• Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 56): Dämonen in der Bambushütte

    Dämonen in der Bambushütte

    Adobe Stock - Flavijus Piliponis

    Wo tanzen die Dämonen in deinem Leben? Von John Holbrook

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Freitag, 26 Dezember 2014 – 08:00 Uhr

Tawbuid-Projekt auf Mindoro: Endlich Heilung

Endlich Heilung

Bild: Chamille White - shutterstock.com

Wie der Hochländer mit der Bitte um Heilung kam, haben wir im Mai 2013 berichtet. Nun geht die Geschichte weiter. Die Schamanen konnten ihm nicht mehr helfen. Von John Holbrook

Ich kann dich retten!, dachte ich im Stillen. Bitte lass mich dich doch retten. Verzweiflung stand dem jungen Mann im Gesicht geschrieben. Vier Jahre lang war Robinson von Schamane zu Schamane gerannt, doch die Krankheit war nur schlimmer geworden. Schließlich war er in einem letzten verzweifelten Überlebensversuch zu den Tiefland-Batangan gekommen, wo er von mir hörte.

Du kannst gesund werden

»Ich habe eine gute Nachricht für dich und eine schlechte«, sagte ich, nachdem ich ihn untersucht hatte: »Die schlechte Nachricht ist, dass deine Knochentuberkulose höchstwahrscheinlich schon bleibende Schäden hinterlassen hat. Dein Rücken wird nicht mehr gerade werden. Aber die gute Nachricht ist, dass ich die Tuberkulose behandeln kann. Die Behandlung wird über ein Jahr dauern, aber du kannst wieder gesund werden. Du kannst leben!«

Als ich redete, blitzte eine Sekunde lang Hoffnung in seinen Augen auf – helle, lebenspendende Hoffnung. Doch dann schien sich eine noch tiefere Verzweiflung als vorher seiner zu bemächtigen. Er war immer noch im Griff des Schamanen. Dieser Schamane kochte vor Wut darüber, dass ich da war. Robinson wusste, wenn er sich von mir behandeln ließe, würde der Schamane seine Geister senden, um ihn zu töten. Zum ersten Mal in seinem Leben war die Hoffnung zum Greifen nahe. Nicht nur Hoffnung auf körperliche Heilung, sondern auf wahre Freiheit. Er wusste es. Aber er konnte nicht loslassen. Die Angst fesselte ihn stärker als jede Kette.

Als ich langsam wegging, war mir, als hörte ich Gott mit mir weinen und den Verlorenen in dieser Welt zurufen: Ich kann euch retten. Wenn ihr mir doch nur vertrauen würdet. Bitte, lasst mich euch doch retten. Aber für ihn konnte ich nichts mehr tun. Gott sei Dank ließ Gott sich dadurch nicht beirren.

Die Schamanen geben auf

In den nächsten beiden Jahren humpelte Robinson weiter von Schamane zu Schamane. Einmal überzeugte er sogar einen Schamanen, ihn ins Krankenhaus zu bringen. Da es kein christliches Krankenhaus war, willigte der Schamane ein. Leider stellte unser schlechtes Kreiskrankenhaus Robinson eine Fehldiagnose und es ging ihm immer schlechter. Bald hatte seine Tuberkulose seine Wirbel so geschwächt, dass sie anfingen sich aufzulösen. Der Druck auf sein ungeschütztes Rückenmark lähmte ihn von der Hüfte an abwärts. Das bittere Gebräu der Schamanen verursachte ihm lediglich Schmerzen, half aber nicht gegen die Krankheit.

Wie bei den Israeliten in der ägyptischen Sklaverei, so muss auch Robinsons Hilferuf vor den HERRN gekommen sein. Als ein weiterer Schamane unverrichteter Dinge aufgeben musste, bewog der HERR ihn dazu, Robinson zu einem besonderen Mann namens Eddie zu überweisen. Sowohl Eddie als auch seine Frau waren Schamanen, die im ganzen Hochland einen guten Ruf genossen.

Nachdem sie ihren Patienten einige Monate behandelt hatten, erkannte Eddie, dass er nicht in der Lage war, diese Krankheit zu kurieren. Doch anders als Robinsons frühere Schamanen war er bereit, seine Grenzen einzugestehen. »Bruder«, sagte Eddie, »ich muss zugeben, dass ich für dich nichts mehr tun kann. Ich selbst bin krank und kann mich nicht heilen. Es ist besser, du suchst bei jemand anders Hilfe.«

Der Ruf nach dem weißen Mann

Robinsons Herz machte einen Luftsprung. Dieser Schamane befreite ihn! Doch dann sank ihm wieder der Mut. Ich kann nicht laufen. Würde er kommen? Würde der weiße Mann kommen und mir helfen, wenn ich ihn benachrichtige? Gewiss. Er hat es mir bei unserer ersten Begegnung versprochen. Er hatte gesagt, er würde kommen, sollte ich je meine Meinung ändern.

Robinson wandte sich an Eddie und sagte: »Könntest du den weißen Mann in Balangabong zu mir schicken? Vielleicht verzeiht er mir, dass ich so viel Angst hatte. Ich weiß, er kann mir helfen.«

In der Hütte des Todes

So kam es, dass ich zwei Jahre nach meiner ersten Begegnung mit Robinson – es war wieder ein grauer, regnerischer Tag – Eddies kleine Hütte betrat. Ich kam mir vor wie in einem Dokumentarfilm über die Pest. Menschliche Körper lagen hier und da auf dem schmutzigen Boden, Käfer surrten hungrig und es fehlte nicht viel, so hätte der Gestank mich ebenfalls zu Boden geworfen.

Bei näherem Hinsehen stellte ich fest, dass alle in der Hütte noch am Leben waren, wenn auch gerade nur so. Zwei Erwachsene und zwei Kinder hatten die Masern und ihnen drohte allem Anschein nach ein tödlicher Ausgang. Andere husteten sich in den Ecken die Lunge aus dem Hals. Ihr Arzt, Eddie der Schamane, krümmte sich wegen eines Nierensteins. Nur Robinson schien gut gelaunt zu sein. Ein schüchternes Lächeln flog über sein Gesicht. Er starrte diesmal nicht auf den Erdboden unter seiner Hängematte. Stattdessen schien er vor Aufregung fast zu platzen. Er wollte mit mir diesen Ort des Todes verlassen.

Bevor ich irgendjemand behandelte, musste ich mit Eddie sprechen. Der hagere Schamane gestand seine Niederlage offen ein: »Bitte, helfen Sie mir!«, flehte er mich an. »Ich mache alles, was Sie sagen. Viele einflussreiche Hochländer kenne ich persönlich. Ich kann Sie ihnen vorstellen.«

Ich helfe unter einer Bedingung

»Ich werde Ihnen helfen«, versprach ich, »aber nur unter einer Bedingung. So lange ich Sie behandele, dürfen Sie keinerlei Zauberei anwenden.«

»Abgemacht«, schlug er ein. Dann gingen wir zu seinen Patienten: »Brüder«, sagte er zu ihnen, »ich bin krank. Sowohl meine Frau als auch ich haben versucht, meine Krankheit zu behandeln, aber es ist misslungen. Ich gebe meine Zauberei auf und bitte den weißen Missionar um Hilfe. Ich werde Sie nicht länger behandeln. Sie dürfen gehen, wohin Sie wollen, doch ich rate Ihnen ernstlich, es meinem Beispiel nachzutun und sich von dem weißen Mann behandeln zu lassen. Er wird Sie nicht zwingen, gegen Ihren Willen Christ zu werden. Aber Sie dürfen während der Behandlung keine Zauberarznei verwenden. Wenn Sie seine Hilfe wollen, können Sie weiter natürliche Heilmittel gebrauchen. Nur die Geister dürfen nicht angerufen werden.« Dann drehte er sich zu mir mit einem Blick, der besagte: »Fangen wir an?«

Durch Gottes Gnade hat jeder von denen überlebt, die in diesem Haus im Sterben lagen. Robinson kam mit mir nach Balangabong. Ein paar Tage, nachdem wir dort angekommen waren, sagte er mir, er habe schon entschieden, Christ zu werden, bevor er mich rufen ließ. Er habe alles nach alter Tradition versucht, was möglich war. Jetzt sei er für Neues bereit. Um den Beginn seines neuen Lebens zu kennzeichnen, änderte er seinen Namen auf Benson.

Da er die Behandlung so lange hinausgeschoben hatte, werden die meisten Schäden an Bensons Wirbelsäule von Dauer sein. Aber er macht langsame und stetige Fortschritte bei der Behandlung seiner Krankheit und in seinem geistlichen Wachstum.

Um Eddie und den anderen zu helfen, haben die Gläubigen in Balangabong ihre erste Missionarsfamilie ausgesandt. Abel und Jenebi Manzano leben nun seit letztem Monat bei Eddie und behandeln seine Patienten unter meiner Aufsicht. Alle, die mehr über den Gott wissen wollen, der nicht nur heilt, sondern auch ewiges Leben schenkt, bekommen von ihnen Bibelunterricht.

Aus: Adventist Frontiers, November 2014

http://www.afmonline.org/post/healing-at-last

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM). AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.
JOHN HOLBROOK möchte das eingeborene Bergvolk der Tawbuid auf der philippinischen Insel Mindoro erreichen.
www.afmonline.org


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