• Gottes Charakter leuchtet am finstersten Ort (Das Wort wurde Fleisch – Teil 2): Brauchst du sein Licht?

    Brauchst du sein Licht?

    Adobe Stock - Antonio Gravante

    Leben, Heilung und Geborgenheit bietet nur die Religion des Jesus von Nazareth. Von Ellen White

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Donnerstag, 18 Februar 2016 – 16:57 Uhr

Überlebender eines Schicksalsschlags erzählt – Unleugbar (Teil 14): Gottes fröhliches Lachen

Gottes fröhliches Lachen

Bild: privat

Wenn Segen unverhofft kommt und alle wieder lachen können. Von Bryan Gallant

»Lachen ist das, was Gottes Gnade am nächsten kommt.« – Karl Barth

Die ersten Tage daheim mit unserem lieben Elijah riefen eine Unzahl von Gefühlen und Erinnerungen wach. Als wir in sein süßes Gesichtchen schauten, ließen wir den Freudentränen freien Lauf. Mit Begeisterung kniffen wir ihn vorsichtig in die Pausbäckchen. In der Dunkelheit der Nacht erinnerten wir uns wieder an die verschiedenen Techniken, wie man Babys auf dem Arm hält und ihnen die Flasche gibt. Sogar das Windelwechseln machte mir Spaß. Nur hatte ich völlig vergessen, dass man ja bei kleinen Jungen schnell in Deckung gehen muss, wenn man keine andere Schutzmaßnahme ergreift! Oft starrten wir einfach nur verzaubert das schöne Geschenk an, das uns Gott in seiner Güte gemacht hatte, und klammerten uns an die unwirkliche Hoffnung, dass es kein Traum war.

BryanPennyElijah

Bild: privat

 

Das Adoptionsverfahren

Die Gleichung unserer Zukunft hatte viele Unbekannte. Internationale Adoptionen sind keineswegs einfach oder gratis. Man hatte uns gewarnt, dass es ein äußerst schwieriges Unterfangen sei. Die ersten Tage gingen wir ängstlich ans Telefon und musterten jedes neue Gesicht in der Schule, weil wir fürchteten, seine leibliche Mutter, sein Vater oder irgendjemand aus seiner Verwandtschaft könnte es sich anders überlegen und kommen, um ihn uns wieder wegzunehmen.

Würde unsere Rechnung aufgehen? Wir wussten es nicht, aber wir waren zu verliebt und glücklich, als dass wir weit in die Zukunft schauen konnten. Fast blindlings gingen wir die Sache an und vertrauten auf Gottes Güte. Jedes Mal, wenn wir den schlafenden Elijah in seinem Bettchen betrachteten, waren wir von Ehrfurcht ergriffen. Sein sanftes Atmen weckte bittersüße Erinnerungen an unsere anderen Kinder, aber es schenkte uns dennoch Hoffnung angesichts der ungewissen Zukunft.

Normalerweise ist das Verfahren bei Auslandsadoptionen aus zwei Gründen sehr kompliziert. Erstens durch die rechtlichen Fragen der Adoption selbst, die mit beiden Regierungen geklärt werden müssen. Zweitens durch die Einwanderungsbestimmungen, die regeln, unter welchen Umständen man das eine Land verlassen und ins andere einreisen darf. Obwohl man uns vorgewarnt hatte, stellten wir den Antrag. Was sich entwickelte, erstaunte uns. Während des gesamten Verfahrens waren Gottes Segen und seine Handschrift zu erkennen.

Erstens wohnten wir in Mikronesien, wo das US-Recht bei der Gesetzgebung Pate gestanden hatte. Daher waren die Anforderungen bei Adoptionen recht unkompliziert. Was wir in Mikronesien einreichen mussten, genügte auch für die USA. Zweitens dürfen mikronesische Bürger visafrei in die USA einreisen, weil zwischen den beiden Regierungen besondere Verträge bestehen. Wir mussten auch keine extra Gebühren bezahlen. Drittens hatten wir als Volontäre, die auf Yap wohnten, das Recht, unsere Papiere von einer Agentur vorbereiten zu lassen, die nach einer festgelegten Tariftabelle abrechnete. Bei unserem geringen Einkommen, verglichen mit dem Durchschnittseinkommen auf Guam, waren daher das Einreichen der Adoptionsdokumente und das Gerichtsverfahren für uns praktisch kostenlos!

Wir konnten es kaum glauben. Nur wenige Monate nach unserer Ankunft an diesem neuen Ort war Gott dabei, uns auf wundersame Weise durch eine Auslandsadoption einen kleinen Jungen zu schenken, und das zu der Wahnsinnssumme von 30 Dollar! Einmalig! Doch das war noch nicht alles, womit Gott uns segnen wollte.

Völlig unerwartet

Wir befanden uns mitten in den Vorbereitungen auf Elijahs Geburt und den alltäglichen Anforderungen als Schulleiter. Unser Leben war bis zum Rand gefüllt mit Aktivität. Wir mussten so viel Neues organisieren und verkraften, dass ein anderer Bereich unseres Lebens völlig in Vergessenheit zu geraten schien. Durch die beiden Eingriffe der Sterilisierung und späteren Refertilisierung bei mir und dadurch, dass Penny nicht leicht schwanger wurde, war die Wahrscheinlichkeit auf eigenen Nachwuchs gesunken. Im Prinzip hatten wir daher innerlich unseren Traum auf ein weiteres Kind fast aufgegeben.

Dann fühlte sich Penny plötzlich unwohl. Zuerst dachten wir, sie sei nur erschöpft und übermüdet von der ständigen Fürsorge für unseren Neugeborenen. Aber die Symptome passten schließlich doch nicht. Sollten wir zu hoffen wagen? Wir trauten uns nicht. Deshalb warteten wir noch ein paar Tage in der Meinung, sie habe sich vielleicht den Magen verdorben oder einen Virus zugezogen. Wir verdrängten den Gedanken einfach. Doch die Hoffnung ist eine zähe Blütenpflanze, die sich unablässig ihren Weg bahnt, wenn Gott ihr erst einmal Leben geschenkt hat, sodass sie sogar eine vereiste Decke aus totem Laub durchbricht.

Endlich konnte Penny es nicht länger aushalten. Es war der Vorabend vor der Gerichtsverhandlung, in der man uns Elijah endgültig zusprechen würde. Sie entschloss sich einen Schwangerschaftstest durchzuführen. Nervös erwartete ich das Ergebnis, während ich versuchte, den zappeligen Elijah auf meinem Arm ruhig zu halten. Mit gespitzten Ohren lauschte ich auf jedes Anzeichen ihrer Reaktion. War es möglich? Oder nur wieder Fehlalarm wie schon so viele Male zuvor? Augenblicke später tauchte Penny mit einem völlig schockierten Gesichtsausdruck auf, in ihrer gesunden Hand hielt sie einen weißen Teststreifen mit zwei roten Linien und verkündete mutig das positive Resultat!

Sie war schwanger!

Eine Flut von Tränen überwältigte uns. Lobpreisrufe wechselten sich mit staunendem Schweigen ab. Wir konnten es nicht glauben. Mit unserem Neugeborenen auf den Armen waren wir nun eingeladen, uns auf noch ein Baby zu freuen! Gott war einfach zu gut zu uns!

Gottes minutiöser Zeitplan

Die Nacht verging wie im Flug. Wir schliefen wenig zwischen Elijahs Mahlzeiten und unseren Freudentränen über die Wunder, die uns umgaben. Früh am nächsten Morgen zogen wir Elijah an und machten uns fertig für die Gerichtsverhandlung, auf der Elijahs Adoption zum Abschluss kommen würde. Das Verfahren war viel schneller gegangen, als wir es erwartet hatten. Jetzt war er schon fast ganz offiziell unser Eigen!

Das Ereignis selbst war recht unspektakulär. Ich erinnere mich nicht einmal daran, wie der Richter aussah. Alle Dokumente waren professionell vorbereitet und eingereicht worden. Die leibliche Mutter hatte ihr Sorgerecht aufgegeben. Dadurch war der Weg für die Adoption des kleinen Elijah frei. Haken waren keine aufgetaucht. Es war buchstäblich »zu schön, um wahr zu sein«! Der Richter fragte uns nur, was unsere Pläne seien und ob wir ihn auch versorgen könnten. Wir erklärten kurz unsere Situation und unseren Wunsch Elijah wie unseren eigenen Sohn zu lieben und ihm zum Segen zu werden. Damit gab er sich zufrieden, verkündigte seinen Urteilsspruch und unterzeichnete die Papiere. Dann bat er uns, draußen noch die offizielle Urkunde zu unterschreiben, die man uns aus einem anderen Raum bringen würde. Augenblicke später hielten wir Elijahs Geburtsurkunde in der Hand, in der wir als seine Eltern aufgeführt waren, sowie alle nötigen Adoptionspapiere, die bewiesen, dass er rechtlich gesehen unser Kind war.

Wir standen reglos und schweigend da, als stünden wir auf heiligem Boden.

Während wir die Papiere eingehender studierten und jede einzelne Zeile betrachteten sowie unser beider Unterschriften, schien plötzlich der Boden unter unseren Füßen zu schwanken. Dort neben dem Amtssiegel der mikronesischen Regierung stand: 3. Dezember 1997. Die Bedeutung traf uns völlig unvorbereitet! In dem ganzen Stress der Vorbereitung auf Elijahs Ankunft hatten wir ja ganz vergessen … doch jetzt dämmerte es uns: Auf den Tag genau vor drei Jahren waren Caleb und Abigail gestorben. Und gerade heute durften wir zwei weitere Kinder unser Eigen nennen, eines auf unserem Arm, das andere in Pennys Bauch!

Wie Wissenschaftler, die warnenden Vorbeben und das Austreten von Dampf messen und aufzeichnen, um die Aktivität eines Vulkans vorauszusagen, zählten wir schnell eins und eins zusammen und erkannten, dass jedes Detail unserer Geschichte auf diesen Gipfel von Gottes Fürsorge hingewiesen hatte. Gott selbst schien vor Freude in Lachen auszubrechen und sich daran zu weiden, dass er uns so segnen konnte! Zitternd vor Überraschung priesen wir Gott mit Tränen der Dankbarkeit in unseren Augen.

Es war einfach nur umwerfend!

Drei Jahre nach dem verheerenden Tag schenkte Gott uns Kinder, damit wir wieder lieben durften. Ich kann über diese Güte nur staunen. Der Gott der Liebe, der uns in unseren dunkelsten Stunden getragen und zu sich gezogen hatte, zeigte uns nun eine weitere Seite seines Wesens.

Wir hatten ja schon Trost gefunden, als uns durch Jeremia 31,3 bewusst wurde, dass sein wahres Wesen Liebe ist: »Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.« Doch jetzt lernten wir ein neues Prinzip: Dieser Gott der Liebe war auch der Gott, der für unser Leben einen Plan hatte, einen guten Plan, wie wir nun erkannten! In demselben Buch, nur ein paar Seiten davor, fanden wir folgende Worte: »Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.« (Jeremia 29,11) Um viele Ecken herum erfüllte Gott genau zur rechten Zeit seinen himmlischen Plan mit uns. Dieser Plan konnte den qualvollen Schmerz nicht beseitigen, den wir durch den Verlust von Caleb und Abigail spürten. Doch Gott schien uns einzuladen, einen Schritt zurückzutreten und das große Panorama seiner Führung zu bestaunen. Das Bewusstsein, dass er alles im Griff hat, schenkte uns Frieden und Freude.

In den großen Glaubens- und Lebensfragen halten manche alles nur für Zufall. Dadurch entgeht ihnen das majestätische Panorama. Doch ab einem gewissen Punkt werden die Wahrscheinlichkeiten rechnerisch absurd. Menschlich gesehen wäre es unmöglich gewesen, die Ereignisse, die in Elijahs Geburt gipfelten, so zu planen. Seine Empfängnis Monate vorher, die Angst der Mutter um die Zukunft ihres Kindes, ihr inneres Loslassen, das Abwägen verschiedener Optionen; ihre Begegnung mit einem unbekannten Ehepaar, das erst seit drei Monaten auf der Insel war; ihre Entscheidung für dieses Paar, Elijahs Geburt am Thanksgiving Day. Das alles folgte einem perfekten Zeitplan. Auch dass Penny genau zur selben Zeit schwanger wurde und es gerade erst bemerkt hatte; und dass Elijahs Papiere so schnell fertig wurden und so kostengünstig waren.

Mehr Glück als Verstand?

Ausgeschlossen!

Natürlich kann sich jeder Mensch frei dafür entscheiden, völlig willkürlich durch die Wechselfälle des Lebens zu irren und die Bedeutung aller Augenblicke in einem Zufallsraster zerfließen zu lassen. Doch nach der Erleuchtung, die Gott uns geschenkt hat, lebte ich von nun an bewusster und ehrfürchtiger. Ich staunte anbetend über einen fürsorglichen Schöpfer, der versprochen hat, einen Plan für mein Leben zu haben, der Zeit und Raum miteinander zum Guten verschmilzt! Ich kann allerdings nicht erklären, wie Gott das alles einfädelt und warum manche Ereignisse so furchtbar sind. Doch das Prinzip bleibt: Es gibt einen Plan! Wer lernt, in diesem Bewusstsein zu leben, für den ändern sich die Spielregeln des Lebens. Er kann auf Gottes Güte vertrauen auch angesichts einer ungewissen Zukunft.

Als wir wieder auf dem Schulgelände ankamen, strahlten unsere Gesichter buchstäblich vor Freude über Gottes Güte und darüber, dass Elijah nun uns gehörte. Schon bald fassten wir Fuß in unserem neuen Leben. Zum laufenden Schuljahr kam aber jetzt nicht nur der kleine Elijah dazu, der viel Fürsorge brauchte, sondern auch Pennys schwierige Auslandsschwangerschaft. Doch einer weiteren göttlichen Vorsehung verdankten wir es, dass die Frau des örtlichen Pastors Ärztin war und ganz in der Nähe wohnte. Zur rechten Zeit gab sie Penny einige Infusionen. Die Tage verstrichen rasch, und aus Wochen wurden Monate. Unser erstes Jahr war schnell vorbei.

Geburt in Guam

ElijahHannah2

Bild: privat

Kaum hatte ich mein erstes Schuljahr als Rektor erfolgreich beendet, bestieg ich mit der kostbaren Fracht meiner »umfangreichen« Frau und unseres Sohnes ein Flugzeug nach Guam, wo wir auf die Geburt unseres zweiten Wunderkindes warteten. Nach einiger Wartezeit mit schönen, friedlichen Augenblicken fernab meiner Arbeitspflichten segnete Gott uns erneut mit einem gesunden, schönen kleinen Mädchen, das wir Hannah nannten. Vom ersten Augenblick an gewann sie unser Herz. Jetzt waren wir wieder zu viert! Erstaunt und ganz schön gefordert von Gottes Güte, erkannten wir schnell, dass es gute Gründe dafür gibt, den Abstand zwischen zwei Geburten mindestens auf zehn oder mehr Monate zu vergrößern! Elijah und Hannah waren nur acht Monate auseinander. Das war auf natürlichem Wege nicht nachzuahmen und auch schwieriger in der Betreuung als Zwillinge. Auf jeden Fall sah es so aus, als gehöre Langeweile nicht zu Gottes Plan für unser Leben! Die beiden wurden zu unseren stetigen Begleitern, und Penny entwickelte sich zu einer reifen, fantastischen Mama, die in ihrer neuen, alten Rolle aufblühte.

Rückkehr in die USA

Schließlich endete unser Zweijahresvertrag und wir bereiteten uns mit unserer gewachsenen Familie auf die Rückkehr in die USA vor. Gott hatte nicht nur unsere Familie gesegnet, sondern auch die Schule. Durch eine Anzahl von unvorhersehbaren Wendungen und geführten Entscheidungen war die Schule gewachsen und hatte ihre Schulden abgezahlt. Wir jedoch bereiteten uns auf den nächsten Lebensabschnitt vor, den Gott für uns vorgesehen hatte. Als weiteres unmissverständliches Zeichen von Gottes Führung bot mir der neue Rektor der Schule, an der wir gearbeitet hatten, als Caleb und Abigail gestorben waren, per Telefon an, einen 28-jährigen Mathematiklehrer zu ersetzen, und zwar ohne dass er mich zuvor gesehen hatte. Bald würden wir mit unserer von Gott fertig zusammengestellten Familie wieder daheim sein bei unseren Lieben.

Doch auch diesmal gingen wir unkonventionelle Wege. Bei der Planung unserer Rückkehr in die USA entschieden wir uns vier intelligente Yap-Teenagerinnen mitzunehmen, damit sie die Schule in Wisconsin beenden könnten. Das war schon verrückt! Wer in aller Welt würde mit zwei Kindern unter zwei Jahren noch vier Mädchen zwischen 17 und 19 aufnehmen? Wenn wir darüber nachdenken, kommt es uns selbst ein wenig merkwürdig vor.

Es ist eine Herausforderung und ein Kampf, sich nach so vielen beeindruckenden Berggipfeln der Gnade Gottes aus der Welt der Wunder wieder in den Alltag zu begeben. Der Mensch ist von Natur aus vergesslich, sodass er sich schnell wieder an das »normale« Leben gewöhnt und vergisst, wie es oben auf dem Berg war. Auch wenn Gott uns immer höher hinauf führen möchte, damit wir mehr von seiner Güte sehen, richten wir uns, nachdem Gott buchstäblich unsere Gesichter von Herrlichkeit zu Herrlichkeit hat erstrahlen lassen, doch schnell wieder häuslich ein. Dann bleiben wir im Tal der Bequemlichkeit und des Vertrauten. Ich glaube, darum verweigern Penny und ich uns dem Normalen! Wir wollen mehr von Gottes Güte sehen. Die anderen können ruhig denken, dass wir verrückt sind! Oft haben wir sogar selbst den Eindruck. Doch was für ein wunderbarer Lebensstil: ständig ganz vorne dran mit Gott in neue Abenteuer zu geraten!

Wir hatten das Herz schon auf dem rechten Fleck, wirklich! Wir wollten den Mädchen zum Segen werden. Aber es stand uns ein unglaublich herausforderndes Jahr in den Staaten bevor. Wir selbst mussten unsere Rückkehr als Familie verarbeiten. Dazu kam der Kulturschock für sie, das kalte Klima und das amerikanische Schulsystem.

Ich bin sicher, dass man im Himmel wieder fröhlich lachte, als wir auf unserer Reise in die USA zu acht im Gänsemarsch durch den Flughafen in Guam gingen. Vieles hatten die Mädchen noch nie zuvor gesehen. In ganz Yap gab es nur ein einziges dreistöckiges Gebäude und schon gar keine Aufzüge oder Rolltreppen. Als sie an die Rolltreppe kamen, hielt die erste der Mädchen so abrupt an, dass die anderen ihr in den Rücken liefen und sie alle wie ein Wasserfall schwarzer Haare zu Boden purzelten! Nach ein paar unterdrückten Schreien und gutem Zureden konnten wir sie entwirren, und sie erlebten ihre erste Fahrt auf einer Rolltreppe nach unten – sehr zur Belustigung der umstehenden Zuschauer.

Wieder zu Hause

Yap Gang

Bild: privat

Viele Stunden und verschiedene Reiseabenteuer später kamen wir in Wisconsin an, wo wir zu acht unser neues Haus bezogen. Die Einheimischen nannten uns die Yap-Gang. Unser Haus erkannte man an unserer aus Zement selbst gegossenen Version des yapesischen Steingeldes. In den kommenden Monaten gab es so viel Neues für die Mädchen zu erleben: der Straßenverkehr, Schnee, große Supermärkte und vieles mehr. Wir durchlebten wirklich viele Erinnerungen und heilsame Momente, als wir mit unseren Wunderkindern und unseren Freunden zusammen Zeit verbrachten!

Yap Stone Money

Steingeld von der Insel Yap – Bild: Eric Guinther – English Wikipedia – CC BY-SA 3.0

Ein weiteres liebevolles Detail in Gottes Plan waren unsere Nachbarn. Es war niemand anders als Ed und Joy, unsere alten Freunde! Sie zogen direkt ins Nachbarhaus. Jetzt konnte unsere Freundschaft wieder neu aufleben, während unsere Kinder Seite an Seite aufwuchsen. Als sie uns umarmten, kamen uns allen vor Freude die Tränen. Wir staunten nur noch so über Gottes Wirken in unserem Leben.

Was für eine verblüffende Wende in so kurzer Zeit! Im Rückblick lässt sich unsere Erfahrung wie ein Rafting durch die Stromschnellen des Lebens beschreiben, bei dem Gottes Gnade, Barmherzigkeit und Stärke uns vor den Felsen bewahrt hat. Natürlich waren wir oft völlig durchnässt von Tränen, manchmal auch total erschöpft durch die erheiternden Kurven und Sprünge. Doch in den Augenblicken des Friedens und der Stille erkannten wir im Rückblick, dass ein Leben im Vertrauen auf Gott niemals stumpfsinnig ist! Selbst in den tiefsten Schluchten, wo die Wände eine Zeit lang das Sonnenlicht verdunkeln, konnten wir die beruhigenden und regelmäßigen Rufe unseres Raftguides über dem Brausen um uns her vernehmen, während er uns weiter in unbekannte Gewässer lenkte und uns mit Vorfreude auf den nächsten Flussabschnitt erfüllte!

Fortsetzung            Teil 1 der Serie             In Englisch

Aus: Bryan C. Gallant, Undeniable, An Epic Journey Through Pain, 2015, Seite 123-132


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