• Wenn sich der Tonfall verschärft: Drache oder Lamm?

    Drache oder Lamm?

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    Brexit, Greta und Co. Wie wir dem Sog in Politik und Gemeinde standhalten können. Von Kai Mester

Mittwoch, 09 Oktober 2019 – 09:42 Uhr

Wenn sich der Tonfall verschärft: Drache oder Lamm?

Drache oder Lamm?

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Brexit, Greta und Co. Wie wir dem Sog in Politik und Gemeinde standhalten können. Von Kai Mester

Ich glaube, kaum einer spürt es nicht. Die Diskussionen werden heißer, der Tonfall emotionsgeladener. Die Parlamentsdebatten zum Brexit im britischen Unterhaus, die Rede von Greta Thunberg vor der UNO, um nur zwei Beispiele zu nennen. Die Ängste werden größer, deshalb auch die Wut und der Zorn.

Das Buch der Offenbarung prophezeit, dass es am Ende gar nicht darum gehen wird, auf welcher Seite dieser politischen Debatten wir uns befinden. Die eigentliche Kontroverse wird zwischen zwei Wesensarten geführt werden: die des Drachen oder des Lammes mit ihren zwei Städten: Babylon und dem Neuen Jerusalem.

Der Drache wird als gewalttätiges Tier beschrieben, das darauf lauert, ein Kind zu fressen (Offenbarung 12,3.4), gemeint ist Jesus. Der Drache wird als Satan bloßgestellt, der die Welt verführt (Vers 9), die Gläubigen verklagt und mit großem Zorn verfolgt (12,10-17). Wut und Zorn ist seine Wesensart. Seine Stadt Babylon, sein Machtsystem, verführt schon seit Jahrhunderten wie eine Hure die Machthaber der Erde und ihre Völker. Womit? »Mit dem Zorneswein ihrer Hurerei« (14,8). So produziert der Drache Chaos (= Babylon) und reißt schließlich seine Opfer in den ewigen Untergang (20,8-9).

So wird auch die Wut und der Zorn von heute zu mehr Chaos, Angst und Terror führen.

Ganz anders das eigentliche Hassobjekt, gegen das Satan kämpft: das Kind, das er fressen will. Wenn die Offenbarung die Wesensart des Opfers hervorhebt, das der Drache sich ausgesucht hat, porträtiert sie ein Lamm. In der Vision wird zwar ein »Löwe aus dem Stamm Juda« angekündigt (5,5). Doch die Überraschung ist dann groß, als dieser Löwe gar kein Raubtier ist, sondern ein geschlachtetes, pflanzenfressendes Lamm, der Inbegriff der Sanftheit, Zerbrechlichkeit und Gewaltlosigkeit (5,6). Aber genau das ist Gottes Logik: »Meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.« (2. Korinther 12,9)

Genauso besteht seine Armee nicht aus bis an die Zähne bewaffneten Soldaten, die Leben nehmen, sondern aus Menschen, die wie Jesus ihr Leben für andere geben (6,9.11). Sie haben ihre Kleider hell gemacht im vergossenen Blut des Lammes (7,14), sie haben wie Jesus um ihre Feinde geweint (7,17) und gebetet (5,8) und »haben ihr Leben nicht geliebt bis hin zum Tod« (12,11). Ihre einzige Verteidigung gegen den Drachen ist entweder Flucht (12,14) oder Martyrium (6,9; 18,24) sowie die geistliche Waffenrüstung mit dem »Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes« (Epheser 6,17). Sie geben dadurch Zeugnis, dass sie die Wesensart des Lammes in sich tragen, denn sie »folgen dem Lamm nach, wohin es geht« (Offenbarung 14,4).

Feinde lieben, Hassern wohltun, Flucher segnen, für Beleidiger beten, Schlägern die andere Wange bieten, Räuber beschenken, sich großzügig über Egoisten erbarmen, das ist das Programm des Lammes. So ein Programm setzt Angstverlust voraus. »Liebe treibt die Furcht aus.« (1. Johannes 4,18) Und wer sich von Jesus die Angst vor dem Tod hat nehmen lassen (Hebräer 2,14.15), der wird nicht mehr wütend oder zornig über Menschen, die anders ticken als er. Sein ganzes Wesen ist nur noch Erbarmen.

Wenn die Offenbarung an einigen Stellen vom grimmigen Zorn Gottes und des Lammes spricht (6,16.17; 11,18; 14,10.19; 15,1.7; 16,1.19; 19,15), macht sie deutlich, dass das Ende des Drachen und seiner Anhänger schlimmer sein wird, als das, was sie dem Lamm und seinen Anhängern zugefügt haben. Gerade um sie davor zu bewahren, hat Gott ja sein Lamm geschickt. Gottes Waffen sind nicht Tod und Vernichtung, sondern sein lebenspendendes, unbesiegbares Wort. Die einzige Vernichtung, die angesichts dieses Wortes möglich ist, besteht in der Zurückweisung dieses Wortes. Und die hat wahrhaft schrecklichere Auswirkung als aller menschlicher Zorn.

Wenn Jesus am Ende der Zeit kommt, wird er kein Blut vergießen. Sein Kleid ist nur in sein eigenes Blut getaucht (19,3). Er kommt, um alle zu retten, die sich nach seiner Rettung sehnen. Denn er selbst hat gesagt: »Und wer meine Worte hört und bewahrt sie nicht, den richte ich nicht; denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette. Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht an, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten Tage.« (Johannes 12,47.48)

Die Wut und der Zorn der Welt bahnen sich leider auch ihren Weg in Gottes Gemeinde. Tatsächlich lösen die politischen Fragen dort sogar ähnliche Debatten aus, und das mit zunehmend emotionsgeladenem Tonfall. Deshalb warnte schon damals der Apostel Paulus, möglicherweise mit einem Augenzwinkern: »Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.« (Galater 5,15)

Besinnen wir uns daher auf die Wesensart des Lammes. Denn nur sie wird siegen. Alles andere wird dem Zorn auf ewig anheimfallen, wenn Gott die freie Entscheidung der Menschheit akzeptiert und seinen Geist völlig von den Sündern zurückziehen muss. Schauen wir auf das Lamm! Dann werden wir reingewaschen von aller Angst, allem Hass und aller Gewalt, auch vor und gegenüber uns selbst. Dann werden wir jungfräulich und unbefleckt von dem, was unsere Seele zerstört (Offenbarung 14,4).

»Fürchte dich nicht und lass dir nicht grauen! Denn der HERR dein Gott, wird selber mit dir ziehen und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen, bis du jedes Werk für den Dienst im Hause des HERRN vollendet hast. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Lass deine Hände nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein. Wie an einem festlichen Tage nehme ich von dir hinweg das Unheil, dass du seinetwegen keine Schmach mehr trägst. Fürchte dich nicht, glaube nur! Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst!« (5. Mose 1,21; 31,6; 1. Chronik 28,20; Jesaja 41,10; 43,1; Zefanja 3,16; Markus 5,36; Offenbarung 2,10)


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