• Der Beginn des Spätregens (Trachtet zuerst nach Gottes Gerechtigkeit – Teil 2): Gottvertrauen verändert dein Leben

    Gottvertrauen verändert dein Leben

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    Der Sünde ohne Werksgerechtigkeit den Rücken kehren. Von Alonzo Jones

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Montag, 26 März 2018 – 12:18 Uhr

Eine der ersten Predigten von Alonzo Jones nach 1888: Trachtet zuerst nach Gottes Gerechtigkeit!

Trachtet zuerst nach Gottes Gerechtigkeit!

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Jetzt schon rein und frei werden, ohne sich verzweifelt abzumühen. Von Alonzo Jones

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»Trachtet zuerst … nach seiner Gerechtigkeit.« (Matthäus 6,33) Nach wessen Gerechtigkeit sollen wir trachten? Nach Gottes Gerechtigkeit! Nur wenn wir sie suchen und finden, werden wir gerettet. Alles andere bringt nichts.

Wo und wie wir Gerechtigkeit nicht finden

Ganz wichtig ist, wo und wie wir sie suchen. Denn viele suchen sie am falschen Platz, zum Beispiel in Gottes Gesetz oder durch Gehorsamsversuche. Wir werden die Gerechtigkeit an diesem Ort und auf diese Weise niemals finden können.

Nicht dass Gottes Gerechtigkeit dort nicht präsent wäre. Die Gebote sind sogar Gottes Gerechtigkeit. Doch dort finden werden wir sie niemals.

Gottes vollkommene Gerechtigkeit im Gesetz

»Du kannst von dir sagen, ein Jude zu sein, und fühlst dich sicher, weil du das Gesetz hast. Du bist stolz auf deine Beziehung zu Gott. Aus dem Gesetz kennst du seinen Willen und kannst beurteilen, worauf es ankommt.« (Römer 2,17-18 NeÜ)

Hier wird eindeutig aufs Gesetz verwiesen und darauf, dass Gott uns darin seinen Willen kundtut. Sein Wille ist der Ausdruck seines Wesens. Der HERR kann nicht besser sein, als was er in den Zehn Geboten von uns verlangt. Um seine Gebote zu halten, müssten wir deshalb so gut wie Gott selbst sein.

»Wer die Gerechtigkeit übt, der ist gerecht, gleichwie Er gerecht ist.« (1. Johannes 3,7) »Gerecht bist du, o HERR, und deine Bestimmungen sind richtig!« (Psalm 119,138) »Und es wird uns zur Gerechtigkeit dienen, wenn wir darauf achten, alle diese Gebote vor dem HERRN, unserem Gott, zu tun, wie er es uns geboten hat.« (5. Mose 6,35) Aber »ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, um unschuldiges Blut zu vergießen; sie hegen schlimme Absichten; Verwüstung und Zerstörung bezeichnen ihre Bahn.« (Jesaja 59,7)

Unser einziger Zugang zu Gottes Gerechtigkeit

Wer Gottes Gesetz hält, ist so gerecht wie Gott. Wer daher Gottes Gebote halten möchte, braucht göttlichen Charakter. Zwar ist Gottes Gerechtigkeit in seinem Gesetz, doch durchs Gesetz wird sie dem Menschen nicht offenbart.

»Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: ›Der Gerechte wird aus Glauben leben.‹« (Römer 1,16-17)

Gottes Gerechtigkeit wird dem Menschen im Evangelium geoffenbart, nicht im Gesetz. Sie ist zwar im Gesetz präsent, aber weil wir Sünder sind, wird sie uns nicht durchs Gesetz offenbart. Die Sünde hat unser Herz so verfinstert, dass wir sie dort nicht erkennen. Deshalb braucht unser Auge Erleuchtung, und zwar durchs Evangelium. Dort können wir die Gerechtigkeit finden.

Gottesoffenbarung ohne Gesetz

»Doch jetzt hat Gott – unabhängig vom Gesetz, aber in Übereinstimmung mit den Aussagen des Gesetzes und der Propheten – seine Gerechtigkeit sichtbar werden lassen.« (Römer 3,21 NGÜ) Gottes Gerechtigkeit wird ohne Gesetz offenbar. Aber wie? Indem wir durchs Evangelium zu Jesus Christus Vertrauen fassen, nicht durchs Gesetz.

»Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.« (Römer 10,4) Bedeutet dies nicht genau dasselbe? Wir verlieren den eigentlichen Sinn dieses Verses oft aus den Augen, weil wir uns gegen die verteidigen wollen, die behaupten, das Gesetz sei abgeschafft und Jesus habe dem Gesetz ein Ende bereitet. Deshalb sagen wir, in diesem Vers sei mit »Ende« »das Endziel« des Gesetzes gemeint. Doch was dieser Vers eigentlich sagen will, ist, dass Jesus »das Endziel des Gesetzes zur Gerechtigkeit« für uns ist: Jesus macht uns gerecht. Denn durchs Gesetz können wir sie nicht erlangen.

»Denn was dem Gesetz unmöglich war — weil es durch das Fleisch kraftlos war —, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte.« (Römer 8,3)

Gerechtigkeit kommt aus der Lebensquelle

Das Gesetz war zum Leben, zur Gerechtigkeit, Heiligkeit und Rechtfertigung bestimmt. All das kann es uns wegen der Sünde nicht sein. Was es nicht kann, tut Jesus für uns. Doch wenn wir am falschen Ort suchen, verlieren wir Jesu Gerechtigkeit.

Gerechtigkeit kommt aus derselben Quelle wie das Leben; das eine lässt sich nicht vom anderen trennen:

»Ist nun das Gesetz gegen die Verheißungen Gottes? Das sei ferne! Denn wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, so käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz.« (Galater 3,21) »Der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.« (Römer 6,23) Wir haben schon immer gesagt, dass das ewige Leben ein Geschenk ist, aber dass die Gerechtigkeit ein Geschenk ist, das haben wir nicht schon immer gesagt. Dennoch ist auch sie ein Geschenk, das wir durch Jesus Christus bekommen.

Warum müssen wir etwas geschenkt bekommen, damit wir leben können? Weil die Folge der Sünde der Tod ist. Wenn das Gesetz Leben spenden könnte, würden wir durchs Gesetz leben. Ein unvollkommenes Gesetz, das Gott durch ein besseres Gesetz hätte ersetzen können, wäre sinnlos gewesen. Denn wenn der Mensch das unvollkommene Gesetz schon nicht halten kann, wie dann erst ein noch besseres. Kein Gesetz ist in der Lage, Leben zu spenden. Also musste Jesus kommen, damit das Gesetz in jedem erfüllt wird, der ihm vertraut.

Unsere eigene Gerechtigkeit

Wie viel Gerechtigkeit finden wir denn im Gesetz? Wie viel können wir uns aus ihm herausholen? Wenn ich das Gesetz im besten Licht und so umfassend wie möglich betrachte und auch noch auslebe, habe ich dann das Gesetz erfüllt? Nein. Denn mein Verstand ist von der Sünde verfinstert. Das Verständnis des Menschen reicht nicht, um die Höhe und Breite des Gesetzes zu erfassen. Daher wird der Mensch ihm nicht gerecht. Es ist nur unsere eigene Gerechtigkeit, nicht Gottes Gerechtigkeit, die wir im Gesetz sehen. Wir sehen im Gesetz uns selbst, so gut wir eben können, aber nicht Gottes Angesicht.

Oft meinen wir, dass wir das Richtige tun. Danach stellen wir fest, das es doch nicht richtig war. Wenn das Gottes Gerechtigkeit gewesen wäre, dann wäre Gott unvollkommen. Nur in Jesus können wir Gottes Gerechtigkeit erkennen. Gott ist ja das Evangelium, und das Evangelium ist Jesus. Deshalb kann durchs Gesetz kein Mensch gerecht werden.

Es braucht also mehr als das Gesetz, damit wir Gottes Gerechtigkeit verstehen und sein Gesetz begreifen. Dieses Mehr ist Jesus Christus, in dem »die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig« wohnt (Kolosser 1,9).

Aufrichtig gesucht, aber umsonst

»Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.« (Römer 10,3) Hier geht es um Menschen, die ernsthaft nach Gerechtigkeit suchen. Wo? Bei sich selbst. Werden sie fündig? Nein. »Israel aber, das dem Gesetz der Gerechtigkeit nachjagte, hat das Gesetz nicht erreicht. Warum das? Weil es die Gerechtigkeit nicht aus Glauben suchte, sondern als komme sie aus Werken.« (Römer 9,13-32 LU) Sie kannten Jesu Gerechtigkeit nicht. Sie wollten Jesus oder Paulus nicht glauben, sondern wollten durch Gesetzeswerke gerecht werden.

Durch Vertrauen fündig geworden

»Was wollen wir hierzu sagen? Die Heiden, die nicht der Gerechtigkeit nachjagten, haben Gerechtigkeit erlangt, nämlich die Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.« (Römer 9,30 LU) Die Heiden wurden fündig, weil sie glaubten und mit ihrer eigenen Gerechtigkeit nicht zufrieden waren wie die Pharisäer mit ihrem Selbstvertrauen und ihrer eigenen Gerechtigkeit.

Wenn wir versuchen durchs Gesetz gerecht zu werden, landen wir im selben Pharisäertum. Sobald ein Mensch aber Jesus vertraut, erkennt er seine eigenen Sünden und sehnt sich nach Gottes Gerechtigkeit. Dann weiß er, dass nur die Güte, Reinheit und Gerechtigkeit Jesu ihn gerecht machen kann und dann … dann wird er auch gerecht.

Scheinheiligkeit für Dreck erachten

»Natürlich könnte ich mich auch auf menschliche Vorzüge berufen. Wenn andere Grund haben, darauf zu vertrauen, hätte ich das noch viel mehr. Ich wurde beschnitten, als ich acht Tage alt war. Von Geburt bin ich ein Israelit aus dem Stamm Benjamin, ein Hebräer reinster Abstammung. Und was das Gesetz betrifft, gehörte ich zur strengen Richtung der Pharisäer. Dem Eifer nach war ich ein unerbittlicher Verfolger der Gemeinde; und gemessen an der Gerechtigkeit, die aus der Befolgung des Gesetzes kommt, war ich ohne Tadel. Früher hielt ich diese Dinge für einen Gewinn, aber jetzt, wo ich Christus kenne, betrachte ich sie als Verlust. Ja wirklich, alles andere erscheint mir wertlos, wenn ich es mit dem unschätzbaren Gewinn vergleiche, Jesus Christus als meinen Herrn kennen zu dürfen. Durch ihn habe ich alles andere verloren und betrachte es auch als Dreck. Nur er besitzt Wert für mich. Und zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören. Deshalb vertraue ich nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam, sondern auf die Gerechtigkeit, die ich durch den Glauben an Christus habe, auf die Gerechtigkeit, die von Gott kommt durch den Glauben.« (Philipper 3,4-9 NeÜ/LU)

Das war ein Pharisäer, der Gottes Gesetz so gut auslebte, wie es nur geht. Er war tadellos. Dennoch gab er das alles für Jesus auf.

Blutverschmiert, Ziel verfehlt

»Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht; denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.« (Galater 2,21) Mehr als unsere eigene Gerechtigkeit können wir uns aus dem Gesetz nicht rausholen. Gottes Gerechtigkeit kommt nur durch Jesus Christus. Was ist unsere eigene Gerechtigkeit? Ein blutverschmiertes Kleid (Jesaja 64,5 NL). Wir haben alle gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verfehlt (Römer 3,23).

Was ist Sünde? Als Israel aus Ägypten zog, kannten sie Gott nicht. Sie erinnerten sich nur, dass Abraham, Isaak und Jakob einen Gott hatten. Das war aber auch schon alles. Damit sie sich ihres Zustands bewusst würden und verstünden, was Sünde ist, verwendete er einen Begriff, den sie verstanden. Er gebrauchte das Wort »Zielverfehlung« als Beschreibung für Sünde. Wir alle haben gesündigt und das Ziel verfehlt. Je mehr Gesetzesgerechtigkeit ein Mensch hat, desto schlimmer ist es um ihn bestellt, desto blutverschmierter läuft er umher.

Kleiderwechsel

»Und er ließ mich den Hohenpriester Joschua sehen, der vor dem Engel des HERRN stand; und der Satan stand zu seiner Rechten, um ihn anzuklagen. Und der HERR sprach zum Satan: Der HERR wird dich bedrohen, Satan! Ja, der HERR, der Jerusalem erwählt hat, bedroht dich! Ist dieser nicht ein Holzscheit, das aus dem Feuer herausgerissen ist? Und Joschua war mit schmutzigen Kleidern bekleidet und stand vor dem Engel. Und der Engel antwortete und sprach zu denen, die vor ihm standen: Nehmt ihm die schmutzigen Kleider ab! Und zu ihm sprach er: Siehe, ich habe deine Schuld von dir weggenommen und bekleide dich mit Feierkleidern.« (Sacharja 3,1-9 ELB)

Ellen White erklärt, dass dieses Kapitel eine Prophezeiung auf unsere Zeit ist. Hier steht Joschua, gekleidet in seiner eigenen Gerechtigkeit. Dann nimmt Jesus sie ihm ab und kleidet ihn mit Gottes Gerechtigkeit. Joschua hatte sein Bestes gegeben. Konnte er damit gerettet werden? Nein. Wie oft hören wir Leute sagen: »Ich gebe mein Bestes«, in der Hoffnung, dass sie gerettet werden. Joschua musste neu eingekleidet werden. Erst dann wurde er zu den Engeln gestellt. Sobald unsere Gerechtigkeit ganz weggenommen worden ist und Jesus uns mit Gottes Gerechtigkeit bekleidet hat, werden auch wir auf der Seite der Engel stehen und in seinem Gesetz wandeln.

»Ich freue mich sehr in dem HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet, wie ein Bräutigam sich den priesterlichen Kopfschmuck anlegt und wie eine Braut sich mit ihrem Geschmeide schmückt.« (Jesaja 61,10) Dieses Lied werden wir singen. Gott schenkt uns die Gerechtigkeit genauso wie das Leben. Sollten wir uns die Gerechtigkeit auf andere Weise aneignen wollen, werden wir scheitern.

Jesus biegt dich wieder zurecht

»Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt zur Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit der Geduld Gottes, um nun, in dieser Zeit, seine Gerechtigkeit zu erweisen, auf dass er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist aus dem Glauben an Jesus.« (Römer 3,21-26 LU)

Jesus kam, um Gottes Gerechtigkeit zu verkünden.

Schluss mit der Stümperei – jetzt wird ins Schwarze getroffen

»Durch die Sünde des einen Menschen gerieten wir unter die Herrschaft des Todes, doch durch den anderen Menschen, Jesus Christus, werden alle, die Gottes Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit annehmen, über Sünde und Tod siegen und leben!« (Römer 5,17 NL) Wir finden hier das kostenlose Geschenk. Die Gerechtigkeit ist das Geschenk des Lebens für jeden, der ihm vertraut. Jesus Christus wird immer das Ziel des Gesetzes sein. Jesu Gehorsam zählt, nicht unserer. Denn nur er kann Gerechtigkeit bringen. Deshalb ist es besser, wir hören auf zu versuchen, Gottes Willen aus eigener Kraft zu tun. Schluss damit! Sagen wir uns ein für allemal davon los! Lassen wir Jesu Gehorsam alles für uns tun, sodass wir den Bogen spannen und ins Schwarze treffen können.

Ein Retter für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Warum kam der Retter als Säugling und nicht als erwachsener Mann? Sein Tod am Kreuz hätte doch als Sühne ausgereicht. Nur weil er als Kind lebte und allen Versuchungen ausgesetzt war, die ein Kind erlebt, und dennoch nie sündigte, kann sich jedes Kind nun in seine Lage versetzen und in seiner Kraft widerstehen. Er lebte auch als Jugendlicher und als erwachsener Mann und webte das Kleid der Gerechtigkeit, um uns zu bedecken – uns selbst, und nicht etwa unsere schmutzigen Kleider; denn das wäre eine unheilige Kreuzung. Erst zieht er uns das schmutzige Kleid aus und dann zieht er uns stattdessen sein Kleid an. Alle, die es wollen, können es haben.

Gott sei Dank für den perfekten Spiegel

Wenn die Gerechtigkeit ein Geschenk von Gott ist und durchs Evangelium kommt, wozu dient dann das Gesetz? Das Gesetz kam hinzu, damit die Sünde mächtiger würde (Römer 5,20 LU): »Wir wissen aber, dass das Gesetz alles, was es spricht, zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei.« (Römer 3,19 LU) Das Gesetz sagt den Sündern, dass alle vor Gott schuldig sind. Es zeigt den Menschen ihre Schuld.

»Denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch vor ihm gerecht sein. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.« (Römer 3,20) Das Gesetz offenbart uns Ungerechtigkeit, nicht Gerechtigkeit. Jesus offenbart Gerechtigkeit, das Gesetz Ungerechtigkeit. Gottes Gesetz kann keine einzige, noch so schwache Sünde durchgehen lassen. Würde es einen einzigen unvollkommenen Gedanken billigen, würde es die Seele ins Verderben rennen lassen. Das Gesetz ist vollkommen. Wenn es Unvollkommenheit akzeptieren würde, dann müsste auch der HERR Unvollkommenheit akzeptieren und würde damit zugeben, dass er selbst unvollkommen ist, denn das Gesetz verkörpert ja seinen Charakter.

Da aber das Gesetz Vollkommenheit verlangt, können alle Menschen hoffen. Würde es über eine einzige Sünde hinwegsehen, könnte niemand von Sünden frei werden. Denn das Gesetz würde niemandem diese Sünde vorhalten, sodass sie vergeben werden könnte. Vergebung ist aber der einzige Rettungsweg.

Bald wird uns die letzte Sünde genommen

Es kommt der Tag, wo das Gesetz auch die letzte Sünde offenbart haben wird. Dann werden wir vollkommen vor ihm stehen und mit ewiger Rettung gerettet werden. Die Vollkommenheit von Gottes Gesetz besteht darin, dass es uns alle unsere Sünden zeigt. Dann steht der vollkommene Retter bereit, sie alle wegzunehmen. Wenn Gott uns alle Sünden bewusst macht, dann nicht, um uns zu verdammen, sondern um uns zu retten. Es ist daher ein Zeichen seiner Liebe zu uns, wenn er uns eine Sünde bewusst macht. Denn der Retter wartet nur darauf, sie wegzunehmen. Darum hat Gott uns einen Retter und das Evangelium geschenkt. Er möchte, dass wir ihm alle vertrauen, zu ihm kommen und gerettet werden.

»Glückselig sind, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden!« (Matthäus 5,6) Hungern und dürsten nicht viele von uns nach Gerechtigkeit? Wollen wir satt werden? Dann lasst uns nicht aufs Gesetz schauen, sondern auf Jesu Kreuz.

Von Gott erfüllt werden

»Deshalb knie ich mich hin vor dem Vater, dem j ede Familie im Himmel und auf der Erde ihr Dasein verdankt: Er möge euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit mit Kraft beschenken, dass ihr durch seinen Geist innerlich stark werdet; dass Christus durch den Glauben in eurem Herzen wohnt und ihr in seiner Liebe fest eingewurzelt und gegründet seid; damit ihr zusammen mit allen, die Gott gehören, imstande seid, das ganze Ausmaß zu erfassen, seine Breite, Länge, Höhe und Tiefe; ja zu erkennen, was alle Erkenntnis übersteigt: die unermessliche Liebe, die Christus zu uns hat. So werdet ihr bis zur ganzen Fülle Gottes erfüllt werden.« (Epheser 3,14-19 NeÜ)

Gewurzelt und gegründet im Glauben durch seine Liebe in unserem Herzen.

»Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid zur Fülle gebracht in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist.« (Kolosser 2,9-10) Denn wir werden in ihm zur Fülle gebracht. Es gibt Fülle, Freude, Frieden, Güte und Gerechtigkeit für alle Ewigkeit.

Leicht gekürzt aus: Kansas Campmeeting Sermons, 11. März 1889


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