• Jüdische Anpassungsfähigkeit: Der Glückskeks, der den Ausschlag gab

    Der Glückskeks, der den Ausschlag gab

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    Manchmal benutzt Gott in seiner Liebe und Verzweiflung eigenartige Wege, um Menschen ein Stück näher zu sich zu ziehen. Von Richard Elofer

Dienstag, 25 Juli 2017 – 08:29 Uhr

Jüdische Kinderliebe: Macht dein Glaube dich unmenschlich?

Macht dein Glaube dich unmenschlich?

Bild: Erdmännchen - fotolia.com

Ein Blick in die jüdische Seele: Hält dein Gott dich davon ab, für die Bedürfnisse deiner Kinder sensibel zu sein? Dann gilt Rabbi Schne'ur Salmans Rat auch dir. Von Richard Elofer

Rabbi Schne'ur Salman wurde vom russischen Zar ins Gefängnis geworfen, weil er die Lehren des Chassidismus verbreitete. Er schwebte in Lebensgefahr. Doch nach 53 Tagen Haft wurde er am 19. Kislev des Jahres 1798 entlassen.

Rabbi Schne'ur Salman und sein Sohn Rabbi Dow Bär lebten im selben Haus. Rabbi Dow Bär wohnte im Erdgeschoss, während sein Vater im ersten Stock darüber wohnte. Eines Tages, als Rabbi Dow Bär ganz ins Tora-Studium vertieft war, fiel sein Kind aus der Wiege. Obwohl Rabbi Dow Bär ganz in der Nähe war, fesselte ihn sein Studium so sehr, dass er den Säugling nicht schreien hörte.

Rabbi Schne'ur Salman war ebenfalls ganz ins Tora-Studium vertieft. Doch er hörte das Kind weinen, eilte die Treppe herab, hob den Säugling auf und wiegte ihn wieder in den Schlaf. Die ganze Zeit über bemerkte Rabbi Dow Bär, der für seine tiefe Konzentration beim Studium bekannt war, weder das Schreien seines Kindes noch die Gegenwart seines Vaters im Zimmer.

Nachdem Rabbi Schne'ur Salman das Kind beruhigt hatte, fragte er seinen Sohn: »Warum hast du nicht auf das Schreien des Kindes reagiert?«

»Vater«, antwortete Rabbi Dow Bär, »ich habe wirklich nichts gehört!«

Rabbi Schn'ur Salman tadelte seinen Sohn: »Deine eigenen Dinge dürfen dich niemals so fesseln, mögen sie auch noch so wichtig sein, dass du das Schreien eines Kindes überhörst. Selbst wenn wir die Tora auf höchstem Niveau studieren, muss das Schreien eines Kindes sofort unser Herz erreichen!«

»Jeder von uns ist G-ttes Kerze«, sagen unsere Weisen. Die kleinen scheinbar unbedeutenden Chanukka-Lichter erinnern uns an die Wichtigkeit der Kinder. Es ist unsere Pflicht und Verantwortung, den Kindern zuzuhören, uns um sie zu kümmern und sie »anzuzünden« mit dem Licht, der Schönheit und der Wärme G-ttes und der biblischen Lehre.

Aus: Shabbat Shalom Newsletter 608, 27. Dezember 2014 bzw. 5. Tevet 5775, Herausgeber: World Jewish Adventist Friendship Center

*Deutsche Juden haben die Gewohnheit im Wort G-tt, den Vokal nicht zu schreiben und stattdessen Adonai oder HaShem zu lesen. Dies ist für sie Ausdruck der Ehrfurcht vor G-tt.

Empfohlener Link:
http://jewishadventist-org.gcnetadventist.org


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