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    Du sollst nicht träumen!

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    Warum denn das? Ist nicht Martin Luther Kings »I have a dream« als erhabenes Motto in die Geschichte eingegangen? Von Kai Mester

Donnerstag, 05 Januar 2017 – 09:57 Uhr

Heilung für Geist und Seele (Teil 1) Faszinierende Heilungsprozesse im Gehirn

Faszinierende Heilungsprozesse im Gehirn
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Was Liebe, Entschlossenheit und Ausdauer bewirken können. Von Elden Chalmers
 

Im Jahr 1968 gab Dr. John R. Platt, ein bedeutender Neurologe, Biophysiker und Sozialpsychologe, bekannt, dass unser Gehirn weit mehr Nervenzellen besitzt (etwa 100 Milliarden) als bis dahin allgemein angenommen (12-14 Milliarden).

Jede dieser Zellen steht in einer Wechselbeziehung mit anderen Gehirnzellen durch etwa 1000 Synapsenverbindungen. Daraus resultiert eine Gesamtzahl von insgesamt etwa 100 Billionen Querverbindungen. Selbst wenn wir in jeder Sekunde unseres Lebens 30.000 von diesen Verbindungen zum ersten Mal benutzten, würden wir dadurch niemals unser Potential ausschöpfen.

Obendrein enthält die in jeder Zelle befindliche DNS (einschließlich der ungefähr 10 Billionen Zellen im restlichen Körper) eine Informationsfülle, die etwa 30-mal so viele Buchstaben aufweist wie die berühmte Encyclopaedia Britannica – für Mathematiker: 6 x 109. Wenn man die DNS aller 10 Billionen Zellen des Körpers aneinander reihen würde, reichten sie von einem Ende unseres Sonnensystems zum anderen! (The Great Ideas Today, Chicago: Encyclopaedia Britannica, Inc., 1968, S. 141, 143)

Nach einer Vorlesung stellte ich einmal meinem Professor, einem Anhänger der Evolutionstheorie, folgende Frage: »Wie erklärt die Evolutionstheorie die Tatsache, dass die enorme Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns für weit mehr als eine gewöhnliche Lebensdauer ausgelegt ist? Nach der Evolutionstheorie entwickelt ein Organismus doch nur die Fähigkeiten, die tatsächlich gebraucht werden?« Er gab zu, dass die Evolutionstheorie darauf keine befriedigende Antwort geben könne und fragte mich: »Was glauben Sie denn, warum die Kapazität des Gehirns größer ist als das tatsächlich benötigte Potential?«

Ich meinte, ein Zwinkern in seinem Augenwinkel bemerkt zu haben, schließlich wusste er, dass ich Pastor war. Ob er eine Predigt erwartete? Ich wollte ihn nicht enttäuschen und erwiderte aus diesem Grund: »Ich glaube, dass Gott den ersten Menschen nach seinem Bild erschaffen hat und nicht wollte, dass er nur sechzig, siebzig oder gar hundert Jahre alt wird. Gott hat den Menschen für die Ewigkeit konzipiert und ihn deshalb mit einem Gehirn ausgestattet, das sich für alle Ewigkeiten mit der Faszination eines endlosen Universums beschäftigen kann!« Freundlich, aber ernst entgegnete der Professor: »Vielleicht haben Sie da gar nicht so unrecht.«

Folgender Aussage stimme ich voll und ganz zu: »Jeder Mensch, geschaffen nach Gottes Bild, ist mit einer Fähigkeit ausgestattet, die der des Schöpfers verwandt ist: mit der Fähigkeit, eigenständig zu denken und zu handeln. Menschen, die diese Fähigkeit ausbauen, tragen Verantwortung, stehen in Unternehmungen an der Spitze und prägen Charaktere. Das Ziel wahrer Bildung ist es, junge Leute zu selbstständigem Denken zu erziehen, nicht dazu, dass sie nur die Gedanken anderer nachplappern.« (Ellen White, Education, Mountain View, Kalifornien: Pacific Press Publishing Association, 1903, S. 17)

Einige Neurowissenschaftler meinen, das Gehirn habe bereits bei der Geburt alle Nervenzellen, die es je besitzen wird. (Das mag in den meisten Fällen zutreffend sein. Wie ich später zeigen werde, gibt es aber auch Ausnahmen.) Von diesem Zeitpunkt an sterben sie nach Meinung der Wissenschaftler in atemberaubendem Tempo ab. In der Großhirnrinde einschließlich des motorischen Kortex und der Stirnlappen gehen täglich schätzungsweise etwa 50.000 Gehirnzellen verloren, in anderen Hirnregionen ist dieses Phänomen weit weniger stark ausgeprägt oder tritt gar nicht auf.

Die Ursache für das Absterben dieser Gehirnzellen ist letztlich nicht ganz klar. Der dokumentierte Verlust von Nervenzellen im Rahmen des Alterungsprozesses lässt aber folgende wohl begründete Vermutung zu:

Wir wissen, dass Gehirnzellen absterben, wenn sie nicht benutzt werden. Dies wurde in einer 28-jährigen Studie an 4000 Personen im US-Staat Washington nachgewiesen. Das Prinzip ist klar: Use it or lose it! oder Wer rastet, der rostet!

Als weitere Ursachen kommen Gifte, mangelnde Sauerstoffversorgung, einseitige oder mangelhafte Ernährung, Infektionskrankheiten, negative Umwelteinflüsse und Kopfverletzungen in Frage. Ein solcher Verlust führt zwangsläufig zu einem kranken Gehirn: zu verzerrter Wahrnehmung, emotionalen Störungen und zunehmender Degeneration bis hin zu Geistesverwirrung.

Doch wir können Mut fassen: Gehirnforscher haben entdeckt, dass das Gehirn keine Krankheiten mag!

Stirbt eine Gehirnzelle ab, sendet das Gehirn sofort ein Säuberungskommando von Makrophagen (Fresszellen) aus, welche die Zellreste beseitigen, bevor sie ihrer Umgebung gefährlich werden können! Danach wird eine Reservetruppe von Astrozyten (Zellen des Stützgewebes im Gehirn) in Bereitschaft versetzt, die auf Befehl Nervenwachstumsfaktoren (NGF) ausschütten können.

Forschungsergebnisse zeigen, dass das Gehirn förmlich darauf wartet, durch uns oder eine Person, die uns liebt, einen Auftrag zu bekommen. So ein Auftrag wird erteilt, sobald ein fürsorglicher Mensch (oder wir selbst) anhaltend und angemessen darum bemüht ist, Körper und Geist in Gang zu bringen und in Schwung zu halten! Ja, es stimmt wirklich: Ein Mensch, der uns liebt, kann in unserem Körper und Geist Heilungsprozesse auslösen und beschleunigen!

Ich habe ein asiatisches Kleinkind kennen gelernt, dem Hör- und Sehzentrum sowie andere bedeutende Hirnabschnitte fehlten. Eigentlich hätte es zeit seines Lebens blind, taub und gelähmt im Bett liegen müssen. Ich habe gesehen, wie die Mutter es immer wieder ausdauernd und liebevoll massierte, wie sie Kopf und Körper des Kindes stützte, wie sie es ermutigte, Arme und Beine zu bewegen und zu krabbeln und wie sie seine Welt mit schönen Klängen und optischen Reizen füllte. Ja, ich habe dieses Kind krabbeln sehen! Ich habe gesehen, wie es auf die Bilder und Klänge reagierte!

Aufnahmen von seinem Gehirn zeigten, dass außer dem im Mutterleib zuerst geformten Hirnstamm nur sehr wenig entwickelt war. Und dennoch: Als Antwort auf die mütterlichen Bemühungen befahl dieser Hirnstamm den Astrozyten, Nervenwachstumsfaktoren auszuschütten. So konnten sich neue Wege und Verbindungen bilden hin zu den wenigen verbliebenen, unbeschädigten Hirnregionen. Diese neuen Verbindungen setzten wiederum als Reaktion auf die anhaltenden Bemühungen neue chemische Substanzen und Enzyme frei, es flossen elektrische Ströme und das Kind konnte seine Gliedmaßen, seine Augen und sein Gehör einsetzen!

Ich lauschte auch dem wunderschönen Klavierspiel einer jungen Dame, Anfang zwanzig, nachdem ihr das »musikalische Gehirn« und der größte Teil ihrer rechten Gehirnhälfte operativ entfernt worden waren! Die Chirurgen gingen davon aus, dass sie für den Rest ihres Lebens gelähmt und bettlägerig sein würde. Doch sie wollte unbedingt Klavierspielen lernen, was sie durch ihren entschlossenen und konzentrierten Einsatz auch schaffte …

Fortsetzung

Aus: Elden M. Chalmers, Healing the Broken Brain, Science and the Bible Reveal How the Brain Heals, Remnant Publications, Coldwater, Michigan, 1998, S. 7-12

Zuerst im Deutschen erschienen in Unser festes Fundament, 1-2003


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