• Der Weg aus der Angst: Als Adam sich fürchtete

    Als Adam sich fürchtete

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    Über die Urangst des Menschen und was sie mit meinen Ängsten zu tun hat. Von Kai Mester

Montag, 26 November 2018 – 06:54 Uhr

Damit auch ja keine Missverständnisse entstehen: Fünffach verneint

Fünffach verneint

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Und weil wir so leicht daran zweifeln. Von William Nevins

Wenn etwas zweifach verneint wird auf Englisch [und auf Deutsch], dann hat man es bekanntlich bejaht. Zwei Verneinungen heben sich gegenseitig auf. Anders im Griechischen, da verstärkt sich die Verneinung; eine dritte Verneinung verstärkt sie weiter. Eine vierte und fünfte ebenso. Wie stark muss dann erst eine fünffache Verneinung sein!

Aber kommt das überhaupt vor? Ob es in der klassischen Literatur des griechischen Altertums vorkommt, weiß ich nicht. Aber im neutestamentlichen Griechisch gibt es so eine Stelle. Und worum geht es da? Wird hier etwa mit fünffacher Verneinung eine Drohung ausgesprochen? Nein. Hier geht es vielmehr um eine Verheißung, eine von diesen »kostbaren und allergrößten Verheißungen« (2. Petrus 1,4), die uns gegeben sind.

Die Stelle befindet sich in Hebräer 13,5: »Denn er hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.« Hier kommen fünf Verneinungen zum Einsatz. Wir übersetzen zwar nur zwei davon. Aber sie sind alle da. Jeder kann das nachprüfen, der einen Blick ins griechische Testament wirft. Dabei wären sie gar nicht alle nötig. Man braucht sie nicht, um zum Ausdruck zu bringen, dass Gott sein Volk nie im Stich lässt. Warum also so viele Verneinungen?

Ich glaube nicht, dass dies aus Versehen so formuliert wurde. Es ist ja auch nicht schwer zu erahnen, was dahinter steckt. Gott wollte, dass wir daran glauben. Er wollte sicherstellen, dass seine Kinder ihm hierin vertrauen. Er wusste, wie leicht wir an seiner Treue zweifeln – wie stark wir zu dieser Art Unglaube neigen – und wie anfällig wir für die Angst sind, von ihm verlassen zu werden. Deshalb wollte er die Zusicherung doppelt absichern.

Er hätte auch einfach sagen können »Ich will dich nicht verlassen.« Allein das hätte schon gereicht. Doch er fügt hinzu: »und nicht von dir weichen.« Anstatt dabei zu bleiben: »Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen«, verwendet er eine Sprache, die dem folgenden Satz gleichkommt: »Ich werde dich auf gar keinen Fall verlassen; ich werde nie, nie, nie von dir weichen.« …

Wie ernst muss es Gott damit sein! Wie unwürdig ist es daher für eines seiner Kinder, wenn es nach einer solchen Zusicherung noch meint, dass er es verlassen würde? Er kann es nicht! Es ist Gott unmöglich zu lügen. Hier sichert einer, der sein Wort noch nie gebrochen hat, seinem Volk zu, und zwar jedem Einzelnen daraus, und das fünfmal in einem einzigen Satz, dass er für immer bei ihm sein wird.

Würde man denn einem Menschen misstrauen, der für seine Wahrhaftigkeit bekannt ist und so etwas sagt? Wenn aber der Gott der Wahrheit dies sagt, sollten wir ihm dann nicht glauben?

[Wörtliche Übersetzung aus dem Griechischen: »Nie nicht dich verlasse ich, noch nie nicht von dir weiche ich.]

Aus: William Nevins, Practical Thoughts, New York: 1836, Seite 16-17


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