• Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 65): Emanuel wird Missionar

    Emanuel wird Missionar

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    … und erlebt Gottes heilende Kraft. Von John Holbrook

Montag, 15 Juli 2019 – 08:40 Uhr

Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 64): Blitzgeister

Blitzgeister

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Keine Angst mehr! Von John Holbrook

Krach! Bumm! Der Donner rollte immer wieder durchs Tal und hallte von den umliegenden Bergen wider.

»Ich habe Angst!«, weinte der kleine Remen und klammerte sich an seinen großen Bruder Waran.

Waran hatte auch Angst. Seine Augen waren weit aufgerissen, aber er zitterte nur ein wenig. Er musste ja seinem kleinen Bruder gegenüber Stärke beweisen. »Keine Sorge«, beruhigte Waran. »Es geht vorbei. Bald ist alles wieder ruhig, und die Sonne kommt wieder raus.«

»Aber Oma sagt, dass die Paroy-Geister den Donner machen«, wimmerte Remen. »Sie sagt, wenn jemand im Dorf die falsche Person heiratet, oder wenn wir zwei verschiedene Arten von Essen in den gleichen Korb legen, dann lässt der Paroy es donnern. Dann bricht unter unserem Haus eine Quelle mit Wasser auf und wird immer größer, bis sie uns verschlingt!«

Waran ertappte sich dabei, wie er zwischen den Stäben des Bambusbodens hinunterblickte, um zu sehen, ob das Wasser schon anfing zu sprudeln. Er hatte sich aufgerichtet. »Glaub doch so was nicht, Remen. Hast du nicht gehört, wie Papa gesagt hat, dass Jesus uns beschützt, jetzt, wo wir ihm nachfolgen? Erst heute Morgen hat Papa uns Psalm 23 beigebracht, damit wir ihn aufsagen können, wenn wir Angst haben. Ich glaube, er ging so: ›Der HERR ist mein Hirte.‹«

Gerade dann durchzuckte ein greller Blitz den Himmel und es tat einen gewaltigen Schlag. Der Himmel schien sich in zwei Hälften zu spalten. Ein bläulicher Kugelblitz erschien unter dem Vordach und begann um die Sparren zu tanzen. Remen schrie, und Waran wurde kreidebleich. Er wusste, dass dies der Paroy-Geist sein musste, der gekommen war, um sie zu bestrafen, weil sie auf die Seite Jesu gewechselt waren. Aber dann erinnerte er sich an den Psalm, den er begonnen hatte aufzusagen. »Der HERR ist mein Hirte«, flüsterte er.

Bei den Worten begann der Kugelblitz aufgeregt umherzutanzen und kam den Brüdern immer näher.

Verzweifelt versuchte sich Waran an den restlichen Wortlaut des Psalms zu erinnern. Aber er fiel ihm nicht ein. »Der HERR ist mein Hirte«, wiederholte er etwas lauter. Auch wenn das alles war, woran er sich erinnern konnte, so waren es doch Jesu Worte, und er vertraute auf ihn.

Als hätte er den Glauben gespürt, der in Waran stärker wurde, kam der Feuerball direkt auf ihn zu.

»Der HERR ist mein Hirte!«, rief Waran. Jesus würde sie retten, oder sie würden im Vertrauen auf ihn sterben.

In diesem Moment verschwand der Feuerball. Wenige Augenblicke später beruhigte sich auch der Sturm. Remen sah zu seinem großen Bruder auf. »Jesus hat uns gerettet, nicht wahr?«

»Ja«, antwortete Waran, und ein neues Vertrauen erfüllte sein Herz. »Jetzt wissen wir, dass Jesus sich immer um uns kümmern wird. Wir brauchen die Paroy-Geister nie wieder zu fürchten.«

Aus: Adventist Frontiers, 1. Juli 2019

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM).
AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.

JOHN HOLBROOK wuchs im Missionsfeld auf. Er half seiner Familie eine Gemeindegründungsbewegung unter dem Alanganvolk in den Bergen der philippinischen Insel Mindoro zu initiieren. Seit 2011 setzt John seine Fähigkeiten und seine Erfahrung ein, um das Evangelium den abgeschotteten Tawbuid-Animisten zu bringen, einem Stamm, der in der Nachbarschaft der Alangan lebt.

www.afmonline.org


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