Mittwoch, 24 Februar 2016 – 09:04 Uhr

Zum Umgangston unter Christen: Wenn die Fetzen fliegen

Wenn die Fetzen fliegen

Bild: Roman Motizov - Adobe Stock

Zwei Auszüge aus Briefen an A. T. Jones und C. P. Bollman machen Mut, die richtigen Worte im richtigen Tonfall zu finden. Von Ellen White

Der Einfluss deiner Unterweisungen könnte tatsächlich zehnmal so groß sein, wenn du deine Worte sorgfältiger wählen würdest. Die Redegabe ist kostbar. Missbrauche sie unter keinen Umständen! Sie ist »ein Lebensduft, der Leben verheißt« oder »ein Todesgeruch, der den Tod bringt« (2. Korinther 2,16 Neue evangelistische Übersetzung).

Leben und Charakter stehen und fallen mit den großen, soliden und ewigen Grundsätzen. Zitierst du die Zeugnisse, dann betrachte es nicht als deine Aufgabe, sie anderen einzuhämmern! Flechte beim Lesen der Zeugnisse keine eigenen Worte ein! Wie soll der Zuhörer sonst unterscheiden, was des HERRN Wort an ihn ist und was deine Worte sind? Lass die Worte des HERRN keinesfalls abstoßend erscheinen! Es gibt Methoden, die immer richtig und vom Heiligen Geist gewirkt sind. Aber es gibt auch falsche Methoden. Schlagfertige, scharfe Worte, die nicht bestens geeignet sind ein verwundetes Herz zu gewinnen und zu heilen, entspringen dem eigenen Ich.

Lasst die natürlichen Gewohnheiten wegwaschen und das Wertvolle vom Wertlosen trennen! Christen haben den Auftrag zu reden, wie Jesus geredet hätte. Auch wenn wir uns nach Reformen sehnen, aber enttäuscht werden, brauchen wir uns von keinem bösen Geist Galle in unseren Becher tropfen zu lassen, die dann andere vergiftet. Sonst verärgern wir mit unseren unpassenden Worten unser Gegenüber und wecken in ihm den Geist der Rebellion. Ewige Grundsätze der Wahrheit, die in Wort oder Schrift verbreitet werden, brauchen das Heilige Öl, das aus den zwei Ölzweigen in unsere Herzen herabfließt (Sacharja 4,12). Es wird sich den Weg bahnen durch Worte, die reformieren, statt zu verärgern. Gott wird durch deinen Geist wirken, wenn du mit ihm zusammenarbeitest. Das Ziel unseres Lebens besteht darin, Gott auf die beste Weise zu dienen.

Auch wenn ein Artikel, den du schreibst, voller Wahrheit ist, reicht schon ein Tropfen Galle, um ihn zum Gift für den Leser zu machen. Der eine Leser wird wegen dieses Gifttropfens alle deine guten und annehmbaren Worte verwerfen. Ein anderer labt sich an dem Gift, weil ihm solch strenge Worte zusagen. Er folgt deinem Beispiel und redet fortan genauso wie A. T. Jones. Auf diese Weise vervielfältigt sich das Böse. Bemühe dich stattdessen, die Wahrheit in Liebe zu sagen! Dann wird der Herr Jesus deinen Worten durch seinen Geist Überzeugungskraft und Vollmacht verleihen.

Aus: Brief 91, 1899. Manuscript Releases 19, 199


Es bringt Gott Ehre, wenn Fröhlichkeit im Überfluss vorhanden ist. Herrscht der besänftigende, zähmende Einfluss der Gnade Jesu vor, werden stets schöne Worte gesprochen. Macht jemand Fehler, sprich mit ihm allein! Hau ihm deinen Rat nicht um die Ohren, sondern kontrolliere deinen Tonfall! Wer eine einflussreiche Position als Gottes Verwalter innehat, achte ganz besonders darauf, dass er weder durch Worte noch durch Taten andere reizt. Er spreche mit jedem Mitarbeiter freundlich, ruhig und wohlwollend.

Alle Mitarbeiter … sind gerufen, Jesus in Wort und Tat zu repräsentieren. Sprecht keine scharfen Worte, macht dem Ärger keine Luft! Denn Gottes Engel gehen in jedem Raum auf und ab. Es macht Jesus Freude, treue Mitarbeiter weiterzuempfehlen, und er tut es auch, indem jede gute Tat im Buch festgehalten wird. Kleine Fehler geschehen zwar, aber tadelnde Worte wecken Vergeltungsgelüste, die Gott zur Unehre gereichen.

Jeder Verantwortungsträger sei so viel mehr auf seine Worte und Taten bedacht, wie seine Stellung an Verantwortung höher als die Stellung seiner Mitarbeiter ist. Denn wer an Gottes Werk mitarbeitet, kann dem Meister nur dann gefallen, wenn er immer freundliche Worte spricht. Jedes gedankenlose oder unangebrachte Wort, sollte auf der Stelle zurückgenommen werden. Wenn der Betreffende nicht daran denkt oder seine Gedankenlosigkeit nicht bedauert, kann ihn jemand im Geist Jesu darauf aufmerksam machen, dass er sich entschuldigen sollte. Denn wir Christen behaupten ja an einem Strang zu ziehen. Deshalb dürfen wir nicht wie Sünder handeln, deren sündige Worte und Taten sie verurteilen werden, wenn sie sie nicht bereuen.

Alle Mitarbeiter werden von Gott beaufsichtigt. Er erwartet einen höflichen Umgangston. Denn er ist geradeso anwesend, als könnte man ihn sehen. Seid sensibel und respektvoll zueinander! Verbreitet Fröhlichkeit und legt echte Höflichkeit an den Tag! Denkt daran, dass dieses Leben eine Schule ist, in der wir auf die Versetzung in die Oberschule vorbereitet werden! Freundlich reden kostet nichts, erfüllt aber Jesu Gesetz. Wer diese Tugend stets praktiziert, bildet Gewohnheiten aus, die einen schönen Charakter verleihen – einen Charakter, der den Eintritt in die himmlischen Höfe ermöglicht. Auf diese Weise können wir uns der Königsfamilie anschließen, Kinder des himmlischen Königs werden. Meine Brüder und Schwestern, wollt ihr nicht »eine Wache an eure Lippen stellen« (Psalm 141,3), damit ihr keine unschönen Worte mehr sagt?

Erklärte Christen, die sich wie kleine Kinder aufführen, gereizt reden und ein aufbrausendes Wesen haben, sind eine Beleidigung für Gott. Er hat einen hohen Preis bezahlt, um sie aus Satans Griff zu erlösen, damit sie Söhne und Töchter Gottes werden. Führen sie sich wie Sünder auf, werden sie auch unter die Sünder gerechnet und bedürfen der Reue und der Umkehr zu ihren ersten Liebeswerken. Wahre Christen lieben einander, wie Jesus sie liebt. Von der Bekundung dieser Liebe hängt es ab, ob die Welt erkennt, dass die Gute Nachricht wahr ist. Darum hat Jesus gebetet, als er sein letztes Gebet sprach. Christen dürfen sich nicht wie wilde Kinder aufführen. Ihr alle, die ihr behauptet, Gottes Kinder zu sein, stellt unter Beweis, dass ihr das kindliche Verhalten eures unbekehrten Lebens hinter euch gelassen habt!

Aus: The Ellen G. White 1888 Materials, 1789-1791


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