• Bei immer mehr Einschränkungen: Freude an Freiheit

    Freude an Freiheit

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    Gott kennt Auswege. Von Kai Mester

Mittwoch, 13 Mai 2020 – 14:40 Uhr

Freikirchen öffnen sich für die LGBT-Kultur: Achtung Turbulenzen!

Achtung Turbulenzen!

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Nachdenkliches und Ermutigendes von einem, der weiß, wovon er spricht. Von Ron Woolsey

»Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.« (Psalm 119,105)

Selbst pastorale Empfehlungen oder kirchlichen »Stellungnahmen« gilt es vom Wort her durchleuchten zu lassen. Liebe, Mitgefühl und Verständnis für den Sünder sind oft entscheidend für seine Rettung. Doch ein allzu starker Fokus darauf, kann auch kontraproduktiv sein. Deshalb habe ich mal ein paar solcher Empfehlungen herausgegriffen, formuliere sie hier als Thesen und denke laut über sie nach. Möge Gott uns davor bewahren, das Kind mit dem Bad auszuschütten.

Barmherzigkeit mit Prinzipientreue

These 1: Wir brauchen eine Verhaltensänderung, damit unsere Handlungen, Haltungen und Worte auch wirklich Jesus widerspiegeln!

Ist damit auch gemeint, dass wir unsere Haltung gegenüber dem Verhalten ändern, dass die Bibel als Sünde bezeichnet? Ist es etwa an der Zeit, Sünder nicht mehr zur Herzens- und Verhaltensänderung aufzurufen? Liebe und Annahme auf Kosten von Buße, Umkehr und Charakterumwandlung ist eine verführerische Irrlehre.

Die Worte Jesu: »So verdamme ich dich auch nicht«, sind Worte großen Mitgefühls. Aber der darauf folgende Satz: »Geh hin und sündige hinfort nicht mehr«, kann weder als Entgegenkommen gegenüber der Sünde interpretiert werden noch als Kompromiss mit ihr (Johannes 8,11). Also doch kein Haltungswechsel? Wie leicht verliert man das biblische Gleichgewicht zwischen Vergebung und Reinigung zu Gunsten der Vergebung. Ein solches Ungleichgewicht birgt jedoch die große Gefahr, vom gesteckten Kurs zum ewigen Leben abzudriften.

Junge Leute brauchen liebevolle Orientierung

These 2: Die Jugend lieben und fördern, das ist das Gebot der Stunde

Hier stellt sich immer die Frage, mit welcher Art von Liebe und Förderung diese Empfehlung umgesetzt wird. Wenn wir nicht aufpassen, können wir junge Menschen mit unserer Liebe auch auf dem breiten Weg zur Verdammnis bestärken. Besser wäre es, wir locken sie mit unserer Liebe auf den schmalen Weg, der zum ewigen Leben führt, und ermutigen sie auf ihm. Wir stehen vor der Wahl zwischen einer billigen, nachsichtigen Liebe und einer echten, göttlichen Liebe, die zu einem neuen und vom Messias verwandelten Leben führt.

Lass dich nicht von Versuchungen definieren!

These 3: Es ist nicht unsere Aufgabe, unsere eigene Orientierung und/oder Identität zu ändern.

Orientierung ist laut Definition eine Ausrichtung. Eine Richtungsänderung wäre demnach eine Neuorientierung oder, geistlich gesprochen, eine Herzensbekehrung. Versuchung ist nicht gleich Orientierung, denn Jesus selbst wurde in allen Punkten versucht wie wir, doch ohne Sünde. (Hebräer 4,15) Seine Orientierung machte sich keinesfalls an der Art dieser Versuchungen fest. Beim Umgang mit Menschen, die sich zur Sünde hingezogen fühlen, brauchen wir ein klares Verständnis. Jeder, der wirklich zum Messias kommt, und da ist kein Sünder ausgenommen, entscheidet sich für eine Veränderung seiner Orientierung (Richtung) und Identität.

»Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.« (2. Korinther 5,17)

Bedingungslose Liebe lässt Freiheit

These 4: Gott liebt jeden Menschen bedingungslos.

Ja, Gott liebt alle Menschen, auch die Verlorenen. Seine Liebe zum Sünder wurde auf dramatische Weise durch das für alle ausreichende Opfer Jesu am Kreuz offenbar. Diese Liebe und Kraft kann uns jedoch nur verändern, wenn wir es zulassen. Andernfalls wird der Sünder, der von Gott »bedingungslos« geliebt wird, am Ende trotzdem in seiner Sünde umkommen.

»Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren … um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind … Denn die Liebe Christi drängt uns ... damit die, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und auferweckt wurde.« (Römer 5,8.10; 2. Korinther 5,14.15)

Religiosität allein reicht nicht

These 5: Auch Christen, die in Sünde leben, können tief religiös sein und eine glückliche Zukunft haben.

Tiefe Religiosität allein reicht nicht. Heiden können tief religiös sein und doch am Ende verloren gehen. Dasselbe gilt für viele Christen. »Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.« (Matthäus 7,21)

Mitgefühl ja, aber dann?

These 6: Bei vielen Sünden ist Mitgefühl wichtiger als Ursachenforschung. Deine in Sünde lebenden Freunde oder Angehörigen brauchen deine Gegenwart, dein Verständnis und dein Mitgefühl.

Ja, aber im Evangelium geht es um viel mehr als nur um Mitgefühl. Wahre Liebe und Mitgefühl bewegen uns dazu, auf den Weg hinzuweisen, der mehr Bedeutung und Erfüllung bringt, den Weg der täglichen Hingabe, Jüngerschaft, der Standhaftigkeit bei Versuchungen, des endgültigen Siegs und der Charakterumwandlung.

Das Wort Gottes sagt: »Bringt eure Leiber als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer dar … wandelt euch um durch die Erneuerung eures Sinnes … Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war … Wir nehmen jeden Gedanken gefangen, sodass er Christus gehorcht.« (Römer 12,1.2 MENG; Philipper 2,5; 2. Korinther 10,5 ELB/EU)

»Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen … und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.« (Philipper 2,13; 1,6)

Die Reihe ließe sich noch lange fortsetzen.

Eine neue Identität

These 7: Menschen können zwar ihr Verhalten, aber nicht ihre Identität ändern.

Diese Aussage ist offenkundig falsch und antibiblisch. Ich habe viele Jahre als Homosexueller gelebt. Sowohl mein Verhalten als auch meine Identität waren eindeutig homosexuell. Doch Gottes Wort sagt: »Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.« (2. Korinther 5,17)

In einem inspirierten Kommentar zu diesem Text heißt es: »Die Neugeburt besteht in neuen Motiven, neuen Vorlieben und neuen Neigungen … Eine echte Bekehrung verändert sowohl erbliche als auch erlernte Neigungen zum Falschen.« (Ellen White in Review & Herald, 4/12/1892; Bible Commentary 6, 1101.3)

Ich bin jetzt seit 27 Jahren verheiratet. Wir haben fünf Kinder (meine, ihre und unsere). Meine Orientierung, also meine gewählte Ausrichtung, ist christuszentriert und heterosexuell. Ich kann mir nicht vorstellen, jemals in ein Leben der Selbstzerstörung und Erniedrigung zurückzukehren, wie ich es hinter mir gelassen habe durch Gottes Gnade (seine göttliche, allmächtige, verwandelnde Kraft).

Bei unseren Seminaren auf der ganzen Welt begegnen wir immer wieder Menschen, die durch die gleiche Gnade Gottes der LGBT-Kultur den Rücken gekehrt und eine neue Identität im Messias gefunden haben. Viele sind glücklich verheiratet und haben sich in ihrem neuen Leben bestens eingelebt.

Liebe und Annahme kann auch bildungsfeindlich sein

These 8: Eine Atmosphäre geprägt von Gottes Liebe und Annahme ist eine notwendige Voraussetzung für ein Leben in Treue zur Bibel.

Die Lehre von »Liebe und Annahme« hat das Potenzial, alle Kirchen, Konfessionen und Religionen unter einem einzigen Führer zu vereinen … Obwohl die Aussage an sich stimmt, ist es nicht die ganze und reine Wahrheit. Diese Liebe beruhigt den Sünder auf dem breiten Weg zur Verdammnis, statt ihn auf den schmalen Weg zum Leben zu führen.

Und warum? Weil es im Evangelium um so viel mehr geht als nur um Liebe und Annahme. Das ist erst der Anfang. Ja, »Gott ist Liebe.« (1. Johannes 4,8) Aber als liebender Vater will er das Beste für seine Kinder. Deshalb lehrt er uns durch sein Wort: »Denn alle Schrift von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.« (2. Timotheus 3,16.17)

Wie bei allen liebenden Eltern entspringen auch Gottes Handlungen dem Herzen eines liebenden Vaters, d.h. seine Lehren/Unterweisungen, seine Zurechtweisungen, Korrekturen, Warnungen, ja, sogar seine Strafen kommen alle aus einem liebenden Herzen.

Gott will nicht, dass irgendjemand zugrunde geht, dass irgendein Sünder zugrunde geht, sondern dass alle zur Buße finden. Denn Sünde ist Übertretung des Gesetzes, und die Folge der Sünde ist der Tod, der ewige Tod. Es ist eine billige Liebe, die nur liebt, Geborgenheit schenkt und Gespräche führt, ohne Menschen dazu zu führen, Jesus wirklich als Lehrer und Meister anzunehmen, ohne Menschen in völliger Herzens- und Willenshingabe zum Fuß des Kreuzes zu führen, ohne Menschen zu Jüngern zu machen, deren Charakter in Jesu Bild verwandelt wird.

Mit freundlicher Genehmigung gekürzt und adaptiert aus: Coming Out Ministries Newsletter, 6. Mai 2020

https://comingoutministries.org


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