Montag, 21 September 2020 – 08:25 Uhr

Constantino Ponce de la Fuente: Ein Sabbathalter wird Opfer der spanischen Inquisition

Ein Sabbathalter wird Opfer der spanischen Inquisition

Adobe Stock - Sina Ettmer :: Kathedrale von Sevilla

Über den Domprediger der Kathedrale von Sevilla. Von Jim Wood

Dr. Constantino Ponce de la Fuente war ein äußerst beliebter Prediger und begabter Autor. Er hatte als Kaplan des kaiserlichen Hofes fast ganz Europa bereist. Seine Kollegen schätzten ihn so sehr, dass er zum Domprediger der großen Kathedrale von Sevilla gewählt wurde – einem riesigen gotischen Bau, der bis heute als größte Kathedrale der Welt gilt. Wenn Constantino predigte, strömten große Menschenmengen herbei, um ihn zu hören.

Doch Dr. Constantino war ein Reformator, was sehr gefährlich war, wenn man in Sevilla wohnte, dem Zentrum der spanischen Inquisition.

Hier übernahmen Constantino und ein paar seiner Kollegen einige eher unkatholische Ansichten. Obwohl er das höchste Amt in der großen Kathedrale bekleidete, gründete er mit seinen Freunden, die von ihm so genannte »heimliche christliche Kirche«.

Constantino glaubte, dass Christen die Zehn Gebote halten sollen und dass sie durch das Gnadenwerk Gottes auch dazu befähigt sind, sie zu halten. Seiner Ansicht nach gehörte dazu ebenso, dass man den Sabbat am Samstag hält, am siebten Tag. Mitglieder der gerade erst neu gegründeten Gesellschaft Jesu – die Jesuiten – wurden durch die Predigten Constantinos misstrauisch. Das Amt der Inquisition forderte ihn mehrfach auf, zu seinen Lehren Stellung zu nehmen. Seine Freunde machten sich Sorgen. Er sagte ihnen: »Sie wollten mich verbrennen, mussten aber feststellen, dass ich noch zu grün bin.« Die Inquisitionsbeamten nahmen ihn schließlich im August 1558 fest und brachten ihn ins Inquisitionsgefängnis direkt außerhalb von Sevilla.

Getrennt von seinen Freunden und Unterstützern – und von den Menschenmengen, die früher seine Kathedrale füllten – fristete Constantino Ponce de la Fuente seine letzten Tage an diesem lebensgefährlichen Ort. Keine Menschenmengen hörten die letzten Worte vor seinem Tod im Februar 1560. Er wurde ein weiteres Opfer der spanischen Inquisition.

Aus: The Seventh Day, Part 4, LLT Productions, Angwin, Kalifornien

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