• Ackerbau, Handwerk und andere Arbeitsprogramme als Lösung für unser Bildungsproblem: Der Weg in die Freiheit

    Der Weg in die Freiheit

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    In unserer Gesellschaft ist Sport in Schule und Freizeit zum körperlichen Ausgleich Nummer eins geworden. Das adventistische Bildungskonzept bietet etwas viel Besseres. Von Raymond Moore
     
Montag, 13 März 2017 – 06:11 Uhr

Ackerbau, Handwerk und andere Arbeitsprogramme als Lösung für unser Bildungsproblem: Der Weg in die Freiheit

Der Weg in die Freiheit
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In unserer Gesellschaft ist Sport in Schule und Freizeit zum körperlichen Ausgleich Nummer eins geworden. Das adventistische Bildungskonzept bietet etwas viel Besseres. Von Raymond Moore
 

Obwohl der folgende Text ursprünglich für Schulleiter und andere Verantwortliche auf dem Bildungssektor gedacht war, können sicher alle Leser daraus großen Nutzen ziehen. Denn sind wir nicht alle in irgendeiner Form Lehrer oder Schüler? Vor allem aber ist dieser Artikel allen jenen gewidmet, denen die Bildung ihrer Kinder besonders wichtig ist.

Wir sollten heute jede legitime Methode, Vorrichtung, Technik oder Erfindung nutzen, die uns dabei hilft, junge Menschen auf die Herausforderungen der Ewigkeit vorzubereiten – einer Ewigkeit, in der sie in den unendlichen Weiten der himmlischen Vorhöfe dem König des Universums dienen werden.

Doch viele von uns übersehen vielleicht die wichtigste universale Erziehungshilfe, die uns zur Verfügung steht. Oder vernachlässigen wir sie gar teilweise bewusst? Dieser Schatz erstreckt sich wie ein Diamantenfeld unterirdisch hinter unseren eigenen Häusern. Er ist so wertvoll, dass Adam schon vor dem Sündenfall Zugang zu ihm bekam.1 Satan möchte uns aber weismachen, dieses Diamantenfeld sei nur ein gewöhnlicher Acker.

Gottes Plan für den Menschen ist das Privileg der Arbeit. Es wirkt auf zweifache Weise: Erstens schützt es uns vor Versuchung und zweitens verleiht es uns Würde, Charakter und ewige Reichtümer wie nichts sonst.2 Es sollte uns unverwechselbar machen, zu Führungspersönlichkeiten, zum Kopf und nicht zum wedelnden Schwanz, der sich überall beliebt machen will.

Für jedermann

In welcher Klasse wir auch unterrichten, Gottes Plan bezieht alle Schüler und Lehrer mit ein:3

a) Gott blickt mit Wohlgefallen auf Kinder, die in Haus und Garten arbeiten.4
b) Die detailliertesten Anweisungen richten sich an Schulen für 18- bis 19-Jährige, die den heutigen Junior Colleges entsprechen.5
c) Gottes Rat, »mentale und körperliche Kräfte gleich intensiv auszubilden« macht Arbeit für alle Alters- und Schulstufen unerlässlich,6 einschließlich der Universität, denn dort wird dem Geist am meisten abverlangt. Deshalb ist dort wahrscheinlich umso mehr körperliche Arbeit als Ausgleich notwendig.7

Wir sprechen von »körperlicher Arbeit« [an der frischen Luft], weil uns gesagt wird, dass sie dem Spielen [und Aktivitäten im Haus] »bei weitem vorzuziehen« ist.8 Die Ausbildung der Schüler ist nicht vollständig, wenn man ihnen nicht beibringt, wie man arbeitet.9

Das Patentrezept des Himmels

Der Werkunterricht löst automatisch mehr private und institutionelle Probleme als ein Dutzend der üblichen Bildungsideen. Wenn wir dieses Wundermittel angesichts der Versuchungen nicht nutzen, werden wir dafür »zur Rechenschaft gezogen«.10 »Für Böses, das wir hätten aufhalten können, sind wir genauso verantwortlich, als hätten wir es selbst begangen.«11 Was für Übel können aber durch ein Programm aufgehalten werden, in dem Arbeit und Studium gleichwertig nebeneinander stehen? Betrachten wir das ganze aus einem positiven Blickwinkel:

Gleichwertigkeit der Menschen

In der Schule wirkt körperliche Arbeit als äußerst wirksamer Nivellierer. Ob reich oder arm, gebildet oder ungebildet, die Schüler und Studenten lernen auf diese Weise besser ihren wahren Wert vor Gott kennen: Alle Menschen sind gleich.12 Sie lernen praktischen Glauben.13 Sie stellen fest, »dass ehrliche Arbeit weder Mann noch Frau erniedrigt.«14

Körperliche und geistige Gesundheit

Ein ausgewogener Lebensstil mit einem Arbeitsprogramm führt zu einem besseren Gesundheitszustand:
a) Er fördert die Durchblutung,15
b) wirkt Krankheiten entgegen,16
c) hält jedes Organ fit17 und
d) trägt zu mentaler und moralischer Reinheit bei.18

Sowohl Reiche als auch Arme brauchen Arbeit für ihre Gesundheit.19 Ohne Arbeit kann man weder gesund bleiben20 noch einen klaren, spritzigen Geist, eine gesunde Wahrnehmung oder ausgeglichene Nerven behalten.21 Schüler sollten als Ergebnis dieses Programms unsere Schulen gesünder verlassen als bei ihrem Eintritt sowie mit einem beweglicheren, kraftvolleren Geist und einem schärferen Blick für die Wahrheit.22

Charakterstärke und Erkenntnistiefe

Alle edlen Charaktereigenschaften und Gewohnheiten werden durch solch ein Programm verstärkt.23 Ohne Arbeitsprogramm ist moralische Reinheit unmöglich.24 Fleiß und Festigkeit wird auf diese Weise besser erlernt als durch Bücher.25 Prinzipien wie Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Selbstverleugnung werden entwickelt, aber auch ein Gefühl für den Wert des Geldes.26 Körperliche Arbeit verleiht Selbstsicherheit27 und baut Zielstrebigkeit, Führungsqualitäten sowie Verlässlichkeit auf, indem sie praktische Geschäftserfahrung vermittelt.28

Durch die Pflege der Werkzeuge und des Arbeitsplatzes lernt der Student Reinlichkeit, Ästhetik, Ordnung und Achtung vor dem Eigentum von Institutionen oder anderen Menschen.29 Er erlernt Takt, Fröhlichkeit, Mut, Stärke und Integrität.30

Gesunder Menschenverstand und Selbstbeherrschung

Ein solch ausgewogenes Programm führt auch zu Besonnenheit, denn es vertreibt Selbstsucht und fördert die Eigenschaften der goldenen Regel. Gesunder Menschenverstand, Ausgewogenheit, ein scharfer Blick und selbstständiges Denken – heutzutage selten geworden – entwickeln sich in einem Arbeitsprogramm schnell.31 Selbstbeherrschung, »der höchste Beweis für einen edlen Charakter«, lässt sich besser durch ein ausgewogenes, göttliches Arbeitsprogramm erlernen als durch menschliche Lehrbücher.32 Wenn Lehrer und Schüler gemeinsam körperlich arbeiten, werden sie »lernen, wie man sich selbst beherrscht, wie man in Liebe und Harmonie zusammenarbeitet und wie man Schwierigkeiten überwindet.«33

Hochleistungen von Schülern und Lehrern

In einem guten Arbeitsprogramm lernt der Schüler systematische, korrekte und gründliche Zeiteinteilung, indem er jeder Bewegung ihre Bedeutung gibt.34 Sein edler Charakter zeigt sich in seiner Gewissenhaftigkeit. »Er braucht sich nicht zu schämen.«35

Die Höchstleistung dieses Programms wird allen jedoch zuerst rätselhaft vorkommen, denn sie besteht darin, dass man Gottes Segnungen erntet.36 Disziplinarische Probleme werden zur Seltenheit und die Wissenschaftlichkeit steigt. Der Kritikgeist verschwindet; Einheit und ein höheres geistliches Niveau werden bald sichtbar. Der Ruf nach Vergnügungen und nach einem freizügigeren Umgang der Geschlechter miteinander wird nachlassen. Wahrer Missionsgeist erfüllt das Vakuum, begleitet von schärferem, klarerem Denken und pulsierender, gesunder körperlicher Aktivität.

Gott hat dieses Programm angewiesen, die Bildungsautoritäten der Welt haben es nachgewiesen und für Skeptiker hat es die Wissenschaft sogar bewiesen! Warum sollten wir zögern?

Die Lehrer verbringen viel weniger Zeit in Verwaltungsausschüssen, um Probleme zu lösen, die jetzt durch Gottes eigene Therapie verhindert werden. Er »belebt« die Gemüter und erfüllt sie mit »Weisheit von oben«.37 Dieses Wunder der Leistungsfähigkeit, das Gott in hingebungsvollen Menschen vollbringt, darf nicht unterschätzt werden. Studenten und Lehrer, die in einem ausgewogenen Programm mitarbeiten, bewältigen viel mehr geistige Arbeit in einer bestimmten Zeit als jene, die auf ihrem Stundenplan nur theoretisches Studium stehen haben.38

Evangelisation

Ein ausgewogenes Arbeitsprogramm ist der Schlüssel für die Missionsarbeit. Wenn Schüler täglich mit ihren Lehrern zusammenarbeiten, wird ihre Lust auf Sport und Vergnügung nachlassen. Sie werden Missionsarbeiter werden, weil der Heilige Geist Gelegenheit zum Wirken bekommt.39

Quelle: Aus einem Dokument, das ursprünglich auf dem nordamerikanischen Kongress der Bildungssekretäre, -verwalter und Schulleiter vorgelegt wurde, der 1959 in der Potomac (jetzt Andrews) Universität stattfand und zwar in der Abteilung für Psychologie und Pädagogik.

Mit einigen Zusätzen des Autors von 1980. Moore Academy, PO Box 534, Duvur, OR 97021, USA +1 541 467 2444

www.moorefoundation.com

1 1. Mose 2,15.
2 Spr 10,4; 15,19; 24,30-34; 26,13-16; 28,19; CT 273-280; AH 91; Ed 214f (Erz 219f/198f/179f); 3T 336.
3 MM 77,81.
4 AH 288; CT 148.
5 CT 203-214.
6 AH 508-509; FE 321-323; 146-147; MM 77-81; CG 341-343 (WfK 211-213).
7 TM 239-245 (ZP 205-210); MM 81; 6T 181-192 (Z6 184-195); FE 538; Ed 209 (Erz 214/193/175); CT 288, 348; FE 38, 40.
8 CT 274, 354; FE 73, 228; 1T 567; CG 342 (WfK 212f).
9 CT 309, 274, 354; PP 601 (PP 582).
10 CT 102.
11 DA 441 (LJ 483); CG 236 (WfK 144f).
12 FE 35-36; 3T 150-151.
13 CT 279.
14 Ed 215 (Erz 199/220/180).
15 CE 9; CG 340 (WfK 211).
16 Ed 215 (Erz 199/220/180).
17 CE 9; CG 340 (WfK 211).
18 Ed 214 (Erz 219/198/179).
19 3T 157.
20 CG 340 (WfK 211).
21 MYP 239 (BJL/RJ 180/150); 6T 180 (Z6 183); Ed 209 (Erz 214/193/175).
22 CE 9; CG 340 (WfK 211); 3T 159; 6T 179f (Z6 182f).
23 PP 601 (PP 582); DA 72 (LJ 54f); 6T 180 (Z6 183).
24 Ed 209, 214 (Erz 214,219/193,198/175,179); CG 342 (WfK 212); CG 465f (WfK 291); DA 72 (LJ 54f); PP 60 (PP 37);6T 180 (Z6 183).
25 PP 601 (PP 582); Ed 214, 221 (Erz 219/198/179); Ed 221 (Erz 226/204/185).
26 6T 176, 208 (Z6 178, 210); CT 273; Ed 221 (Erz 219/198/179).
27 PP 601 (PP582); Ed 221 (Erz 219/198/179); MYP 178 (BJL/RJ 133/112).
28 CT 285-293; 3T 148-159; 6T 180 (Z6 183).
29 6T 169f (Z6 172f); CT 211.
30 3T 159; 6T 168-192 (Z6 171-195); FE 315.
31 Ed 220 (Erz 225/204/184).
32 DA 301 (LJ 291); Ed 287-292 (Erz 287-293/263-268/235-240).
33 5MR, 438.2.
34 Ed 222 (Erz 226/205/186).
35 2 Tim 2,15; FE 315.
36 5 Mo 28,1-13; Jes 60.
37 Ed 46 (Erz 45/40).
38 6T 180 (Z6 183); 3T 159; FE 44.
39 FE 290, 220-225; CT 546-7; 8T 230 (Z8 229).

Zuerst im Deutschen erschienen in Unser festes Fundament, 7-2004, Seite 17-19


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