Campmeeting in Pracht, Westerwald, 13. Juli - 19. August 2018 :: LIVESTREAM

:: Ausführliches Programm ::

  • Zeltmacher im Nahen Osten: Der Kreis schließt sich.

    Der Kreis schließt sich.

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    Gott ließ mich in seiner Gnade das Licht sehen, das ein Zeltmacher im Leben eines Muslimen angezündet hatte. Von Barnabas Hope

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Montag, 11 Januar 2016 – 08:37 Uhr

Die Flüchtlingswelle wirft Fragen auf: Liebe ich meinen Flüchtling wie mich selbst?

Liebe ich meinen Flüchtling wie mich selbst?

Bild: ginae014 - Adobe Stock

Was sagt die Bibel zur Flüchtlingswelle? Ist sie für die Endzeit vorausgesagt? Was ist mein Auftrag dabei? Von Kai Mester

Die Bibel ist eindeutig. Abraham und Isaak flohen vor Hungersnot nach Ägypten. Jakob floh vor der Verfolgung seines Bruders ins Land des Ostens. Später wanderte er mit seiner Familie aufgrund einer weiteren Hungersnot ganz nach Ägypten aus. Auch Mose floh, und zwar vor dem Pharao ins Land Midian (Apostelgeschichte 7,29). Gemeinsam mit ihm entkam ganz Israel dem Pharao und fand Zuflucht in der arabischen Wüste. König David floh vor der Verfolgung durch Saul und fand im Ausland Asyl (1. Samuel 22,3-4; 27,2-4). Der Prophet Elia floh vor Ahab über den Jordan und nach Zarpat, und Jesus Christus selbst war ein Flüchtlingskind, dessen Eltern vor Herodes nach Ägypten flohen, um sein Leben zu retten (Matthäus 2,13-15). Doch die Geschichte der biblischen Flüchtlinge und Asylanten hört damit nicht auf. Die frühen Christen flohen vor der Verfolgung in Jerusalem nach Samarien (Apostelgeschichte 8,1) und, als das römische Heer überraschend seine Belagerung Jerusalems abbrach, nach Dekapolis im heutigen Jordanien.

In nachbiblischen Zeiten trieben Verfolgungen im römischen Reich die Christen in weit entfernte Länder. Im Mittelalter flohen sie in die Berge. Ein paar Jahrhunderte später flohen sie aus der Alten in die Neue Welt. Gottes Kinder sind Flüchtlinge und Asylanten, sind Gäste und Fremdlinge auf Erden (Hebräer 11,13; 1. Petrus 2,11).

Deshalb hat er uns auch geboten, die Flüchtlinge lieb zu haben.

Die biblischen Flüchtlingsgebote

»Den Fremdling sollst du nicht bedrängen noch bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen im Land Ägypten.« (2. Mose 22,20) »Und bedrücke den Fremdling nicht; denn ihr wisst, wie es den Fremdlingen zumute ist; denn ihr seid Fremdlinge gewesen im Land Ägypten.« (2. Mose 23,9) »Am siebten Tag sollst du ruhen, damit … der Fremdling sich erholen kann.« (2. Mose 23,12) »Wenn ein Fremdling bei dir in eurem Land wohnen wird, so sollt ihr ihn nicht bedrücken. Der Fremdling, der sich bei euch aufhält, soll euch gelten, als wäre er bei euch geboren, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen im Land Ägypten. Ich, der HERR, bin euer Gott.« (3. Mose 19,34) »Ein Gesetz und ein Recht gilt für euch und für den Fremdling, der sich bei euch aufhält.« (4. Mose 15,16) »Denn der HERR, euer Gott, er ist der Gott … der die Person nicht ansieht … und den Fremdling liebhat, sodass er ihm Speise und Kleidung gibt. Und auch ihr sollt den Fremdling lieben, denn ihr seid ebenfalls Fremdlinge gewesen im Land Ägypten.« (5. Mose 10,17-19) »Verflucht sei, wer das Recht des Fremdlings, der Waise und der Witwe beugt!« (5. Mose 27,19) Jesus wird sagen: »Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, und erbt das Reich … denn … ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt« (Matthäus 25,34-35), oder: »Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer … denn … ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt« (Matthäus 25,43).

Sind wir bereit, Jesus in den Flüchtlingen zu entdecken? Oder wollen wir in ihnen potentielle Terroristen sehen oder eine von langer Hand gesteuerte Bedrohung des Abendlandes?

Muslimische Flüchtlinge

Viele Flüchtlinge sind Muslime. Wie begegnen wir ihnen? Unter gläubigen Christen, auch unter Adventisten gehen die Auffassungen weit auseinander, ob der Islam eine abrahamitische und damit von Gott legitimierte Religion ist oder gar eine satanisch-okkulte. Muslime reden gerne über ihren Glauben. Doch man ist sich unsicher, ob man Allah, Mohammed und den Koran als Gesprächsthema meiden oder suchen soll. Die einen raten ganz davon ab, über Koranverse zu sprechen, die anderen finden im Koran zahlreiche Parallelen zur Bibel und freuen sich an solchen Brücken über den großen Graben zwischen unseren Kulturen. Die einen sehen in Allah den heidnischen Mondgott, die anderen den Elohim Abrahams, Ismaels, Isaaks, Midians und Jakobs.

Einig sind sich wohl die meisten, dass der traditionelle Islam ähnlich weit von der Wahrheit entfernt ist wie das traditionelle Christentum. Wir alle brauchen als Menschen Reinigung von unserem Ich, unserem Götzendienst, unseren Sünden.

So möchte ich auch allen Lesern Mut machen, dass wir durch das Gebot Liebe deinen Flüchtling wie dich selbst! näher zusammenrücken. Tatsächlich ist jeder Flüchtling eine interessante Mischung aus Nächstem und Feind, die wir ja beide lieben sollen. Es ist der zu uns gekommene »Feind«, der sich in unserer unmittelbaren Nähe niederlässt. Gott schenkt uns damit die Gelegenheit, das Befolgen seiner Gebote in der Praxis zu üben.

Was bedeutet es, den Flüchtling zu lieben?

Was bedeutet es, meinen Flüchtling zu lieben wie mich selbst? Um das zu beantworten, gibt es keinen anderen Weg, als mich in seine Haut zu versetzen. Da er aus einer anderen Kultur kommt, werde ich nur erfahren, wie er sich fühlt, wenn ich ihm zuhöre und versuche, seine Kultur zu verstehen. Nur wenn ich mir Zeit für ihn nehme und mit ihm in seinem und meinem Wohnzimmer an einem Tisch sitze, kann das gelingen. Bloße Vermutungen über seine Empfindungen werden meist nicht ausreichen, um ihn zu lieben.

Ich werde alles vermeiden, was in ihm Entsetzen, Angst, Abscheu oder Verachtung auslöst. Als Adventisten, die kein Schweinefleisch essen und keinen Alkohol trinken, sind wir da schon auf dem richtigen Weg. Als Mann werde ich nicht alleine mit einer oder mehreren Musliminnen sprechen, als Frau auch nicht alleine mit Männern. Eine Bibel oder einen Koran werde ich niemals auf den Boden legen, sondern mit Respekt behandeln; und so könnte man die Reihe fortsetzen.

Bei Glaubensgesprächen werde ich bei Gemeinsamem beginnen und mich an Jesu Prinzip halten: »Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.« (Johannes 16,12) Taktvoll und liebevoll werde ich meinen neuen Freund mit dem Einen näher bekannt machen, der mich von meinen Sünden errettet hat. Ich werde ihm die inspirierten Aussagen nicht verheimlichen, die mein Leben verändert haben. Denn ich wünsche mir, dass auch mein Flüchtling Befreiung erlebt.

In selbstloser Liebe werde ich alles tun, damit das Lebenswasser das Herz des Flüchtlings besser erfrischen kann. Es wird mir ein großes Anliegen sein, dass das Lebenswasser von seinem Herzen aus weiter fließen kann zu den Herzen der Menschen, die er liebt.

Das bedeutet, Abschied zu nehmen von der Vorstellung, der Flüchtling sei ein Missionsobjekt. Denn wer stolz auf Taufzahlen ist und besonders stolz auf die seltene Taufe von Muslimen, der bringt oft großes Unheil über den Flüchtling. Ausgestoßen aus seiner Familie wird ihm meist doch kein neues Zuhause in einer christlichen Familie geboten, weil unsere individualistische Kultur diese intensiven Familienbande häufig gar nicht mehr kennt. So mancher Ex-Muslim ist schon an der neuen Einsamkeit zerbrochen. Und den Missionsauftrag Jesu »Kehre zurück in dein Haus und erzähle, was Gott dir Großes getan hat!« (Lukas 8,37) konnte er aus der Isolation heraus nicht mehr erfüllen.

Lassen wir uns aber vom Heiligen Geist führen, so kann die Adventbotschaft von »Jesu Gerechtigkeit in unseren Herzen« die ganze Welt, auch die muslimische, mit ihrer Herrlichkeit erleuchten. Gottes Geist wird jedem Einzelnen zeigen, welche Informationen über den Islam, die muslimische Kultur, den Koran hilfreich sein können, um Aquädukte zu bauen, über die das Lebenswasser fließen kann. Gott selbst wird uns durch seinen Geist dem suchenden Muslim zum Segen werden lassen, auch dem, der dann doch missverstanden wird und Verfolgung erleben muss.

Gott nimmt aber nicht nur die Angst vor Verfolgung, sondern auch die Angst davor, selber von den Flüchtlingen zu lernen. Ich staune immer wieder, was ich noch alles in diesen interkulturellen Begegnungen lernen kann – allemal Demut und Geduld. Aber ich möchte auch zum Beispiel von der Gastfreundlichkeit lernen, die in der Bibel so gelobt und bei Muslimen so stark praktiziert wird (Römer 12,13; Hebräer 13,2; 1. Petrus 4,9).

Wenn wir auf den Spätregen warten, brauchen wir uns auch nicht zu scheuen, in fremden Sprachen (Zungen) zu reden. Die Nachfrage nach guten Arabisch- und Persischlehrbüchern ist gestiegen. Man kann sie leicht über den Buchhandel beziehen. So können wir uns auch gegenseitig helfen, unsere Sprachen zu lernen.

Ist die Flüchtlingswelle vorausgesagt?

Die Bibel sagt eine große Wanderungsbewegung der Nachkommen Ismaels übers Mittelmeer voraus. Sulamit, die Königen von Saba und die Weisen aus dem Morgenland, die Israel besuchten, waren dafür nur Vorboten. Doch in späterer Zeit drängten sie in Scharen ins christliche Abendland. Die Araber kamen bis auf die iberische Halbinsel und Südfrankreich. Die Türken bis nach Konstantinopel und vor die Tore Wiens. Dabei brachten sie Europa auch viele Kulturgüter, die den Grundstein unserer modernen Zivilisation legten. In den 50er Jahren kamen dann die Nordafrikaner, Türken und Pakistaner. Und jetzt treffen vermehrt Iraker, Syrer und Afghanen bei uns ein. Einige dieser Muslime werden ihre Wanderung bis ins Neue Jerusalem fortsetzen. Unsere Aufgabe ist es, sie auf dieser Reise zu unterstützen.

»Mache dich auf, werde Licht! … Hebe deine Augen auf und sieh um dich: Diese alle kommen versammelt zu dir! Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arm herbeigetragen werden. Wenn du dies siehst, wirst du vor Freude strahlen, und dein Herz wird klopfen und weit werden … Eine Menge Kamele wird dich bedecken, Dromedare von Midian und Epha (Arabien); sie alle werden von Saba kommen (Arabien), Gold und Weihrauch bringen und mit Freuden das Lob des HERRN verkündigen. Alle Schafe von Kedar (Arabien) werden sich zu dir versammeln, die Widder Nebajoths (Arabien) werden dir zu Diensten stehen … die Tarsisschiffe (Mittelmeer) zuerst, um deine Söhne aus der Ferne herzubringen … Und Fremdlinge werden deine Mauern bauen … Deine Tore sollen stets offen stehen und Tag und Nacht nicht zugeschlossen werden … Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht mehr verschwinden; denn der HERR wird dir zum ewigen Licht werden, und die Tage deiner Trauer sollen ein Ende haben … Ich, der HERR, werde das zu seiner Zeit rasch ausführen!« (Jesaja 60,1-22)

Strahle ich vor Freude über die Neuankömmlinge? Klopft mein Herz und wird es weit? Bin ich froh, dass sie meine Mauern bauen? Stehen meine Grenzen und Tore stets offen? Erkenne ich Söhne und Töchter in ihnen?

Menschen mit dieser Geisteshaltung werden das Neue Jerusalem bewohnen, weil es dort keine andere Geisteshaltung mehr geben wird. Auch wenn hier noch viel Schmerz und Leid herrschen und meine Flüchtlingsliebe Opfer fordert, lohnt es sich.

»Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden die Heidenvölker fragen nach dem Wurzelsproß Isais, der als Banner für die Völker dasteht; und seine Ruhe (der Sabbat) wird Herrlichkeit sein. Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der HERR zum zweiten Mal seine Hand ausstrecken, um den Überrest seines Volkes, der übriggeblieben ist, loszukaufen aus Assyrien (Syrien) und aus Ägypten, aus Patros (Ägypten) und Kusch (Eritrea/Äthiopien) und Elam (Iran) und Sinear (Irak/Kurdistan), aus Hamat (Syrien) und von den Inseln des Meeres. Und er wird für die Heidenvölker ein Banner aufrichten und die Verjagten Israels sammeln und die Zerstreuten Judas zusammenbringen von den vier Enden der Erde … sie werden … gemeinsam die Söhne des Ostens plündern (Arabien). Nach Edom und Moab (Jordanien) greift ihre Hand, und die Ammoniter (Jordanien) gehorchen ihnen. Auch wird der Herr die ägyptische Meereszunge zerteilen und mit der Glut seines Hauches seine Hand über den Strom schwingen und ihn zu sieben Bächen zerschlagen, sodass man mit Schuhen (des Evangeliums) hindurchgehen kann. Und es wird eine Straße vorhanden sein für den Überrest seines Volkes, der übriggeblieben ist, von Assyrien her, wie es für Israel eine gab an dem Tag, als es aus dem Land Ägypten hinaufzog.« (Jesaja 11,15-16)

Es hat ein Fragen nach Jesus unter Muslimen eingesetzt und auch eine Sehnsucht nach der Ruhe, dem Frieden und Wohlstand im Abendland. Aus allen Ländern kommen sie, um mehr zu erfahren oder einfach nur ein besseres Leben zu führen. Viele Nachkommen Ismaels werden eine besonders hingebungsvolle Beziehung zu Gottes Volk aufbauen. Das Evangelium wird auf diesen neuen Kommunikationswegen auch die erreichen, die lange davon abgeschottet wurden (in Syrien wurde die Adventgemeinde vor vielen Jahren verboten.) Die Flüchtlinge, die hier leben, stehen mit ihren Lieben über Facebook, Whatsapp und andere Anbieter in Verbindung.

Gott hat die Flüchtlinge zu uns gesandt, weil wir nicht zu ihnen gegangen sind. Sie folgen einem prophetischen, göttlichen Plan. Empfangen wir sie daher mit offenen Armen und begegnen ihnen mit der göttlichen, heiligen und selbstlosen Liebe, nach der auch sie sich sehnen! Wäre es nicht schön, wenn wir mit vielen von ihnen gemeinsam die Erleuchtung unserer Herzen und die Versiegelung erleben?

Gott sammelt sein Volk aus allen Nationen, Stämmen, Sprachen und Völkern!

Bei der Mehrheit werden die Flüchtlinge nicht finden, wonach sie sich sehnen. Im Gegenteil! Viele werden dann enttäuscht und zornig sein. Der Untergang Babylons wird auch ihr Untergang sein. Da wird sein Heulen und Zähneknirschen. Kämpfen wir gemeinsam darum, die Zahl der Enttäuschten dramatisch zu verringern! Gott wird uns hierin beistehen!


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