Freitag, 02 Oktober 2020 – 08:15 Uhr

Offenbarung Kapitel 1: Täglich gekreuzigt, immer mit offenen Armen

Täglich gekreuzigt, immer mit offenen Armen

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Komm, lerne ihn kennen. Von Ellen White

»Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll; und er hat sie gedeutet und gesandt durch seinen Engel zu seinem Knecht Johannes, der bezeugt hat das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus, alles, was er gesehen hat.«

Besser wir studieren die Offenbarung genauer, sorgfältiger und nehmen die Wahrheit darin ernster. Denn sie betrifft alle, die in diesen letzten Tagen leben. Direkt in die Pläne und Prinzipien von Gottes Gemeinde darf diese Wahrheit einfließen. Wenn wir dies Buch aufmerksam studieren, mit offenem Herzen für das, was Gott uns sagen will, wird die offenbarte Wahrheit uns heiligen. Um uns zum Studium dieses Buchs zu ermutigen, sagt Gott: »Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.«

Die Offenbarung wird von vielen als ein Buch mit sieben Siegeln betrachtet. Nicht wenige Geistliche halten sie für unverständlich. Doch wir dürfen durchaus etwas über sie verstehen. Auf keinen Fall dürfen wir aufgrund ihrer rätselhaften Bilder unser Studium aufgeben. Jesus kann uns das Verständnis öffnen. Die Seligpreisung für die Leser, Hörer und Hüter dieser Weissagungen, darf uns gelten.

Die Offenbarung wurde an die sieben Gemeinden in Asia geschrieben, die Gottes Gemeinde in der ganzen Welt repräsentierten. »Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asia: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Fürst der Könige auf Erden!«

In die Einsamkeit der Insel Patmos verbannt, durfte Johannes Jesu Gegenwart erleben. Wie tröstlich sind die Worte des gealterten Apostels, die er den Gemeinden seines Retters schreibt: »Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu einem Königreich gemacht hat, zu Priestern vor seinem Gott und Vater, dem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!«

»Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Stämme der Erde.« Ob wir gerettet oder verloren sind, einmal werden wir den Retter in seiner ganzen Schönheit sehen und seinen Charakter verstehen. Bei seinem zweiten Kommen wird jedes Herz zur Einsicht kommen. Die sich von ihm weg dem Unbedeutenden auf dieser Erde zugewendet haben, Eigennutz und weltliche Ehre suchten, werden am Tag seines Kommens ihren Fehler eingestehen. Das sind jene, die der Offenbarer »alle Geschlechter der Erde« nennt, die »wehklagen um seinetwillen«. Geben wir uns nicht damit zufrieden, zu »den Geschlechtern der Erde« gerechnet zu werden. Unser Heimatrecht ist doch im Himmel! Halten wir daher an der Hoffnung fest, die uns vom Evangelium gebracht wird.

»Die ihn durchbohrt haben.« Das bezieht sich nicht nur auf die Männer, die Jesus durchbohrten, als er am Kreuz auf Golgatha hing, sondern auch auf alle, die ihn heute durch böses Reden und unrechte Taten durchbohren. Täglich erleidet er die Todesqualen der Kreuzigung. Täglich durchbohren Männer und Frauen ihn, indem sie sich gegen seinen Willen sträuben und ihn dadurch in ein schlechtes Licht rücken.

Der HERR möchte uns zu Männern und Frauen machen, die mit Jesus Christus verbunden sind. Nur wenn unsere natürliche Veranlagung durch seine Gnade gemildert und gebändigt wird, werden wir ihn nicht ständig von neuem kreuzigen. Unser Retter führte auf dieser Erde ein makelloses Leben. Er ist unser Vorbild. Wenn wir ihm heute folgen und immer tun, was er will, werden wir mit ihm in der kommenden Welt ewig zusammenleben. Behalten wir ihn daher stets im Blick. Dann ist Jesu Verherrlichung unser Lebenssinn, das große Ziel, das Christen aller Zeitalter beseelt hat. Wenn wir danach streben, ist uns unser ewiges Heil gewiss. Lernen wir ihn kennen, denn ihn richtig zu kennen, bedeutet Frieden, Freude und ewiges Leben.

»Ich bin das A und das O, spricht Gott der HERR, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.«

»Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen.«

In seinem hohen Alter redete der Apostel unaufhörlich von Jesus. Da die Menschen es müde waren, auf diese Weise an ihre hartnäckige Weigerung Jesus als ihren Retter anzunehmen, erinnert zu werden, verbannten sie ihn nach Patmos, wo sie ihn nicht mehr hören mussten. Auf dieser einsamen Insel war er aber nicht für Jesus außer Reichweite. Dort erhielt er eine wunderbare Offenbarung über seinen Retter und über das, was noch auf die Erde zukommen würde. Dort schrieb er auch die Visionen auf, die wir im Buch Offenbarung lesen können – einen Bericht, der so lange aktuell ist, bis sich alles Vorausgesagte erfüllt hat.

Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des HERRN«, schreibt der Prophet von Patmos, »und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea. Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße gleich Golderz, wie im Ofen durch Feuer gehärtet, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Schreibe, was du gesehen hast und was ist und was geschehen soll danach. Das Geheimnis der sieben Sterne, die du gesehen hast in meiner rechten Hand, und der sieben goldenen Leuchter ist dies: Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind sieben Gemeinden.«

Es mag uns wundersam erscheinen, dass Jesus sich Johannes so völlig offenbarte, merkwürdig, dass er sich so an die Gemeinden wandte. Doch gilt nicht der Gemeinde, schwach und fehlerhaft wie sie ist, Jesu höchste Fürsorge? Ständig wacht er über sie mit zärtlicher Liebe und stärkt sie durch seinen Heiligen Geist. Lassen wir als Glieder seiner Gemeinde unser Denken von ihm prägen? Erlauben wir ihm mit uns seine herrlichen Ziele zu erreichen? Achten wir auf seine Botschaften an die Gemeinde? Treffen wir lieber den Entschluss, unter denen zu sein, die ihn bei seinem Kommen freudig begrüßen, statt unter denen, die »wehklagen um seinetwillen«! Machen wir unsere Erlösung fest, indem wir uns nach dem richten, was er seiner Gemeinde sagt.

Jesus bringt der Gemeinde das Trostwort: »Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen. Ich komme bald; halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme! Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.« (Offenbarung 3,10-12)

Dem Überwinder ist eine Krone verheißen, die ihre Pracht für immer behält und ein Leben, das so lange dauert, wie Gottes Leben. »Wer überwindet«, erklärt Jesus, »dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.« (Offenbarung 2,7) »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.« (1. Korinther 2,9) Streben wir danach, in das Reich unseres Herrn aufgenommen zu werden. Studieren wir die Gute Nachricht, die Jesus persönlich Johannes auf der Insel Patmos überbrachte, das Evangelium mit der Überschrift: »Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in Kürze geschehen soll.« Denken wir immer daran: »Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.«
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Signs of the Times, 28. Januar und 4. Februar 1903


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