• Ein dämonisches Fest: Was jeder Christ über Halloween wissen sollte

    Was jeder Christ über Halloween wissen sollte

    Bild: teressa - Adobe Stock

    Wie leicht gewöhnt man sich an Traditionen. Dann erscheint das plötzlich ganz unschuldig zu sein, was alles andere als unschuldig ist. Von Gerhard Pfandl, dem ehemaligen Vizedirektor des Bibelforschungsinstituts der Generalkonferenz

Donnerstag, 17 August 2017 – 19:55 Uhr

Wie Gott uns durch seine Stimme im Alltag leiten kann: Den Gipfel erklimmen

Den Gipfel erklimmen

Adobe Stock - frankie's

 

Als Eltern oder in anderen Führungspositionen braucht man permanent Weisheit von oben. Von Sally Hohnberger

»Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein.« (Josua 1,5)

Bevor wir nach Montana zogen, bestieg ich nur selten einen richtigen Berg. Seit ich in den Rocky Mountains wohne, habe ich ihre zerklüftete Erhabenheit lieben gelernt, weiß jetzt aber auch aus mehrfacher Erfahrung, dass es ganz schön anstrengend ist, einen Berg zu besteigen. Die Muskeln tun weh, die Beine werden müde und quittieren fast den Dienst, der Atem gerät ins Stocken und bei den schwierigsten Abschnitten wird einem bald klar, dass es Situationen und Aktivitäten gibt, in denen jedes Deo sinnlos ist. Nur mit Anstrengung, Konzentration und Hartnäckigkeit kommt man oben am Gipfel an.

Wie muss es Mose ergangen sein, als Gott ihn auf den Berg Sinai rief! Damals war er 80 Jahre alt. Ich sehe vor meinem geistigen Auge, wie er alle Kraft aufbietet, um diesen Berg auf dem steilen, holprigen Pfad zu besteigen und so Gott näher zu kommen. Mose hatte den Ruf gehört und folgte ihm guten Mutes und mit großer Vorfreude. Er genoss das Zusammensein mit seinem Schöpfer, redete sich nicht mit seinem Alter heraus und zögerte auch nicht, um sich der Sache noch klarer zu werden, bevor er der Aufforderung folgte. Er stellte sich nicht an den Fuß des Berges und rief: »Was?« Mose wusste, welche Herrlichkeit und Bestätigung dort auf ihn warteten. Auch wir sind eingeladen, sogar mehr als eingeladen. Gott fordert uns auf, den Berg zu besteigen und Gott zu begegnen.

Von der Kunst mit Gott zu reden

Ich vergleiche Moses Bergbesteigung mit dem Erlernen der Kunst der Zwiesprache mit Gott in unserer Andacht. Oft ist es anstrengend. Aber warum? Manchmal spricht Gott so liebevoll zu mir und gibt mir die Lösung sofort, dann wieder scheint er so weit weg zu sein und gar nicht zu reagieren. Es stellt unsere Geduld auf die Probe, während wir lernen zu warten, ob Gott spricht oder nicht. Beständig mit Gott Zeit zu verbringen, erfordert Einsatz, vergleichbar mit einer Bergbesteigung zur Audienz beim König der Könige. Aber es lohnt sich!

Mose führte sein Volk, und wir Eltern führen unsere Familien. Beim Besteigen des Berges geht es jedoch um mehr als nur um den Wunsch nach Zwiesprache mit Gott. Es ist auch das Training, das Eltern brauchen, bevor sie ihre Kinder sicher durch die ihnen bevorstehenden Schwierigkeiten führen können. Vielleicht ragt vor uns kein richtiger Berg auf wie vor Mose. Aber jeder von uns wird auf den Berg gerufen, um Zeit mit Gott zu verbringen.

Hindernisse überwinden

»HERR, wenn ich morgens zu dir komme, scheinen mir so viele Hindernisse in die Quere zu kommen. Ich möchte zwar meinem Gott nahen wie Mose, aber von allen Seiten werde ich daran gehindert. Wenn ich zum Beispiel morgens aus dem Bett schleiche, auf Zehenspitzen die Treppe hinuntertippele und leise meine Bibel öffne … wacht sehr oft mein Kind plötzlich schreiend auf, fordert meine Aufmerksamkeit und stiehlt mir die Zeit, in der ich dich suchen und mit dir Verbindung aufnehmen möchte. Warum ist das so?«

Sally, du hast nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen [Epheser 6,12]. Satan will dich ständig daran hindern, zu mir auf den Berg zu steigen. Er braucht nur die richtigen Knöpfe bei deinem Kind und bei dir zu drücken, um dir Zeit und Verbindung mit mir zu stehlen. Weißt du noch, wie du während der letzten Wanderung in der Felswand hingst? Du musstest die Beine viel weiter strecken, als dir lieb war, und konntest dich aus dieser Position erst hochziehen, als Jim dir helfend die Hand reichte. Nimm meine Hand, dann führe ich dich genauso über dieses Hindernis. Ich bringe dir bei und erkläre dir, wie du mit deiner Enttäuschung und den verletzten Gefühlen deines Kindes umgehen kannst. Ich bin da, um dir zu helfen [Jesaja 54,13].

»HERR, das macht mir Mut, es noch mal zu versuchen. Ich sehe jetzt deutlich, dass Satan mir oft die Zeit mit dir stiehlt, indem er meine Kinder weinen, nach meiner Aufmerksamkeit verlangen oder ungezogen sein lässt, und das nicht nur morgens, wenn ich von dir lernen möchte, sondern auch tagsüber.

Ein weiteres Hindernis ist meine Unbeständigkeit. Sie hindert mich daran, jeden Morgen zu dir zu kommen. Ich habe gute Absichten und Pläne, aber alle Umstände scheinen sich gegen mich verschworen zu haben, um mich von dir fernzuhalten. Ich gehe spät zu Bett. Dann fällt es mir sehr schwer, am nächsten Morgen aufzustehen. Wenn ich meine Zeit mit dir verbringen möchte, klingelt das Telefon. Der Holzofen macht Geräusche, die mich ablenken, dann wieder wandern meine Gedanken zum Einkaufszettel. Wie soll ich mit diesen Ablenkungen umgehen?«

Satan fädelt die Umstände sehr geschickt ein, damit du nur wenig oder gar keine Zeit mit mir verbringst. Getrennt von mir fehlt es dir aber an Weisheit, Mut und Kraft. Deshalb betreibt er so viel Aufwand, um dich mit allen Mitteln davon abzulenken. Nicht die Umstände dürfen dich beherrschen, sondern du die Umstände mit Hilfe göttlicher Weisheit. Komm erst zu mir, bevor du auf die Ablenkungen reagierst. Ich helfe dir zu entscheiden, was du tun und lassen sollst. Du wirst es immer wieder mit Ablenkungen zu tun haben. Ich lasse sie zu, damit du lernst, besser darauf zu reagieren, indem du zuerst zu mir kommst. Viele Dinge können auf später verschoben werden – ich zeige dir wie, wenn du zu mir kommst.

Mir fielen gleich einige Lösungen ein. »Ich könnte zum Beispiel das Telefon ausschalten, bis ich mit meiner Andacht fertig bin und den Anruf verschieben. Vielleicht sollte ich dir mein Leben geben, bevor ich am Morgen aus dem Bett steige, sodass du schon im Voraus für mich handeln kannst. Ich habe irgendwo gelesen, dass ich meine Gedanken einfach zurückrufen kann, wenn sie abschweifen. Wenn ich zu dir komme und deine Hand nehme, kannst du mich alle Hindernisse überwinden lassen.«

Eine Antwort auf jedes Problem

Was für ein Hindernis uns auch am Morgen von unserer Gipfelbesteigung zu Gott abhält, er hat eine Lösung für uns. Die Zeit mit Gott wird alle Schwierigkeiten und Hindernisse beseitigen, und wir werden Ruhe finden. Wenn wir seine Hand nehmen, überwinden wir alle Hindernisse, die uns allein zu groß erscheinen. Er lässt sich gerne rufen. Gott stützt die sinkenden Hände und stärkt die weichen Knie. Er sehnt sich danach, zerbrochene Herzen zu verbinden, Bedürftigen zu helfen, Gefangenen Freiheit zu verkünden und Trauernde zu trösten. Jeder kann die starke Hand Jesu finden, die er ihm entgegenstreckt. Vertrauen wir Gott und besteigen den Berg zu ihm, um uns mit seiner Weisheit und Stärke zu verbinden!

Am Morgen steigen wir den Berg hinauf, um zu beten und mit Gott zu sprechen und uns von ihm die Richtung für den heutigen Tag zeigen zu lassen. Dann steigen wir den Berg hinab und geben unseren Kindern weiter, was Gott uns gesagt hat. »Mose aber stieg hinauf zu Gott; denn der HERR rief ihm vom Berg aus zu und sprach: So sollst du sagen … den Kindern …« (2. Mose 19,3) Wenn Eltern Gott auf diese Weise suchen, können sie seine Boten werden. Wenn wir es uns zur Gewohnheit machen, zuerst auf den Berg zu steigen und uns von Gott Anleitung zu holen, dann können wir als Eltern zu erstklassigen Werkzeugen in Jesu Hand werden und eine Aufgabe erfüllen wie Mose. Für die meisten von uns heißt das: Ausbildung am Arbeitsplatz. Folgendes ist mir passiert:

Der erste Schritt

Mein Sohn Andrew schwieg stur vor sich hin. Zugegeben, auch ich war nicht besonders fröhlich. Wir hatten gerade einen typischen Konflikt, weil er den Boden nicht fegen wollte. Ich wusste nicht, was ich als nächstes tun sollte. Aber der HERR wusste es. Sally, wie steht es um deinen Geist?, fragte er freundlich. Meine Gedanken überschlugen sich, aber ich zwang mich selbst zur Ruhe und analysierte meine Gefühle. »Ehrlich gesagt, HERR, würde ich ihn gern sofort bestrafen, wie er es verdient hat, und ihn dazu zwingen, den Fußboden sofort zu fegen. Er weiß, was zu tun ist und muss endlich Disziplin lernen!« Aber Sally, bist du im Moment nicht genauso stur wie dein Sohn? Komm, lass uns mal darüber reden, ermunterte mich der HERR.

Einerseits wollte ich, andererseits auch wieder nicht. Erst als Gott sich eingeschaltet hatte und ich ruhiger wurde, konnte ich beide Seiten klarer erkennen. Ich beschloss, mich nicht zu ärgern, auf Andrew nicht böse zu sein und ihn nicht zu zwingen, mir zu gehorchen. »Gottes Weg ist besser. HERR, ich versuche es«, dachte ich. Ich zog mich ins Bad zurück, um einige Zeit allein mit Gott zu verbringen, obwohl mir diese Bergbesteigung gar nicht zusagte. »HERR, was soll ich denn mit ihm tun?«, fragte ich. Die ersten dreißig Sekunden lang geschah nichts. Keine Antwort. – Sechzig Sekunden. – Es kam mir vor wie eine Ewigkeit. »Ich muss jetzt raus, sonst steht das Frühstück nicht rechtzeitig auf dem Tisch.« In der Stille kam mein eigentliches Problem zum Vorschein. »Ach, HERR, ich bin weder glücklich noch habe ich Frieden. Ich muss diese aggressiven Gefühle loswerden. HERR, nimm doch bitte diesen Schmutz aus meinem Herzen.«

Ich entspannte mich und ließ einfach los. »Auch das braucht kein Problem zu sein«, beschloss ich. »Ich weiß, du hilfst mir hier hindurch.« Ich betete und bat Gott, mein König zu sein. Jetzt war ich bereit mich von ihm führen zu lassen. Der erste Schritt zur Lösung des Konfliktes zwischen Eltern und Kindern ist, dafür zu sorgen, dass unsere Herzen von Liebe erfüllt sind. Dann zeigte Gott mir die »richtige« Reaktion auf Andrews Verhalten. Ich begegnete ihm in liebevollem Geist, und er reagierte auch liebevoll.

Gott möchte bei Konfliktlösungen immer beteiligt werden. Denn Gott spricht zu den Herzen der Menschen durch sein Wort und seinen Heiligen Geist. Er besitzt die Kraft, Gedanken, Gefühle, Emotionen, Gewohnheiten, Neigungen und Veranlagungen zu verändern. Wir brauchen Gott bei der Erziehung unserer Kinder.

Der Glaube an Methoden

Die meisten Eltern kennen Gott nicht und glauben an irgendeine Methode. Viele Eltern fragen mich: »Wenn mein Kind dies oder das tut, was soll ich dann machen?« Sie erwarten von mir, dass ich ihnen eine bestimmte Handlungsfolge empfehle, die sie einfach tun können, als läge darin das Geheimnis des Erfolges. Wenn ich ihnen aber sage, dass sie auf den Berg zu Gott steigen müssen, um von ihm zu erfahren, was sie tun sollen, schauen sie mich ganz verblüfft an. Sie hören zu und nicken. Dann aber wenden sie sich ab von dem, der die Gedanken ihrer Kinder lesen kann und fragen mich: »Wie bringe ich sie nun aber dazu, Erbsen zu essen?«

Warum wollen wir diesem machtlosen Gott unserer eigenen Weisheit noch länger dienen? Lernen wir vielmehr, dem wahren Gott zu vertrauen, der mit uns spricht und uns zeigt, welche Konsequenz oder welcher Ansatz bei unseren Kindern wirkt. Nur hier erhält der Fragesteller die erwünschte Kraft. Ich bin nicht gegen detaillierte Informationen. Aber die Methode, die heute wirkt, funktioniert nicht unbedingt auch morgen. Alles hängt davon ab, wie es um das Herz des Kindes bestellt ist. Nur Gott kennt das Ende schon am Anfang. Das Geheimnis unseres Erfolges ist es, sich von ihm beraten zu lassen. Dann werden wir auch das Herz unseres Kindes gewinnen. Er allein hat die Macht es zu verändern.

Redaktion: Diesen wichtigen Gedanken möchte ich aus eigener Erfahrung ein Wort der Vorsicht hinzufügen: Wer versucht, Gottes Antwort in seinen Gedanken zu hören, wird feststellen, dass Gott dazu gewissermaßen unsere eigene Fantasie gebraucht. Diese formuliert »Gottes Antworten« aufgrund dessen, was wir aus der Bibel und unserer Erfahrung mit Gott gelernt haben.
Darüber hinaus kann uns Gott auch direkt mit Ideen inspirieren, die uns vorher noch nie gekommen sind. Aber es besteht jederzeit die Gefahr, dass wir ungewollt unsere eigenen Vorstellungen und unser begrenztes Gottesbild mit einfließen lassen. Deshalb sind solche Gedanken immer am Wort Gottes zu prüfen. Und auch das, was sich nicht unmittelbar prüfen lässt, kann sich im Nachhinein noch als unvernünftig oder falsch erweisen.
Erst mit jahrelanger Erfahrung kann man Gottes Stimme in diesen Gedanken klarer von den eigenen Vorstellungen unterscheiden, sollte aber immer sehr vorsichtig bleiben und diese Geistesblitze nicht überbewerten. Gleichzeitig können sie eine sehr große Hilfe sein in unserem Glaubensleben und wenn wir vor schweren Entscheidungen stehen.
Mir persönlich hilft diese Form des Redens mit Gott immer sehr, wo Selbstwert und Mut gefragt ist. Auch habe ich schon große Erfahrungen gemacht, weil ich auf diese Stimme gehört habe. Es geht sehr unter die Haut, wenn man dann im Rückblick sieht: Gott hat hier mitten in meinen Gedanken wirklich selbst geredet. Aber wichtige Entscheidungen mache ich nicht allein von einer solchen inneren Antwort abhängig. Kai Mester

Dieser Artikel ist ein Auszug aus einem Kapitel von Sallys Buch für Eltern »Parenting by the Spirit«.

Aus: Power for Living, einer Publikation von Empowered Living Ministries 
9550 High Mesa Road Olathe, CO 81425, USA
Tel.: +1 970 615 0046


www.EmpoweredLivingMinistries.org


Diesen Artikel...




Mehr auf HOFFNUNG WELTWEIT

Den Kindern biblische Prinzipien vermitteln: Das Bild Gottes in uns wiederherstellen
Witwen und Waisen betreuen: Der rechte Gottesdienst
Lügendetektor für Erweckungen: Für die Täuschung gewappnet
Gottes Willen erkennen – Teil 2: Wie trifft man heilige Entscheidungen?
Gottes Willen erkennen – Teil 4: Wer hat mir etwas zu sagen?
Wenn Eltern das Problem sind: Wie kann ich meinen Kindern helfen?
Der vergessene Ansatz: Wie studiert man die Bibel?
Tief in meinem Inneren: Wer bin ich? Wer darf ich sein?