Mittwoch, 06 Oktober 2021 – 08:25 Uhr

Rom und die Impfpflicht: Erst die Impfung, dann der Weltklimatag

Erst die Impfung, dann der Weltklimatag

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Adventisten zwischen Staunen, Vorsicht, Trendsetting und Widerstand. Von Dr. Alberto Treiyer, Theologe, Autor und Experte auf den Gebieten Heiligtum und apokalyptische Prophetie

Der Vatikan hat bereits Impfpässe für den Zutritt zum Vatikan gefordert. Ab 1. Oktober wird nun auf Anordnung des »sanften« und »freundlichen« Papstes Franziskus allen, die im Vatikan arbeiten und sich nicht impfen [oder testen] lassen, der Lohn gestrichen. [Für die Schweizergardisten gilt sogar eine ausnahmslose Impfpflicht.] Das diene dem »Gemeinwohl«, und sei ein vernünftiges Mittel, um angeblich das aktuelle Pandemievirus auszurotten.

Maßnahmen zur Rettung des Planeten

Die Frage ist, ob sie nicht mit derselben »Dringlichkeit« die Maßnahmen umsetzen werden, die ihrer Meinung nach erforderlich sind, um den Planeten zu retten. Der Gipfel in Glasgow nächsten Monat (1.–12. November), an dem auch der Papst selbst teilnehmen wird, will mit dem gleichen Druck, mit dem man die Impfung durchsetzt, nun auch die Maßnahmen durchsetzen, die man für wichtig hält, um die Welt in einen grüneren Planeten zu verwandeln. Wenn wir uns nicht um dieses gemeinsame Gut kümmern, in dem wir leben, so wird argumentiert, würde es mehr Pandemien geben. Wir müssten ein Klima schaffen, in dem wir gesund leben könnten. Das Ass im Ärmel des Papstes ist der Sonntag als Tag der Erde, als Öko-Tag, als Familientag. Wird er es jetzt schon wagen, dieses Ass auszuspielen? Er hat ihn in einer Enzyklika thematisiert, die er in der ganzen Welt an Regierungskreise verschickt hat.

Gestützt durch die katholische USA

In den USA gibt es immer noch 70 Millionen ungeimpfte Menschen. Doch die Anwälte, die sich für sie einsetzen und sich auf Religions- und Gewissensfreiheit berufen, werden in New York nicht angehört. Ein lokales Gericht und nun auch der Oberste Gerichtshof der USA (der mehrheitlich katholisch ist) haben solche Klagen abgewiesen, weil es sich um eine Notwendigkeit handele, die das Gemeinwohl betreffe. Die Impfung sei eine vernünftige Sache und komme allen zugute. Aber ist das nicht das gleiche Argument, mit dem man den Planeten schützen will? Die Absicht der menschlichen Kontrolle ist also global, und Joe Biden [ebenfalls Katholik] wird auch zu diesem Gipfel mit konkreten Vorschlägen gehen, die sich vorerst auf die Abschaffung umweltschädlicher Brennstoffe beschränken. Hier stellt sich eine weitere Frage: In Europa gibt es Treibstoffknappheit und die Preise steigen. Wird es dadurch nicht schwieriger, die drakonischen Maßnahmen durchzusetzen, die man gegen umweltschädliche Emissionen ergreifen will?


Adventisten ringen um die richtige Antwort

Und unsere Kirche? In der australischen Vereinigung von Southern New Wales verlangt man nun von Mitarbeitern ebenfalls eine Impfung. Ist das falsch? Nun, ich bin nicht derjenige, der diese Entscheidung trifft. Ich stelle hier einfach als geimpfter Pastor ein paar Fragen: Wird es für viele, die sich auf Gewissens- und Religionsfreiheit berufen, nicht schwierig werden, ihre radikale Position gegen diese Impfung aufrechtzuerhalten? Die Website Fulcrum7.com bedauert diese Entscheidung der südaustralischen Vereinigung. Aber sie vertritt im konservativen Spektrum eine so radikale Position, dass sie sie nur unter größter Anstrengung beibehalten kann. Ich frage mich, ob sie am Ende ihren Kurs nicht in Frage stellen wird. Der Impfstoff ist nicht das Malzeichen des Tieres, und der inzwischen schon religiös anmutende Kampf gegen ihn könnte die Position vieler für die Zeit schwächen, wenn das wahre Malzeichen des Tieres kommt. Laufen wir vielleicht Gefahr, alle Munition vorzeitig zu verschießen, sodass wir sie nicht mehr haben, wenn wir sie wirklich brauchen? Gott steh uns bei!


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