• Wann Sicherheitsgarantien greifen: Gibt es wirklich Schutzengel?

    Gibt es wirklich Schutzengel?

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    … und was, wenn die Mine hochgeht? Von Kai Mester

Freitag, 01 Oktober 2021 – 08:30 Uhr

Wann Sicherheitsgarantien greifen: Gibt es wirklich Schutzengel?

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… und was, wenn die Mine hochgeht? Von Kai Mester

Erstaunlich: Umfragen zufolge glauben mehr Menschen an Schutzengel als an Gott. Woran mag das liegen? Vielleicht daran, dass die meisten Menschen dem Tod schon einmal nur um Haaresbreite entgangen sind.

In manchen christlichen Traditionen betet man sogar zu den Schutzengeln als nächstem Ansprechpartner. Diese Traditionen sind jedoch verwirrend und widersprüchlich. Sie bieten uns keine echte Hilfe gegen die Angst. Außerdem habe ich mich entschieden, das Buch der Bücher zu diesem Thema zu befragen, und dieses Buch lehnt Gebete zu Engeln kategorisch ab (Lukas 4,8; Offenbarung 19,10; 22,8-9).

Was hat die Bibel aber sonst noch über Schutzengel zu sagen?

Zuerst tauchen sie in der Geschichte von Lot auf. Dort holen zwei Engel ihn und seine Familie aus der Stadt Sodom gerade noch rechtzeitig vor Sodoms Untergang heraus (1. Mose 19).

Auch der Psalmist schreibt: »Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.« (Psalm 91,11 LUT)

Und Jesus von Nazareth sagt: »Hütet euch davor, auf ein einziges dieser Kinder herabzusehen. Denn ich sage euch, dass ihre Engel im Himmel meinem himmlischen Vater stets besonders nahe sind.« (Matthäus 18,10 NL)

Als der König von Aram einmal sein ganzes Heer gegen den Propheten Elisa schickte, bekam es Elisas Diener mit der Angst zu tun. Die Stadt Dotan war von Soldaten, Pferden und Streitwagen umzingelt. Da betete Elisa: »›Bitte, HERR, öffne ihm die Augen!‹ Da öffnete der HERR Elisas Diener die Augen, und er konnte sehen, dass der ganze Berg, auf dem die Stadt stand, von Pferden und Streitwagen aus Feuer beschützt wurde.« (2. Könige 6,17 HFA) Ein ganzes Heer von Schutzengeln also.

Wenn wir uns in dieser Welt umsehen, stellen wir schnell fest: Nicht alle Menschen erleben diesen Schutz. Viele werden Opfer von Verbrechen und Gewalt. Sind diese Bibeltexte damit schon widerlegt? Oder gibt uns die Bibel auch Hinweise darauf, unter welchen Umständen wir diesen Schutz genießen dürfen? Schauen wir uns die Verheißung in Psalm 91 einmal näher an.

Berühmter Schutzpsalm

Wer im Schutz des Höchsten lebt,
Und im Schatten des Allmächtigen bleibt,
Der spricht zu dem HERRN:
»Du bist meine Zuflucht und meine Burg,
Mein Gott, dem ich vertraue.«

Denn er rettet dich aus der Schlinge des Jägers
Und aus allem Verderben.
Er beschirmt dich mit seinen Flügeln,
Unter seinen Schwingen findest du Zuflucht,
Schild und Schutz ist dir seine Treue.
Fürchte dich nicht vor dem Grauen der Nacht,
Vor den Pfeilen, die des Tages fliegen,
Vor der Pest, die im Dunkeln lauert
Oder dem Fieber, das am Mittag wütet.

Ob tausend fallen zu deiner Seite
Und zehntausend zu deiner Rechten,
So wird es doch dich nicht treffen;
Mit eigenen Augen wirst du es sehen,
Und zuschauen, wie den Gottlosen vergolten wird.
Wenn der HERR deine Zuflucht ist,
Wenn du beim Höchsten Schutz suchst,
Dann wird das Böse dir nichts anhaben können,
Und kein Unglück wird dein Haus erreichen.

Denn er befiehlt seinen Engeln,
Dich zu behüten auf all deinen Wegen.
Sie tragen dich auf ihren Händen,
Damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;
Du schreitest über Löwen und Nattern,
Trittst auf Löwen und Drachen.

»Weil er an mir hängt, will ich ihn retten.
Ich will ihn schützen, weil er meinen Namen kennt.
Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören;
Ich bin bei ihm in der Not,
Ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.
Ich will ihm ein langes Leben schenken
Und ihn meine Hilfe erfahren lassen.«

(Psalm 91 NL/EU/LUT/GN/SLT/ELB)

Schutz durch ein enges Verhältnis?

Psalm 91 malt uns das Bild einer engen Beziehung zwischen dem Allmächtigen und dem Hilfesuchenden.

Mit vielen anderen Bibelstellen weist der Psalm darauf hin, dass auf dieser Welt ein permanenter Krieg tobt, der allem Leid zugrunde liegt. In diesem Krieg gegen den Allmächtigen und seine Untertanen nutzt Gott seine Allmacht nur so weit aus, wie es seine einzelnen Geschöpfe wünschen. Denn sonst wäre der Krieg sofort zu seinen Gunsten entschieden und alle Rebellen hätten ihr Leben verloren. Gott möchte aber das Vertrauen seiner Geschöpfe wiedergewinnen.

Wer sich also freiwillig unter seinen Schutz stellt, an dem kann er sein wahres Wesen zeigen. Wie das geht, sich unter seinen Schutz zu stellen, zeigt der Psalm.

Wer bei ihm Schutz sucht, ihn anruft, seinen Namen kennt, an ihm hängt und in seinem Schatten bleibt, dem kann er den vollen Segen schenken, ohne in den Verdacht zu kommen, er kämpfe in dem Krieg mit unfairen Mitteln.

1. Gott anrufen

Wie man Gott anruft, ist leicht zu verstehen.

»Seht her, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu helfen, sein Ohr ist nicht schwerhörig, sodass er nicht hört.« (Jesaja 59,1 EH) »Als mir angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren.« (2. Samuel 22,7) »Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.« (Psalm 34,16) Ich darf also Gott mein ganzes Herz ausschütten. Niemand hört mir so aufmerksam und verständnisvoll zu wie er.

2. An Gott hängen

Wie man an Gott hängt, kann man sich auch gut vorstellen. Wenn ich an einem Menschen hänge, dann liebe ich ihn sehr, werde alles tun, um ihn glücklich zu machen, ihn nicht zu verletzen, und ich werde viel Zeit mit ihm verbringen. Die Bibel, aber auch die Natur, ist das Buch, das uns dies bei Gott ermöglicht. Ein Mensch, der an Gott hängt, wird seine Gebote erfüllen, seine Methoden anwenden, sein Wesen widerspiegeln.

3. Gott kennen

Was bedeutet »seinen Namen kennen« und »in seinem Schatten bleiben«?

»Ich will ihn schützen, weil er meinen Namen kennt.« (Psalm 91,14) Gottes Namen kennen, das bedeutet sein Wesen, seinen Charakter zu kennen. Im Orient sagte der Name viel über den Namensträger aus. Gott selbst erklärte seinen Namen einmal gegenüber Mose:

»Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des HERRN vor dir ausrufen … « (2. Mose 33,19 EU) »Da kam der HERR … zu ihm und rief den Namen des HERRN aus. Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: HERR, HERR, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue; der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied!« (2. Mose 34,5-7)

Lügen, die uns den Schutz rauben

Leider haben die meisten Menschen eine so falsche Vorstellung von Gott, dass sie seinen Namen nicht kennen. Leid und Katastrophen empfinden sie als Zornausbrüche eines tyrannischen Gottes oder als unbarmherzige Strafen eines strengen Richtergottes, Glück und Segen aber als Zufalls- oder Naturprodukt. Dass alles Leid und alle Katastrophen ganz natürliche Folgen sind, die durch die Verletzung der faszinierenden Gesetze des Daseins entstehen, ist ihnen nicht klar. Lediglich unter großen Schmerzen erträgt Gott die Qualen seiner Geschöpfe, ohne ihnen ein jähes Ende zu bereiten. Er sehnt sich danach, so viele wie möglich noch wie Brandscheite aus dem Feuer zu retten.

Leider legen auch viele Menschen, die behaupten, an einen barmherzigen Gott zu glauben, gegenüber ihren Mitmenschen und der Schöpfung insgesamt eine selbstsüchtige, bestimmende und gewalttätige Haltung an den Tag. Auch sie kennen seinen Namen nicht.

Haben wir uns aber nicht alle schon als selbstsüchtig, bestimmend und gewalttätig erlebt? Vielleicht fragen wir uns, wie wir uns überhaupt ändern können.

Im Schatten bleiben

Hier hat Jesus das Geheimnis gelüftet: »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun … Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden.« (Johannes 14,5.7)

Die Rebe wird vom Weinstock ständig mit Saft versorgt. Um Frucht zu bringen, geschieht ein ständiger Austausch zwischen der Rebe und dem Weinstock. So brauchen auch wir eine permanente Verbindung nach oben. Jesus ist tatsächlich die Person, an die wir andocken können, um Gottes Wesen in uns aufzunehmen, uns von ihm verändern und umgestalten zu lassen.

Wer in dieser Beziehung steht und von Gottes Geist durchdrungen wird, der bleibt im Schatten des Allmächtigen.

Gottes Stimme hören

»Ich bin der gute Hirte … Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen; und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.« (Johannes 10,11.27-28)

Unbeschadet durchs Minenfeld

Es leuchtet ein, dass man sicher ist, wenn man der Stimme des guten Hirten folgt. Er kann uns im Zweifelsfall auch unbeschadet durch ein Minenfeld führen. »Ob dein Weg nach rechts oder links führt, wird eine Stimme hinter dir herrufen und dir ansagen: ›Das ist der richtige Weg, den geh!‹« (Jesaja 30,21 NL)

Gott spricht durch sein Wort in der Bibel zu uns. Mit diesem Maßstab können wir gleichzeitig auch seine Stimme in der Natur von anderen Stimmen unterscheiden. Gleiches gilt für die Ereignisse, die uns in unserem Leben begegnen. An Gottes Wort gemessen, erkennen wir darin Botschaften, die Gott zu uns sendet. Auch in dem, was uns andere Menschen sagen und in den Gedanken, die uns kommen, können sich göttliche Gedanken verbergen. Oft hören wir Gottes Stimme aber nur so leise wie ein »sanftes, leises Säuseln« (2. Könige 19,12), das heißt: Es gilt, übertragen gesprochen, scharf hinzuhören und andere Geräuschquellen auszuschalten, alle Botschaften, die uns erreichen, sorgfältig an Gottes Wort zu prüfen, zu sortieren und im Gebet zu überdenken.

Furchtlos im Leid

In unserem Leben begegnen wir nicht nur Gefahren, Einsamkeit und Hass, sondern auch Krankheit und Tod. Aber sagt Psalm 91 nicht, dass Menschen im Schatten des Allmächtigen vor Krankheit und Tod sicher sind?

Generell ja, es sei denn, die Krankheit erfüllt einen bestimmten Zweck in unserem Leben oder wir haben unseren Auftrag auf dieser Erde in Gottes Augen schon erfüllt oder wir ernten noch die Folgen unseres alten Sündenlebens. Es mag in manchen Fällen auch noch andere Erklärungen geben, die wir auf dieser Welt nicht erfahren werden.

Der Tod selbst kann sogar ein Zeugnis sein. Wie viele Märtyrer haben durch den Frieden, mit dem sie starben, Menschen auf die Kraft des Evangeliums aufmerksam gemacht! Auch heute kann ein vom Geist Gottes inspirierter Umgang mit dem Leiden und Sterben große Auswirkungen haben.

Immer aber gilt: Wir brauchen keine Angst zu haben!

Der Apostel Paulus machte folgende Erfahrung: »Gott selbst hat dafür gesorgt, dass ich mir auf die unbeschreiblichen Offenbarungen, die ich gesehen habe, nichts einbilde. Deshalb hat er mir ein quälendes Leiden auferlegt. Es ist, als ob ein Engel des Satans mich mit Fäusten schlägt, damit ich nicht überheblich werde. Dreimal schon habe ich Gott angefleht, mich davon zu befreien. Aber er hat zu mir gesagt: ›Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.‹ Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein. Dann nämlich erweist sich die Kraft Christi an mir. Da ich weiß, dass es für Christus geschieht, bin ich mit meinen Schwächen, Entbehrungen, Schwierigkeiten, Verfolgungen und Beschimpfungen versöhnt. Denn wenn ich schwach bin, bin ich stark.« (2. Korinther 12,8-9 HFA/NL)

Wer im Schatten des Allmächtigen lebt, wird wie Hiob sagen: »Auch wenn er mich umbringt, vertraue ich ihm dennoch« (Hiob 13,15) – ist doch jedem, der ihm so vertraut, die Auferstehung bei Jesu Wiederkunft garantiert und anschließend ewiges Leben (Jesaja 26,19; Daniel 12,2; Johannes 5,28-29; 1. Korinther 15,52-54; 1. Thessalonicher 4,16-17).

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