Donnerstag, 15 August 2019 – 19:53 Uhr

Was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen? (Teil 1): Lass Gottes Liebe in dein Herz

Lass Gottes Liebe in dein Herz

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Ein Erfahrungsbericht. Von Margaret Davis

Vorspann: Unsere aussichtslose Lage

»Einmal wurde Jesus von einem angesehen Mann gefragt: Guter Rabbi, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?« (Lukas 18,18 NEÜ) …

Das ist die wichtigste Frage im Leben. Es ist wichtig, dass wir sie stellen und dann eine Antwort in Gottes Wort finden.

»Er aber sprach zu ihm: … Willst du … zum Leben eingehen, so halte die Gebote! Da fragte er ihn: Welche? Jesus aber sprach: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter; und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten; was fehlt mir noch?« (Matthäus 19,17-20)

»Jesus fühlte sich zu diesem jungen Mann hingezogen. Er wusste, dass er es ernst meinte, als er sagte: ›Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend an.‹« DA 519 (LJ 512)

Es handelte sich um einen guten, aufrichtigen jungen Mann. Er hatte nicht getötet, gestohlen, gelogen oder Ehebruch begangen. Aber er hatte ein Problem!

»Sein Gesetzesverständnis war äußerlich und oberflächlich. Nach menschlichem Ermessen hatte er einen untadeligen Charakter. Äußerlich war sein Leben in hohem Maße frei von Schuld. Er glaubte wirklich, dass sein Verhalten tadellos sei. Dennoch hatte er insgeheim Angst, dass zwischen ihm und Gott nicht alles in Ordnung sein könnte. Dies veranlasste ihn zu der Frage: ›Was fehlt mir noch?‹« COL 391 (CGl 283)

»Jesus las im Herzen dieses Mannes. Ihm fehlte nur eines, aber das war ein lebensnotwendiges Prinzip. Er brauchte Gottes Liebe im Herzen. Würde dieser Mangel nicht behoben, würde ihm dies zum Verhängnis werden.« DA 519 (LJ 512,513)

Was bedeutet »lebensnotwendig«? Fürs Leben absolut erforderlich. Was braucht man, um zu leben? Der junge Mann brauchte nicht nur menschliche Liebe , sondern Gottes Liebe im Herzen. Menschliche Liebe kann sehr selbstsüchtig sein.

»Nur wer seine alles andere vereinahmende Eigenliebe loslässt, kann Gottes Liebe empfangen.« DA 519

»Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach! Als der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.« (Matthäus 19,21.22)

Jesus war sehr traurig, als er den jungen Mann weggehen sah.

»Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tod.« (Sprüche 14,12)

Der junge Mann war auf direktem Weg in den Tod, und er entschied sich, diesen Weg weiterzugehen. Er war sehr selbstsüchtig, wollte alle seine Reichtümer nur für sich und nicht mit anderen teilen. Er hatte Gottes Liebe nicht im Herzen.

»Wenn einer genügend Geld hat, um gut zu leben, und einen anderen in Not sieht und sich weigert zu helfen - wie soll die Liebe Gottes da in ihm bleiben?« (1.Johannes 3,17 NL)

»Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben! Denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.« (1. Johannes 4,7.8)

»Wenn du in dein Leben nicht den Grundsatz aufopfernder Liebe integrierst, den Hauptgrundsatz von Gottes Charakter, kannst du Gott nicht erkennen.« MB 25 (BL 24)

»Liebe ist das Fundament eines gottseligen Lebens. Was ein Mensch auch behaupten mag: Niemand liebt Gott wirklich, der seinen Bruder nicht selbstlos liebt. Doch diese Gesinnung erhält man nicht, indem man versucht, andere zu lieben. Man braucht Jesu Liebe im Herzen. Wer sein eigenes Ich in Jesus aufgehen lässt, aus dem sprudelt unaufhörlich Jesu Liebe hervor.« COL 384 (CGl 278)

»Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.« (Johannes 13,35)

»Wo Jesus im Herzen wohnt, kann es unmöglich an Liebe mangeln. Lieben wir Gott, weil er uns zuerst geliebt hat, werden wir alle lieben, für die Jesus gestorben ist.« COL 384

»Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.« (Römer 13,10)

Mein Nächster ist jeder Mensch, der meine Hilfe braucht. Mein Nächster ist meine Frau. Mein Nächster ist mein Kind. Wie behandele ich meinen Nächsten in der eigenen Familie? Liebe ich ihn wirklich mit Gottes Liebe? Wie sieht Gottes Liebe aus?

»Die Liebe ist langmütig und freundlich [auch wenn deine Kinder sich mal nicht führen lassen wollen und eine feste Hand brauchen, auch dann ist die Liebe weiter geduldig und freundlich], die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre [Bei solcher Liebe gäbe es keinen Familienstreit. Man würde geduldig alle Probleme besprechen, darum beten und eine Lösung finden], sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu [auch bei Meinungsverschiedenheiten oder wenn jemand uns verletzt], sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles [geduldig, freundlich, ohne Ärger oder Groll].« (1. Korinther 13,4-7)

»Liebe erträgt nicht nur die Fehler anderer, sondern schickt sich freudig in jedes Leid und alle Unannehmlichkeiten, die damit verbunden sind.« 5T 169 (Z5 178)

»Das was uns antreibt, [ist] die Liebe von Christus.« (2.Korinther 5,14 NGÜ)

An dieser Stelle höre ich oft: »Aber wir sind doch nur Menschen! Wie können wir so lieben?« Wenn wir nur Menschen sind, sind wir keine echte Christen. Christen haben Anteil an Gottes Wesen. Jesus, die Hoffnung der Herrlichkeit, ist in ihnen. Sie sind mit dem Weinstock verbunden, und deshalb erfüllt von Gottes Liebe, der ersten Frucht des Heiligen Geistes.

»Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.« (Römer 5,5)

»Viele täuschen sich selbst, denn das Prinzip der Liebe ist ihren Herzen fremd.« SD 49

»Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.« (1.Korinther 13,1-3)

Meine Kindheit

Ich wuchs in einer »christlichen« Familie auf, war das zweite von elf Kindern. Mein Vater erzog uns sehr streng. Wir mussten alles tun, was die Eltern und Gott sagten. Doch mein Vater konnte sich selbst nicht beherrschen. Wenn ihm jemand quer kam, wurde er schnell ungeduldig und oft sehr wütend. Er entschuldigte sein Versagen, indem er seine Kinder, seine Frau beschuldigte oder wer ihn auch immer zur Weißglut gebracht hatte. Gottes Liebe regierte ihn nicht!

Mein Vater wäre fest für die Wahrheit, an die er glaubte, eingestanden, ja, wenn nötig wäre er dafür sogar als Märtyrer gestorben, und doch hätte es ihm nichts genützt! Jemand mag zehn Bibelstunden am Tag geben und danach nach Hause gehen und mit seiner Familie streiten und immer noch glauben, ein Mitarbeiter Gottes zu sein. Wie traurig!

»Wir mögen aktiv sein und viel leisten, aber ohne Liebe – eine Liebe, wie sie in Jesu Herzen wohnte – können wir niemals zur Familie des Himmels gezählt werden.« COL 158 (CGl 108)

Ich machte meinen Eltern gerne Freude. Deshalb kam ich mit meinen Eltern gut aus. Ich dachte wirklich, ich sei auf dem Weg zum Himmel. Gern half ich ihnen bei den Aufgaben in unserem kinderreichen Zuhause und auf der Farm.

Heirat, Kinder und Mission

Nachdem ich verheiratet war und eigene Kinder hatte, fand ich es nicht mehr ganz so leicht. Mein Ehemann und ich hatten oft unterschiedliche Vorstellungen in der Kindererziehung. Dann stritten wir, und jeder bestand auf seiner Sicht. Ich meinte, ich verstünde mehr von Kindererziehung – schließlich hatte ich immer auf all meine jüngeren Geschwister aufgepasst. Mein Mann hatte keine Erfahrung mit Kindern, und wenn er selbstsüchtig war oder schroff mit ihnen umging, nahm ich es ihm übel.

Wenn die Kinder schwierig waren und wir ungeduldig oder ärgerlich wurden, meinten wir nun auch, die Kinder wären daran schuld! Andere bestätigen mir, dass es ihnen genauso geht. Wie traurig! Die Kinder tragen ihre eigene Schuld, wenn sie fehlen, und dazu noch die Schuld der Eltern. Trotzdem versuchten wir immer wieder, gute Eltern zu sein, aber wir erkannten nicht, dass wir uns lediglich auf unsere eigene menschliche Liebe stützen.

Zurück aus dem Missionsfeld

In den 70er Jahren kehrten wir von unserem Missionseinsatz in Indien zurück nach Hause und ich besuchte meine Eltern. Während meines Aufenthaltes bei ihnen brachten einige meiner Geschwister, die auch zu Besuch waren, das Thema Gerechtigkeit aus Glauben auf. Einige von ihnen hatten das Thema eine Zeit lang studiert. Sie hatten es mit meinem Vater diskutiert und dabei einige Gedanken geäußert, die sich von seinem Heilsverständnis offensichtlich unterschieden. Nun hoffte er, dass ich der Sache auf den Grund gehen könnte. Schließlich war ich die Frau eines Theologen! Ich war Missionarin! Bestimmt hätte ich eine Antwort darauf, meinte Vater.

Als dann meine Geschwister ihre neuen Erkenntnisse teilten, fragte mich mein Vater: »Margaret, haben sie Recht?« Aber jedes Mal konnte ich nur antworten: »Vati, ich weiß es nicht.« Ich hatte zwar für Gott gearbeitet, aber Gottes Wort hatte ich nicht wirklich studiert. O ja, ich las meine Bibel, aber ich wusste nicht, wie man sich so vom Wort ernährt, dass es einem Kraft im eigenen Leben gibt. Ich war eine oberflächlicher Leserin!

Als die Diskussion andauerte, wurde mein Vater immer besorgter. War seine Hoffnung auf den Himmel auf Treibsand gebaut? Sein Glaube bestand einfach aus dem Folgenden: Glaub an Jesus, gib dein Bestes, seinen Willen zu tun, dann wirst du schon nach und nach deine Sünden überwinden. Ist Heiligung nicht schlussendlich ein Lebenswerk? Bedeckt nicht Jesus unsere Sünden, solange wir mindestens versuchen, sie zu überwinden, wie viele es lehren?

So hatte mein Vater lange Zeit in seinem Leben versucht, seine Charaktersünden, Zorn, Ärger, Ungeduld, Streit und Lust in dem Glauben zu überwinden, dass er sich in einer rettenden Dauerbeziehung zu Jesus befand, in der Jesu Gerechtigkeit seine Sünden bedeckte, selbst wenn er diese noch wissentlich beging. Nun hörte er, es sei notwendig, ein gereinigtes Herz zu haben. Gottes Kraft könne ihn dann vor dem Sündigen bewahren. Denn Jesu Gerechtigkeit würde fortwährende Sünde nicht bedecken!

Im weiteren Verlauf der Diskussion war mein Vater nicht der einzige, der unruhig wurde. Ich wurde es auch, denn ich musste zugeben, dass ich von Gerechtigkeit aus Glauben nichts wusste. Meine Religion war der meines Vaters sehr ähnlich. Gib dein Bestes, Gottes Willen zu tun! Nun, meine Gewohnheitssünden schienen im Vergleich zu seinen gering zu sein, was den Eindruck eines siegreichen Lebens erweckte.

Angst vor dem Tod

Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt 78 Jahre alt und hatte ein Herzleiden, an dem er jederzeit hätte sterben können. Er wusste, dass nur Überwinder in den Himmel kommen, aber er überwand nicht! Er hatte noch einen 17-jährigen Jungen zu Hause, der zwölf Jahre nach den anderen Kindern auf die Welt gekommen war und der schwieriger war als alle anderen zehn Kinder zusammen. Verzweifelt, weil er sein Problem nun erkannte, rief er aus: »Margaret, hilf mir!«

»Überall sehnen sich Menschen nach etwas, was ihnen fehlt. Sie sehnen sich nach einer Kraft, die ihnen die Herrschaft über die Sünde gibt; nach einer Kraft, die sie von der Knechtschaft des Bösen befreit; nach einer Kraft, die Gesundheit, Leben und Frieden schenkt.« MH 143 (WG 98)

Als ich in die flehenden Augen meines Vaters blickte, wurde mir plötzlich klar, dass ich einem Sünder nichts anzubieten hatte. Ich hätte sagen können: »Streng dich noch ein bisschen mehr an, Papa!« Aber er hatte sich sein ganzes Leben lang Mühe gegeben. So wusste ich in jenem Augenblick, dass es nicht die richtige Antwort war. Also sagte ich nichts.

Auf der Suche nach dem rettenden Schatz

Als ich nach Hause ging, traf ich den Entschluss, meinem Vater irgendwie zu helfen. Ich begann, intensiv zu erforschen, was Christsein wirklich bedeutet. Am Anfang erschien es mir langweilig, aber ich blieb dran. Allmählich wurde die Bibel zu lebendigem Wasser und Brot für meine Seele.

»Indem sie sich von seinem Wort ernähren, stellen sie fest, dass es Geist und Leben ist. Das Wort überwindet die natürliche, irdische Natur und verleiht in Jesus Christus neues Leben.« DA 391 (LJ 383)

Als ich so studierte, fand ich Antworten, und zum ersten Mal erkannte ich, dass meine Frömmigkeit nur oberflächlich war, von der Kraft des Evangeliums aber hatte ich keine Ahnung gehabt. Ich konnte das Gesetz nach außen hin ganz gut halten, aber ich wusste nicht, wie ich mein Denken Gott so anvertrauen konnte, dass sein Geist meine Gedanken leiten und ich ihm im Glauben nachfolgen kann.

»Viele, die sich Christen nennen, sind nichts als Prinzipienreiter ... Das Wirken des Heiligen Geistes ist ihnen fremd.« COL 315 (CGI 228)

Weil ich von Natur aus harmoniebedürftig bin und man mir beigebracht hatte, zu tun, was meine Eltern und Gott sagten, war ich unmerklich dahin gekommen, mich auf meine Leistungen zu verlassen. Ich dachte, ich wäre ein erfolgreicher Christ.

»Die Menschen wissen über den Erlösungsplan weniger als über irgend etwas sonst. Sie brauchen mehr Information über dieses entscheidende Thema.« 4T 394

»Denn an Eifer für Gottes Sache fehlt es ihnen nicht; das kann ich bezeugen. Was ihnen fehlt, ist die richtige Erkenntnis. Sie haben nicht erkannt, worum es bei der Gerechtigkeit Gottes geht, und versuchen, durch ihre eigene Gerechtigkeit vor Gott bestehen zu können. Damit lehnen sie sich gegen Gottes Gerechtigkeit auf, statt sich ihr zu unterstellen.« (Römer 10,2.3 NGÜ)

»Wahrer Glaube eignet sich Jesu Gerechtigkeit an. Dann wird der Sünder mit Jesus zum Überwinder; denn er hat göttliches Wesen in sich aufgenommen, Göttlichkeit und Menschlichkeit haben sich miteinander verbunden.

»Wer in den Himmel kommen will, indem er das Gesetz aus eigener Kraft hält, versucht etwas Unmögliches. Kein Mensch kann gerettet werden, ohne es zu halten, aber er soll es nicht aus sich selbst tun. Dass er es halten will und tut, was Gott gefällt, soll Jesus ihn ihm bewirken.« 1SM 363,364 (FG1 383,384)

»Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.« (Epheser 2,8-10)

Als ich begann, meine Entdeckungen mit meinem Mann zu teilen, schloss er sich meiner Suche an. Er war seit zwanzig Jahren Geistlicher, hatte aber das Evangelium auch noch nicht am eigenen Leibe erlebt.

»Wir brauchen Klarheit über den Heilsplan. Nicht einer von hundert versteht die biblischen Wahrheiten zu diesem Thema für sich persönlich. Dennoch sind sie extrem notwendig für unser gegenwärtiges und zukünftiges Wohlergehen ...

»Der Feind Gottes und der Menschen will nicht, dass sie deutlich erklärt werden; denn er weiß: Richten die Menschen sich völlig nach ihnen, so ist seine Macht gebrochen.« RH 9-3-1889

Neues Leben beginnt und greift um sich

Bei unserem Studium fanden wir heraus, wie wir unser Herz Gott täglich geben können. Das veränderte unser Leben. Bald schon merkten unsere Kinder, dass Mama und Papa eine neue Kraft erlebten, und auch sie wollten geistliches Leben für sich selbst finden. Unser Sohn Arlen war 23, unsere Tochter Cheryl 21 und verheiratet, und unsere jüngste, Lorna 14.

Als Cheryl uns zu Hause besuchte, teilten wir unsere neue Erfahrung und unser neues Heilsverständnis mit ihr. Sie rief: »Danach habe ich mein ganzes Leben lang gesucht! Wie kann ich diese Erfahrung selbst machen?« Wir ermutigten sie, Zeit mit Jesus zu verbringen, ihn durch das Lesen seines Wortes und das Verstehen seiner Lehren wirklich kennenzulernen. Einige Wochen später rief sie mich an und sagte: »Mama, es nützt nichts! Ich lese nur Worte. Sie sagen mir nichts.« Auch sie war eine oberflächlicher Leserin. Ich ermutigte sie dranzubleiben, bis die Worte für sie zu lebendigem Wasser und Brot würden.

Unsere jüngste Tochter Lorna entschied sich, ein Jahr lang zu Hause zu bleiben und nicht zur Schule zu gehen, um die Bibel und die Schriften des Geistes der Weissagung zu studieren. Dieses Studium führte sie zu der Entscheidung, Gott nachzufolgen. Was für ein Segen!

»Im Kampf um das ewige ewige Leben, können wir uns nicht aufeinander stützen. Jeder kann das Brot des Lebens nur für sich selbst essen. Wer es aber persönlich zu sich nimmt, den wird dessen umwandelnde Kraft an Seele, Leib und Geist beleben und stärken.« (TM 385)

»Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt ... denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben.« (Röm 1,16.17 SLT)

Nachdem ich die Kraft des Evangeliums selbst erlebte, bat ich Gott, dass er mich zu meinem Vater und zu meiner ganzen Familie zurücksende. Ich sehnte mich danach, diese wunderbare Wahrheit der Erlösung, die ich gefunden hatte, mit ihnen zu teilen.

»Um andere von der Kraft von Jesu Gnade zu überzeugen, müssen wir sie am eigenen Herzen und im eigenen Leben erlebt haben.« (MH 469)

»Das Evangelium darf nicht als eine leblose Theorie dargestellt werden, sondern als eine lebendige, lebensverändernde Kraft. Gott möchte, dass seine Diener davon Zeugnis geben, dass der Mensch durch Gottes Gnade einen jesusähnlichen Charakter besitzen und sich an der Gewissheit freuen kann, von Gott überaus geliebt zu sein.« (HM 99)

Erste Schritte im Predigtdienst

Als ich meiner Familie von meiner Erfahrung erzählte, war ich sehr dankbar, dass meine Vater und meine Mutteer die rettende Botschaft des Evangelium annahmen.

Einige meiner Geschwister sagten mir: »Das wird unser ganzes Leben verändern. Du darfst das nicht für dich behalten. Würdest du es auch unseren Freunden erklären? Würdest du in unserer Gemeinde sprechen?« »Ich? In der der Gemeinde sprechen?« Ich hatte bisher nur mit Kindern gearbeitet und noch nie einen Vortrag in einer Gemeinde gehalten. Aber ich wusste, dass ich in meinem Glaubensleben einen Schatz gefunden hatte. So betete ich und bat Gott, mir meine Angst zu nehmen und Mut zum Sprechen zu schenken.

Gleich am nächsten Morgen sollte ich in der Gemeinde einen Vortrag halten. Die Angst war wie weggeblasen! Dann wollten die Leute ein weiteres Treffen am Nachmittag und auch am Abend. Danach kam der Prediger zu mir und sagte: »Ich habe so viel studiert und versucht, Gerechtigkeit aus Glauben zu verstehen, aber ich habe es nie richtig begriffen. Jetzt verstehe ich es und weiß, was Hingabe an Gott bedeutet.«

»Es ist wichtig, dass eine Sache deutlich verstanden wird: Menschen wollen sich oft deshalb nicht nach der Wahrheit richten, weil sie verwirrende Ideen über sie gehört haben und nicht wissen, wie sie sich für Jesus öffnen und sich auf ihn einlassen können. Sie hungern nach genauer Anleitung, wie man Christ wird.« Ev 152 (Ev 151)

»Lasst euch nicht durch irgendetwas von der folgenden Frage ablenken: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen? Es ist eine Frage auf Leben und Tod mit ewigen Auswirkungen.« 1SM 171 (FG1 180)

»Erforscht, ja durchforscht die Bibel mit hungrigen Herzen!« COL 111 (CG1 72)

»Eine Scheinhoffnung ist euer sicherer Untergang.« 1T 163,164 (Z1 51)

»Viele wissen durchaus, dass ihnen etwas Entscheidendes fehlt. Sie lesen, beten und fassen Entschlüsse, aber machen doch keine Fortschritte. Sie scheinen der Versuchung hilflos ausgeliefert zu sein. Warum? Weil sie nicht tief genug gehen. Sie wollen sich gar nicht vollständig bekehren, sodass reine Wasserbäche aus ihnen hervorsprudeln würden und ihr Verhalten ein Beweis dafür wäre, dass Jesus im Innern regiert. Alle Charakterfehler haben ihren Ursprung im Herzen: Stolz, Eitelkeit, Jähzorn und Habsucht entspringen dem fleischlichen Herzen, das nicht durch Jesu Gnade verwandelt wurde.« OHC 336

Das fleischliche Herz, die fleischliche Gesinnung, kann das geistliche Gesetz nicht befolgen, nur den Buchstaben des Gesetzes. Das war auch die Erfahrung des Paulus vor seiner Bekehrung. Wem fehlte das richtige Verständnis der Gerechtigkeit noch? Zum Beispiel Nikodemus. Was hat Jesus ihm gesagt?

Fortsetzung folgt.


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