Campmeeting in Pracht, Westerwald, 31. Juli - 06. August 2017 :: LIVESTREAM

Ausführliches Programm: http://westerwald.businesscatalyst.com/livestream.html

 

  • Jüdische Selbstachtung: Für alle Ewigkeit geliebt

    Für alle Ewigkeit geliebt

    Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Juden auf dem Donau-Damm in Budapest, Ungarn :: Adobe Stock - Roxana

    Hier kann sich jeder ein Beispiel nehmen. Von Richard Elofer

Mittwoch, 07 Juni 2017 – 08:30 Uhr

Jüdische Großzügigkeit: Zu wenig für die lange Reise!

Zu wenig für die lange Reise!

Adobe Stock - aytuncoylum

 

Wenn Geben zum Lebensprinzip wird. Von Richard Elofer

Der Talmudgelehrte Mar Ukba hatte einen armen Nachbarn. Jeden Tag warf er ihm vier Susim (insgesamt einen Schekel) durch einen Schlitz in der Tür, damit der Mann nicht wissen sollte, von wem er das Geld bekam.

Eines Tages machten Mar Ukba und seine Frau wieder an der Tür Halt, um die vier Susim einzuwerfen. Doch in diesem Moment öffnete der Mann die Tür. Aus Angst, ihn in Verlegenheit zu bringen, wenn er seinen Gönner sieht, rannten Mar Ukba und seine Frau schnell davon und versteckten sich in einem großen Backofen. Die Kohlen waren noch heiß und Mar Ukba verbrannte sich die Füße. Den Füßen seiner Frau machte es jedoch gar nichts aus. Daher schlug sie vor, er können seine Füße auf ihre stellen, um weitere Schmerzen zu verhindern. »Wir geben doch beide Almosen. Warum habe ich mir dann die Füße verbrannt und du nicht?«, fragte Mar Ukba. Seine Frau antwortete: »Weil du die Mitzwa der Nächstenliebe durch Geldspenden erfüllst. Der Arme kann damit nicht sofort etwas anfangen. Er muss sich damit erst Essen kaufen. Ich aber bin im Haus und wenn ein Armer vorbeikommt, gebe ich ihm etwas zu Essen. Damit kann er sofort etwas anfangen!«

Mar Ukbas Großzügigkeit war legendär. Jedes Mal am Vorabend des Jom Kippur sandte er einer Person eine gewisse Geldsumme. Einmal schickte er seinen Sohn mit dem Geld, aber der Junge kam damit wieder zurück. Er sagte seinem Vater: »Die Person braucht dein Geld nicht! Als ich zu ihrem Haus kam, sah ich sie ein fürstliches Mahl essen und guten Wein trinken!« »Ich wusste nicht, was der Mann tatsächlich braucht«, sagte Mar Ukba zu seinem Sohn. »Offensichtlich braucht er mehr, als was ich ihm geben wollte. Mar Ukba verdoppelte sofort den Betrag und schickte seinen Sohn noch einmal los!

Bevor Mar Ukba starb, ließ er sich eine Auflistung von allem Geld machen, dass er als Almosen an die Armen verteilt hatte. Es war eine stattliche Summe. Doch Mar Ukba war nicht zufrieden. »Das ist zu wenig für die lange Reise, die ich vor mir habe!«, sagte er. Dann nahm er die Hälfte seines ganzen Besitzes und verteilte ihn an die Armen.

Aus: Shabbat Shalom Newsletter, 721, 4. März 2017, 6. Adar 5777
Herausgeber: World Jewish Adventist Friendship Center

Empfohlener Link:
http://jewishadventist-org.gcnetadventist.org


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