• Ernährung und Vegetarismus aus biblischer Sicht: Vom Paradies zum Ackerbau

    Vom Paradies zum Ackerbau

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    Auch nach dem Paradies lebte der Mensch laut Genesis vegetarisch. Von Kai Mester

Montag, 06 November 2017 – 08:32 Uhr

Ernährung und Vegetarismus aus biblischer Sicht: Vom Paradies zum Ackerbau

Vom Paradies zum Ackerbau

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Auch nach dem Paradies lebte der Mensch laut Genesis vegetarisch. Von Kai Mester

Wie vom Donner gerührt, hört der Mensch der göttlichen Stimme zu. Er erfährt, was die Folgen seines Vertrauensbruchs sein werden. Mit feurigem Schwert versperren ihm Cherubim den Zugang zum Paradies. Das üppige Saaten- und Fruchtangebot im Garten Eden muss er jetzt mit dem eintauschen, was ihm der karge Boden draußen noch bietet. Das ist die Beschreibung der pädagogischen Folgen des so genannten Sündenfalls im dritten Kapitel der Genesis:

»So sei der Erdboden verflucht um deinetwillen! Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang; Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Gewächs des Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen.« (1. Mose 3,17-19) Der Überlebenskampf für Mensch und Tier begann.

Nahrungsknappheit

Hatte es ursprünglich geheißen: »Allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben!« (1. Mose 1,30 Luther), so bedient sich jetzt auch der Mensch am »Gewächs des Feldes«, weil Saaten und Früchte knapp geworden sind.

Bis heute sterben immer wieder Tierarten aus, weil auch ihnen die Nahrung knapp wird. Der Pandabär ist vom Aussterben bedroht, weil ihm bald nicht mehr genügend Bambus zur Verfügung steht. Doch viele Tierarten haben ihren Speiseplan im Überlebenskampf mit tierischem Eiweiß ergänzt oder sich ganz auf Fleisch- oder Aaskost umgestellt.

Gemüse und Kräuter

Zu den Saaten, Früchten und Fruchtgemüsen der Urernährung kommen also nun weitere Gemüsearten dazu: Blattgemüse wie Salate und Kohl, Blütengemüse wie Broccoli und Artischocken, Wurzelgemüse wie Karotten, Zwiebeln und Kartoffeln sowie andere Gemüse zum Beispiel Rhabarber. Außerdem runden Heil- und Wildkräuter das Nahrungsangebot ab.

Phytochemikalien

Die Forschung führt derzeit Untersuchungen an tausenden von pflanzlichen Inhaltsstoffen (Phytochemikalien) durch. Die verschiedenen Kohlarten enthalten zum Beispiel den Stoff Diindolylmethan, der gegen Krebs wirkt. Gemüse und Kräuter sind nicht nur notwendig, um eine ausreichende Nahrungszufuhr zu gewährleisten, sondern auch um vor Giften zu schützen und von Krankheit zu heilen. Viele dieser Stoffe wirken nur, wenn die Pflanze roh verzehrt wird. Andere werden allein durch Erhitzen für die menschliche Verwertung aufgeschlossen; so wird in Genesis 3,19 zum ersten Mal Brot erwähnt. Ja, »Blätter zur Heilung der Völker« (Offenbarung 22,2) tauchen sogar noch im wiederhergestellten Paradies auf. Doch das sollte noch nicht die letzte Änderung im menschlichen Speiseplan gewesen sein …

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