Montag, 28 August 2017 – 08:12 Uhr

Lesestoff für unsere Kinder: Wovon ernährt sich der Geist unserer Schützlinge?

Wovon ernährt sich der Geist unserer Schützlinge?

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»Der Mensch ist, was er isst.« Das gilt auch im übertragenen Sinne. Von Ellen White

Wie man die folgenden Empfehlungen im Internet- und Smartphonezeitalter umsetzen kann, ist eine Frage, der es sich beim Lesen gleich von Anfang an nachzugehen lohnt.

Was sollen unsere Kinder lesen? Eine ernst zu nehmende Frage, die eine seriöse Antwort verdient. Es macht mir Sorgen, dass ich bei sabbathaltenden Familien Zeitschriften und Zeitungen mit Fortsetzungsromanen sehe, die leider keinen guten Einfluss auf das Denken der Kinder und Jugendlichen haben. Ich habe die beobachtet, die auf diese Weise an »schöngeistiger« Literatur Geschmack gefunden haben. Obwohl sie die Wahrheit hören und die Gründe für unseren Glauben kennen lernen durften, zeigt sich, wenn sie älter werden, keine wahre Frömmigkeit, keine angewandte Gottesfurcht und keine Hingabe in ihrem Leben. Sie spiegeln kein himmlisches Licht wider, durch das ihre Freunde die Quelle aller wahren Erkenntnis finden würden.

In den ersten Lebensjahren ist der kindliche Geist für gute oder schlechte Eindrücke am empfänglichsten. Während dieser Jahre macht er starke Fortschritte in die falsche oder richtige Richtung. Entweder sammelt er eine Menge nutzloser Informationen oder erwirbt viel gutes und wertvolles Wissen. Ein scharfer Verstand und umfangreiches Wissen lassen sich auch mit Gold von Ophir nicht kaufen. Sie kosten mehr als Gold und Silber.

Von alleine schlagen die jungen Menschen aber den Bildungsweg nicht ein, der sie aufs praktische Leben vorbereitet. Sie möchten tun und lassen, was sie wollen. Sie richten sich nach dem, was ihnen gefällt, nach ihren Vorlieben und Neigungen. Wenn die Eltern jedoch das richtige Verständnis von Gott und der Wahrheit haben, wenn sie erkennen, welche Einflüsse und Freundschaften für ihre Kinder gut sind, werden sie sich vor Gott dafür verantwortlich fühlen, den unerfahrenen jungen Menschen liebevoll den Weg zu zeigen.

Viele Jugendliche sind Leseratten. Sie lesen alles, was sie in die Finger bekommen. Ich appelliere an ihre Eltern: Kanalisiert ihren Lesehunger! Lasst keine Zeitschriften und Zeitungen mit Liebesgeschichten auf eure Tische! Ersetzt sie durch Bücher, die den Jugendlichen für ihre Charakterentwicklung das allerbeste Material liefern: Liebe zu Gott, Gottesfurcht und Jesuserkenntnis. Ermutigt eure Kinder, den Geist mit wertvollem Wissen zu füllen, sich mit dem Guten zu beschäftigen und die mentalen Fähigkeiten so einzusetzen, dass kein Raum für schlechte, entwürdigende Gedanken bleibt! Haltet das Verlangen nach Lesestoff, der für den Geist nicht gut ist, im Zaum! Auch wenn Romanzeitschriften nicht viel kosten, macht es keinen Sinn, Geld für etwas auszugeben, das so irreführend und minderwertig ist. Wer in Gottes Dienst steht, sollte weder Zeit noch Geld in nutzlosen Lesestoff investieren.

Lust am Bösen

Die Welt wird von Büchern überflutet, die man besser vernichten als verbreiten würde. Junge Menschen täten gut daran, Bücher mit reißerischen Themen, die aus Profitgier veröffentlicht und vermarktet werden, niemals zu lesen. Diese Bücher haben eine von Satan gewollte Faszination. Die bedrückenden Schilderungen von Verbrechen und Gräueltaten üben eine verzaubernde Kraft auf viele aus. Sie bekommen selbst Lust auszuprobieren, womit sie auf sich aufmerksam machen können, und sei es durch die boshaftesten Taten. Die Ungeheuerlichkeiten, Grausamkeiten und unzüchtigen Praktiken, die in einigen der rein geschichtlichen Werke dargestellt werden, wirken wie Sauerteig in den Köpfen und führen zu ähnlichen Handlungen. Bücher, die satanisches Verhalten von Menschen beschreiben, machen letztlich Werbung für das Böse. Muss man denn diese schrecklichen Einzelheiten nochmals durchleben und die Erinnerung an sie wachhalten? Niemand, der an die Wahrheit für diese Zeit glaubt, sollte daran beteiligt sein. Wird nämlich der Verstand mit dieser schlechten Nahrung gefüttert und angeregt, werden die Gedanken unrein und sinnlich.

Träumer in einer Scheinwelt

Es gibt noch weitere Literaturgattungen, die trotz der guten Moral, die der Autor ihnen vielleicht hinzufügt, jedem Leser zum Fluch werden: Liebesgeschichten sowie witzig-freche und spannende Erzählungen. Oft werden religiöse Aussagen in diese Bücher mit eingeflochten. Allerdings hat sich Satan hier in den meisten Fällen nur in ein Engelsgewand gehüllt, um die Naiven zu täuschen und zu verführen. Die Gewohnheit, Geschichten zu lesen, ist ein satanisches Mittel zur Seelenzerstörung. Sie verursacht eine ungesunde Scheinspannung, heizt die Fantasie an, blockiert konstruktive Gedanken und macht jede geistliche Anstrengung unmöglich. Sie treibt dem Leser das Gebet und die Liebe zu geistlichen Dingen aus.
Leser von leichtfertigen und spannenden Erzählungen werden für die Aufgaben des praktischen Lebens untauglich. Sie leben in einer Scheinwelt. Ich habe Kinder beobachtet, die regelmäßig solche Geschichten lesen durften. Ob daheim oder auswärts, immer waren sie unruhig, verträumt und zu keiner echten Unterhaltung fähig, es sei denn über ganz allgemeine Themen. Religiöse Gedanken und Gespräche waren ihnen völlig fremd. Nahrung, die das Verlangen nach sensationellen Geschichten stillt, verdirbt den Geschmack so weit, dass der Geist nur mit dieser ungesunden Nahrung befriedigt werden kann. Mir fällt kein passenderer Name für solche Leser ein als geistlicher Alkoholiker. Unmäßige Lesegewohnheiten haben nämlich einen ähnlichen Effekt auf das Gehirn wie unmäßige Ess- und Trinkgewohnheiten auf den Körper.

Wer der Gewohnheit nachgibt, eine spannende Geschichte im Eiltempo zu verschlingen, lähmt seine Geisteskraft und ist zu dynamischem Nachdenken und Forschen nicht mehr in der Lage …
Es gibt Männer und Frauen, die sich an ihrem Lebensabend nicht mehr von den Auswirkungen übermäßigen Lesens erholen. Die in frühen Jahren geformte Gewohnheit wurde größer mit ihrem Wachstum und stärker mit ihrer zunehmenden Stärke. Ihre entschlossenen Bemühungen, die Sünde des Verstandesmissbrauchs zu überwinden, hatten teilweise Erfolg. Doch sie konnten die Geisteskraft nie mehr ganz wiedererlangen, die Gott ihnen einmal geschenkt hatte.

Zweifel an der Wahrheit

Eine andere Gefahrenquelle, vor der man sich ständig hüten sollte, ist die Literatur von Autoren, die Atheisten geworden oder dem biblischen Glauben feindlich gesonnen sind. Ihre Werke sind vom Feind der Wahrheit inspiriert. Niemand kann sie lesen, ohne dabei seine Seele zu gefährden. Einige der Konsumenten können sich zwar letztendlich doch erholen, aber alle, die mit dem Feuer spielen, begeben sich auf Satans Boden, was dieser zu nutzen weiß. Da sie seine Versuchungen förmlich einladen, fehlt ihnen auch die Weisheit, sie zu erkennen, oder die Stärke, ihnen zu widerstehen. Mit faszinierender, bezaubernder Macht nisten sich Unglaube und Gottlosigkeit im Herzen ein.

Wir sind ständig von Unglauben umgeben. Die Atmosphäre selbst scheint davon elektrisiert zu sein. Nur durch ständige Bemühung können wir dieser Macht widerstehen. Wem seine Seelenheil lieb ist, der wird um die Werke atheistischer Autoren denselben Bogen machen, den diese Autoren um einen Leprakranken machen würden.

Den Boden vereinnahmen

Die beste Art, dem Wachstum des Bösen vorzubeugen, besteht darin, den Boden flächendeckend zu bepflanzen. Statt euren Kindern Robinson Crusoe oder faszinierende Geschichten aus dem wirklichen Leben zu empfehlen wie zum Beispiel Onkel Toms Hütte, öffnet ihnen die Heilige Schrift und verbringt jeden Tag einige Zeit damit, Gottes Wort zu lesen und zu studieren! Der mentale Geschmack verfeinert sich nur durch guten Unterricht und die beste Bildung. Wenn Eltern früh damit beginnen, die Heilige Schrift dem wachsenden Geist ihrer Kinder zu entfalten, können richtige Denkmuster gebildet werden.

Lasst nichts unversucht, um richtige Lerngewohnheiten zu vermitteln! Schweift der Geist ab, ruft ihn zurück! Ist der intellektuelle und moralische Geschmack durch überspannte und aufregende Romanliteratur verdorben, sodass man keine Lust mehr hat, den Verstand zu gebrauchen, gilt es, tapfer um die Überwindung dieser Gewohnheit zu kämpfen. Eine ausgesprochene Liebe zur Romanliteratur jedoch sollte sofort überwunden werden. Durch feste Regeln lässt sich der Geist in den richtigen Bahnen halten.

Es ist erstaunlich, wie sehr sich ein unbebautes Feld und ein untrainierter Geist ähneln. Der Feind sät Unkraut in den Geist der Kinder und Jugendlichen. Passen die Eltern nicht auf, sprießt das Unkraut und trägt böse Frucht. Mit unaufhörlicher Fürsorge aber, kann man den Herzensboden bebauen und ihn mit der wertvollen Saat der Bibelwahrheit besäen. Lehrt Kinder, billige und spannende Erzählungen abzulehnen und sich vernünftiger Literatur zuzuwenden, die das Interesse an biblischer Geschichte, biblischer Weltgeschichte und biblischer Beweisführung weckt! Literatur, die Licht auf das Heilige Buch wirft und das Verlangen nach ihrem Studium weckt, ist nicht gefährlich, sondern gewinnbringend.

Die Sabbatschule

Die Sabbatschule bietet Eltern und Kindern eine Gelegenheit das Wort Gottes zu studieren. Am meisten bringt einem die Sabbatschule, wenn sowohl Eltern als auch Kinder sich Zeit dafür nehmen, das Lektionsheft zu studieren, damit sich die dort dargestellten Fakten gut einprägen und auch die geistlichen Lehren, die damit zusammenhängen. Macht den jungen Menschen vor allem klar, wie wichtig es ist, nach der tiefen Bedeutung der betrachteten Schriftabschnitte zu forschen!

Liebe Eltern, nehmt euch jeden Tag ein wenig Zeit, um mit euren Kindern das Sabbatschulthema zu studieren! Verzichtet lieber auf das Plauderstündchen bei XY als auf die Stunde, in der ihr immer die heilige Geschichte studiert! Sowohl Eltern als auch Kinder werden von diesem Studium profitieren. Lernt die wichtigeren Abschnitte der Heiligen Schrift auswendig, die zum Wochenthema gehören! Doch macht daraus keine Pflicht, sondern ein freiwilliges Privileg! Auch wenn das Gedächtnis anfangs Lücken aufweist, wird es durch die Übung immer besser, bis ihr nach einiger Zeit richtiggehend Vergnügen daran findet, auf diese Art und Weise die Worte der Wahrheit wie einen Schatz anzusammeln. Außerdem wird sich diese Gewohnheit als äußerst wertvolle Hilfe fürs geistliche Wachstum erweisen.

Der Familienlesekreis

Wo ist das lebhafte Interesse unserer Leute an der Gesundheitsarbeit, zu der wir berufen sind? Sie können sich nämlich durch die Literatur, die als Anleitung für uns auf diesem Gebiet vorbereitet wurde, schon auf ihren Einsatz vorbereiten. Wer die Grundsätze des richtigen Lebenswandels studiert und praktiziert, wird sowohl körperlich als auch geistlich reich gesegnet. Und wer die Gesundheitsphilosophie versteht, bleibt vor vielen bösen Einflüssen bewahrt, die ja von Tag zu Tag mehr werden.

Liebe Väter und Mütter, holt euch so viel Hilfe wie möglich, indem ihr unsere Bücher und Publikationen studiert! Nehmt euch Zeit, euren Kindern aus den Gesundheitsbüchern vorzulesen sowie aus den Büchern, die sich speziell mit Glaubensfragen befassen! Macht ihnen bewusst, wie wichtig es ist, für den Körper – das Haus, in dem sie leben – zu sorgen! Richtet bei euch daheim einen Lesekreis ein, wo jeder in der Familie sein geschäftiges Alltagstreiben unterbricht und alle gemeinsam studieren! Von diesem abendlichen Familienstudium werden vor allem die Jugendlichen profitieren, die sich ans Lesen von Romanen und billigen Erzählungen gewöhnt haben.

Die Bibel

Besonders viel Zeit nehmt euch jedoch, um die Bibel zu lesen – das Buch der Bücher! Tägliches Studium der Heiligen Schrift heiligt die Gedanken und zieht sie empor. Bindet das Heilige Buch an euer Herz! Es wird sich in Notzeiten als Freund und Führer erweisen.
Leider vernachlässigen sowohl Alt als auch Jung die Bibel. Sie studieren sie nicht und richten ihr Leben nicht nach ihr. Vor allem die jungen Leute machen sich hier schuldig. Die meisten von ihnen finden zwar genug Zeit, andere Bücher zu lesen. Das Buch, das den Weg zum ewigen Leben weist, studieren sie allerdings nicht jeden Tag. Aufmerksam lesen sie belanglose Geschichten, aber die Bibel vernachlässigen sie. Dabei führt uns dieses Buch zu einem höheren und heiligeren Leben. Wäre die Fantasie der Jugendlichen nicht durch das Lesen erfundener Geschichten verdorben, würden sie die Bibel als das interessanteste Buch bezeichnen, das sie je gelesen haben.

Der junge Geist entwickelt sich nur dann optimal, wenn er beständig von der höchsten Weisheitsquelle trinkt – vom Wort Gottes. Dass wir in Gottes Welt leben, in der Gegenwart des Schöpfers; dass wir zu seinem Ebenbild geschaffen sind, er über uns wacht, uns liebt und für uns sorgt – dies sind alles wunderbare Themen zum Nachdenken, die den Geist auf weite und hohe Ebenen führen. Wer Geist und Herz mit solchen Themen beschäftigt, wird niemals mehr mit seichten, sensationellen Sujets vorliebnehmen.

Wie essentiell das Streben nach einer gründlichen Kenntnis der Heiligen Schrift ist, lässt sich kaum ermessen. »Alle Schrift ist von Gott eingegeben … dich weise zu machen zur Errettung … damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.« (2. Timotheus 3,15-17). Deshalb hat die Bibel unsere ehrfürchtige Aufmerksamkeit verdient. Eine oberflächliche Kenntnis reicht nicht aus. Suchen wir nach der ganzen Bedeutung der Wahrheitsworte! Trinken wir den Geist der Heiligen Aussprüche in vollen Zügen!

Gekürzt aus: Counsels to Teachers, Parents and Students, Mountain View, CA: Pacific Press Publishing Association (1913), Seite 132-139


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