Freitag, 22 Februar 2019 – 02:18 Uhr

Gruseliges Restaurant vor der Haustür: Liebe verändert

Liebe verändert

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Andere Kulturen als Augenöffner. Von Angeline Nguyen

Der strenge Geruch von Fischsoße wehte über die staubigen Straßen – damit komme ich zurecht. Dicht neben jemand aus dem Volk der Sinim* zu sitzen, mit ihm über dies und das zu sprechen, während der Rauch seiner Zigarette mich einhüllt – das stecke ich weg. Mundschutz tragen wegen den Abgasen und der Luftverschmutzung, die die Atemwege reizt – daran werde ich mich schließlich ebenfalls gewöhnen. Auch ich selbst bin aus dem Volk der Sinim*. So fällt mir die Anpassung in diesem Land meistens nicht allzu schwer. Aber ein Aspekt dieser Kultur macht mir doch äußerst zu schaffen: das Fleisch, das in manchen Restaurants hier serviert wird.

Da ich in den USA aufgewachsen bin, liebe ich Hunde und habe schon Straßenhunde aufgenommen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie es mir den Magen umdrehte, als ich zum ersten Mal ein Sinim*-Restaurant entdeckte, dessen Markenzeichen Hundefleisch war. Ich erspare euch die Details. Aber ehrlich gesagt fühlt sich das für mich unverzeihlich an – abscheulich, ekelhaft, niederträchtig und barbarisch. Zu allem Übel muss ich, wenn ich aus dem Haus gehe oder heimkomme, jedes Mal an so einer Einrichtung vorbei.

Ich habe eine Reihe verschiedener Gedanken ausprobiert, um mich zu beruhigen: Das zeigt halt, dass sie Jesus brauchen. Sie wissen es nicht besser. Amerikaner essen Schweinefleisch, obwohl Schweine noch intelligenter sind als Hunde. Doch nichts schien gegen den immer wiederkehrenden Brechreiz zu helfen.

Eines Morgens gab mir Gott ein neuen herzerweichenden Gedanken: Was ich für die Inhaber solcher Restaurants fühle, ist wahrscheinlich nur eine Kostprobe davon, was meine Sünden mit Gott machen. Mein Stolz und die trügerischen Gedanken meines Herzens sind genauso niederträchtig und abscheulich in seinen Augen und drehen ihm den Magen um. Trotzdem vergibt er mir bereitwillig.

Am nächsten Abend traf ich bei einer befreundeten Familie einen jungen Mann mit fröhlicher Ausstrahlung. Er hieß Vincent. In dem Gespräch erzählte er von seinem Hund, den er über alles liebt. Er kauft ihm Sachen zum Anziehen, geht mit ihm in der Innenstadt spazieren, kehrt früher von seinen Freunden heim, um sich um seinen Hund zu kümmern und hat sich sogar noch einen zweiten Hund angeschafft, damit er nicht alleine ist. Jemand fragte Vincent, ob er jemals Hund gegessen habe. Vincent sagte, nur als Kind, weil er gegessen habe, was seine Eltern ihm vorgesetzt hätten. Aber jetzt nicht mehr, weil er Hunde liebt.

Mir war, als ob Gott diese Begegnung eingefädelt hatte. Bestimmt wollte er mich daran erinnern, dass sich unser Leben und unsere Perspektive durch Liebe verändern – dass Liebe ein wirksamer Auslöser für Veränderungen ist. Unsere Sünden sind für Gott äußerst schwerwiegend. Dennoch sieht er, was aus uns werden kann, wenn wir von ihm lernen zu lieben.

*Sinim ist ein Deckname für ein asiatisches Volk, dessen Identität in diesem Artikel nicht preisgegeben werden soll.

Adventist Frontiers, Januar 2019, Seite 38


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