• Aus einem Brief vom Juli 1886 an den weltberühmten Dr. John Harvey Kellogg: Probleme sind ein Geschenk

    Probleme sind ein Geschenk

    Adobe Stock - Photocreo Bednarek

    Wenn man durch sie zur Kraftquelle kommt oder sich umso fester ans Rettungsseil klammert. Von Ellen White

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Donnerstag, 11 September 2014 – 06:23 Uhr

Gott kann verwundete Herzen heilen: Emotional missbraucht?

Emotional missbraucht?

(bild: bikeriderlondon - shutterstock.com)

Wurdest du als Kind von einem Elternteil missbraucht? Trägst du heute noch an den Folgen? Eine Betroffene berichtet, wie sie dieses tragische Erlebnis verarbeitet hat. Von Barbara McCormick

Jesus sagte: »Lasset die Kinder und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich.« (Matthäus 19,14)
Jesus versteht, dass missbrauchte Kinder ein wenig davon wissen, was es heißt, die Schuld anderer zu tragen; Eltern, die ihre Kinder missbrauchen sind krank.
Durch sexuellen, körperlichen und geistigen Missbrauch sind solche Kinder gezwungen, Schmerz, Schuld, Angst und Wut ihrer Eltern zu tragen – manchmal für lange Zeit.
Ihre Eltern sind die einzigen Menschen, die sie so richtig kennen.
Diese Kinder sehnen sich nach Liebe, bekommen aber nichts als Schmerz. Den Telefonhörer nehmen und jemanden um Hilfe bitten oder gar wegrennen, kommt für sie nicht in Frage.

Innerer Rückzug, inneres Leiden, Sturm der Gefühle

Doch sie rennen weg, sie werden in sich gekehrt, fliehen tief nach innen, wo fast niemand sie erreichen kann, und dort bleiben sie für unbestimmte, lange Zeit. Was die Welt sieht, ist nur das Äußere; dieses Kind nimmt am Leben teil, doch was man sieht, ist nur die Hülle.
Missbrauchte Kinder und Erwachsene sehen die Welt anders als andere. Sie haben Angst vor Ablehnung oder Strafe und fühlen sich enorm schuldig. Ihre Peiniger ablehnen? Auf keinen Fall! »Flucht« hat keine Bedeutung. Voller Minderwertigkeitsgefühle und mangelndem Selbstvertrauen denken sie, sie müssten es allen Leuten recht machen. [...] Das erzeugt einen heftigen inneren Kampf. Viele missbrauchte Menschen wollen nicht nur genial, sondern auch perfekt sein.
Wenn missbrauchte Kinder groß werden, leiden sie unter verschiedenartigen Depressionen. Eigentlich sind sie nicht depressiv, wie ich meine, sondern wütend auf Gott. Wo war Gott nach alledem, was vorgefallen ist? Warum hat Gott so etwas zugelassen an so kleinen und schwachen Kindern?

Wo warst du Gott?

Gott war da – genauso, wie er da war, als sein Sohn am Kreuz hing. Gott war da in der Dunkelheit, während dem schrecklichen Erleben, doch Jesus konnte ihn nicht sehen. Auch wenn sie ihn nicht sehen – Gott gibt diesen Kindern die Kraft diese dunklen Ereignisse zu überleben, die nicht mal Erwachsene richtig verkraften können.
Jesus versteht, wie abgelehnt und einsam sich diese Kinder fühlen. Wie das? Auch Jesus erfuhr Schmerz und Ablehnung, als seine Braut ihn ablehnte und sich weigerte, ihn zu heiraten. Er opferte alles, doch die Braut sagte: »Jetzt nicht, geh weg, du störst mich« (vgl. Hoheslied 5,2-6). Wenn diese Kinder das Evangelium richtig verstehen, begreifen sie, dass Jesus genau nachfühlen kann, welchen Schmerz und welche Ablehnung sie erfahren haben. Jesus ist immer noch allein, leidet immer noch an einer Leere, die über unser Verstehen geht.

Jesus versteht dich

Missbrauchte Menschen allen Alters sehnen sich nach der Botschaft, dass Jesus wirklich versteht, was sie durchgemacht haben. Jesus möchte die Last tragen, die auf sie gelegt wurde, und die sie eigentlich niemals hätten tragen sollen. So ein Mensch trägt die doppelte Schuldenlast – die seiner Eltern und seine eigene. Doch Jesus kann ihm zeigen, wie schön es ist, seine Feinde zu lieben, denen Gutes zu tun, die ihn hassen, die zu segnen, die ihn verfluchen und für die zu beten, die ihn beleidigen. (vgl. Lukas 6,27.28)
Meinen Feinden vergeben
Der erste Schritt, zur Trauerbewältigung eines missbrauchten Lebens ist: Vergib denen, die dich verletzt und geschändet haben! Auch Jesus betete: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.« (Lukas 23,34).
Jesus versteht körperlichen Missbrauch, denn er wurde verwundet und zerschlagen. Er weiß zu gut, was es heißt, sexuell missbraucht zu werden. Er wurde nackt ausgezogen ans Kreuz genagelt, sein Körper ganz unter der Kontrolle anderer. Dann wurde er vor aller Welt aufgerichtet, sie starrten ihn an. Er konnte nichts tun, um sich vor Schande zu schützen. Die Schaulustigen sammelten sich am Fuß des Kreuzes, spotteten und lachten über seine peinliche Lage, über seine Schwäche (siehe Psalm 22,7,13-18). [...]
Die Gute Nachricht ist: [...] Gott richtet uns auf, wenn unsere irdischen Eltern uns abgelehnt haben. David sagt: »Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf.« (Psalm 27,10).

Gott fühlt den Schmerz und stillt den Sturm

Gott ist der einzige, den ich kenne, der sich treten, anschreien, anschuldigen und insGesicht spucken lässt, und einen doch nicht aufgibt. Gott ist der einzige, der ein sturmgepeitschtes Leben nehmen und das Meer der Probleme beruhigen kann. Nur Gott kann das verwundete Herz heilen, nicht mit einem gut angelegten Verband, sondern indem er ein neues schafft. Vielleicht können Missbrauchte, die das hören, sich zum ersten Mal ausdrücken – echt sein, sich geborgen wissen und verstehen, was es heißt, bedingungslos geliebt zu werden.
Es gibt einen Gott im Himmel, der jeden von uns versteht und uns nichts mehr wünscht, als dass wir seine Kinder werden und er unser Gott. Ich kann mir keinen besseren Vater vorstellen als den Gott des Himmels. Er hat mich aus einem fürchterlichen Schlamassel gezogen und hat meine Füße auf festen Grund gestellt – auf sein Wort. In seinem Wort finde ich Rat, Ruhe und Frieden. Durch sein Wort habe ich erfahren, wie sehr er mich liebt. Wenn Gott ein Kind nehmen kann, dessen Leben täglich vom Missbrauch betroffen war und in seinen Mund Lobesworte legt und Freudenlieder in sein Herz: dann kann er alles tun!

Gottes Charakter wiederspiegeln

Man sagt, jeder hat seine Aufgabe im Leben. Welche Aufgabe ich habe, weiß ich noch nicht genau. Doch wenn der Grund meines Seins darin besteht, jeden Tag als Charakterzeuge für Gott zu leben, dann will ich nichts mehr wünschen oder bitten. Vielleicht passt mir das Los nicht immer, das ich gezogen habe, doch mein Gebet bleibt immer das Gebet Jesu im Garten: »Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!« (Lukas 22,42) Gott kennt das Ende schon am Anfang. Er weiß, was für uns am besten ist. Es kommt der Tag, an dem ich in mein Leben zurückschauen werde und sage: »Ja, Gott, ich hätte es nicht anders gewollt. Danke, Vater.«

BARBARA MCCORMICK

Zuerst erschienen in Unser festes Fundament, 2-1997
Aus: 1888 Message Newsletter September–Dezember 1996


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