• Der Weg der Bibel in einem restriktiven muslimischen Land: Arshad – der Unruhestifter

    Arshad – der Unruhestifter

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    Was man von Gott über den Zugang zum muslimischen Herzen lernen kann. Von Marty Phillips

Sonntag, 07 August 2016 – 02:34 Uhr

Ein Überblick über die Lehren des Koran (Teil 2): Türen zu meinem muslimischen Nachbarn

Türen zu meinem muslimischen Nachbarn

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Nicht nur hinüberschauen, sondern auch Schritte aufeinander zugehen. Dazu sind Korankenntnisse hilfreich. Von Doug Hardt

Setzt man sich hin, und liest den Koran einmal ganz durch, lässt sich unsere Zusammenfassung seiner Hauptlehren wie folgt weiterführen …

Die Zehn Gebote

Der Koran sagt, dass die Zehn Gebote Mose als »Maßstab« gegeben wurden, um zwischen Gut und Böse zu unterscheiden und für Frieden unter denen zu sorgen, die »den Tag des Gerichts« fürchten (2,53.87.93.248; 3,3; 21,48-50). Interessanterweise wird dem vierten Gebot im Koran besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt:

»Als Wir mit euch einen Bund schlossen und über euch den Berg emporragen ließen und zu euch sagten: ›Haltet fest an dem, was Wir euch gebracht haben, und gedenkt dessen, was darin enthalten ist; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig sein; da habt ihr euch abgewandt; und wenn nicht die Gnade Allahs und Seine Barmherzigkeit über euch gewesen wären, so wäret ihr gewiss unter den Verlierenden gewesen. Und gewiss habt ihr diejenigen unter euch gekannt, die das Sabbatgebot brachen. Da sprachen Wir zu ihnen: ›Werdet ausgestoßene Affen!‹ Und Wir machten dies zu einem warnenden Beispiel für alle Zeiten und zu einer Lehre für die Gottesfürchtigen.« (2,63-66 Rassoul)

Eine zweite Geschichte in der siebten Sure unterstreicht das Gesagte:

»Frage sie nach der am Meer gelegenen Ortschaft, deren Bewohner das Sabbatgebot missachteten und Fische fingen! Die Fische waren dann an jedem Sabbat sichtbar und fangbereit. An den Tagen, an denen kein Sabbat zu halten war, kamen jedoch keine Fische. So prüften Wir sie wegen der Frevel, die sie begangen hatten. Einmal fragte eine Gruppe unter ihnen: ›Warum predigt ihr überhaupt für diese Menschen … Sie antworteten: ›Das tun wir, um uns eurem Herrn gegenüber der Ermahnungspflicht zu entledigen und in der Hoffnung, sie würden fromm werden. Als sie die Ermahnung missachteten und so taten, als hätten sie sie vergessen, retteten Wir die Guten, die von üblen Taten abrieten, und erlegten den Ungerechten wegen der begangenen Frevel eine qualvolle Strafe auf.‹ Weil sie die ihnen vorgeschriebenen Verbote unentwegt missachteten, erklärten Wir ihnen: ›Ihr sollt, weil ihr euch so verhaltet, verächtlichen Affen gleichen!‹« (7,163-166 Azhar)

In beiden Berichten werden die Sabbatbrecher als Sünder beschrieben und zu Affen erklärt. Es ist interessant, dass sie als warnendes Beispiel für ihre Generation, die nachfolgenden Generationen und überhaupt alle Menschen hingestellt werden, die Gott fürchten (2,65). Das ist eine besonders erstaunliche Aussage, wenn man bedenkt, dass in den 1840er Jahren gleichzeitig zwei Bewegungen ihren Anfang nahmen: Die eine hebt das Sabbathalten wieder auf den Leuchter, die andere lehrt, dass der Mensch vom Affen abstammt.

Aus diesen Texten ist klar, dass der Koran das Sabbatgebot immer noch für gültig betrachtet. Mohammed glaubte also nicht wie die meisten heutigen Christen daran, dass die Zehn Gebote (und vor allem das vierte Gebot) nur für die Juden galten. Im Gegenteil. Der Koran geht davon aus, dass der Sabbat und das Gesetz, das der Menschheit als Bund gegeben wurde, verbindlich bleiben und von allen gehalten werden sollte, die Gott in den folgenden Generationen fürchten würden.

Sünde

Mohammed glaubte, dass der Koran offenbart wurde, um die Ungläubigen zur Buße über ihren Unglauben und ihre Ungerechtigkeit zu rufen (10,1.2; 11,1-5; 12,2; 17,105-111; 18,2; 31,1-8; 32,2; 36,1-11; 38,1). Daher wird überall im Koran auch definiert, was Mohammed unter Sünde verstand.

Zuerst einmal stellt Mohammed fest, dass des Menschen Herz dazu neigt, sich von Gott zu entfernen (3,8; 13,1). Jeder habe gesündigt und müsse Gott um Vergebung bitten (3,16-30). Nur mit Gottes Hilfe können wir das Gute vom Bösen unterscheiden (5,100) …

Mohammed sagt, Gott habe das Leid über die Völker gebracht, um sie vor Unheil zu bewahren. Doch Satan mache die Sünde für den Menschen »verlockend« (6,42-45). Der Koran warnt Muslime vor verborgener oder offener Sünde, weil Gott ihnen ihre Taten vergelten werde (6,120). Alles Gute komme von Gott und alles Böse aus unserer eigenen Seele (4,79).

Laut Koran gibt es vier Dinge, die vor Gott absolut verboten sind (7,33):

Offenkundige oder verborgene Schändlichkeiten,
Sünden gegen den Verstand und die Wahrheit,
Gott Partner beizugesellen, die von ihm nicht autorisiert sind,
das zu sagen, was man nicht weiß.

Andere Eigenschaften der Bösen sind:

Sie hindern Menschen daran, auf Gottes Weg zu kommen (7,45),
sind stolz und spotten über Gottes aufgeschobene Gerichte (11,8-10),
sind unserem Schöpfer gegenüber undankbar (23,77-82; 27,73; 36,77-83),
sind wankelmütig wie Meereswogen, die vom Sturm hin- und hergetrieben werden (24,40),
leugnen das Gericht und die Auferstehung (25,10-19; 27,67-70; 34,3-5),
befriedigen ihre Lust und betreiben religiöses Sektierertum (30,28-32),
leugnen Gottes Offenbarung (34,31),
sind taub und blind für Gott (47,23),
lehnen das Licht ab und verhärten ihr Herz (71,6-14),
verfallen dem »Wahnsinn« und irren von der Wahrheit ab (54,47),
verlangen nur nach Lohn in diesem Leben (53,29.30),
beklagen sich voller Ungeduld, wenn sie das Unheil ereilt, sind aber in guten Zeiten hochmütig (70,19-21),
betrügen ihre Brüder (83,1-4),
sind gewalttätig und ihre Geldgier macht sie habgierig (100,1-11; 102,1-4; 104,2).

Die größte Sünde, die man jedoch laut Koran begehen kann, ist die Erfindung falscher Tatsachen über Gott (61,7; 62,5). Mohammed sah sich als Sendbote für die Araber, um sie aus den Sünden ihres Heidentums zur Heiligung zu führen, die nur durch die Anbetung des einen wahren Gottes kommt, des Gottes Abrahams, Ismaels und seiner direkten Nachkommen (13,37; 26,192-206; 41,3.44; 43,3; 54,17.22.32.40).

»Wir haben einen unter euch auserkorenen Gesandten zu euch geschickt, der euch Unsere offenbarten Verse vorträgt, euch läutert, euch das Buch, die Weisheit und ein Wissen lehrt, das ihr vorher nicht hattet.« (2,151 Azhar)

Fast überall, wo die Ungerechten beschrieben werden, geht es im Koran um die Götzendiener des Quraisch-Stammes aus Mekka, die verzweifelt versuchten, die Ausbreitung dieser neuen Religion zu verhindern, die in ihren Augen eine Bedrohung ihrer Einkommensquelle darstellte.

Gnade/Vergebung

Wahrscheinlich aufgrund der radikalen Elemente im Islam, bringen Christen den Gott des Koran mit einem strengen, nachtragenden, werksgerechten Gott in Verbindung. Nimmt man jedoch eine Koranübersetzung zur Hand, so beginnt jede Sure mit den Worten »Im Namen Gottes, des barmherzigen Allerbarmers«. Der Grundtenor der Botschaft Mohammeds war die Umkehr zu diesem Gott, der gnädig und barmherzig ist und den verzweifelten Sünder annimmt. Laut Koran war die Menschheit ohne Leben. Doch Gott schenkt Leben, indem er vergibt (2,28.187.268.284.286).

»Allah weiß, dass ihr gegen euch selbst trügerisch gehandelt habt, und Er wandte euch Seine Gnade wieder zu und vergab euch.« (2,187 Rassoul)

Gott ist freundlich zu denen, die ihm dienen und vergibt ihre Sünden und ihre Bosheit (3,30.31.89.136; 4,110; 9,104; 13,6; 22,50; 23,116-118; 42,19; 46,31).

»O unser Volk! Hört auf den, der zu Gott aufruft und glaubt an Gott, damit Er euch eure Sünden vergibt und euch vor einer qualvollen Strafe schützt!« (46,31 Azhar)

Der Koran zeichnet ein interessantes Bild vom Sünder am Tag des Gerichts:

»Am Jüngsten Tag wird jede Seele alle ihre Taten vorfinden, die guten und die bösen. Dann würde sie gern von den bösen Taten durch einen weiten Abstand getrennt sein. Gott warnt euch vor Sich selbst. Doch Gott ist höchst barmherzig gegenüber den Ihm dienenden Menschen.« (3,30 Azhar)

An anderer Stelle spricht er noch deutlicher gegen eine werksgerechte Rettung:

»Wer an jenem Tage davor [vor der Strafe] bewahrt bleibt, dem hat Er Barmherzigkeit erwiesen.« (6,16 Rassoul)

Wie bereits erwähnt, gilt das Herz im Koran als hoffnungslos verdorben. Denn es neigt dazu, sich von Gott zu entfernen. Nur durch Barmherzigkeit kann der Mensch diese böse Neigung überwinden.

»Unser Herr, lass unsere Herzen sich nicht von Dir abkehren, nachdem Du uns rechtgeleitet hast. Und schenke uns Barmherzigkeit von Dir; denn Du bist ja wahrlich der unablässig Gebende.« (3,8 Rassoul)

Nur Gott kann laut Koran Gnade geben, Sünden vergeben und das menschliche Verhalten korrigieren (3,135.193; 14,10; 33,71; 39,53; 40,2; 42,25).

»Haltet euch allesamt an Gottes Band fest, zersplittert euch nicht, und gedenkt der Gnade, die Gott euch erwiesen hat! Er vereinte eure Herzen, sodass ihr zu Brüdern wurdet, nachdem ihr einst Feinde wart.« (3,103 Azhar)

Der Koran beschreibt Gnade als das, was dem Gläubigen Kraft verleiht … »Wenn Gott euch seine Gunst und sein Erbarmen nicht erwiesen hätte, wäret ihr bis auf wenige dem Teufel verfallen.« (4,83 Azhar) Gott spendet seinen Gnadensegen so lange, bis die Menschen nicht mehr darum bitten und sich davon abwenden (8,53.54). Der Koran sagt jedoch, dass alle, die Gottes Gnade empfangen und in ihr bleiben, die Sünde anfangen zu hassen (49,7). Leider, so verkündigt Mohammed, verharren die meisten Menschen auf diesem Planeten in Undankbarkeit gegenüber Gottes Barmherzigkeit, obwohl Gott voller Gnade ist (27,73; 33,73).

Das Gottesbild eines grausamen Tyrannen, der die Menschen aufgrund ihrer Werke rettet, ist dem Koran fremd. Der Gott des Koran ist ein Gott der Gnade, nur dass nicht klar wird, wie er die Sünde vergibt …

Gerechtigkeit/Gute Werke

Laut Koran ist Gott der gerade Weg. Er führt und schützt den Aufrichtigen auf rechter Straße (1,6; 2,142.186.257; 3,101; 10,25; 24,46; 28,56). Gott wünscht seinen Gläubigen, dass sie auf diesem geraden Weg gerechte Werke tun. Der Koran sagt, es sei wichtig, diese Werke zu erlernen (da sie aufgrund unserer sündhaften Herzen, die sich von Gott abwenden, nicht automatisch aus  uns entspringen).

»O ihr Menschen! Dient eurem Herrn, Der euch und diejenigen vor euch erschaffen hat, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget!« (2,21 Bubenheim-Elyas)

Ein sehr interessanter Abschnitt zieht eine Lehre aus der Geschichte von Adam und Eva:

»Ihr Kinder Adams! Wir haben euch Kleidung gewährt, die eure Blöße bedeckt und euch zur Zierde gereicht. Die beste Kleidung ist jedoch die Frömmigkeit. Das sind Gottes Zeichen; darüber sollen die Menschen nachdenken. Ihr Kinder Adams! Achtet darauf, dass der Satan euch nicht verführt, wie er eure Eltern aus dem Paradies vertrieben hat. Er nahm ihnen ihre Kleidung weg und ließ sie ihre Blöße sehen.« (7,26.27 Azhar)

In diesem Abschnitt ist Gott derjenige, der die Gerechtigkeit zur Verfügung stellt und Satan derjenige, der sie wegnimmt, wenn wir in Sünde fallen. Gerechtigkeit wird im Koran nicht »verdient«, sondern sie ist ein Kleid, das wir nicht verlieren sollen und das nur Gott schenken kann.

Woraus besteht dieses Kleid? Der Koran beschreibt an verschiedenen Stellen, womit Gott uns bekleiden möchte:

Studiert nicht nur die Schriften, sondern praktiziert echte Gottesfurcht! (2,44; 3,17; 14,23-27; 16,95-99)
Sucht Gott mit demütigem Geist! (2,45; 7,55; 23,2)
Seid großzügig gegenüber Reisenden, Verwandten und Gott! (2,43.110.177.195.254; 3,17; 8,1-3; 16,90; 22,35; 30,37-40; 51,19; 73,20)
Seid nicht auf die Freuden dieser Welt aus! (2,86; 3,14; 17,18-22)
Habt Glauben und wirkt Gerechtigkeit – kehrt um, betet und tut Gutes! (2,82.112.160; 3,89; 4,17.18; 10,9.26; 23,54-60; 28,67.83; 73,20; 84,25; 103,3)
Denkt über Gott nach! (2,206)
Seid standhaft in Prüfungen! (2,155.177.214; 3,141.142; 47,31)
Naht euch zu Gott – ergebt euch völlig ihm! (3,14.102; 73,8)
Betet regelmäßig, damit ihr keine bösen Werke begeht! (29,45; 73,1-6; 76,24)
Seid geduldig und selbstbeherrscht! (3,17; 17,53; 41,35; 74,7; 103,3)
Setzt euch für Gerechtigkeit ein! (4,135)
Sucht Wissen und Weisheit! (5,101-104; 40,67)
Entwickelt einen reinen Charakter – Baut auf Fels und nicht auf Sand! (9,107-109)
Seid dem Bund mit Gott treu! (13,18-27)
Mordet nicht, brecht nicht die Ehe! Behandelt Eltern und Waisen gut! (17,23-40; 23,1-11)
Lobet Gott allezeit; euer Herz bebe bei seinem Wort! (30,17-19; 39,23)
Seid treue Freunde! (33,6)
Seid großzügig und gebt von eurer Habe für Gottes Sache! (47,36-38; 57,10-20)
Richtet nicht! Überlasst das Gericht Gott für den Jüngsten Tag! (73,11-14)
Meidet weltlichen Gewinn und haltet eure »Kleider« unbefleckt! (74,1-6)
Trinkt keinen Alkohol und spielt nicht mit Geld! (2,219)
Esst Erlaubtes und Gutes – kein unreines Fleisch, kein Blut oder Schwein! (2,168-176; 3,93; 5,88)
Prahlt nicht mit dem Morgen – sagt »Inschallah« oder »So Gott will!« (18,23-26)

Diese Zusammenfassung kratzt nur an der Oberfläche aller Gebote, die der Koran enthält. Es gibt ganze Abschnitte, die dem fünften Buch Mose gleichen mit seinen Gesetzen über Ehescheidung, Erbschaftsangelegenheiten, Todesstrafe, Ehebruch, Darlehen, Ehe, Verträge, Sklaven, Kriege und andere Fragen des alltäglichen und praktischen Lebens, mit denen sich die gläubigen Anhänger Mohammeds auf der arabischen Halbinsel konfrontiert sahen (2,177-283; 4,2-36; 5,105-108; 9,1-20; 93,9-11; 107,2).

Zustand der Toten/Himmel

Im Koran ist der Tod das Schicksal aller Menschen (3,185; 21,35; 29,57). Mohammed betont nachdrücklich, dass niemand unsterblich ist:

»Wir gewährten keinem Menschenwesen vor dir das ewige Leben. Als ob sie es wären, die ewig leben könnten, wenn du gestorben wärst! Jede Seele wird den Tod kosten.« (21,34.35 Rassoul)

Beim Tod werden alle zu »Allah, ihrem Herrn, zurückgebracht« (6,61.62). Die meisten Muslime glauben wie die meisten Christen, dass die Seele in den Himmel geht und unmittelbar nach dem Tod weiterlebt. Doch der Koran lehnt diese Vorstellung genauso ab wie die Bibel:

»Die Lebenden gleichen nicht den Toten. Gott lässt hören, wen Er will. Du kannst dir bei den Toten in den Gräbern kein Gehör verschaffen.« (35,22)

Beim Tod werden alle wieder zu Staub (50,3). Ein interessanter Vers besagt, dass für alle, die am Jüngsten Tag auferweckt werden, es so sein wird, als wäre nur »ein Abend« vergangen. Für die Gerechten wird es also sein, als hätten sie geschlafen und würden nun aufwachen, um Gott zu begegnen (79,46).

Im Koran ist der Jüngste Tag der Tag, an dem die Ungerechten in die Hölle kommen und die Gerechten in den Himmel (82,15; 88,23). Der Glaube an ein Leben nach dem Tod ist ein zentrales Thema im Koran (2,4; 6,27-30.32; 13,35; 57,20-24).

Hunderte von Texten verheißen den Gerechten einen besonderen Garten, der von Flüssen bewässert wird. Eine Vorstellung, die ein Volk, das an die unfruchtbaren Wüstengegenden Arabiens gewöhnt war, sehr ansprechen musste. Im Paradies würde Milch und Wein fließen (sicherlich Saft, denn der Koran sagt, Gott verbiete alkoholische Getränke) und Honig. Auch gebe es dort eine Fülle von Früchten (47,15).

Gott werde die Gerechten von allen Krankheiten befreien, sobald sie das Paradies betreten (48,5), und gläubige Familien würden dort wieder vereint sein (52,21). Gott bereite den Gerechten im Paradies Wohnungen vor (39,20).

Die Gerechten würden in kostbare Gewänder und Stoffe gekleidet sein (44,51-53) … Sie würden den zweiten Tod nicht schmecken (44,55-56). Aus diesem Abschnitt lässt sich schließen, dass alle, die an Gott und den Jüngsten Tag geglaubt haben, Buße taten und beteten, dem Tod auf dieser Erde laut Koran nicht entrinnen konnten. Doch durch die Auferstehung erhalten sie Unsterblichkeit und werden für die Ewigkeit gerettet … Ganz entgegen dem volkstümlichen Glauben, erwähnt der Koran keine siebzig Jungfrauen, die auf jeden Gerechten warten. Dies scheint eine spätere islamische Tradition zu sein, die in den Überlieferungen der Hadithe zu finden ist.

Laut Koran ist dieses Leben nur Nichtigkeit im Vergleich mit dem ewigen Leben, das Gott bereithält (29,64-68). Gott werde das Paradies zu den Gottesfürchtigen bringen (50,30-35) und es scheint so, als würde es wieder auf diese Erde kommen. Denn der Koran sagt, dass die Erde nach ihrem Tod wieder zum Leben erweckt wird (57,17).

Laut Koran werden die Gerechten die Glückseligkeit genießen und auf Thronen sitzen (52,17-20). Jeder, der Gott seinen Willen gibt, wird vom Koran ermutigt. Ihm wird als Lohn eine Ewigkeit in Gemeinschaft mit dem »gnädigsten Allerbarmer« verheißen.

Heiliger Geist

Der Koran beschäftigt sich auch mit einem der schwierigsten biblischen Themen – dem Heiligen Geist. Jeder, der schon einmal versucht hat, die »dritte Person der Gottheit« einem am Glauben Interessierten aus der Bibel zu erklären, weiß, wie schwierig das ist … Das Thema ist schon in der Bibel kompliziert und im Koran umso komplizierter, weil er kaum darauf eingeht. Doch es gibt einige interessante Verse:

»Am Tag, da der Geist und die Engel in Reihe stehen. Sie werden nicht sprechen, außer wem der Allerbarmer es erlaubt und wer Richtiges sagt.« (78,38 Bubenheim-Elyas)

Im Arabischen ist hier nicht von »einem Geist« die Rede, sondern von »dem Geist«. Der Koran kennt also »den Geist« und er ist am Jüngsten Tag dabei, wird aber schweigen.

Welche Rolle spielt der Heilige Geist im Koran?

»Der Herr des Thrones sendet den Geist von Seinem Befehl, wem von Seinen Dienern Er will, damit er den Tag der Begegnung warnend ankündige.« (40,15)

Eine der Hauptaufgaben des Geistes im Koran ist das Warnen der Menschheit vor dem kommenden Gericht. Es heißt dort, dass Gott seinen Geist sendet, wem von seinen Dienern er will, um ihnen bei der Vorbereitung des Volkes auf die Begegnung mit ihrem Gott zu helfen.

An anderer Stelle wird »der Heilige Geist« gesandt, um Jesus zu stärken (2,87.253).

»In ihre Herzen hat Er den Glauben geschrieben und sie mit Geist von Sich gestärkt.« (58,22)

Dieser Vers ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Der Geist, der hier beschrieben wird, kommt von Gott. Gott sendet also den Geist. Und der Geist wird als Stärkung für die aufrichtigen Gläubigen gesandt, die den Himmel ererben (wenn man weiterliest). Dies geschieht, indem der Glaube in ihre Herzen geschrieben wird. Gott hat also nicht nur Jesus mit dem Geist gestärkt, sondern auch die Gläubigen.

Sure 97,4 und 70,4 weisen darauf hin, dass Gott »die Engel und den Geist« sowohl zu den Gläubigen als auch zu den Ungläubigen sandte, damit er seine Befehle ausführte. Der Koran versteht den Geist als ein besonderes Wesen, das von Gott besondere Aufgaben erhalten hat.

Mohammed beanspruchte den Heiligen Geist als Quelle seiner Inspiration für den Koran (16,101.102; 17,85-88) …

Andere Themen

Ein ganzes Buch könnte über die Theologie des Koran geschrieben werden. Deshalb werde ich die anderen Lehren des Koran nicht ausführlich betrachten. Doch im Koran geht es oft um das Gebet, die Engel, Gott als Schöpfer der Welt in sechs Tagen, die gerechte Behandlung von Frauen und den Kampf für Gottes Sache …

Mohammed integrierte viele biblische Geschichten in vielen verschiedenen Suren – Geschichten von Adam und Eva, Noah, Hiob, Abraham, Isaak, Ismael, Josef, Mose und den Exodus, David, Salomo, Elia und Johannes den Täufer. Er erzählt die Geschichten nicht ausführlich wie die Bibel, sondern verwendet sie mehr als Beispiele in seinen Predigten, hauptsächlich um den Unglauben des mekkanischen Stammes der Quraisch zu tadeln oder manchmal auch der Juden und Christen (»Volk des Buches«), die auf der arabischen Halbinsel lebten.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors gekürzt aus: Doug Hardt, Who Was Muhammad?, TEACH Services (2016), Kapitel 6, »Historical Context of the Rise of Islam«

Das Original ist als Paperback, Kindle, und E-Book hier erhältlich:
www.teachservices.com/who-was-muhammad-hardt-doug-paperback-lsi


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