• Der Weg der Bibel in einem restriktiven muslimischen Land: Arshad – der Unruhestifter

    Arshad – der Unruhestifter

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    Was man von Gott über den Zugang zum muslimischen Herzen lernen kann. Von Marty Phillips

Montag, 07 August 2017 – 08:26 Uhr

Der Weg der Bibel in einem restriktiven muslimischen Land: Arshad – der Unruhestifter

Arshad – der Unruhestifter

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Was man von Gott über den Zugang zum muslimischen Herzen lernen kann. Von Marty Phillips

Arshad und sein Stamm hatten Jahrhunderte inmitten der Wüste gelebt und sich an einem der schwierigsten Orte der Welt mühsam durchs Leben geschlagen. Obwohl sie es nicht leicht hatten, stammte Arshad aus einer Linie gottesfürchtiger Männer und Frauen, die für ihren Gerechtigkeitssinn bekannt geworden sind.

Bevor er auf die Welt kam, hatte seine Mutter ihn für sein ganzes Leben Gott geweiht. Die Gebete seiner Mutter wurden erhört; schon als junger Mann hatte er ein feinfühliges, gottesfürchtiges Herz. Er hatte viele Träume und Visionen; aus diesen erfuhr er, dass die Bibel nicht nur ein Buch für Juden und Christen war, sondern auch für Muslime maßgebend ist.

Als er den Koran studierte, um seine Träume zu überprüfen, war er erstaunt darüber, dass der Koran mehrfach erwähnt, dass er gegeben wurde, um die vorigen Schriften zu bestätigen. An keiner Stelle lehrte er, dass die Bibel verfälscht oder vom Koran abgelöst worden war, wie die Muslime es traditionell verstehen.

Obwohl Arshad keinen Zugang zur Bibel hatte, lehrte er sein Volk, dass der Koran gegeben wurde, um die vorigen Schriften zu bestätigen und dass man, wenn sich die Gelegenheit dazu biete, auch die Bibel studieren solle. Es vergingen jedoch Jahre, bevor Arshad je eine Bibel zu Gesicht bekam. Ein alter Priester hörte von seiner Familie und suchte ihn auf. Er kam nicht mit leeren Händen, sondern brachte einen unbezahlbaren Schatz: eine Bibel in einem Land, in dem sie verboten war. Der alte Priester riskierte sein Leben, um dieser Familie das Wort Gottes zu schenken.

Arshad tauchte völlig in der Bibel ab. Er erforschte sie bis in alle Winkel und suchte nach versteckten Wahrheiten. Sie wurde seine Freude und Leidenschaft. Er kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Sie war viel mehr als nur ein Buch; sie war eine Quelle lebendigen Wassers. Ihre Seiten enthielten nicht nur Worte, sondern das Lebensbrot. Er spürte, dass er beim Eintauchen in die Geschichten seine Angst vor dem Gericht verlor. Er lebte auch nicht mehr, um für seine Gesetzestreue belohnt zu werden. Eine tiefgreifende Veränderung erfasste ihn, als der Geist der Liebe in seinem Leben die Steuerung übernahm.

Beim Studium erkannte er, dass der Koran Regeln und Gebote enthielt, die sein Volk vom Götzendienst befreiten und zur Anbetung des einen wahren Gottes führten. Die Bibel jedoch offenbarte das wahre Wesen Gottes, seinen Charakter und seine Absichten. Er, der unter einem mysteriösen Schleier verborgen gewesen war, offenbarte sich ihm auf ihren heiligen Seiten. Gott war wirklich der Barmherzigste und Einfühlsamste. Was Arshad bisher nur gehört hatte, machte jetzt Sinn: Der unsichtbare Gott hatte sich sichtbar gemacht, als er sich das menschliche Kleid anzog und unter den Menschen wandelte. Er kam, um der Menschheit zu offenbaren, wie Gottes Willen auf Erden gelebt werden kann.

Bald entstand einige Unruhe in seiner Heimat und man begann ihn und seine Familie zu verfolgen. Der Böse war zornig. Schlimme Gerüchte kursierten überall. Bald wurden einige seiner Kinder ermordet. Er war überrascht über diese unerwartete Reaktion und völlig verzweifelt. Mit verbalen Attacken und mit Diskriminierung konnte er umgehen, doch dass man einige seiner Kinder ermordete, brach ihm fast das Herz.

Schweren Herzens verließen er und seine Familie ihre Stammesheimat und zogen in eine große Stadt. Bald gab er seinen neuen Nachbarn, örtlichen Scheichs, Zeugnis und seine Botschaft zog Kreise im ganzen Land.

Eines Tages kamen drei wütende Männer an seine Tür und fragten nach Arshad. Als er öffnete, riefen sie: »Bist du Arshad der Unruhestifter?«

»Ich weiß nichts von einem Unruhestifter, aber ich heiße tatsächlich Arshad«, antwortete er. »Lehrst du die Leute, dass es in Ordnung ist, die Bibel zu studieren?«

Arshad schaute die Männer an und sagte: »Darf ich Sie, bevor wir uns unterhalten, in mein Haus einladen und Ihnen etwas Tee anbieten.« Die Männer waren verblüfft, nahmen seine Einladung aber an. Nachdem sie zusammengesessen und Tee getrunken hatte, sagte Arshad: »Sie sind wirklich sehr fromm und gläubig. Ich studiere den Koran und alle heiligen Bücher leidenschaftlich gern.

Einer der jüngeren Männer platzte heraus: »Sie verbreiten tatsächlich die bösen Lügen im Land! Wir haben Sie schon wochenlang gesucht. Jetzt haben wir Sie gefunden!« Arshad lächelte, lehnte sich vor und goss diesem jungen Mann mehr Tee ein. Dann sagte er: »Ich spüre, dass in euren Herzen ein Feuer für Gott brennt.« Im Stillen betete er. Da fühlte er sich gedrungen, die Männer zu einem sechswöchigen Studium des Korans aufzufordern, bevor sie ihr Urteil über die Bibel fällen würden.

Sie waren einverstanden, sich jeden Donnerstag zu treffen. Arshad und seine Familie beteten die ganze Woche, dass Gott die Herzen dieser zornigen, aber offensichtlich aufrichtigen Männer erweichen würde. Schlussendlich studierten sie jede Woche viele Stunden, und das nicht nur sechs, sondern acht Wochen. Nach den acht Wochen bat jeder der Männer, ob Arshad ihnen helfen könne, eine Bibel zu finden, in der sie studieren könnten. Er sagte, er würde danach suchen. Zwei Wochen später rief er sie an und sagte, er hätte Bibeln gefunden, sie könnten sie sich bei ihm abholen. Es war das letzte Mal, dass er sie sah.

Im Jahr 2014 starb einer dieser drei Männer und sein Sohn fand das alte Exemplar der Bibel, das er Jahre zuvor erhalten hatte. Er hatte viele Male gesehen, wie sein Vater darin las. So begann er aus Neugier, darin zu lesen. Er konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Ein Jahr lang las er in der Bibel. Dann fragte er seine Mutter, wo sein Vater die Bibel herhatte. Sie erzählte ihm von Arshad und wie sein Vater ihn verfolgt habe. Am Ende sei er durch das Studium mit Arshad aber völlig verwandelt gewesen. Jetzt bat er seine Mutter ihm alles über Arshad und seine Familie zu erzählen, woran sie sich erinnern konnte. Er fing an nach Arshads Familie zu suchen. Schließlich, 26 Jahre, nachdem sein Vater die Bibel geschenkt bekommen hatte, fand er Arshads Sohn. Mit großer Freude lernten sich die beiden Männer kennen.

Diese Geschichte ist viele Male erzählt worden. Arshad lebt nicht mehr, aber er hat einen Samen für Veränderung in seiner Nation gelegt. Heute gibt es in diesem sehr restriktiven Land Tausende Familien, die die Bibel akzeptiert haben und es werden dringend über 45.000 Bibeln gebraucht, um die Arbeit fortzusetzen, die Arshad begonnen hat.

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