Mittwoch, 03 Januar 2018 – 10:33 Uhr

Alles beginnt im Kopf: Du sollst nicht träumen!

Du sollst nicht träumen!

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Warum denn das? Ist nicht Martin Luther Kings »I have a dream« als erhabenes Motto in die Geschichte eingegangen? Von Kai Mester

Hier soll von anderen Träumen die Rede sein: vom Luftschlösserbauen, von der Traumsucht, vom Tagträumen, vom Fantasieren auf verbotenen Pfaden, vom Hegen verborgener Sehnsüchte, die auf das Spiel mit dem Feuer vorprogrammieren und zu oft schon zum Sturz über die Klippe geführt haben.

Eine Autorin des 19. Jahrhunderts formulierte es so: »Man hört besser auf, sich romantische Vorstellungen zu machen und Luftschlösser zu bauen.« (Review and Herald, 18. Dezember 1888) »Tag- und Nachtträumerei und Luftschlösserbauen sind schlechte und äußerst gefährliche Gewohnheiten. Einmal erworben, ist es fast unmöglich mit diesen Gewohnheiten zu brechen und die Gedanken reinen, heiligen, erhabenen Themen zuzuwenden.« (Adventist Home, 334)

»Tausende befinden sich heute in der Psychiatrie, deren Gemüter aus dem Lot gerieten, weil sie Romane lasen, was zum Luftschlösserbauen und zu liebeskranker Gefühlsduselei führt.« (Messages to Young People, 290; vgl. Botschaften für junge Leute, 223) »Ist deine Gedankenwelt in Aufruhr, wird sich dieser Aufruhr erst legen, wenn deine Gedanken sich ändern, wenn Tagträumerei und Luftschlösserbauen aufhören und du dich der Gegenwart mit ihren Aufgaben zuwendest.« (Testimonies 2, 251)

Diese Sucht mit den verschiedenen Sünden, die sie im Schlepptau mitführt, ist also äußerst gefährlich! Die meisten von uns sind einer ihrer verschiedenen Formen aber doch schon auf den Leim gegangen. Deshalb möchte ich aus der Schatztruhe der eigenen Erfahrung ein paar praktische Tipps geben, die helfen können, mit diesem Laster zu brechen.

Meistens bleibt einem nichts anderes, als sich mit Jesu Hilfe unter Gebet erst einmal radikal allen Einflüssen zu entziehen, die den ich-, bzw. sehn-süchtigen Träumen Nahrung liefern. Bei mir bedeutete das den völligen Bruch mit Spielfilmen und Romanen, mit bestimmter Musik, ja über längere Zeit sogar ein Musikfasten generell und das Meiden bestimmter Orte (vor allem der Städte mit ihren überwältigenden Sinneseindrücken).

Manchmal kann es auch nötig sein, ein paar Freundschaften zu beenden. Besonders gefährlich ist es, wenn die Traumsucht oder die Einflüsse, die sie nähren, sich durch ein christliches Mäntelchen tarnen wollen, z. B. durch den Missionsgedanken.

Doch Achtung: »Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchzieht er wasserlose Stätten und sucht Ruhe und findet sie nicht. Dann spricht er: Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich gegangen bin. Und wenn er kommt, findet er es leer, gesäubert und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die bösartiger sind als er; und sie ziehen ein und wohnen dort, und es wird zuletzt mit diesem Menschen schlimmer als zuerst.« (Matthäus 12,43-45)

Dem kann man nur vorbeugen, indem man seine Gedanken in völlig neue Bahnen lenkt. Intensive, hingebungsvolle Beschäftigung mit dem Leben Jesu, seinem Wort, mit der Natur, z. B. mit Vögeln, Blumen oder Sternen, mit dem Garten; Arbeit, bei der man richtig ins Schwitzen kommt, die Heilkraft des Wassers, frühes Aufstehen, das Leben auf dem Land, ein regelmäßiger Tagesablauf – alles das holt auf den Boden der Wirklichkeit zurück, heilt das Gemüt und macht für den Dienst am Mitmenschen wieder fähig. Die Gedanken können dazu erzogen werden, so häufig wie möglich als Gebet im Danken, Staunen, Fragen, Sichberaten und in der Fürbitte zu Gott aufzusteigen. »Betet ohne Unterlass« (2. Thessalonicher 5,17), empfiehlt auch der Apostel Paulus.

Das ist nur ein kleiner Eindruck oder Überblick über die Heilmittel, die Gott mir gezeigt hat. Jeder kann selbst prüfen, was bei ihm das Abdriften in alte Gedankenmuster auslöst. Dann kann er daran angepasst individuelle Lebensumstellungen vornehmen, die dem vorbeugen.

Ein wunderbares Gebet ist auch: »Herr, ich danke dir, dass du über diese Gedanken schon gesiegt hast und dass sie mich nicht in ihren Bann ziehen können, weil ich deinen Sieg ergreife!« Dieses Gebet triumphierend, aus tiefster Überzeugung und Kampfeslust in Gedanken oder besser noch laut gesprochen mit dem festen Glauben, dass es so ist, hat bisher noch immer Wunder gewirkt. Doch auch hier: Gleich im Gebet die Weiche umstellen und die Gedanken auf ein entgegengesetztes, gutes und wichtiges Thema richten, über das man genauso leidenschaftlich nachdenken kann, sei es die Lösung eines wichtigen Problems oder die intensive Fürbitte für einen Menschen in Not!

In Jesu Blut liegt Kraft! Wer Jesus schon bei den Gedanken und Träumereien ansetzen lässt, wird auch den Sieg über alle daraus folgenden Sünden erringen. Diesen Sieg wünsche ich allen Lesern. Es gibt nur wenig, was wohltuender und beglückender ist!

Zuerst auf hoffnungweltweit.de im März 2004 erschienen.


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