• Gemeinsam die Städte warnen: Warum wir einander brauchen

    Warum wir einander brauchen

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    Ein buntes Netzwerk von Segensdiensten. Von Ellen White

Freitag, 22 November 2019 – 08:19 Uhr

Gemeinsam die Städte warnen: Warum wir einander brauchen

Warum wir einander brauchen

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Ein buntes Netzwerk von Segensdiensten. Von Ellen White

Mit den Jahren wird immer deutlicher, dass Gottes Gerichte über die Welt gehen. Doch Gott übt seinen Zorn nicht ohne Gnade aus. Seine Hand ist noch ausgestreckt. Jetzt, wo die Städte der Nationen von Gerichten heimgesucht werden, hat Gottes Volk besonders die Gelegenheit, den Bewohnern dieser Städte die letzte Warnung zu bringen. Lange Zeit haben wir diese Zentren vernachlässigt. Doch nun wollen wir die verlorene Zeit mit ganzem Einsatz gutmachen, damit die Menschen erkennen: Gott kann ihr Eigentum, das sie bis zum letzten großen Tag ansammeln, durch eine einzige Berührung seiner Hand komplett vernichten.

Während die Botschaft in Großstädten verkündigt wird, gibt es vielfältige Aufgaben für unterschiedlich talentierte Helfer zu erledigen. Einige arbeiten auf eine Weise, andere auf andere. Der HERR lässt die Städte durch die gemeinsamen Bemühungen von Helfern mit verschiedenen Fähigkeiten bearbeiten. Wenn sie sich alle von Jesus ihre Anweisungen holen, statt sich auf menschliche Weisheit zu verlassen, wird keiner irregehen.

Die Aufmerksamkeit fesseln

Der HERR hat einigen seiner Diener die Fähigkeit gegeben, große Menschenmengen zu versammeln. Dies erfordert Feingefühl und Geschick. In den Städten von heute, wo es an Attraktionen und Vergnügen nicht mangelt, kann man das Interesse der Menschen nicht durch gewöhnlichen Einsatz wecken. Menschen, die Gott berufen hat, werden außerordentlichen Einsatz bringen müssen, wenn sie Aufmerksamkeit erregen wollen.

Wenn es ihnen gelingt, eine große Anzahl Menschen zusammenzubringen, können sie ihre Botschaft auf so unübliche Weise bringen, dass die Leute auf der vordersten Stuhlkante sitzen. Alle denkbaren Mittel sind einzusetzen, um die Wahrheit klar und deutlich herauszustellen. Wer die Entscheidungsbotschaft für diese Zeit eindeutig formuliert, kann die Zuhörer schockieren und in ihnen den Wunsch wecken, die Schrift zu studieren. Für das Werk des HERRN in den Städten, braucht man innere Ruhe, Beständigkeit und Hingabe bei seinen Aufklärungsbemühungen. Während man ernsthaft um bleibendes Interesse seiner Zuhörer ringt, hüte man sich dennoch sorgfältig vor allem, was an Sensationslust grenzt.

Mit schlichten Mitteln

Wir leben in einer Zeit, wo es scheinbar auf Übertreibung und Show ankommt. Man glaubt, man könne nur Erfolg haben, wenn man sich in Szene setzt. Doch Gottes auserwählte Boten dürfen beweisen, dass man mit unnötigen Ausgaben auch keine größere Wirkung erzielt. Wenn sie einfach, demütig und mit anmutiger Würde arbeiten und alles Theatralische vermeiden, wird ihre Arbeit einen bleibenden Eindruck zum Guten hinterlassen.

Man wird zwar mit Bedacht Geld für Werbung und den soliden Fortgang der Arbeit ausgeben müssen. Doch der Erfolg eines jeden Arbeiters liegt nicht in diesen Äußerlichkeiten, sondern in der vertrauensvollen Abhängigkeit von Gott, im aufrichtigen Gebet zu ihm um Hilfe, im Befolgen seines Wortes. Viel mehr Gebet, viel mehr Jesusähnlichkeit, viel mehr Übereinstimmung mit Gottes Willen braucht das Werk des HERRN. Äußere Show und ein aufwändiger Einsatz von Mitteln, wird die Arbeit nicht vollenden.

Vom Geist bevollmächtigt

Gottes Werk wird mit Vollmacht vorangehen. Dazu brauchen wir die Taufe des Heiligen Geistes. Gott wird schon zu den Reihen seines Volkes Menschen mit Fähigkeiten und Einfluss hinzutun, die ihren Beitrag zur Warnung der Welt leisten werden. Nicht alle in der Welt sind gesetzlos und sündhaft. Gott hat viele Tausend, die ihre Knie nicht vor Baal gebeugt haben. In den gefallenen Kirchen gibt es gottesfürchtige Männer und Frauen. Wäre dies nicht so, warum haben wir dann den Auftrag, die Botschaft zu verkündigen: »Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die Große … Geht hinaus aus ihr, mein Volk.« (Offenbarung 18,2.4) Viele aufrichtige Herzen ringen nach himmlischer Lebensluft. Sie werden das Evangelium erkennen, sobald es ihnen so schön und einfach gebracht wird, wie es sich in Gottes Wort befindet.

Persönliche Kontakte pflegen

Ebenso wichtig wie besondere öffentliche Einsätze ist die Haus-zu-Haus-Arbeit in den Familien. Durch die Verkündigung der Wahrheit in großen Versammlungen wird ein Forschergeist geweckt. Daher ist es besonders wichtig, dass dieses Interesse durch persönliche Arbeit wach gehalten und befriedigt wird.

Nur wer lernt, Gottes Wort gründlich zu studieren, wird die Wahrheit erfahren. Er braucht Hilfe, um auf sicherem Fundament zu bauen. Gottes Wort ist der beste Ratgeber. In dieser kritischen Zeit der eigenen religiösen Erfahrung ist es wichtig, dass gut geschulte Bibelarbeiter einem helfen und einem das Verständnis für die Schatzkammer von Gottes Wort öffnen.

Die Arbeit läuft am besten, wenn gleichzeitig mit den öffentlichen Versammlungen eine Ausbildung für Bibelarbeiter stattfindet. Bei dieser Ausbildung oder Stadtmission sollten erfahrene Arbeiter mit tiefem geistlichem Verständnis die Bibelarbeiter täglich unterrichten und sich auch von ganzem Herzen im Programm für die Öffentlichkeit engagieren. Wenn sich dann Männer und Frauen zur Wahrheit bekehren, dürfen die Leiter der Stadtmission mit viel Gebet diesen Neubekehrten zeigen, wie man die umwandelnde Kraft der Wahrheit im Herzen erfahren kann. Solch ein gemeinsamer Einsatz aller Arbeiter kann dann sein wie ein »Pfahl, der an sicherer Stelle fest verankert« wird (Jesaja 22,23 NL).

Wird die persönliche Arbeit vernachlässigt, lässt man sich viele wertvolle Chancen entgehen, die, wenn sie genutzt würden, die Arbeit entscheidend voranbringen könnten. Bei unserem Einsatz für die in den Städten lebenden Menschenmassen ist gründlicher Dienst unerlässlich. Die Arbeit in großen Metropolen übersteigt die Fähigkeiten eines Mannes. Gott arbeitet auf verschiedene Weise und hat seine Mitarbeiter mit verschiedenen Gaben ausgestattet. In einer Großstadt gibt es zum Beispiel bestimmte Menschengruppen, die nicht zu öffentlichen Versammlungen kommen. Sie gilt es aufzusuchen, denn der Hirte sucht nach seinen verlorenen Schafen. Sie brauchen sorgfältigen, persönlichen Einsatz.

Keine Angst vor Mitstreitern

Niemand meine, wenn ein anderer Arbeiter an den Ort geschickt wird, an dem er arbeitet, dass die Bemühungen des einen durch die Bemühungen des anderen zunichte gemacht würden. Einige werden die Wahrheit, wie sie von einem Arbeiter dargestellt wird, ablehnen, nur um ihre Herzen für die Wahrheit Gottes zu öffnen, wie sie vom einem anderen Arbeiter vermittelt wird. Ein Paulus kann pflanzen, ein Apollos kann bewässern, aber Gott schenkt das Gedeihen.

Der HERR würde sich freuen, wenn seine auserwählten Diener lernten, wie man sich gegenseitig harmonisch ergänzt. Die Bewohner der Welt brauchen einen entschiedenen Einfluss zum Guten. Einigen Arbeitern mag der Gegensatz zwischen ihren eigenen Talenten und denen eines Mitarbeiters unüberbrückbar groß erscheinen. Doch wenn sie sich vor Augen halten, dass es Menschen mit unterschiedlicher Denkweise zu erreichen gilt und dass der HERR ihr Helfer ist, werden sie in Einheit zusammenarbeiten. Ihre Talente, so unterschiedlich sie auch sein mögen, können alle vom selben Geist geleitet werden. In jedem Wort und Handeln werden sich Freundlichkeit und Liebe zeigen. Wenn jeder Arbeiter seine ihm zugewiesene Aufgabe treu erfüllt, wird Jesu Gebet um die Einheit seiner Nachfolger erhört werden und die Welt wird erkennen, dass es seine Nachfolger sind.

Review and Herald, 21. Februar 1907


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