• Was wir tun können, damit unsere Kinder ein neues Herz bekommen: Lebenswasser für junge Menschen

    Lebenswasser für junge Menschen

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    Der Geist, in dem wir etwas sagen. Die Art, in der wir etwas tun. Wann und wo wir erziehen. Welche Inhalte uns wichtig sind. All das bedingt, wie ungehindert Lebenswasser fließen kann. Von Ellen White

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Sonntag, 10 Dezember 2017 – 10:08 Uhr

Wenn Eltern das Problem sind: Wie kann ich meinen Kindern helfen?

Wie kann ich meinen Kindern helfen?

Bild: KonstantinChristian - shutterstock.com

Möchtest du deine Kinder zur Ehre Gottes erziehen und sie vor der sündigen Welt bewahren? Dann Vorsicht! In diesem Bemühen kann man oft die entscheidenden Faktoren übersehen. Auf Atmosphäre und Nachsicht kommt es nämlich an. Warum? Das zeigt dieser Artikel … Von Ellen White

Gottesfürchtige Eltern sinnen in der Kindererziehung über die Veranlagung und das Temperament ihrer Kinder nach und stillen ihre Bedürfnisse. Das wurde mir von Gott gezeigt. Gewissenhaft kümmern sich einige Eltern um die irdischen Bedürfnisse ihrer Kinder. Sind sie krank, pflegen sie sie fürsorglich und hingebungsvoll. Damit halten sie jedoch ihre Pflicht für getan. Das ist ein Fehler. Ihre Aufgabe hat damit erst begonnen.

Die Bedürfnisse des Geistes brauchen ebenso Pflege. Es erfordert Geschick, der verwundeten Seele das richtige Heilmittel zu verabreichen. Kinder haben mit genauso unerträglichen und schlimmen Problemen zu kämpfen wie Erwachsene.

Der Stimmungsfaktor in der Erziehung

Eltern sind nicht immer gleich gelaunt. Sie sind oft nervlich angespannt und quälen sich mit falschen Ansichten und Gefühlen. Satan fordert sie heraus, sie geben seinen Versuchungen nach, sprechen gereizt, sodass die Kinder wütend werden. Manchmal sind sie besonders anspruchsvoll und ärgerlich. Dann geraten die armen Kinder in dieselbe Stimmung. Doch die Eltern sind nicht in der Lage, ihnen da wieder herauszuhelfen. Schließlich sind sie ja die Ursache des Problems gewesen.

Manchmal scheint einfach alles schief zu gehen. Verdruss allenthalben! Jeder fühlt sich elend und unglücklich. Die Eltern geben den armen Kindern die Schuld und halten sie für ungehorsam und wild, ja für die schlimmsten Kinder auf der Welt. Dabei liegt die Ursache für die Störung allein in ihnen. Auf diese Weise lösen so manche Eltern einen Sturm aus. Denn ihnen fehlt die Selbstbeherrschung.

Ein Teufelskreis

Statt ihre Kinder freundlich zu bitten, dies oder das zu tun, kommandieren sie schimpfend herum. Sie tadeln die Kinder, weisen sie zurecht, obwohl die Kinder es gar nicht verdient haben. Dieser Ansatz in der Kindererziehung zerstört die Fröhlichkeit und die hohen Ziele der Kinder. Sie gehorchen dann zwar, aber nicht aus Liebe, sondern, weil sie es nicht anders wagen. Sie sind nicht mit ganzem Herzen bei der Sache. Gehorsam ist für sie Schwerstarbeit, keine Freude, sodass sie einige Anweisungen vergessen und daher nicht befolgen. Das macht die Eltern wieder wütend und das Los der Kinder umso schwieriger. Die Fehlersuche wiederholt sich, ihr schlechtes Verhalten wird ihnen in leuchtenden Farben vorgehalten, bis die Kinder ganz entmutigt sind und es ihnen schließlich egal ist, wen sie zufriedenstellen oder nicht. Sie werden von Gleichgültigkeit gepackt und suchen ihr Vergnügen und ihre Freude außerhalb des Hauses, fern von ihren Eltern, denn sie finden ihr Glück nicht zu Hause. Sie geraten in Straßengesellschaft und sind bald so verdorben wie die Schlimmsten. Auf wem ruht nun diese große Sünde?

Das Geheimrezept

Wäre das Zuhause anziehend gewesen, hätten die Eltern ihren Kindern Liebe und Zuneigung geschenkt und als Freunde Beschäftigung für sie gefunden, sie liebevoll angeleitet, wie sie die Wünsche der Eltern erfüllen können, dann hätten sie eine Saite in ihrem Herzen zum Schwingen gebracht und ihre Füße, Hände und Herzen wären ihnen völlig freiwillig gefolgt.

Eltern, die sich selbst beherrschen und freundlich sprechen, die ihre Kinder loben, wenn sie sich bemühen, es richtig zu machen, und die sie bei ihrem Einsatz ermutigen, machen ihre Kinder glücklich und verzaubern die Familienatmosphäre auf eine Weise, dass alle dunklen Schatten dem fröhlichen Sonnenschein weichen müssen.

Yes, you can!

Manchmal entschuldigen Eltern ihr eigenes falsches Verhalten damit, dass sie sich nicht wohl fühlen. Sie sind nervös und können angeblich nicht geduldig oder gelassen sein oder freundlich sprechen. Doch sie täuschen sich darin und tun Satan damit einen Gefallen. Er jubelt darüber, dass sie sich von Gottes Gnade nicht verwandeln lassen. Er freut sich, dass sie ihre natürlichen Schwächen nicht überwinden. Dabei können und sollten sie sich zu allen Zeiten selbst beherrschen. Gott erwartet es von ihnen. Sie sollten erkennen, dass ihr Ärger und ihre Ungeduld andern Leid zufügen. Ihre Umgebung wird von der Stimmung, die sie verbreiten, in Mitleidenschaft gezogen. Lassen sich ihre Kinder davon anstecken, nimmt das Übel noch zu und alles geht schief.

Doppelte Wachsamkeit

Eltern, wenn ihr wütend seid, solltet ihr nicht die große Sünde begehen und die ganze Familie mit eurer gefährlichen Gereiztheit vergiften. Übt in solchen Momenten doppelte Wachsamkeit und nehmt euch fest vor in eurem Herzen, mit euren Worten niemand zu verletzen. Nur schöne, fröhliche Worte sollten euch über die Lippen kommen. Sagt euch: »Ich werde das Glück meiner Kinder durch kein einziges ärgerliches Wort trüben!«

Wenn ihr euch auf diese Weise beherrscht, werdet ihr stärker werden. Euer Nervensystem wird nicht mehr so empfindlich sein. Diese richtigen Grundsätze werden euch stark machen. Das innere Bewusstsein, treu eure Pflicht zu erfüllen, wird euch stärken. Engel Gottes werden euch ob eurer Bemühungen freundlich zunicken und euch helfen. Wenn euch die Gefühle der Ungeduld übermannen, gebt ihr allzu oft euren Kindern dafür die Schuld. Dabei haben sie es nicht verdient. Bei anderer Gelegenheit tun sie nämlich haargenau dasselbe und ihr findet es völlig in Ordnung. Kindern fällt das auf. Sie merken sich diese Schwankungen.

Sich in die Kinder hineinversetzen

Auch Kinder fühlen sich nicht immer gleich. Manchmal sind sie besser gerüstet für schwankende Stimmungen. Ein andermal sind sie nervös und gereizt und können keinen Tadel verkraften. Ihr Gemüt lehnt sich dagegen auf. Eltern möchten, dass auf ihren eigenen Gemütszustand immer gebührend Rücksicht genommen wird. Sie sehen aber nicht immer die Notwendigkeit, dieselbe Rücksicht auf ihre armen Kinder zu nehmen. Sie entschuldigen bei sich selbst, was sie streng verurteilen, wenn sie es in ihren Kindern sehen, die nicht so viele Jahre an Lebenserfahrung und Lebensschule mitbringen. Einige Eltern sind nervöser als andere. Sind sie müde von der Arbeit oder bedrückt von Sorge, bemühen sie sich nicht, ruhig zu bleiben, sondern begegnen denen, die ihnen die Liebsten auf Erden sein sollten, mit Ärger und mangelnder Nachsicht. Das missfällt Gott und wirft einen Schatten auf die Familie. Kinder mit ihren Problemen sollten oft einfühlsam beruhigt werden. Gegenseitige Freundlichkeit und Nachsicht wird das Zuhause zu einem Paradies machen und heilige Engel in den Familienkreis einladen.

Der Wille als Beruhigungs- und Stärkungsmittel

Die Mutter kann und sollte alles tun, um ihre Nerven und ihr Gemüt zu beherrschen, wenn sie niedergeschlagen ist. Sogar wenn sie krank ist, kann sie, wenn sie sich nur entsprechend schult, freundlich und fröhlich sein und mehr Lärm ertragen, als sie es für möglich halten mag. Wenn Schwächen oder eine niedergedrückte Stimmung der Mutter zu schaffen machen, sollte sie das die Kinder nicht spüren lassen und damit ihre jungen, sensiblen Gemüter beschweren. Sonst erscheint ihnen das Haus noch wie ein Grab und das Zimmer der Mutter wie der trostloseste Ort auf Erden. Gemüt und Nerven können Spannkraft und Stärke erhalten, wenn man nur will. Die Kraft des Willens wird sich in vielen Fällen als starkes Beruhigungsmittel für die Nerven erweisen.

Statt finsterer Mine ein offenes Ohr

Lass dich von deinen Kindern nicht mit finsterer Mine sehen. Wenn sie der Versuchung nachgegeben haben und später ihren Fehler erkennen und bereuen, so vergib ihnen genauso bereitwillig, wie du dir von deinem Vater im Himmel Vergebung erhoffst. Leite deine Kinder freundlich an und binde sie an dein Herz! Die Kindheit ist eine entscheidende Zeit in ihrem Leben. Sie sind von lauter Einflüssen umgeben, die sie euch entfremden wollen. Dem gilt es entgegenzuwirken. Werdet zu ihren Vertrauten! Lasst sie ihre Probleme und Freuden in euer Ohr flüstern! Wenn du sie dazu ermutigst, wirst du sie vor so mancher Falle retten, die Satan für ihre unerfahrenen Füße aufgestellt hat.

Vorsicht vor ehrgeizigen Erziehungszielen!

Doch wenn du deinen Kindern nur mit Strenge begegnest, wenn du deine eigene Kindheit vergisst, wenn du vergisst, dass sie nur Kinder sind, wenn du versuchst, sie vollkommen zu machen, über Nacht zu reifen Männern und Frauen, dann wirst du die Tür zu ihrem Herzen schließen, die dir sonst offen stehen könnte. Dann treibst du sie dahin, dass sie die Tür schädlichen Einflüssen öffnen, die ihre jungen Gemüter verletzen. Noch bevor ihnen die Gefahr bewusst wird, werden ihre Gedanken von anderen vergiftet sein.

Der Zauber der Atmosphäre und Liebe

Satan und sein Heer bringen gewaltigen Einsatz, um den Geist der Kinder zu beeinflussen. Daher ist mit ihnen ganz offen und ehrlich zu reden, mit christlicher Freundlichkeit und Liebe. Das wird dir einen starken Einfluss auf sie schenken und sie werden spüren, dass sie sich unbeschränkt auf dich verlassen können. Lass sie den Zauber der Atmosphäre daheim und deiner Gesellschaft spüren. Wenn du das tust, dann werden sie sich nicht so sehr nach der Gesellschaft anderer Kameraden sehnen. Satan arbeitet durch junge Kameraden, um den Geist der jungen Leute gegenseitig zu beeinflussen und zu verderben. Das ist für ihn die wirksamste Methode. Junge Kameraden haben einen gewaltigen Einfluss aufeinander. Nicht immer sind ihre Gespräche fein und erbaulich. Böse Gedanken werden ins Ohr geflüstert, die sich, wenn man ihnen nicht entschieden widersteht, im Herzen einnisten, Wurzeln schlagen, Frucht bringen und den Charakter verderben. Aufgrund des Bösen, das heute in der Welt ist und den Einschränkungen, denen wir daher die Kinder unterwerfen müssen, sollten Eltern daher doppelten Einsatz zeigen, die Kindern an ihr Herz zu binden und sie spüren zu lassen, dass wir ihr Glück suchen.

Selber Kind sein

Eltern sollten ihre eigenen Kindheitsjahre nicht vergessen. Wie sehr haben wir uns damals nach Mitgefühl und Liebe gesehnt. Wie unglücklich waren wir, wenn man uns tadelte oder ärgerlich ausschimpfte. Eltern sollten wieder jung werden in ihren Gefühlen. Begeben wir uns auf die Stufe unserer Kinder, um ihre Bedürfnisse zu verstehen! Mit Standfestigkeit und Liebe kann man dann den Kindern zeigen, dass man Gehorsam erwartet, sodass euer Wort umgehend befolgt wird. Engel Gottes beobachten eure Kinder mit größtem Interesse. Sie möchten sehen, wie sich ihr Charakter entwickelt.

Wie Jesus und Jakob: sachte, sachte!

Wenn Jesus mit uns so umspränge, wie wir es miteinander und mit unseren Kindern tun, so würden wir stolpern und völlig entmutigt zu Fall kommen. Ich sah, dass Jesus unsere Schwächen kennt, und am eigenen Leibe gespürt hat, was es heißt, ein Kind zu sein, doch ohne zu sündigen. Daher hat er uns den Weg zur Stärke und Belastbarkeit geebnet und geht wie Jakob langsam und gleichmäßig mit den Kindern voran, so wie sie es ertragen können, damit er uns durch seine Gesellschaft unterhalten und trösten kann und dadurch unser fortwährender Führer ist. Weder verachtet oder vernachlässigt er die Kinder der Herde, noch lässt er sie im Stich.

Er hat uns nicht geboten voranzupreschen und sie zurückzulassen. Er wandert nicht so eilig, dass wir mit unseren Kindern zurückbleiben. Nein! Vielmehr hat er den Weg des Lebens auch für die Kinder geebnet. Eltern sind gerufen, sie in seinem Namen auf dem schmalen Pfad zu führen, denn Gott hat einen Weg bereitet, der den Kräften und Fähigkeiten der Kinder entspricht.

ELLEN WHITE

Spiritual Gifts 4b, 127–132
Review and Herald, 20. Januar 1863


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