• Krisenmomente in der Kindererziehung: Was tun bei Wutanfällen?

    Was tun bei Wutanfällen?

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    Die kinderlose Autorin erzog 42 Kinder, von denen sie einige adoptierte. Von Ella Eaton Kellogg (1853–1920)

Mittwoch, 27 Oktober 2021 – 06:53 Uhr

Rieseneinsatz Erziehung: Unser größter Auftrag

Unser größter Auftrag

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Das Ziel: Glaubens-Asse statt Glaubens-Luschen. Von Ellen White

Lesezeit: 14 Minuten

Sehr viele Eltern, so wurde mir gezeigt, erziehen ihre Kinder nicht für Gott. Sie bekennen sich zwar zur zentralen Botschaft für diese Zeit, aber ihre Kinder geben sich ungebremst ihrem Ärger hin, wenn sie in Schranken gewiesen werden sollen. Es fehlen die Bande des lebendigen Glaubens, mit denen sie täglich auf den Altar des HERRN gebunden werden könnten. Viele dieser jungen Leute dürfen das vierte Gebot übertreten und ihren eigenen Freuden an Gottes heiligem Tag nachgehen. Sie haben keine Gewissensbisse, wenn sie am Sabbat durch die Straßen ziehen und sich vergnügen. Viele gehen, wohin sie wollen und tun, was sie wollen. Doch die Eltern fürchten so sehr, sie zu verstimmen, dass sie ihnen nach dem Vorbild Elis keine Ansagen mehr machen.

Diese jungen Leute verlieren schließlich jede Achtung vor dem Sabbat und haben keine Lust mehr auf religiöse Zusammenkünfte oder heilige und ewige Dinge. Wenn ihre Eltern sie vorsichtig darauf ansprechen, wehren sie sich, und weisen auf die Fehler einiger Gemeindeglieder hin. Statt ihnen schon gleich zu Beginn den Wind aus den Segeln zu nehmen, denken die Eltern eigentlich genau dasselbe wie die Kinder. Nun, wären X und Y perfekt, hätten die Kinder zwar recht mit ihrer Kritik, doch die Sünden anderer sind keine Entschuldigung für die eigenen. Das einzig wahre Vorbild ist der Messias.

Die Verfehlungen vieler entschuldigen nicht eine einzige eigene Verfehlung und mindern auch keinerlei Schuld. Gottes Standard ist vollkommen, edel und erhaben. Dem gilt es zu entsprechen ungeachtet des Weges, den andere gehen. Aber viele Eltern hängen so an ihren Kindern, dass Vernunft und Urteilsvermögen anscheinend dabei baden gehen. Die verwöhnten, selbstsüchtigen, fehlgeleiteten jungen Leute nutzt Satan dann, um die Eltern ins Verderben zu führen. »Höre, mein Volk, meine Unterweisung, neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes! Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch und Geschichten verkünden aus alter Zeit. Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben, das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern; wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.« (Psalm 78,1-4)

Oberste Priorität


Kinder sind, was ihre Eltern aus ihnen machen: durch Einweisung, Erziehung und Vorbild. Daher ist elterliche Sorgfalt bei der Erziehung zum Dienst für Gott so überwältigend wichtig. Vermittelt schon früh den Kindern, wie heilig unser religiöser Auftrag ist. Dies ist äußerst wichtig in der Erziehung. Unsere Verantwortung vor Gott hat absolute Priorität. Bringt ihnen bei, Gottes Gesetz peinlich genau zu befolgen, und zwar aus Prinzip, und erwartet das dann auch. »Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel und gebot unsern Vätern, es ihre Kinder zu lehren, auf dass es die Nachkommen lernten, die Kinder, die noch geboren würden; die sollten aufstehen und es auch ihren Kindern verkündigen, dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergäßen die Taten Gottes, sondern seine Gebote hielten und nicht würden wie ihre Väter, ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht, dessen Herz nicht fest war und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt.« (Psalm 78,8)

Der Fluch des Laissez-faire

Hier zeigt sich die große Verantwortung der Eltern. Kinder, die mit ungelenktem Willen und unbändigen Leidenschaften zum Mann oder zur Frau heranwachsen, schlagen meist als Erwachsene einen Weg ein, den Gott nicht gutheißt. Sie suchen ständig frivole Vergnügungen und ungläubige Freunde. Man ließ sie ihren religiösen Auftrag vernachlässigen und den Neigungen des fleischlichen Herzens nachgehen. Folglich kontrolliert Satan ihren Verstand und ihre Prinzipien.

In ----- ----- haben die Eltern ihn großzügig wirken lassen. Der Hauptgrund für die Abkehr von Gott an diesem Ort ist auf fehlende Erziehung zu einem gewissenhaften Glaubensleben zurückzuführen. Der Zustand dieser Kinder ist beklagenswert. Sie nennen sich Christen, aber ihre Eltern haben ihnen nicht beigebracht, wie man Christ wird, von Gottes Barmherzigkeit erzählt, ihn lobt und Jesu Leben auslebt.

Wenn erste Flugversuche fehlschlagen

Wenn diese Kinder in die Schule kommen und mit anderen Schülern zusammen sind, schämen sie sich plötzlich, obwohl einige wirklich versucht haben, Christen zu sein. Sie trauen sich nicht, ihren Glauben auszuleben. Sie wollen nicht auffallen und als Spielverderber gelten. So werfen sie ihre Rüstung gerade im ungünstigsten Moment ab, wenn die dunklen Mächte sie durch ihre ungläubigen Kameraden von Jesus wegführen wollen. Ohne Schutz und Unterstützung ihrer Glaubensgrundsätze begeben sie sich auf einen Weg voller Gefahren, weil sie es schwierig oder unangenehm finden, ihren Glauben in die Schule, auf den Spielplatz und in alle ihre Freundschaften mitzunehmen. Auf diese Weise machen sie sich für Satan verwundbar. Wo sind die Wächter dieser Jugendlichen? Wer hält sich mit einem Arm an Gottes Thron fest, während er den anderen um diese jungen Menschen legt und sie für den Messias gewinnt? Gerade hier brauchen diese Kinder das Erlebnis, dass die Kraft des Glaubens sie mit treuer Hand zurückhält.

Der Weg nach unten

Viele wehren sich gegen Gottes Führung und Betreuung, bis sie leichtsinnig werden und selbstsüchtige Freuden suchen, ja, mehr noch, sich auf niedere Akte und die Verunreinigung ihres Körpers einlassen. Danach ist ihr Denken verunreinigt und Religion ist ihnen unangenehm. Einige sind auf diesem abwärts gerichteten Weg so weit gegangen und haben sich so stark an den Bewohnern Sodoms orientiert, dass sie heute »dem Fluch nahe« sind (Hebräer 6,8). Zurechtweisungen und Warnungen hören sie nicht mehr. Sie finden nie Erlösung, und die Eltern sind dazu noch schuldig an ihrem Verderben. Die entwürdigenden Freuden, für die sie ein so großes Opfer gebracht haben – Gesundheit, Seelenfrieden und ewiges Leben – verkehren sich schließlich in Bitterkeit.

Eltern, vernachlässigt um Jesu willen nicht eure wichtigste Aufgabe, nämlich den Charakter eurer Kinder für Zeit und Ewigkeit zu formen. Wer den Fehler macht, auf ihre sorgfältige Einweisung zu verzichten oder sich von seiner Zuneigung so blenden zu lassen, dass er ihre Fehler nicht sieht und sie deshalb nicht entsprechend bremst, lässt sie ins Verderben laufen. Dein Verhalten kann ihrem gesamten Leben eine falsche Richtung geben. Du entscheidest mit darüber, was sie einmal sein und für den Messias, die Menschen und ihre eigenen Seelen tun werden.

Erfolgsrezept

Geh ehrlich und vertrauensvoll mit deinen Kindern um, mutig und geduldig. Hab keine Angst vor Kreuzen, scheue weder Zeit noch Mühe, Last noch Leid. Es wird sich in der Zukunft lohnend bemerkbar machen. Das beste Zeugnis für die Treue zum Messias sind Kinder mit einem ausgewogenen Charakter. Sie sind sein Eigentum, erkauft mit seinem eigenen Blut. Wenn sie sich ganz für ihn einsetzen, sind sie seine Mitarbeiter, die anderen helfen, den Weg des Lebens zu finden. Vernachlässigst du aber deinen gottgegebenen Auftrag, wird deine unkluge Erziehung sie zu denen treiben, die Menschen vom Messias weglocken und am Reich der Finsternis bauen.

Ich rede aus Erfahrung; denn ich habe selber gesehen, dass gebildete junge Männer unserer Gemeinde, die »christlich« erzogen wurden, einem in Gottes Augen schweren Vergehen frönen, das so verbreitet ist, dass es zu den Zeichen der Endzeit gehört. Es hat ein solches Potenzial zum Bösen, dass es entschieden aufgedeckt und angeprangert werden muss: die Sünde, leichtfertig und verächtlich auf die eigene Bekehrung zu schauen. Einst für den Glauben ansprechbar, bewegte der Heilige Geist sie zu einer völligen Hingabe unter dem blutbefleckten Banner des Fürsten Immanuel. Doch die Eltern waren selbst weit von Gott entfernt, mit weltlichen Geschäften beschäftigt oder zweifelten an ihrer eigenen Glaubenserfahrung. Dadurch konnten sie sie nicht einweisen. Dabei hätten diese jungen Leute in ihrer Unerfahrenheit so dringend eine weise, feste Hand gebraucht, die ihnen den richtigen Weg gewiesen und sie mit Rat und Zurückhaltung vom falschen Weg abgehalten hätte.

Kontrastprogramm

Unser Glaubensleben darf sich vom weltlichen Vergnügungsleben deutlich unterscheiden. Wer Jesu Jünger sein will, nimmt das Kreuz auf sich und trägt es hinter Jesus her. Unser Erlöser lebte nicht, um sich selbst zu gefallen. Warum sollten wir es dann tun? Hohe geistliche Errungenschaften erfordern vollständige Hingabe an Gott. Aber die jungen Leute wurden nicht eingewiesen, weil ihre Eltern selbst nicht so lebten. So überließ man es den Kindern, ihren christlichen Glaubensweg selbst zu suchen. Wenn sie sich zu weltlicher Gesellschaft mit ihren Vergnügungen hingezogen fühlten, haben die naiven Eltern, die ihnen keinen Genuss verwehren konnten, wenn überhaupt, so vage und unentschlossen reagiert, dass die Kinder zu dem Schluss kamen, dieser verlockende Weg sei mit dem christlichen Leben und Charakter vereinbar.

Haben sie diesen Weg erst mal eingeschlagen, bleiben sie gewöhnlich dabei. Das weltliche Element gewinnt die Oberhand und sie machen sich über ihre früheren Überzeugungen lustig. Sie verachten ihre vorige Einfalt, als ihr Herz noch empfindsam war, und finden einen Vorwand, um sich den heiligen Ansprüchen des Leibes Christi und des gekreuzigten Erlösers zu entziehen. Diese Menschen werden nie ihr Potenzial erreichen, weil sie ihr Gewissen zum Schweigen gebracht haben und ihre heilige Sensibilität abstumpfen ließen. Wenn sie in späteren Jahren dann doch zu Jesus zurückkehren, werden sie weiter die Narben tragen, die sie sich zufügten, weil sie heilige Dinge verachteten.

Die Eltern sehen das alles nicht, ahnen nicht, wohin ihr Handeln führt, spüren nicht, dass die Sensibilität ihrer Kinder förderungswürdig ist, die sorgfältigste Erziehung im Glaubensleben notwendig. Sie betrachten ihre Kinder nicht als besonderes Eigentum des Messias, als bluterkaufte Trophäen seiner Gnade und dadurch geschickte Werkzeuge in Gottes Händen, die für den Aufbau seines Reiches gebraucht werden. Satan versucht ständig, diese jungen Menschen den Händen des Messias zu entreißen, ohne dass die Eltern erkennen, wie der große Widersacher seine höllischen Banner dicht neben ihnen aufpflanzt. Sie sind so verblendet zu meinen, es sei das Banner des Messias.

Einziger Ausweg

Durch Ehrgeiz oder Trägheit, Zweifel oder Selbstverliebtheit lockt Satan die jungen Menschen vom schmalen Pfad der Heiligkeit ab, der für die Erlösten des HERRN gebahnt wurde. Diesen Pfad verlassen sie im Allgemeinen nicht plötzlich, sondern werden allmählich abgeworben. Ein falscher Schritt lässt sie denken, sie seien bei Gott nicht mehr angenommen. Das entmutigt sie und macht sie misstrauisch. Gottesdienste gefallen ihnen nicht mehr, weil dort ihr Gewissen geweckt wird. Aus dieser Schlinge Satans gibt es nur einen Ausweg: die Schritte zurückgehen und demütig alle Halbherzigkeit bekennen und aufgeben. Wenn sie zu ihrer ersten Erfahrung zurückkehren, die sie leichtsinnigerweise verlassen haben, wenn sie jede göttliche Regung hegen und sich von heiligen Gefühlen steuern lassen, die nur Gottes Geist wecken kann, dann wird der Glaube an die Macht des Messias sie stärken und stützen und ihren Weg erhellen.

Zu dieser praktischen Einweisung ihrer Kinder ins Glaubensleben sollten christliche Eltern bereit sein. Das ist euer göttlicher Auftrag, dem ihr nicht nachkommt, wenn ihr diese Arbeit liegen lasst. Weist eure Kinder in die göttlichen Erziehungsmethoden ein und in das Erfolgsrezept des christlichen Lebens. Erklärt ihnen, dass sie Gott nicht dienen können, wenn sie mit übereifriger Lebensvorsorge beschäftigt sind. Gleichzeitig lasst sie nicht meinen, Arbeit sei unnötig und sie könnten sich in ihrer Freizeit einfach gehenlassen. Gottes Wort ist hier eindeutig. Jesus, die Majestät des Himmels, hat es den jungen Leuten vorgemacht. Er schuftete in der Werkstatt in Nazareth für sein tägliches Brot, unterstützte seine Eltern und verbrachte seine Zeit nicht nach Lust und Laune. Im »Schlaraffenland« kann ein junger Mensch sein Potenzial als Mensch oder Christ nie erreichen. Gott verspricht uns keine Bequemlichkeit, Ehre oder Reichtum in seinem Dienst; aber er sagt uns alle notwendigen Segnungen zu, zwar unter »Verfolgungen«, aber in der kommenden Welt »ewiges Leben«. Der Messias kann nur mit völliger Hingabe an seinen Dienst etwas anfangen. Das ist das Lernziel für uns alle.

Nochmal Erfolgsrezept

Wer die Bibel studiert, sich mit Gott berät und sich auf den Messias verlässt, wird befähigt, immer und unter allen Umständen weise zu handeln. Im realen Leben zeigt sich, ob man gute Grundsätze hat. Wende dich einfach von Herzen der Wahrheit für diese Zeit zu. Mach sie zu deiner Wesensgrundlage. Das wird dich so standhaft und zielsicher machen, wie das weder verlockende Vergnügen könnten noch unbeständige Gewohnheiten noch ignorante Weltliebe oder Genusssucht. Erst braucht das Gewissen Erleuchtung, dann fehlt nur noch der Wille. Wo Liebe zur Wahrheit und zur Rechtschaffenheit regiert, kommt ein Charakter zum Vorschein, der dem Himmel gefällt.

Biblische Beispiele

Für die Tragkraft fester Glaubensgrundsätze gibt es deutliche Beispiele. Selbst die Angst vor dem Tod konnte den der Ohnmacht nahen David nicht dazu bewegen, vom Wasser aus Bethlehem zu trinken, für das tapfere Männer ihr Leben riskiert hatten. Die gähnende Löwengrube konnte Daniel nicht von seinem täglichen Gebet abhalten, und auch der glühende Ofen konnte Schadrach und seine Gefährten nicht dazu bringen, vor dem Götzen niederzufallen, den Nebukadnezar aufgestellt hatte. Junge Männer mit festen Grundsätzen werden lieber auf Vergnügen verzichten, dem Schmerz trotzen und sogar der Löwengrube und dem glühenden Ofen, als Gott untreu zu werden. Beachte den Charakter Josefs. Seine Tugend wurde auf eine harte Probe gestellt, aber sie triumphierte. In jedem Punkt hielt der edle junge Mann der Prüfung stand. Das gleiche hohe, unbeugsame Prinzip zeigte sich in jeder Prüfung. Der HERR war mit ihm, und sein Wort war ihm Gesetz.

Diese Form von Entschlossenheit und klarem Prinzip bildet den größten Kontrast zur Schwäche und Ineffizienz des jungen Menschen von heute. Mit wenigen Ausnahmen ist er unschlüssig, schwankt bei jeder Veränderung der Umstände und Umgebung, heute das eine und morgen das andere. Wenn ihm die Verlockungen des Vergnügens oder der egoistischen Befriedigung angeboten werden, opfert er sein Gewissen, um den begehrten Genuss zu erlangen. Kann man solch einem Menschen trauen? Niemals! Ohne Versuchung mag er sich so anständig verhalten, dass alle Zweifel und Verdächtigungen ungerechtfertigt erscheinen; doch bietet sich die Gelegenheit, wird das Vertrauen missbraucht. Im Grunde seines Herzens ist er unzuverlässig. Gerade dann, wenn Festigkeit und Prinzipien am meisten gefordert sind, gibt er nach; und wenn er nicht zu einem Verräter wie Judas wird, dann deshalb, weil ihm eine passende Gelegenheit fehlt.

Mit Haut und Haaren

Liebe Eltern, macht es zu eurer Priorität, eure Aufgabe zu erfüllen und mit Haut und Haaren in die Arbeit einzusteigen, die Gott euch aufgetragen hat. Vernachlässigt ihr auch alles andere, so seid hier gründlich und effizient. Gehen eure Kinder rein und tugendhaft aus der häuslichen Erziehung hervor und erfüllen den noch so kleinen und niedrigen Platz in Gottes großem, gutem Plan für die Welt, dann seid ihr auf keinem Fall in eurem Leben gescheitert und müsst nicht voll Reue zurückblicken.

Elisa und die Bärinnen

Die Meinung, wir müssten uns dem Verhalten verdorbener Kinder anpassen, ist ein Irrtum. Elisa wurde gleich zu Beginn seines Wirkens von den jungen Leuten von Bethel verspottet und verhöhnt. Er war ein Mann von großer Milde, aber Gottes Geist ließ ihm keine Ruhe, bis er den Spöttern ihr Unheil prophezeit hatte. Sie hatten von Elias Himmelfahrt gehört und nutzen dieses feierliche Ereignis für ihren Spott. Elisa zeigte, dass er sich in seiner heiligen Berufung weder von Alt noch Jung beirren ließ. Als sie ihm sagten, er solle besser auch hinauffahren wie Elia vor ihm, verfluchte er sie im Namen des HERRN. Das schreckliche Urteil, das über sie kam, war von Gott. Danach hatte Elisa keine Schwierigkeiten mehr bei seiner Mission. Fünfzig Jahre lang ging er durch das Tor von Bethel ein und aus und zog von Stadt zu Stadt. Dabei ging er durch Scharen von äußerst schlimmen und groben jungen Leuten, die faul und sittenlos waren. Doch nun verspottete ihn niemand mehr oder machte sich über sein Amt als Prophet des Höchsten lustig. Dieser eine Fall furchtbarer Deutlichkeit zu Beginn seiner Laufbahn reichte aus, um ihm sein ganzes Leben lang Respekt zu verschaffen. Hätte er den Spott unbemerkt über sich ergehen lassen, wäre er vielleicht von den Menschen verhöhnt, geschmäht und sogar ermordet worden und seine Mission, die Nation in ihrer großen Gefahr zu warnen und zu retten, wäre vereitelt worden.

Auch Freundlichkeit hat Grenzen. Nur wer unbeirrbar deutlich ist, dessen Einfluss bleibt erhalten und dessen Auftrag wird erfüllt, sonst sind viel Spott und Verachtung die Folge. Die so genannte Einfühlsamkeit und Toleranz, das Zureden und die Nachsicht, die Eltern und Betreuer den jungen Menschen entgegenbringen, ist das schlimmste Übel, das ihnen widerfahren kann. Festigkeit, Entschlossenheit, positive Ansagen sind in jeder Familie unerlässlich. Eltern, nehmt eure vernachlässigte Verantwortung wahr; erzieht eure Kinder nach Gottes Plan, indem ihr »den lobt, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht« (1. Petrus 2,9).

Aus: Testimonies for the Church 5, Seite 36-45


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