• Ultimative Freude: Abenteuergeschichten (1/8)

    Abenteuergeschichten (1/8)

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Montag, 20 August 2018 – 09:39 Uhr

Aus dem Leben eines modernen Missionars (Tawbuid-Projekt auf Mindoro – Teil 57): Hochzeit im Missionsfeld

Hochzeit im Missionsfeld

Bild - Adventist Frontiers

Wenn Heiraten missionarische Wirkung hat. Von John Holbrook

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»Hast du je schon mal so eine Hochzeit erlebt?«, rief Rosie aus und warf sich erschöpft, aber voller Freude in eine Hängematte. »Und das noch nach so vielen Wartejahren. Ich wusste ja, dass John und Rodelyn zusammen hier in Pandarukan aufwuchsen. Seine Eltern waren hier Missionare. Aber mir war nicht klar, wie viele Jahre sie schon Interesse aneinander hatten.«

»An diese Hochzeit wird sich der ganze Alangan-Stamm bestimmt noch lange erinnern, und die Tawbuid erst!«, stimmte Jula zu. »So etwas hab ich jedenfalls noch nie gesehen. Ich hätte nicht geglaubt, dass der alte Ramon durch irgendetwas aus der Fassung zu bringen ist. Aber er hatte tatsächlich Tränen in den Augen.«

»Ich weiß!«, sprudelte es aus Rosie hervor, »Zuerst hatte ich Angst, dass die Hochzeit langweilig werden würde. Das Paar erklärte nämlich, sie würden nicht die ganze Nacht durchtanzen, wie es im Tiefland Brauch ist. Natürlich geschieht in den dunklen Ecken außerhalb der Tanzfläche einiges, was nicht in Ordnung ist. Doch als Rodelyn mir erklärte, dass sie nicht einmal die beiden Familien zur traditionellen Geisterbefragung versammeln würden, konnte ich mir nicht vorstellen, was bei der Hochzeit überhaupt auf dem Programm stehen würde.«

»Der Spieleabend in dem großen Zelt hat ja viel mehr Spaß gemacht, als die spießigen Tänze!«, unterbrach Jula lachend. »Alle haben mitgespielt von den Kleinsten, die noch nicht mal wissen, was eine Hochzeit ist, bis zu den Großmüttern und Großvätern. Es war wirklich lustig. Die Älteren waren so unbeholfen! Wahrscheinlich waren das die ersten Spiele in ihrem Leben. Sie haben sich köstlich amüsiert.«

»Ja«, pflichtete Rosie bei, »Am meisten haben mir die Spiele von Johns AFM-Freunden gefallen! Ich bin so froh, dass Dale, Leticia und Laurence dabei sein konnten! Die Piñata, die Dale und Leticia aus Karton fabriziert haben, war wirklich der Hammer! Die Kinder haben so laut geschrien, dass ich mir die Ohren zuhalten musste!«

»Anderes Thema: Wie hat dir denn die eigentliche Hochzeit am nächsten Morgen gefallen? Ich war entsetzt, als die gesamte Festgemeinde die Kirche ohne Schuhe betrat!«

»Ich fand das wirklich fantastisch: Rosie, John und Rodelyn haben unsere alten spiritistischen Hochzeitsbräuche völlig ausgeklammert. Trotzdem haben sie unsere Tradition so weit wie möglich geachtet. Zusätzlich haben sie einige neue Traditionen eingeführt, die an die Stelle der dämonischen Bräuche traten. John und Rodelyn haben uns vorgemacht, wie eine adventistische Alanganhochzeit aussehen kann! Am meisten hat mir gefallen, als die Braut und der Bräutigam sich setzten und von den Ältesten beraten wurden.«

»Ach, Jula! Ich fand es so traurig, dass Johns Vater nicht kommen konnte. Ramon las einen Brief von ihm vor. Die Weisheiten, die er darin zum Ausdruck brachte, waren so wertvoll. Aber ich hätte mir sehr gewünscht, ihn persönlich mal wieder zu sehen. Immerhin konnte Johns Mutter kommen! Sie war so glücklich. Sie weinte und lachte und hüpfte wie ein Kind. Sie konnte sogar noch unsere Sprache sprechen nach all den Jahren.«

»Ellen Joy, die adoptierte Tochter des neuen Paars, war auch wunderschön, nicht wahr? Sie und ihre Freundin waren die Blumenmädchen und streuten Drillingsblumen.«

»Das Schönste daran war, dass sie Ellen Joy in ihre Hochzeit einbezogen. Sie stand dabei, als ihre neuen Eltern sich ihr Gelöbnis gaben. Dann stellte der Pastor sie zusammen mit dem neuen Paar der Festgemeinde vor. Obwohl Rodelyn und John sie schon von klein auf kannten und mit betreuten, ist es doch eine wunderbare Sache, dass sie das Leben in ihrer neuen Familie auf diese Weise beginnen kann.«

»Und dann der Empfang«, erinnerte Rosie ihre Freundin und leckte sich unwillkürlich die Lippen, »ich weiß nicht, ob ich je so viele Leute bei einem Festessen gesehen habe. Mein Vater sagt, es seien insgesamt etwa tausend Leute aus allen Teilen der Philippinen auf der Hochzeit gewesen. Obwohl sie keine Kuh schlachteten wie die Tiefländer, war das Essen trotzdem lecker. Es gab so viel, dass jedes Dorf von den übrigen Speisen noch mit nach Hause nehmen konnte.«

Die beiden Freundinnen waren für einen Augenblick still und schwelgten in Erinnerungen. Dann fing Jula plötzlich unkontrollierbar an zu lachen. »Weißt du, was Rodelyn mir beim Empfang erzählt hat? Am Morgen bei den Vorbereitungen hat sich John im Badezimmer eingeschlossen und kam nicht mehr heraus. Der Türgriff brach ab. Seine Trauzeugen mussten sich am Schloss zu schaffen machen, sonst wäre er zu seiner eigenen Hochzeit nicht fertig gewesen! Ein paar Minuten später ging Rodelyn in dasselbe Bad und vergaß die Warnung, die Tür ja nicht zu schließen. Auch sie sperrte sich ein! Dale musste den Türgriff absägen, um sie zu befreien. Sie hatte sich innerlich schon darauf eingestellt, dass sie den Beginn der Hochzeit verpassen würde. Doch um noch einen draufzusetzen, rannte Ellen Joy ins Bad, während Dale gerade ein Werkzeug holte, um zu verhindern, dass sich noch einmal jemand einsperren würde. Sie dachte, die Tür sei schon repariert. Diesmal war sie so fest verschlossen, dass Dale ein Loch in die Tür schneiden musste, um sie zu befreien! Da hatte sich doch innerhalb weniger Minuten die ganze zukünftige Familie, einer nach dem anderen, im Bad eingesperrt!«

»Darüber werden sie wohl noch den Rest ihres Lebens lachen«, lächelte Rosie.

»So eine Hochzeit habe ich noch nie erlebt, Rosie«, seufzte Jula zufrieden. »Ich hoffe, dass meine Hochzeit eines Tages auch so wird!«

»Ich auch! Und lieber heute als morgen!«

Aus: Adventist Frontiers, 1. Juli 2018

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM).
AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.

JOHN HOLBROOK wuchs im Missionsfeld auf. Er half seiner Familie eine Gemeindegründungsbewegung unter dem Alanganvolk in den Bergen der philippinischen Insel Mindoro zu initiieren. Seit 2011 setzt John seine Fähigkeiten und seine Erfahrung ein, um das Evangelium den abgeschotteten Tawbuid-Animisten zu bringen, einem Stamm, der in der Nachbarschaft der Alangan lebt.

www.afmonline.org


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