohnten, keinen Rechtsstaat, keine Polizei, keine menschliche Sicherheit. Viele Nachkommen bedeuteten da wachsenden Wohlstand und zunehmende Sicherheit.

Wenn der Schöpfer sich so langfristig und weitreichend schon um die Ängste zweier Menschen vor viertausend Jahren gesorgt hat, wie steht es dann um meine Ängste, meine Sorgen?

Ein Lied Davids

Vor rund 3000 Jahren fasste der israelische König David in seinem international berühmt gewordenen Lied zusammen, welche Empfindung, welche Atmosphäre bei ihm aufkam, wenn er an diesen Schöpfer dachte. Tauchen wir auf diesem Hintergrund ein in seine Worte und vergessen wir nicht unsere Ängste mitzubringen!

Der HERR ist mein Hirte.

Nichts wird mir fehlen.

Er weidet mich auf saftigen Wiesen

Und führt mich zu frischen Quellen.

Er gibt mir neue Kraft.

Er leitet mich auf sicheren Wegen,

Weil er der gute Hirte ist.

Und geht es auch durch dunkle Täler,

Fürchte ich mich nicht,

Denn du, HERR, bist bei mir.

Du beschützt mich mit deinem Hirtenstab.

Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.

Du begrüßt mich wie ein Hausherr seinen Gast und gibst mir mehr als genug.
Deine Güte und Liebe werden mich begleiten mein Leben lang;

In deinem Haus darf ich für immer bleiben.

Psalm 23 – Hoffnung für alle

Zuerst erschienen in: Fundament für ein befreites Leben, 4-2010, Seite 5-7
Auszug aus Special 8, Keine Angst! Eine Reise ins Land der Geborgenheit

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