Donnerstag, 18 September 2014 – 09:38 Uhr

Wie der Schein trügen kann: Was nagt heimlich an deiner Substanz?

Was nagt heimlich an deiner Substanz?

(bild: Alexey Stiop - fotolia.com)

Gott rüttelte mich durch einen Pfirsichbaum auf. War ich wirklich der fromme Gottesmann, der ich zu sein schien? Hochmut kommt vor dem Fall, sagt das Sprichwort. Besser rechtzeitig aufwachen! Von Emmanuel Kaingu, Gründer und Leiter des Bethesda Institute in Kenia

Wer nagt an deiner Substanz? Diese ernste Frage stellte mir Gottes Geist während meiner Missionsausbildung in Portugal. Damals bereitete ich mich auf den großen Auftrag vor, den der HERR mir in meinem Heimatland Kenia geben würde.

Der Pfirsichbaum

Besonders macht mir die Arbeit in der Landwirtschaft Freude, und diese Arbeit war auch mein täglich Brot auf der Schule, die ich in Portugal besuchte. Mir war ein bestimmtes Feld zugewiesen worden, das ich von Unkraut und Büschen befreien sollte. Auf diesem Feld wuchsen auch wunderbare Bäume. Einer dieser Bäume hatte meine besondere Aufmerksamkeit. Es war ein Pfirsichbaum, der voller Früchte hing.
Ich ahnte nicht, dass der HERR mir durch diesen Baum die Augen öffnen wollte. Jeden Tag, wenn ich auf dem Feld war, ergötzten sich meine Augen an diesem Baum. Eines Tages fiel mir dabei auf, dass der Baum sich nach einer Seite neigte. Ich dachte natürlich, das läge an den Früchten. Die Schlussfolgerung lag absolut nahe. Doch das war nicht der Hauptgrund. Die Früchte trugen nur dazu bei.
Am nächsten Morgen ging ich nicht aufs Feld, weil ich ein paar Besorgungen in der Stadt machen musste. Nach dem Mittagessen aber ging ich wieder hin und was ich sah, machte mich traurig. Der schöne Pfirsichbaum war umgefallen!
Es tat mir so leid! Da kam mir der Gedanke, der Ursache auf den Grund zu gehen. Später wurde mir klar, dass dieser Gedanke vom Heiligen Geist gekommen war. Ich näherte mich dem Baumstumpf und sah, dass der Baum in Bodennähe abgebrochen war. Der Baumstumpf war von kleinen Ameisen ganz zerfressen. Ja, sie waren der eigentliche Grund für den Fall des Baumes und nicht die vielen Früchte. Der Baum wäre gar nicht umgefallen, hätten die Ameisen ihn nicht angegriffen.

Was bedeutete dieses Gleichnis?

Was hat dieses Gleichnis zu bedeuten?, fragte ich mich. Nach meiner Arbeit auf dem Feld ging ich auf mein Zimmer. Doch das Gleichnis arbeitete in meinem Kopf weiter. Am Abend hatte ich die Andacht. Während ich darüber betete und nachdachte, worüber ich in der Andacht sprechen könnte, gab mir der Heilige Geist im Stillen einige Fragen ein, die mich damals zittern ließen. Das waren die Fragen, die mir in den Sinn kamen: Emmanuel, du hast den Baum gesehen und wegen seiner Früchte bewundert. Bewundern oder loben dich die Leute auch, weil du Gutes tust? Du machst Missionsarbeit, du predigst, du machst Gesundheitsmission, der HERR hat dir Talente gegeben. Dann kam die nächste Frage. Sie drehte sich um die kleinen Ameisen, die den Baum gefällt hatten. Ich konnte die Ameisen von außen nicht sehen. Sie arbeiteten im Innern. Die Frage kam mir daher: »Gibt es etwas in dir, das dich geistlich auffrisst und dich zu Fall bringen kann? Wer nagt an deiner Substanz?«Wie ein Pfeil traf mich diese Frage mitten ins Herz. In diesem Augenblick fing ich an, mir um mein geistliches Leben Sorgen zu machen. Der HERR sprach direkt zu mir! Am Abend sprach ich mit den Geschwistern in der Andacht darüber. Was für ein Segen! Diese Erfahrung habe ich bis heute nicht vergessen. Oft erinnert mich Gottes Geist daran, damit ich wachsam bleibe, das Gebet nicht vernachlässige und nichts in mir Raum gebe, was mich zu Fall bringen könnte.Liebe Leser, lasst euch dieselbe Frage vom HERRN stellen, die er mir gestellt hat. Sind die Leute voll des Lobes über dich? Meinen sie, du hast schon eine höhere Ebene erreicht, bist stark und kannst nicht fallen? Vollbringst du Dinge, für die andere dich bewundern oder loben? Dann stell dir auch die andere Frage: Gibt es irgendeine Sünde, an der du immer noch festhältst? Vielleicht erscheint sie dir sehr klein. Doch sie könnte dich zu Fall bringen.

Der Sturm kommt!

Wir stehen unmittelbar vor dem letzten Test. Sind wir auf die Prüfungsstunde vorbereitet, die in Offenbarung 3,11 erwähnt wird? Der Apostel Paulus schrieb den Korinthern: »Darum, wer meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle!« (1. Korinther 10,12) Und hier noch einige inspirierte Aussagen, die uns zur Wachsamkeit, zum Gebet und zur Vorbereitung auf den letzten Konflikt zwischen Gut und Böse auffordern.
»Einige derer, die meinen fest zu stehen, werden entsetzlich abstürzen. Denn sie haben die Wahrheit zwar, doch nicht so, wie sie in Jesus ist.« (Selected Messages 3, 154)
»Dann wird das Gold von der Schlacke getrennt … So mancher Stern, dessen Glanz wir bewundert haben, wird in der Finsternis verlöschen. Wer den Schmuck des Heiligtums angelegt hat, aber nicht mit Jesu Gerechtigkeit bekleidet ist, wird dann nackt da stehen und sich schämen.« (Maranatha, 196)
»Wenn der Sturm naht, wird eine große Gruppe ihre Position aufgeben und zu den Reihen des Feindes überlaufen. Sie hatten sich zwar zum Glauben an die dritte Engelsbotschaft bekannt, waren aber nicht geheiligt worden, weil sie die Wahrheit nicht auslebten … Menschen von Talent und ansprechender Gewandtheit, die sich einst der Wahrheit erfreuten, werden dann ihre Fähigkeiten einsetzen, um Seelen zu täuschen und irrezuleiten.« (Great Controversy, 608)
Ich bete, dass allen Lesern diese Erfahrung zum Segen wird, die der HERR mir in seiner Gnade gegeben hat, um mich zu retten.

EMMANUEL KAINGU,
Gründer und Leiter des adventistischen Laiendienstes Bethesda Institute in Kenia


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