• Vor der großen Prüfung: Die Wiederherstellung Israels – der Gemeinde

    Die Wiederherstellung Israels – der Gemeinde

    audio iconBild: Adobe Stock – vvvita

    Wir nähern uns dem Ende der Weltgeschichte. Doch bevor dieses Werk abgeschlossen wird, hat Gott durch seine Propheten vorausgesagt, dass Großes in seiner Gemeinde geschehen wird. Gott wird sein Volk erneuern und zu wahrer Frömmigkeit bringen – wollen wir an diesem Werk teilhaben? Von Waldemar Laufersweiler

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Mittwoch, 22 Juni 2016 – 07:46 Uhr

Das Massaker von Orlando und seine Folgen: Schicksalsschwere Begegnung im Nachtclub

Schicksalsschwere Begegnung im Nachtclub
Schwulenszene und Terrorismus aus biblischem Blickwinkel. Von Kai Mester – Bild: mediterranean - Adobe Stock

Das Massaker in Orlando macht betroffen und nachdenklich. Omar Mateen hat am 12. Juni 2016 in einem Schwulenclub in Florida 49 Menschen mit einem Sturmgewehr ermordet und 53 verletzt, bevor ihn die Polizei niederschoss. Durch einen Telefonanruf bei der Polizei bekannte er sich zum Islamischen Staat (IS), auch wenn es so scheint, dass er ein »einsamer Wolf« war, der sich im Internet selbst radikalisiert hatte.

Die Begegnung zwischen Homosexualität und islamistischem Terrorismus rückt zwei große Themen unserer Zeit in unmittelbare Nähe zueinander und wirft Fragen auf: Welche Motive bewegen Menschen zu Hass und Gewalt gegen Homosexuelle? Wie wird man versuchen, solchen Anschlägen in Zukunft besser vorzubeugen? Welche Antworten gibt die Bibel für den Umgang mit Homosexualität und den Menschen, die sie praktizieren? Was ist Gottes Plan für die menschliche Sexualität gewesen? Diesen und anderen Fragen geht dieser Artikel nach.

Feindbilder: Islamisten und Homosexuelle

Als Anders Breivik 2011 auf der Insel Utøya in Norwegen 77 Menschen erschoss, war sein Feindbild der Islam und sein Anliegen, den »Massenimport der Muslime« nach Europa zu stoppen. Spätestens seit der Flüchtlingswelle ab dem Sommer 2015 hat dieses Feindbild viele Europäer auf die Straße getrieben, um dasselbe Ziel auf mehr oder weniger gewaltlose Weise zu erreichen.

Omar Mateen war die klassische Verkörperung dieses Feindbilds. Um solchen Terroranschlägen vorzubeugen, möchte man, dass die Muslime in ihren Ländern bleiben. Omar Mateen richtete seine Waffe wie Breivik auf Menschen. Doch auf ganz andere. Es waren Menschen, die nicht nur im Orient, sondern auch im Westen von gewissen Teilen der Gesellschaft als Bedrohung angesehen werden, weil sie für den neuen Wertewandel stehen: die Homosexuellen. Warum werden sie als Bedrohung angesehen? Weil sie das in Frage stellen, was für Abrahams leibliche und geistliche Nachkommen Jahrtausende galt, nämlich dass Kinder bei einem leiblichen Vater und einer leiblichen Mutter aufwachsen, die sich zuvor das Ja-Wort gegeben haben, »bis der Tod euch scheide«. Die Homosexuellen sind heute die Vorreiter einer inzwischen sogar frei wählbaren, wechselnden sexuellen Identität mit mehrfachem, schnellem Partnerwechsel innerhalb nur eines Tages. Beides wird immer populärer und in den Medien geradezu verherrlicht. Dieses Blutbad war also dem schwulen Feind geschuldet.

Dieses Feindbild ist uralt, mindestens so alt wie der Patriarch, in dessen Erbe sich alle Muslime sehen und dessen Glauben sie angenommen haben. Es war der Erzvater Abraham, der nach der Schlacht von Siddim die Bewohner der Städte Sodom und Gomorra aus der Kriegsgefangenschaft befreite, weil sein Neffe Lot unter ihnen war. Diese Städte waren wegen ihrer sexuellen Freizügigkeit und vor allem ihrer Homosexualität bekannt, weshalb sie schließlich laut Genesis im Inferno untergingen. Noch bis heute wird Homosexualität in vielen Sprachen deshalb als »Sodomie« bezeichnet.

Gegen solche Menschen, neuzeitliche Geistesverwandte Sodoms, richtete sich Omar Mateens Hass. Aber er ist nicht allein. Gegen diese Menschen richteten sich auch die Worte des Baptistenpredigers Roger Jimenez aus Sacramento. Er sagte in seiner Sonntagspredigt: »Die Tragödie ist, dass nicht mehr von ihnen gestorben sind … Dass er seine Sache nicht zu Ende bringen konnte, tut mir dann doch ein wenig leid … Als Christen sollten wir nicht traurig sein, dass Menschen, die widernatürliche Unzucht treiben, gestorben sind … Ich wünschte, die Regierung würde sie alle zusammentreiben, sie gegen eine Wand stellen und ihnen von einem Erschießungskommando eine Kugel durch den Kopf jagen lassen.« (Siehe Washington Post, 15. Juni und zahlreiche andere Nachrichtenquellen) 

Hoppla! Welcher Jesusjünger kann sich denn mit so einer Aussage identifizieren? Nun, die meisten fordern keine derart radikalen Maßnahmen. Sie überlassen diese Grausamkeiten lieber dem Jüngsten Gericht. Aber die Grundeinstellung?

Jedenfalls haben plötzlich Terroristen und Bibelchristen ein gemeinsames Feindbild. Oder anders gesagt: Namhafte Medien haben die Gelegenheit, eine Schublade mit diversen Schlagwörtern zu etikettieren, die für Terroristen und Bibelchristen gleichermaßen gelten. Homophobie ist da durchaus nicht das Einzige, was draufsteht.

Endzeitliche Entwicklungen: Freiheit und Vertrauen schwinden

Schon seit dem 11. September ist zu beobachten, wie die ganze Welt im Krieg gegen den Terror Gesetze erlässt, die die Freiheit des Einzelnen immer weiter einschränken und das Szenario aus der Offenbarung überhaupt erst denkbar machen. Denn die Offenbarung prophezeit, dass eine Gruppe von Menschen kurz vor Jesu Wiederkunft starker religiöser Diskriminierung ausgesetzt sein würde, und das weltumspannend. Sie würden nicht mehr kaufen und verkaufen können. Auch das ist dank Smartphones erst heute immer vorstellbarer geworden. Am Ende soll ihnen sogar die Todesstrafe drohen (Offenbarung 13,16.17)

Um Attentate durch einsame Wölfe zu verhindern, müssen alle Menschen darauf eingeschworen werden, verdächtige Gestalten in der Nachbarschaft oder im Freundes- und Familienkreis frühzeitig zu melden. Einen anderen Schutz gibt es kaum. Denn solche selbsternannten Terroristen können plötzlich und ohne Absprache mit anderen handeln. So werden die Zeiten von NSDAP und Stasi bald wieder zurückkehren. Mal ehrlich: Durch Facebook und andere Netzwerke ist ein Bespitzeln und Aushorchen ja schon fast unnötig geworden! Wir hängen eben selber schon alles an die große Glocke.

Wer in Verdacht gerät, ein potenzieller Terrorist zu sein oder, in einem zweiten Schritt, im Internet Inhalte zu verbreiten, die die Seele eines einsamen Wolfes zu einem Terroranschlag motivieren könnte, mag die Macht dieser Gesetze zu spüren bekommen. Hausdurchsuchung, Inhaftierung, Sorgerechtsentzug ohne Gerichtsverfahren wären drei mögliche Beispiele.

Christliche Homophobie hinterfragt

Doch was mich eigentlich beschäftigt, ist unsere adventistische Einstellung zur Homosexualität. Sind wir tatsächlich homophob wie jener Baptistenprediger? Oder gibt uns die Bibel ein anderes Modell, Homosexualität gedanklich und emotional einzuordnen?

»Wenn Gott Amerika jetzt nicht straft, muss er sich bei Sodom und Gomorra entschuldigen«, so soll die Ehefrau von Billy Graham einmal gesagt haben. Ist der Terrorismus vielleicht nun endlich dieses Strafgericht, auf das viele so lange gewartet haben? Gibt es nicht gar Aussagen von Ellen White, die Terroranschläge eben als Vorgeschmack für das letzte Strafgericht beschreiben? Sie sprach jedenfalls schon vor 100 Jahren von einstürzenden Wolkenkratzern in New York und dem Hochmut ihrer Erbauer. Eine Warnung an Bankiers und Wirtschaftsbosse? Und nun Orlando. Ist es eine Warnung an die immer selbstbewusster und fordernder auftretende Schwulenszene? Können wir mit dieser göttlichen Warnung christliche Abscheu und Phobie gegen Homosexuelle und die ganze LGBT-Gemeinde rechtfertigen?

Die biblischen Gräuelsünden

Homosexualität gilt bei vielen Christen als Gräuelsünde. Und tatsächlich, die Texte lassen sich nicht leugnen: »Du sollst bei keinem Mann liegen, wie man bei einer Frau liegt, denn das ist ein Gräuel.« Allerdings wird neben Inzest, Sex mit Tieren und Menschenopfer auch der klassische Ehebruch als eines der Gräuel bezeichnet, die im selben Kapitel aufgezählt werden (3. Mose 18,22.26.27.29; 5. Mose 12,31). Erstaunlicherweise haben sich die meisten Christen emotional an Ehebruch schon besser gewöhnt als an homosexuelle Sünden. Erstaunlich, weil man sich an Sünde ja nie gewöhnen soll und auch weil es nicht gerechtfertigt ist, eine bestimmte Sünde, die mir ganz natürlich gegen den Strich geht, mit besonderer Abscheu entgegenzutreten.

Zu den Gräuelsünden gehört auch Transvestismus und Travestie. Ja möglicherweise treibt auch die Mode hier so manches Spiel mit einem Großteil der Gesellschaft: »Eine Frau soll keine Männersachen auf sich haben, und ein Mann soll keine Frauenkleider anziehen; denn jeder, der dies tut, ist dem HERRN, deinem Gott, ein Gräuel.« (5. Mose 22,5) Bei Frauen, die wie Männer gekleidet sind, schüttelt sich kaum noch einer. Bald wird auch der umgekehrte Fall keinen mehr mit der Wimper zucken lassen. Soweit ist es den Modezaren schon gelungen. Wechselt die Mode für die Frauen, dann ist die neue Männermode manchmal erstaunlich der vorherigen Frauenmode ähnlich, damit sich heterosexuelle Augen möglicherweise erst mal verirren. Zufall oder Plan?

Ebenso wird es in der Thora als Gräuelsünde bezeichnet, die Frau wieder zu heiraten, von der man sich hat scheiden lassen; Götzendienst und okkulte Praktiken werden dort Gräuelsünden genannt, aber auch das Fälschen von Maßen und Gewichten sowie Schweinefleisch zu essen (5. Mose 24,4; 5. Mose 7,25.26; 18,9-12; 25,13-16; Jesaja 65,4).

Interessant ist zudem diese Auflistung: »Diese sechs hasst der HERR, und sieben sind seiner Seele ein Gräuel: stolze Augen, eine falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen, ein Herz, das böse Pläne schmiedet, Füße, die schnell zum Bösen laufen, ein falscher Zeuge, der Lügen ausspricht, und einer, der Zwietracht sät zwischen Brüdern.« Oder: »Böse Gedanken sind dem HERRN ein Gräuel, aber freundliche Reden sind ihm rein … Wer sein Ohr abwendet vom Hören auf das Gesetz, dessen Gebet sogar ist ein Gräuel.« (Sprüche 6,16; 15,26; 28,9)

Diese Texte geben niemand das Recht, Homosexuelle zu hassen. Wenngleich sie vor Homosexualität und ihren für Familien zersetzenden Folgen warnen, hasst Gott diese Sünde nicht mehr als viele andere gefährliche Sünden auch. Doch Gott hasst Sünde ja gerade deshalb, weil er den Sünder liebt und retten will.

Und was ist mit der Todesstrafe?

Nun pflichten viele aber Roger Jimenez bei und sagen: Homosexuelle haben wirklich die Todesstrafe verdient. Die Bibel selbst sagt: »Wenn ein Mann bei einem Mann liegt, als würde er bei einer Frau liegen, so haben sie beide einen Gräuel begangen, und sie sollen unbedingt getötet werden; ihr Blut sei auf ihnen!« (3. Mose 20,13) Und um diesem Gebot nachzukommen, braucht der Staat Menschen, deren Herz nicht zu weich ist.

Dem halten viele entgegen, die Zeit der Gottesherrschaft (Theokratie) sei nur im Alten Testament gewesen. Seit Jesu erstem Kommen sei die Todesstrafe auf den Jüngsten Tag verschoben. Gott habe sich als Richter zurückgezogen. Nun, diese Meinung kann ich nicht teilen. Denn Jesus verkündigte den Anbruch der Gottesherrschaft schon hier auf Erden. »Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte. Man wird nicht sagen: Siehe hier! oder: Siehe dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.« (Lukas 17,20.21) Seine Grundsätze sind schon jetzt von denen umzusetzen, die sich ihm angeschlossen haben: »Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden.« (Matthäus 6,10) Einer der Grundsätze der Gottesherrschaft im Neuen Testament ist: Sanftmut statt Todesstrafe. Das zeigt Jesu liebevoller Umgang mit der Ehebrecherin Maria Magdalena. Damit war er das große Vorbild für den Umgang mit jedem Sünder, der innere Heilung braucht. Jesus hat sie nicht einmal gefragt, ob ihr ihre Sünde leid tut. Er sagte einfach: »Ich verurteile dich auch nicht. Geh hin und sündige hinfort nicht mehr!« (Johannes 8,11)

Rehabilitierung von Gräuelsündern

In diesem Sinne versteht auch Paulus Gottes Reich:

»Täuscht euch nicht: Menschen, die in sexueller Unmoral leben, Götzen anbeten oder die Ehe brechen, Lustknaben und Knabenschänder, Diebe oder Habsüchtige, Trinker, Lästerer oder Räuber werden keinen Platz im Reich Gottes haben. Und das sind manche von euch gewesen. Aber durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes seid ihr reingewaschen, seid ihr geheiligt, seid ihr gerecht gesprochen worden.« (1. Korinther 6,9-11 Neue evangelistische Übersetzung)

Unter den frühen Christen waren sogar ehemalige Lustknaben und Knabenschänder. Jedenfalls wurden selbst Homosexuelle, die sich an Teenagern vergriffen hatten, von Paulus nicht des Todes würdig befunden, sondern hatten ein Anrecht schon hier und jetzt auf Gottes Reich durch Reinwaschung, Heiligung und Rechtfertigung. Denn Gott »will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen« (1. Timotheus 2,4). Wegen dieser Grundeinstellung haben ja Siebenten-Tags-Adventisten auch in den Hochsicherheitstrakten der Gefängnisse bei den Schwerverbrechern nicht selten lebendige Gemeinden. Wären wir für die Todesstrafe, würde unsere Arbeit dort wenig Sinn machen.

Warum gab es die Todesstrafe überhaupt?

Weshalb finden wir im Gesetz des Mose dann überhaupt die Todesstrafe? Paulus beantwortet auch diese Frage: »Es ist ja offenbar, dass ihr ein Brief des Christus seid … geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens … tüchtig gemacht … zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.« (2. Korinther 3,3)

Ja, der Buchstabe auf den steinernen Tafeln hat das Todesurteil über viele Sünder gesprochen. Im Gesetz des Mose gab es diesen »Dienst der Verdammnis«, der »weggetan« ist: die Todesstrafe. Gerade dieser Dienst der Verdammnis führte ja dazu, dass man den Messias verdammte und kreuzigte. Was jedoch vom Gesetz des Mose »bleibt«, ist der »Dienst des Geistes« und der »Hoffnung«. Gottes Geist im Menschenherzen hat schon viele von ihrer Sünde frei gemacht. Wo der Geist des HERRN im Herzen ist, da ist Freiheit von Sünde, aber auch Freiheit, dass Menschen Gottes Geist der Selbstlosigkeit aus ihren Herzen aussperren und einen anderen, sündigen Lebensstil führen (Vers 8.11.12.17). In ihre Herzen kann dann keine Freiheit und Hoffnung dringen. Deshalb werden sie den selbst gewählten Gerichten anheimfallen und das ewige Leben verlieren, wenn sie sich nicht von ihren Sünden bekehren.

Die Todesstrafe ist genauso wie Krieg, Monarchie, Sklaverei usw. ein Teil des menschlichen, sündigen, ja oft dämonischen Staats- und Gesellschaftssystems. Mit ihr konnte Gott das Töten aber weitgehend aus privater Hand verbannen. Trotz Todesstrafe gab er dem Volk Israel ein Strafrecht, das weitaus humaner und barmherziger war, als das der umliegenden Völker. Hätte er die Gewaltlosigkeit sofort eingeführt, hätte das Volk die Blutrache wieder ganz in eigene Hände genommen.

Dem grausamsten Stamm der Israeliten, dessen Stammesvater Levi sich schon durch das Massaker in Sichem (1. Mose 34) einen Namen gemacht hatte, gab Gott durch Mose einen eigenartigen Befehl: In seinem Namen sollten die Leviten unter den Anbetern des Goldenen Kalbs Brüder, Freunde und Nachbarn umbringen. 3000 Mann starben (2. Mose 32). Damit zähmte er jedoch den grausamen Zug im Temperament der Nachkommen Levis. Als »Belohnung« ließ er nämlich die Leviten nicht mehr ins Kriegsheer, sondern ins Priesterheer einziehen. Damit hatte er ihnen die Waffe aus der Hand genommen und sie in besonders enger Weise mit dem Erlösungsplan vertraut gemacht, der sich im Heiligtum offenbarte. Später wurden sie sogar die Bewohner der Zufluchtsstädte, in der Menschen, die aus Versehen jemand getötet hatten, vor Blutrache sicher waren. Ein tiefes Thema!

Homosexualität im Tierreich

Gerne wird homosexuelles Verhalten im Tierreich zitiert, um Homosexualität als etwas Natürliches darzustellen. Doch sollte das ein Grund sein, dieses Verhalten nachzuahmen? Es gibt ja genügend andere Verhaltensweisen im Tierreich, die wir ebenso wenig nachahmenswert finden. Genau diese Umorientierung vom herrlichen, wunderschönen Plan Gottes zur Nachahmung der Tiere hat Paulus beschrieben:

»Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild, das dem vergänglichen Menschen, den Vögeln und vierfüßigen und kriechenden Tieren gleicht. Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren, sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen!« (Römer 1,22-25)

Sex, wie Gott ihn meint

In Gottes ursprünglichem Plan ist Lust die Frucht selbstlosen Liebens; in Satans Plan ist Lust die Frucht egoistischen Missbrauchs. Selbstlose Liebe ist aber nicht das einzige Merkmal von göttlichem Sex. Selbst atheistische Biologen werden zustimmen, dass Sex anatomisch und physiologisch in erster Linie der Fortpflanzung dient, aber auch ein starkes Bindungspotenzial an den Partner hat, vor allem wenn man diesen noch nie gewechselt hat. Auch atheistische Psychologen und Pädagogen erkennen, wie wichtig feste Bindungspersonen für die gesunde körperliche und seelische Entwicklung kleiner Kinder, aber auch Jugendlicher sind.

Doch unsere Wegwerf- und Konsumgesellschaft wird immer bindungsloser und sprunghafter. Zwar gibt es unter Homosexuellen auch monogame Paare, die ihrem Partner bis zum Tod treu bleiben – das soll es auch im Tierreich zum Beispiel unter homosexuellen Schwänen geben. Doch neigen Männer durch das Hormon Testosteron eher dazu, sexuell initiativ zu sein. Auch die sexuelle Erregungskurve ist steiler. Studien ergaben, dass Männer häufiger an Sex denken als Frauen, öfter Sex und mehr Partner wollen. Dass Schwule deshalb durchschnittlich mehr Sex und mehr Partner haben als der Rest der Bevölkerung, wundert daher nicht.

Der Apostel Paulus sieht in der Fortpflanzung eine wichtige Erfüllung der Sexualität. Er schreibt ihr sogar eine Heilsfunktion zu: »Die Frau … wird aber selig werden dadurch, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung.« (1. Timotheus 2,14)

Es gibt Studien, die zeigen, dass durch Schwangerschaft und Geburt im Gehirn der Frau große Änderungen vor sich gehen. Daher das enorme Einfühlungsvermögen und die sprichwörtliche Mutterliebe. Ob das mit dem zu tun hatte, was Paulus an Timotheus schrieb?

Sexualität kann eigentlich nur ihr volles Potenzial entfalten, wenn sie verantwortungsbewusst unter Rahmenbedingungen gelebt wird, die für heranwachsende Kinder optimal sind, nämlich mit einem liebevollen Elternpaar, das sich ein Leben lang treu bleibt.

Unsere Gesellschaft im Um- und Abbau

Die Welt, in der wir leben, macht es immer schwieriger, ein idyllisches Familienleben zu führen und als Ehepaar und Familie zusammenzuhalten. Unser ganzer Lebensstil ist dem entgegengesetzt. Ständig teilen sich die jungen Glieder der Familie nach Altersgruppen auf, selbst in unseren Kirchengemeinden. Jeden Morgen verlassen fast alle das Haus. Man teilt sich auf in Krippe, Kindergarten, Grundschule, höhere Schule, Universität, Arbeitsplatz. Auch die Freizeit verbringen viele automatisch mit den Menschen, mit denen sie die meisten Stunden am Tag zusammen sind, also außerhalb der Familie.

So befindet sich die Familie, ja die ganze Gesellschaft in einem Um- und Abbauprozess. Scheidung und Abtreibung werden ständig leichter; letztere ist leider auch in adventistischen Kliniken praktisch immer auf Wunsch möglich. Voreheliche Beziehungen und wilde Ehen sind inzwischen völlig normal, und auch in Kirchengemeinden keine Seltenheit mehr. Aktuell erobert die Schwulenehe die Herzen der Gesetzgeber. Gender Mainstreaming wird die Bildungspläne bald ganz durchsäuert haben.

Radikalisierung als Antwort auf den Niedergang einer Kultur

Angesichts dieses Kurses, den unsere Gesellschaft Richtung Bedeutungs-, Wahl- und Strukturlosigkeit fährt, radikalisieren sich immer mehr Menschen. In einem Artikel in der Zeit beschreibt der Autor, wie in dieser Welt »Normalzustand und Ausnahmezustand, Sinn und Wahnsinn der Moderne bruchlos ineinander übergehen – in eine Zwischenzeit, in der die alte Ordnung zerfällt, ohne dass eine neue in Sicht« ist. Der Terror entstehe im Vakuum der zerbrechenden Ordnung, er sei die barbarische Kehrseite von Verflüssigung und Auflösung. Der Hass entzünde sich »an allem, was die Welt angeblich noch weiter in den Ruin treibt und die ›natürliche Natur‹ auf den Kopf stellt: der Schwulenehe … dem Multikulturalismus, nicht zu vergessen die Zangengeburt der linken Revolte, der Angriff von Feminismus und Gendertheorie auf die zeitlose Ewigkeit der patriarchalen Ordnung.« (Thomas Assheuer, Die Zeit, 16. Juni 2016, »Woher kam sein tödlicher Hass?«)

Als einzige Stadt im Nahen Osten zählt inzwischen Tel Aviv in Israel zu den wichtigsten Schwulenmetropolen auf diesem Planeten. Das Land ist umgeben von muslimischen Ländern, in denen das patriarchalische Familienmodell des Erzvaters Abraham noch prägend ist. Nicht nur deshalb ist Israel für Muslime das Symbol des unmoralischen Westens. Der Kampf zur Befreiung Palästinas ist zum Kampf geworden gegen die Gottlosigkeit eines, so paradox es auch klingt, jüdischen Kreuzfahrerstaats, eines Vorpostens vom bösen Westen.

Viele Muslime, die selber in der westlichen Kultur leben, empfinden, obwohl sie nicht besonders religiös sind, die hiesige Dekadenz als Bedrohung ihrer Familien, ihrer Kinder, ihrer Gesellschaft. Nicht wenigen fehlt auch die Standkraft, sich dieser Attraktionen persönlich zu erwehren, was zu Selbstverachtung führen kann. Eine Radikalisierung hin zur Gewalt kann die Konsequenz des dadurch entstandenen Hasses sein. Nicht anders ist es bei Nichtmuslimen, nur dass die Radikalisierung und die Gewalt zum Teil anders geschehen und andere Folgen haben.

Paulus: Mahnstimme gegen Päderastie?

Paulus lebte in einer hellenistischen Kultur. In den Großstädten Ephesus, Korinth, Athen und Rom frönten viele Bürger der Päderastie, hatten also ihre Lustknaben. Das sibyllinische Orakel sagt, dass unter den Völkern der Antike nur die Juden keine Lustknaben besaßen. Und tatsächlich: Paulus hat als Jude viel gegen Unzucht und Hurerei zu sagen, heute würden wir sagen: gegen sexuelle Zügellosigkeit oder verbotene sexuelle Beziehungen. Manche meinen nun, diese Unzucht beziehe sich im Bereich der Homosexualität ausschließlich auf Prostitution und die Tradition der Lustknaben, die ja minderjährig waren und ihre Dienste meist passiv leisteten. Dem widersprechen aber die Ausführungen des Apostels im Römerbrief:

»Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur Unreinheit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren … denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; gleicherweise haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.« (Römer 1,24-26)

Hier ist nichts von einer Ausbeutung minderjähriger Lustknaben zu erkennen, sondern der Text spricht von gleichberechtigter Aktion unter Frauen und unter Männern.

Was ist die Alternative zum Hass?

Von allen biblischen Schreibern scheint Paulus sich am eingehendsten mit dem Phänomen der Homosexualität befasst zu haben. Welche Empfehlungen gibt er für den Umgang mit sexuellen Sünden und Sündern? Bietet er eine Alternative zu Hass und Gewalt? Schauen wir uns seine Empfehlungen näher an.

»Der Leib aber ist nicht für die Unzucht, sondern für den HERRN, und der HERR für den Leib. Flieht die Unzucht! … wer … Unzucht verübt, sündigt an seinem eigenen Leib … um aber Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau und jede ihren eigenen Mann haben … Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit … Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht soll nicht einmal bei euch erwähnt werden, wie es Heiligen geziemt« (1. Korinther 6,13.18; 7,2; Galater 5,19; Epheser 5,3)

»Tötet daher … Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist; um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams; unter ihnen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr in diesen Dingen lebtet … Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet … Einem Gerechten ist kein Gesetz auferlegt, sondern Gesetzlosen … Gottlosen und Sündern, Unheiligen … Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern, Lügnern, Meineidigen und was sonst der gesunden Lehre widerspricht … Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett unbefleckt; die Unzüchtigen und Ehebrecher aber wird Gott richten!« (Kolosser 3,5-7; 1. Thessalonicher 4,3; 1. Timotheus 1,10; Hebräer 13,4)

Paulus warnt in diesen Texten nur vor der Sünde, nicht vor dem Sünder. Es gibt allerdings auch eine Stelle, die eine Ausnahme bildet: Vor einer einzigen Sorte von Unzüchtigen warnt er den Menschen. Es sind die, die sich gleichzeitig in der Gemeinde als Bruder bezeichnen lassen.

»Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr keinen Umgang mit Unzüchtigen haben sollt; und zwar nicht mit den Unzüchtigen dieser Welt überhaupt, oder den Habsüchtigen oder Räubern oder Götzendienern; sonst müsstet ihr ja aus der Welt hinausgehen. Jetzt aber habe ich euch geschrieben, dass ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen lässt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt ihr nicht einmal essen.« (1. Korinther 5,9-11)

Jesu enger Kontakt mit den Sündern

Für die anderen Sünder hat uns Jesus ein Beispiel gegeben. Das Beispiel der Ehebrecherin Maria Magdalena wurde schon genannt. Auch auf ihre Tat stand laut Gesetz des Mose die Todesstrafe. Doch nachdem Jesus ihre Ankläger fortgeschickt hatte, indem er sagte: »Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!«, verurteilte er sie auch nicht, obwohl er der einzige Sündlose in der Menge gewesen war. »Sieben Dämonen« hatte er von ihr ausgetrieben. Sie war die »Sünderin«, die ihn im Haus des Pharisäers Simon aus Dankbarkeit salbte und unter Tränen unaufhörlich die Füße küsste (Johannes 8,7; Markus 16,9; Lukas 7,37.45). Doch sie war nicht die einzige Sünderin, deren Gesellschaft sich Jesus nicht schämte:

»Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Jesus aber, als er es hörte, sprach zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das heißt: ›Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer‹. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße … Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und die Huren kommen eher in das Reich Gottes als ihr!« (Matthäus 9,11-13; 21,31)

Seelsorgerezept: Erbarmt euch in Furcht!

So ist es geradezu der Auftrag aller Jesusjünger, sich unter die Sünder zu mischen, um viele zu retten: »Erbarmt euch derer, die zweifeln. Andere reißt aus dem Feuer und rettet sie; anderer erbarmt euch in Furcht und hasst auch das Gewand, das befleckt ist vom Fleisch.« (Judas 22.23)

Dieser Vers zeigt ein wichtiges Prinzip: Wir sind gerufen zu helfen. Ja! Doch gilt es dabei ständig auf der Hut zu sein. Wie oft hat ein Seelsorger schon in der Zweisamkeit regelmäßiger Seelsorgegespräche seine Unschuld verloren. Ein Grund, weshalb ein Seelsorger nie alleine eine Frau beraten sollte und eine Seelsorgerin nie alleine einen Mann. Doch heutzutage kann auch die gleichgeschlechtliche Seelsorge unter Umständen riskant sein.

Deshalb schrieb Paulus: »Lasst uns anständig wandeln wie am Tag … nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid; sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden! … Ich bezwinge meinen Leib und mache ihn zum Sklaven, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.« (Römer 13,14; 1. Korinther 9,27)

Was Heiligkeit wirklich bedeutet

Gott der HERR spricht: »Denn ich bin der HERR, euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig« (3. Mose 11,44) Allzu oft wird heilig definiert als »abgesondert, ausgesondert für einen besonderen Zweck«. Doch ist das alles? Auch eine Mistgabel wäre demnach heilig. Und Gott selbst wurde sicherlich niemals abgesondert oder ausgesondert für einen besonderen Zweck. Dennoch ist er heilig. Wenn wir den Vers weiterlesen wird die Bedeutung klar: »und ihr sollt euch nicht verunreinigen«. Heilig heißt also auch »rein und sauber«. Heilige sind daher Reine, ein revolutionärer Gedanke, wie ich finde.

Angesichts von Orlando ist gelebte Reinheit umso gefragter. Nicht nur Homosexuelle und Islamisten brauchen diese Reinheit, sondern alle Menschen. Jede Minute geschehen Morde, Selbstmorde, Vergewaltigungen und andere Verletzungen und die Welt rast weiter Richtung Abgrund. Die Erde sehnt sich nach Erleuchtung durch Jesu Herrlichkeit, Heiligkeit, Reinheit offenbart in Jesusjüngern, »die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht … die jungfräulich rein sind« (Offenbarung 18,1; 14,4). Die Schönheit von Gottes Charakter ist unendlich attraktiv. Sein Wesen, sein Geist, seine Gesinnung, offenbart im Blut des Lammes, bieten Heilung und Freiheit für alle an.

Hass oder selbstlose Liebe?

Gegen das furchtbare Treiben auf dieser Erde hilft weder Hass noch Gewalt. Selbstlose Liebe ist die einzige Macht, die hier retten kann. Homosexuelle meinen, sie hätten die Liebe für sich gepachtet und den Krieg besiegt. Aber sie haben nicht die wahre Liebe. Muslime meinen, sie hätten die Liebe für sich gepachtet, beginnt doch fast jede Koransure mit den Worten »Im Namen Gottes des liebevollen Liebenden«. Zwar wird meistens übersetzt: im Namen Gottes des barmherzigen Erbarmers, doch beide arabischen Wörter leiten sich von derselben Wortwurzel ab, die in folgenden hebräischen Versen verwendet wird: »Ich will dich von Herzen lieben, o HERR, meine Stärke!« (Psalm 18,2) »Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarmt über ihren leiblichen Sohn?« (Jesaja 49,15) Es ist hier die Rede von der barmherzigen Mutterliebe. Doch leider verstehen auch die meisten Muslime Gottes Liebe nicht, und vor allem jene nicht, die sich vom Hass infizieren lassen.

Wahre Liebe erträgt alle Spannungen, glaubt allen Verheißungen, hofft auf die Rettung jedes Menschen, erduldet alles Leid. Wenn wir diese Liebe leben, wird es nicht so schnell gelingen, uns in eine Schublade mit gewaltbereiten Reaktionären zu stecken. Wir werden vielmehr als die bekannt werden, die Dämonen austreiben, also auch destruktive Gedankenmuster.

Der Besessene aus Gadara lief nackt, schreiend und gewalttätig umher. Die Dämonen, von denen er besessen war, zeigten ihr zerstörerisches Potenzial, als sie in die Schweine fuhren. Doch später saß der Mann bekleidet und vernünftig zu Jesu Füßen, was großes Staunen bei den Schweinehirten auslöste. Er hatte die Gesinnung des Lammes angenommen (Lukas 8,26-39).

Werden auch wir heute Nackte kleiden? Wird Jesus von uns sagen können: »Ich war nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet«? (Matthäus 25,37). Wir denken dabei immer an Menschen, die keine Kleider mehr haben. Doch mir scheint, als ob es heutzutage auch um Menschen geht, die ihre Kleider zunehmend als lästigen Ballast zur Seite legen oder auf ein ästhetisches Minimum an Quadratzentimetern reduzieren. Sie zu bekleiden, geht nicht auf dem direkten Weg. Erst einmal muss ihrer seelischen Nacktheit durchs Evangelium abgeholfen werden, und nicht durch eine plumpe Therapie, die sie von ihren Neigungen und Süchten befreien will. Denn Gott befreit nicht notwendigerweise von Neigungen und Versuchungen, und von Süchten und Sünden können nicht wir, sondern allein er befreien.

Werden wir den gewalttätigen Fremdling beherbergen? Wird Jesus von uns sagen können: »Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt«? (Matthäus 25,36) Wieder denken wir an den Fremdling, der ohne Bleibe auf der Straße schläft. Doch mir scheint, als ob es heutzutage auch um die Menschen geht, die in ihrer Bleibe vereinsamen und an dem Wertewandel der Gesellschaft zu zerbrechen drohen und deshalb heimatlose Fremdlinge sind.

Wenn Gott uns gebrauchen darf, um allen diesen Menschen zum Segen zu werden, dann haben wir die Warnungsbotschaft von Orlando verstanden.


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