• Die wahren Jünger: War Jesus radikal?

    War Jesus radikal?

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    Beschleicht uns auch manchmal das Gefühl, dass Christsein ganz anders aussehen müsste, als wir es kennen? Haben wir uns einen Jesus gebastelt, der uns zusagt? Wie war Jesus wirklich? von Norberto Restrepo

Montag, 21 Dezember 2020 – 10:43 Uhr

Durch Widrigkeiten wie Jesus werden (Bibelkommentar zu Römer 8,28-39): Denen, die Gott lieben

Denen, die Gott lieben

Adobe Stock - Michael Sauer

Auch du kannst so stark sein in IHM. Von Kai Mester

»Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.« Römer 8,28

Wer kennt diesen Bibelvers nicht! Wie oft hat er uns in schwierigen Lebenslagen oder angesichts kleiner Widrigkeiten getröstet! Wie oft hat er uns ermutigt, Gott noch mehr zu lieben, damit uns eben alles zum Besten dient! Und haben wir nicht auch später gesehen, dass es wirklich stimmt? Dass wir aus Problemen schließlich stärker und reifer hervorgegangen sind? Ja, mein Gott kann auf krummen Linien gerade schreiben! Das haben wir erkannt.

Ich habe Römer 8,28-39 auswendig gelernt. Doch erst nach mehreren Wochen des Wiederholens dachte ich: Moment mal! Was hat denn dieser beliebte Vers überhaupt mit den folgenden Versen zu tun? Wie hängt der ganze Abschnitt zusammen?

Warum beginnt der nächste Vers mit dem Wörtchen »denn«? »Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.« (Römer 8,29) Das heißt doch …

Das heißt, dass wir nur dadurch dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet werden, dass uns alle Dinge zum Besten dienen. Oder anders: Nur wenn ich durch meine Liebe zu Gott Schicksalsschläge, Versuchungen, Verletzungen, Krankheit, Sackgassen, Rückschläge, mein Versagen, zusammengefallene Kartenhäuser, geplatzte Seifenblasen usw. dankbar annehme, werde ich wie Jesus charakterlich wachsen, »Gehorsam lernen« »bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz« (Hebräer 5,8; Philipper 2,8).

»… damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.« (Römer 8,29) Gott wünscht sich also eine ganze Schar von »Gottessöhnen«, eine ganze Schar, die so lebt und im Wesen so ist wie Jesus. Und das ist möglich, wenn wir Gott so lieben, wie Jesus Gott liebt, und wenn wir alles, was geschieht, dankbar aus Gottes Hand nehmen.

»Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.« (Römer 8,30) Das ist die Gute Nachricht: Jeder, der Gott so liebt, dass ihm alle Dinge zum Besten dienen – und nur der liebt Gott wirklich –, der ist vorherbestimmt, berufen, gerechtfertigt und verherrlicht. Wir müssen nicht aus eigener Kraft danken, wenn es hart auf hart kommt. Nein! Diese Erfahrung steht bereits in Jesus zu Verfügung. Wir brauchen uns nur mit Ihm zu verbinden, und schon durchströmt uns übernatürliche, reinigende und verändernde Kraft. »Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?« (Römer 8,31.32) Er hat das Wertvollste gegeben, um uns ganz frei zu machen von dem, was uns zerstört. In seinem Sohn steckt alles drin, was wir brauchen, und wonach wir uns in unseren kühnsten Träumen sehnen, aber eben in gereinigter, heiliger Form.

»Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es doch, der rechtfertigt! Wer will verurteilen? Der Gesalbte ist es doch, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt!« (Römer 8,33.34) Lieben wir Gott und nehmen alles dankbar aus seiner Hand, dann ändert er uns so, dass uns niemand mehr verurteilen kann. Dann hat er durch Jesus seine Gerechtigkeit in uns hineingelegt; ein anderes Wesen strahlt aus uns hervor.

Die Folgen unserer Sünden haben Jesus voll getroffen. Doch er hat den Tod besiegt, er hat Schmerzen, Trauer, Versagen, Enttäuschungen, Ängste auf sich genommen und ins Gegenteil verkehrt. Diesen Weg gilt es weiter mit ihm zu beschreiten. »Wer will uns scheiden von der Liebe des Gesalbten? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?« (Römer 8,35)

All das verliert seinen Schrecken. Denn es ist ja genau der Weg Jesu. Es ist ja genau das, was uns zum Besten dient, wenn wir Gott lieben. Es ist ja genau das, was uns dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet werden lässt! »Wie geschrieben steht: ›Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir geachtet!‹« (Römer 8,36) Warum wir? Werden wir getötet den ganzen Tag? Wenn wir Gott lieben, dann ja. Wenn wir in Geist, Wort und Tat selbstlos leben, dann stirbt unser Ich nicht nur täglich, sondern den ganzen Tag. Das tut weh, aber es befreit! Wir werden nicht mehr murren, sondern die Widrigkeiten geradezu erwarten und willkommen heißen. »Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.« (Römer 8,37) Seine Liebe ist das Geheimnis, das uns trägt, beflügelt und begeistert. Seine Liebe drängt uns, andere zu derselben Erfahrung einzuladen. »Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.« (Römer 8,38.39) In dieser Erfahrung finden wir wahre Heilsgewissheit.


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