• Richtig erziehen: Fünf Tipps für Eltern

    Fünf Tipps für Eltern

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    Das echte Kindeswohl im Auge. Von Ellen White

Mittwoch, 28 März 2018 – 09:50 Uhr

Was wir tun können, damit unsere Kinder ein neues Herz bekommen: Lebenswasser für junge Menschen

Lebenswasser für junge Menschen

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Der Geist, in dem wir etwas sagen. Die Art, in der wir etwas tun. Wann und wo wir erziehen. Welche Inhalte uns wichtig sind. All das bedingt, wie ungehindert Lebenswasser fließen kann. Von Ellen White

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»Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.« (Hesekiel 36,26)

Lebensaufgabe vom ersten Moment an

Die kostbare Wahrheit aus Gottes Wort hat eine heiligende Wirkung auf Herz und Charakter. Hier haben wir eine Aufgabe an uns selbst und an unseren Kindern. Denn das natürliche Herz hasst die Wahrheit und hasst Jesus. Wenn Eltern es nicht zu ihrer ersten Lebensaufgabe machen, von frühesten Jahren an die Füße ihrer Kinder auf den Weg der Gerechtigkeit zu leiten, werden die Kinder den falschen Weg vorziehen.

Ich bange vor allem um die Mütter. Blind kommen sie mir vor, mit wenig Verantwortungsbewusstsein. Sie sehen wie eine finstere Macht in ihrem eigenwilligen, nur wenige Monate alten Kind am Wirken ist. Mit voller Wucht scheint sie sich seiner zu bemächtigen. Doch eine Oma daheim, eine Tante oder eine andere Verwandte oder Freundin, will der Mutter vielleicht einreden, Korrektur sei grausam, wo doch das Gegenteil der Fall ist: Es ist viel grausamer, ein schwaches, hilfloses Kind dem Satan zu überlassen. Er muss in die Schranken gewiesen werden! Seine Kontrolle über das Kind gilt es zu brechen.

Der einzig richtige Lösungsansatz

Ist Korrektur erforderlich, dann konsequent und richtig. Nur Gottes Liebe und ein Herz für Kinder führen dazu, dass die Kinder ihre Aufgaben treu erfüllen. Wenn die Mutter betet, wird Gott ihr göttliche Hilfe senden und gemeinsam mit ihrem menschlichen Bemühen Satan in die Schranken weisen. Dem Kind wohlwollend und als Unterstützer zu begegnen, das kann nur Jesus schenken. Dennoch ist Aktion gefragt. Nicht alles tut der HERR. Er hat auch der Mutter eine Aufgabe gegeben. Lasst eure Kleinen nicht in den Fängen eines rebellischen oder zornigen Geistes! Legt sie durch euer Vertrauen sanft in Jesu Arme. Wacht und betet!

Ihr Eltern, es ist ein Kampf, Kinder aus der satanischen Mentalität zu befreien; aber wenn ihr langen Atem habt, wird es gelingen. Gebt finsteren Gefühlen in euren Kindern kein Bleiberecht. Erweist euch den Kindern als Vertrauensperson und Autorität. Damit bringt ihr ihnen bei, sich Gott anzuvertrauen und ihm zu folgen. Lehrt eure Kinder, euch zu ehren, weil Gottes Gesetz dies gebietet. Wenn die Kinder eure Wünsche einfach übergehen dürfen und sich an die Regeln daheim nicht zu halten brauchen, dann verschließt ihr die Augen vor der Sünde und lasst den Teufel schalten und walten. Derselbe Eigensinn, dieselbe Geringschätzung und Selbstliebe ziehen sich dann auch durch ihr Glaubensleben und dringen in die Gemeinde ein. In den himmlischen Büchern jedoch stehen die Eltern als Ursache dieses Unheils verzeichnet.

Was für ein Bericht wird da schließlich verlesen, wenn die Bücher geöffnet werden! Was werden sie enthüllen über die nachlässige Erziehung, die die Eltern den Kindern angedeihen ließen! Die große Aufgabe der Unterweisung, der Beseitigung von wertlosem und giftigem Unkraut, ist an Wichtigkeit kaum zu unterschätzen. Sich selbst überlassen, wächst das Unkraut nämlich bis es die wertvollen Pflanzen der Moral und der Wahrheit erstickt hat.

Tropfbewässerung durch liebevolle Wahrheiten

Es ist die Aufgabe der Eltern, Stück für Stück, Prinzip für Prinzip, hier ein wenig, da ein wenig zu unterrichten – falsche Tendenzen nicht mit Wucht, sondern in Liebe auszugleichen. Die Kinder können gerettet werden, wenn Väter und Mütter ihre Aufgabe ernst nehmen. Gottes Wahrheit wird eine 180-Grad-Änderung in den Herzen und der Gesinnung dieser Kinder bewirken. Seine Wahrheit kann nur durch den Einfluss des Geistes in ihre Herzen gelangen, wenn die Eltern ihren Teil erfüllt haben.

Gottes Gesetz ist für die Familie der Charaktermaßstab. Richtet es auf! Gebt euch in eurer Familie keinem dummen Geschwätz hin. Schon sehr kleine Kinder profitieren vom »Vorbild heilsamer Worte« (2. Timotheus 1,13 LU). Aber ein sinnloser und widersinniger Wortwechsel zwischen Vater und Mutter produziert nur ähnliche »Konversationen« unter den Kindern. Richtige, ehrliche, wahre und ernst gemeinte Worte sind für alle ansteckend und bewirken zudem die richtigen Taten.

Gottes Wahrheit heiligt das Herz. »Ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen.« Wir brauchen den heiligenden Einfluss der Wahrheit im Herzen, im Beruf und im Alltag, wo wir immer wieder in schwierige, auch zwischenmenschliche, Situationen kommen.

Jesus macht Atmosphäre

Wenn die Wahrheit sich bei uns im Haus wohlfühlt, hat sie eine besänftigende Wirkung aufs Leben und Wesen aller Hausbewohner. Das Haus braucht den köstlichen Duft freundlicher Worte, echter christlicher Höflichkeit, keine groben Worte, keine ungeduldige Mentalität.

Wir bringen den Kindern bei, welches Verhalten wir uns von ihnen wünschen. Wenn wir wollen, dass sie unschuldig, unverdorben und ehrenhaft sind, müssen wir es selbst sein. Sind wir aber Hochstapler und durch unser Blendwerk Satanisten, werden unsere Kinder nicht besser sein. Alle Bemühungen der Eltern nützen nur dann etwas, wenn die Vollendung christlichen Charakters unser Ziel ist. Ja, das ist hoch gesteckt. Doch Leben und Charakter unserer Kinder können nur dann rein werden, wenn wir gesinnt sind wie Jesus.

Die Bibel als Samenkammer

Gottes Gesinnung und Wille ist in seinem Wort offenbart. Sollten wir es studieren? Macht es Sinn, dass wir unsere Kinder darin unterweisen? Gottes Wort! Die große Lebensregel, der charakterliche Maßstab! Könnte ich es doch nur allen Vätern und Müttern unseres Landes in die Hand geben. Ihr Eltern, in der Regel beginnt ihr viel zu spät! Ihr lasst Satan den Herzensboden schon vor euch besetzen und seine erste Saat ausbringen. Dabei habt ihr das Recht, die ersten Samen zu säen.

Ehrfürchtige Bewunderung

Erzählt euren Kindern von Jesus Christus! Erwähnt seinen Namen immer wieder ehrfürchtig, wenn ihr von ihm sprecht. Lehrt sie, Gott zu lieben und sich davor zu scheuen, ihn zu verletzen. Es ist euer Auftrag, euren Kindern nicht nur Bildung zu vermitteln, sondern sie auch wie Trainer zu begleiten.

Vor allem die Ehrfurcht im Gotteshaus gilt es zu vermitteln, dass dort während des Gottesdienstes nicht geflüstert und gekaspert wird, man unaufmerksam ist oder laut den Saal verlässt. Es tut weh zu sehen, wie wenig Respekt Kinder für das Gotteshaus vermittelt bekommen. Gott hat sein Volk angewiesen, den Gottesdienst mit großer Achtung zu begehen.

Durch geschickte Planung Interesse wecken

Gestaltet die geselligen Zusammenkünfte so interessant wie möglich für die Kinder, damit sie eine richtige Vorstellung von christlichem Charakter bekommen. Wie können wir von Kindern erwarten, dass sie voll bei der Sache sind, wenn lange Gebete so leise und undeutlich gesprochen werden, dass man kaum ab und zu ein Wort versteht? Wenn die Beter ein neues Herz und eine neuen Geist hätten, würden ihre Gebete dann nicht ernsthafter sein? Würden sie nicht sogar Kinderherzen berühren? Gebete bei geselligen Zusammenkünften sind kurz und zum Punkt. Meint nicht, ihr müsstet dem HERRN lange Geschichten erzählen oder ihm eine lange Predigt halten. Kommt direkt zum Punkt! Dankt Gott für seine Gnadengaben, bekennt eure Sünden, bittet ihn um Verzeihung und vertraut darauf, dass er eure Bitten nicht nur hört, sondern auch erhört.

Es ist unsere Aufgabe, die religiösen Versammlungen geschickt und gründlich zu planen, damit sie zum größtmöglichen Segen werden und alle Beteiligten nachhaltig beeindrucken. Wir planen doch auch unsere weltliche Arbeit. Wenn wir einen Beruf lernen, bemühen wir uns, jedes Jahr dazuzulernen. Wir machen Pläne, um bei der Arbeit voranzukommen. Ist unser weltlicher Beruf etwa genauso wichtig wie unser Dienst für Gott, bei dem es sich um ewige Angelegenheiten dreht? Gott hat kein Gefallen an der unbegeisterten Art, die man uns in seinem Haus ansieht, und an unserer schläfrigen, gleichgültigen Weise, religiöse Veranstaltungen abzuhalten. Der Gottesdienstbesuch hat doch den Zweck, dass wir Gott begegnen, erfrischt, getröstet, gesegnet werden. Er ist keine Pflichtübung!

Selber an der Quelle trinken

Oft sind wir durch unsere weltliche Arbeit derartig körperlich und mental erschöpft, dass wir keine Kraft mehr für den Gottesdienst haben. An Jesus haben wir den ganzen Tag kaum gedacht. Am Abend sind wir zu erschöpft, um an Gott zu denken. Hat unser Herz von der Lebensquelle getrunken, während wir mit unseren Händen gearbeitet haben? Haben wir Gott Dank geopfert für seine reichhaltigen Gnadengaben und Segnungen? Wenn nicht, enthalten wir Gott etwas vor. Haben wir unser Herz für den Himmelsgast geöffnet, den wir im Glauben für uns beanspruchen? Das allein würde ausreichen, um aus unserem Herzen alles zu vertreiben, was nicht zu Jesu Geist passt. Es würde den Seelentempel von unheiligen Gedanken reinigen. Wenn wir jeden Tag wachen und beten, werden wir durch den Glauben den Sieg behalten. Aber nur so lange. Wenn wir Minute für Minute, Stunde für Stunde, Tag für Tag für Jesus Christus leben, wird Jesus in unseren Herzen sein wie eine erfrischende Quelle in der Wüste, die alle erfrischt und allen, die kurz vor dem Verdursten sind, Lebenswasser zu trinken gibt.

Ist der HERR ein Ehrengast in unseren Gebetsstunden? Warum beachten wir als vernunftbegabte Männer und Frauen nicht, was Gott von jedem von uns erwartet bei allen Versammlungen, die wir besuchen? Haben wir viele Augenblicke im Gebet verbracht und im intensiven Studium, um zu verstehen, welcher Kurs für uns als Gotteskinder der beste ist? Dann können wir unsere Versammlungen so interessant, ernst und lebendig gestalten, dass unsere Kinder gerne daran teilnehmen.

Schattenwerfer oder Lichtträger?

Ist uns klar, wie sehr wir Gott entehren, wenn wir uns beklagen, unsere Probleme, Versuchungen, Rückfälle und Betrübnisse erzählen? Erkennen wir, was für eine dunkle Wolke uns umgibt und welchen Schatten wir auf den Weg anderer werfen? Wir sind »Leiber der Finsternis«, weil unser Auge nicht gut ist (Matthäus 6,22.23). Wenn unser Auge gut wäre, würden die Wolken verschwinden, die wir anstarren und von denen wir so viel reden. Wir würden den werten, liebenden, mitfühlenden Erlöser sehen und das Licht von seinem Angesicht widerspiegeln. Wir wären fröhlich; himmlischer Friede würde unsere Herzen erfüllen und nicht wie ein verschlossenes Parfum in der Flasche stehen, sondern wie das Geschenk Marias an Jesus das ganze Haus mit seinem wohltuenden Duft erfüllen. Bei uns daheim wäre Friede; denn wo Jesu Liebe regiert, herrscht Frieden. Auch Freude hätten wir; denn dann hätten wir eine heilige Gemütsruhe und himmlisches Gottvertrauen.

Schabbat Schalom

Der Sabbat – o ja! Macht ihn zum schönsten und gesegnetsten Tag der ganzen Woche. Ihr Eltern, lasst eure Kinder nicht draußen mit anderen spielen oder sich vergnügen. Leider ist es vielen am Sabbat gleichgültig, was ihre Kinder machen oder wo sie sind. Schenkt euren Kindern Aufmerksamkeit, lest ihnen die schönsten biblischen Geschichten vor, erzieht sie zur Ehrfurcht vor dem Sabbat, damit sie ihn halten, wie es das Gebot sagt. Wenn ihr es richtig anstellt, kann der Sabbat euren Kindern zur Wonne werden. Man kann Kinder für gute Lektüre oder für Gespräche über das Seelenheil anderer gewinnen. Doch dies bedarf der Aufklärung und Übung. Das natürliche Herz denkt nicht gerne an Gott, den Himmel oder Himmlisches. Deshalb gilt es, die aktuelle Weltlichkeit und Neigung zum Bösen kontinuierlich zurückzudrängen und das himmlische Licht einzulassen. Stück für Stück, Prinzip für Prinzip, hier ein wenig, dort ein wenig.

Hier ist die Methode:

Die Mutter braucht einen frischen Geist voller Verheißungen und Segnungen aus Gottes Wort, aber auch Kenntnis über seine Verbote. Dann kann sie, wenn ihre Kinder Unrecht tun, ihnen zeigen, wie sie dadurch Gottes Geist vertreiben. Erklärt ihnen, dass Jesu Gunst und sein Lächeln viel mehr wert sind, als alles Lob, alle Schmeichelei und aller Beifall der Reichsten, Höchsten und Gebildetsten auf Erden. Bringt sie Tag für Tag liebevoll, sanft und entschlossen zu Jesus Christus. Lasst euch durch nichts von dieser hohen Aufgabe abhalten. Ihr könnt es euch nicht leisten, kostbare Zeit zu verschwenden, die ihr doch braucht, um eure Kinder zu coachen und zu ermutigen.

Viele Eltern interessieren sich zwar für sie, aber doch nicht genug, um die Arbeit selbst anzupacken. Wie Eli vernachlässigen sie ihre Führungsaufgabe. Das Ergebnis zeigt sich in ihrem schlechten Kurs: Töchter werden vorwitzig und unverschämt und legen ein unwürdiges Verhalten an den Tag. Söhne werden rau, lernen schlechte Gewohnheiten, rauchen oder nehmen andere Drogen, die gerade in Mode sind. Satan hat den Herzensgarten für sich beschlagnahmt, seinen Samen ausgesät und sowohl die Eltern als auch die Kinder werden Kummer ernten.

Vernachlässigt alles und jedes, aber niemals diese wichtige Aufgabe! Wie können wir Gott darum bitten, dass sich unsere Kinder bekehren, wenn wir den Auftrag vernachlässigen, den Gott uns Eltern gegeben hat? Alles, was mit dem Dienst für Gott zu tun hat, sollte so attraktiv wie möglich gestaltet werden, doch ohne den genießerischen Zug, bei dem Selbstbefriedigung und weltliche Vergnügungen mit dem Glauben vermischt werden.

Lernt selbst den Weg zur Quelle, wo ihr euren Durst stillen könnt, in- und auswendig. Dann könntet ihr auch eure lieben Kinder zu der Quelle führen, die euch erfrischt hat. Behaltet euch eure Fröhlichkeit! Hört auf zu meckern, euch zu zersorgen und herumzukritisieren, sondern verbreitet gute Laune! Seid ein lebendiger Stein in Gottes Gebäude – ein Stein, der leuchtet und strahlt. Dann werden eure Kinder in euch Christen sehen, die nicht kalt, leblos, langweilig und uninteressant sind. Sie werden zwar den zügelnden Einfluss der Wahrheit daheim und im Gotteshaus spüren, wie alle Kinder es sollten, werden sich aber auch an ihrem wohltuenden Frieden und ihrer wärmenden Strahlung freuen, die ihr Leben und ihren Charakter verändern. Denn Jesus ist im Herzen die Hoffnung der Herrlichkeit.

Ausführungen in Los Angeles vom Mai 1884, veröffentlicht im Review and Herald, 14. April 1885


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