• Leben im Überfluss in einer Scherbenwelt: Radikale Freude durch extreme Treue

    Radikale Freude durch extreme Treue

    film1In jeder Generation heben sich ein paar Leute von der egoistischen, unsicheren und unzufriedenen Welt ab. Sie kennen das Geheimnis eines zielstrebigen, strahlenden und erfüllten Lebens. Von Paul und Natasha Dysinger

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Montag, 24 Februar 2020 – 09:08 Uhr

Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 67): Der Schamane und die tanzende Katze

Der Schamane und die tanzende Katze

Adobe Stock - Ugo Burlini (Puerto Galera, Mindoro, Philippinen)

Keine Macht den bösen Geistern! Von John Holbrook

»Gott ist mächtiger als jeder Geist oder Schamane«, sagte Ramon nach vorne gebeugt. »Unsere Vorfahren lehrten, Gott habe uns nach der Ursünde verlassen. Aber das war eine Lüge der Geister, die uns Angst machen und Gottes Liebe und Frieden rauben sollte.«

Zwei Knopfaugen beobachteten Ramon aus dem dunklen Schatten im hinteren Teil der Hütte. Das breite Grinsen des alten Schamanen brachte seine Zähne zum Vorschein, die vom jahrelangen Betelnusskauen schwarz gefärbt waren.

»Habt keine Angst vor den Geistern!«, ermutigte sie Ramon. »Vertraut Gott. Er wird euch vor jedem noch so mächtigen Fluch schützen.«

»Hahahaha!«, lachte der alte Schamane im Dunkeln. »Du glaubst also, Gott könnte dich vor meinen Geistern beschützen? Pah! Gott hat schon seit der Ursünde nichts mehr mit uns zu tun. Keine fünf Minuten überlebst du, wenn ich einen meiner Geister gegen dich schicke!«

»Aber Großvater«, sagte Ramon, »Gott kam zu uns herab. Sein Sohn lebte unter uns, doch wir töteten ihn. Schon unsere Vorfahren erzählten diese Geschichte. Sie wussten nur nicht, dass Gott uns deshalb nicht verlassen hat. Sein Heiliger Geist ist immer noch hier. Gott beschützt jeden, der ihm vertraut.«

»Bah!«, rief der grauhaarige Schamane erneut und schlurfte aus der Hütte. »Erzähl diese Lügen noch ein bisschen, dann zeige ich euch, wie sehr Gott dich vor meinen Geistern schützen kann.«

Die Menge in der Hütte verstummte. Mit Schrecken erkannten sie, dass der verhutzelte alte Schamane, einen seiner Geister rufen würde, um Ramon zu töten. Ungerührt erzählte Ramon weiter von dem Gott, den ihre Vorfahren einst gekannt hatten. Ihre Neugier war größer als ihre Angst. So blieb der größte Teil des Dorfes, um zu sehen, was passieren würde.

Sie mussten nicht lange warten. Eine riesige grau gestreifte Katze sprang plötzlich in die Hütte. Sie stolzierte und tanzte durch den Raum, stürzte sich dann auf Ramon und traf ihn voll in die Brust. Ramon fiel nach hinten, und die Katze schien in ihm zu verschwinden.

Jetzt werde ich erfahren, wie wahr die Bibel wirklich ist, dachte Ramon, als er von Schwindel und Übelkeit ergriffen wurde. Entweder beschützt mich Gott vor diesem Geist oder ich werde im Vertrauen auf ihn sterben.

»Schauen wir mal, wie Gott dich beschützt!«, spottete der Schamane, als er in die Hütte zurückkletterte. »Mehr als fünf Minuten hast du nicht.«

Mit großen Augen beobachteten die Anwesenden das Geschehen, hin- und hergerissen zwischen Neugier und Entsetzen. Doch Ramon starb nicht. Er setzte sich auf und lehrte weiter. Zuerst leise, dann immer mutiger verkündete er Gottes Macht, und versicherte den Menschen, dass Gott sie liebt und beschützen wird. Übelkeit und Schwindel ließen nach, und sein Gesicht strahlte vor himmlischem Licht.

Nach einer Stunde wandte sich das Volk gegen den fassungslosen Schamanen. »Du hast uns betrogen! Wir wissen ja, dass deine Geister mächtig sind. Aber du hast behauptet, Gott hätte sich nach der Ursünde unserer Vorfahren von uns zurückgezogen. Du hast gesagt, deine Geister seien unsere einzige Hoffnung. Geld hast du uns aus der Tasche gezogen für Schutz und Heilung. Aber du hast versagt. Gott hat Ramon gerettet. Er ist stärker als deine Geister. Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen?«

Der verängstigte Schamane floh in die Nacht und ward in dieser Gegend nie mehr gesehen.

Aus: Adventist Frontiers, 1. Januar 2020

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM).
AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.

JOHN HOLBROOK wuchs im Missionsfeld auf. Er half seiner Familie eine Gemeindegründungsbewegung unter dem Alanganvolk in den Bergen der philippinischen Insel Mindoro zu initiieren. Seit 2011 setzt John seine Fähigkeiten und seine Erfahrung ein, um das Evangelium den abgeschotteten Tawbuid-Animisten zu bringen, einem Stamm, der in der Nachbarschaft der Alangan lebt.

www.afmonline.org


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