Der Koran bestätigt die Bibel – Ein Muslim macht Schritte zu Jesus (Teil 1): Auf der Suche

Der Koran bestätigt die Bibel – Ein Muslim macht Schritte zu Jesus (Teil 1): Auf der Suche
Bild: Comugnero Silvana - Adobe Stock

Jetzt, wo in Deutschland viele Muslime ankommen, macht es Sinn durch die Brille eines Muslims zu schauen, der Jesus lieben lernte. Von Asıf Gökaslan

Ich wurde in eine muslimische Familie hineingeboren. Meine Vorfahren waren viele Generationen lang hochrangige Personen in diesem Glauben gewesen. Ich wuchs als Muslim auf und lebe, seit ich denken kann, als Muslim. Von Kindheit an wird uns gelehrt, die Bibel, bestehend aus Torah (Gesetz), Zabur (Psalmen) und Indschil (Evangelium) sei verfälscht worden und es gebe die echte Bibel gar nicht mehr.

Als Jugendlicher und Erwachsener war mir jede organisierte Religion sehr suspekt. Daher weigerte ich mich, an irgendwelchen religiösen Riten teilzunehmen. Aber ich war ein kultureller Muslim, und das viel zu lange in meinem Leben. Denn ich glaubte an die Verfälschung der Bibel.

Christen, die Gottes Gebote befolgen?

Alles das veränderte sich, als ich anfing, den Koran selbst zu studieren und ihn mit der Bibel zu vergleichen. Als ich nämlich eine Siebenten-Tags-Adventistin kennenlernte, die Gottes Gebote aus der Bibel hielt, horchte ich auf. Sie war so anders als alle, die sich Christen nannten, aber Gottes Gebote, wie sie die Bibel beschreibt, nicht befolgten. Sie forderte mich nicht auf, an Gottes Sohn zu glauben. Sie belehrte mich nicht über die Glaubensgrundsätze ihrer Kirche. Auch forderte sie mich nicht auf, mich in ihrer Kirche taufen zu lassen, um gerettet zu werden. Nein!

In einem Gespräch sagte sie einfach, sie esse kein Schweinefleisch! Als ich nach dem Grund fragte, antwortete sie, das sei in der Bibel verboten. Dann wieder erzählte sie mir, sie halte den Sabbat. Sie muss eine verkappte Jüdin sein, dachte ich. Eine Christin, die kein Schweinefleisch ist und den Sabbat hält? Wieder sagte sie, das gebiete die Bibel. Es war sehr aufschlussreich für mich, Siebenten-Tags-Adventisten und die Bibel näher kennen zu lernen.

Wie für die meisten Muslime war es für mich selbstverständlich, dass die Bibel verfälscht und das Christentum ein falscher Glaube ist. Doch je mehr ich den Koran studierte und mit der Bibel verglich, desto mehr Fragen hatte ich. Nie hatte ich darüber nachgedacht, wie ich dazu gekommen war, an die Verfälschung der Bibel zu glauben. Erst, als ich den Koran studierte, hinterfragte ich meine Informationsquelle. Nie hatte ich diese These selbst untersucht. Ich hatte sie einfach von anderen Leuten übernommen.

Hatte ich mich vorschnell abgewandt?

Einige Aspekte des organisierten Christentums und der breiten Masse der Christen führen dazu, dass wir uns vorschnell von der Bibel abwenden. Denn leider beruht die Mehrheit religiöser Bekundungen im Christentum (und übrigens auch im Islam) auf einer Auslegung der Schrift, die Heuchelei fördert. Doch man sollte einen Glauben nicht an der Glaubenspraxis der Mehrheit seiner Anhänger messen. Schlimmer noch: Heute verurteilen viele Christen den Islam genauso. Denn sie betrachten ihn durch die Brille einer Minderheit im Islam oder schauen durch die Brille westlicher Orientalisten. Andererseits sitzen auch wir Muslime einer großen Täuschung auf, wenn wir an die Verfälschung der Bibel glauben. Denn dies hindert uns daran, die wunderbare Wahrheit Gottes, die auf ihren Seiten steht, zu lesen und zu entdecken.

Im Sommer 2008 wurde ich auf eine Bibelfreizeit von Siebenten-Tags-Adventisten in Istanbul eingeladen. Es war nicht mein religiöses Interesse, das mich zu meiner Teilnahme bewog. Die Familie meiner Freundin hatte mich eingeladen. Ich lernte neue Leute kennen und schloss Freundschaften, obwohl ihr Gottesdienst mir fremd war, besonders die Art, wie sie ihre Gebete beendeten. Das war für mich Gotteslästerung! Jedes Mal, wenn sie »im Namen Jesu« sagten, schwieg ich eisern und bat innerlich Allah um Verzeihung für ihre lästerliche Gebetsform.

Wer ist Jesus Christus?

Am letzten Tag der Bibelfreizeit stellte der Prediger eine Frage, mit der ich von da an jahrelang kämpfen würde. Die Frage lautete: »Wer ist Jesus Christus?« Am Anfang dachte ich, die Frage sei leicht zu beantworten. Doch, so merkwürdig es auch klingt, selbst die Christen haben sich seit Jahrhunderten nicht bis ins Letzte einigen können, wer er wirklich ist. Ein Interview unter Kirchgängern mit der Frage »Wer ist Jesus?« würde eine Menge sogar widersprüchlicher Antworten zutage bringen.

Jesus selbst hat diese wichtige Frage einmal in Cäsarea Philippi gestellt: »›Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen?‹ Sie sprachen: ›Etliche für Johannes den Täufer; andere aber für Elia; noch andere für Jeremia oder einen der Propheten.‹« (Matthäus 16,13.14) So ist es bis heute geblieben. Bedeutende Glaubensführer und -gelehrte verstehen Jesu Identität unterschiedlich. Ich las viel über ihn von verschiedenen Autoren und stellte fest, dass die Gläubigen sich immer noch nicht einig darin sind. So fand ich keine befriedigende Antwort auf die Frage: »Wer ist Jesus?«

Ich ging der Frage im Koran nach und stellte fest, dass er viel über Jesus spricht. Fünfzehn Suren (Kapitel) sprechen in insgesamt mehr als 90 Versen von Jesus. Ich schrieb mir jeden einzelnen Vers im Koran über Jesus heraus und studierte ihn sorgfältig unter Gebet. Da selbst große Gelehrte sich nicht darüber einigen können, wer Jesus ist, wollte ich mich an mein vom Himmel gesandtes Buch halten, an den Koran! Damals zweifelte ich noch an der Bibel und hielt mich an dem fest, was der Koran über Jesus sagt.

Ein echter Koranstudent braucht die Bibel

In den ersten Jahren meiner Suche nahm ich nichts aus der Bibel an, wenn ich es nicht im Koran bestätigt fand. Doch als ich versuchte einige Verse im Koran zu verstehen, merkte ich: Wenn ich den Koran wirklich verstehen will, muss ich die Bibel studieren. Nur wer mit dem ersten Buch Mose beginnt, kann den Islam verstehen. Wer das Buch Genesis auslässt, stößt später auf Verse in der Bibel und im Koran, die schwer zu begreifen sind. Entscheidet man sich für einen anderen Weg und beginnt mit dem Koran, gräbt man dennoch bald in der Bibel, und vor allem im ersten Buch Mose.

Der allmächtige Gott sprach zu mir durch den Koran: »Wenn du Zweifel über die Offenbarung hegst, die Wir dir herabgesandt haben, frage jene, die vor dir das Buch lasen! Die Wahrheit ist dir gewiss von deinem Herrn übermittelt worden, so reihe dich nie unter die Zweifler!« (Koran 10,94 Azhar)

Also kam ich der Aufforderung Allahs im Koran nach und begann, die Bibel zu lesen. Ich fragte die aus, die in der Bibel lasen und ihr Leben nach der erhaltenen Offenbarung ausrichteten. Denn der Koran sagt: »O Leute der Schrift, ihr fußt auf nichts, ehe ihr nicht die Torah und das Evangelium und das in die Tat umsetzt, was von eurem Herrn zu euch herabgesandt wurde.« (Koran 5,68 Azhar) Auch sagt der Koran über alle, die sich an die Bibel halten: »Das sind die Rechtschaffenen.« (Koran 3,113.114 Azhar)

Die Bibel liefert das vollständigere Bild – ein Beispiel

Ich zweifelte nicht an der Offenbarung des Koran. Aber in der Bibel fand ich oft ein vollständigeres Bild von der Person oder dem Ereignis, das im Koran beschrieben war. Es gibt Aussagen im Koran, die man nur verstehen kann, wenn man die Bibel gelesen und verstanden hat. Zum Beispiel lesen wir in der 38. Sure, dass zwei Männer vor David erschienen. Der eine hatte 99 Schafe und verlangte auch noch das einzige Schaf des anderen. Danach lesen wir jedoch, wie David erkannte, dass sich das Gleichnis gegen ihn richtete. Dann zitiert der Koran Gott mit den Worten: »Und David merkte, dass Wir ihn auf die Probe gestellt hatten; also bat er seinen Herrn um Verzeihung und fiel betend nieder und bekehrte sich. Darum vergaben Wir ihm dies.« (Koran 38,24-25 Rassoul)

Wie hat Gott David auf die Probe gestellt und was hatte er getan, sodass David sich bekehrte und Gottes Vergebung empfing? Nur die Bibel gibt Antwort! In 2. Samuel 11 steht, David habe Bathseba beim Baden zugesehen, sie zu sich geholt und mit ihr Ehebruch begangen. Als sie schwanger wurde, ließ David ihren Mann Urija umbringen und nahm sie zur Frau. In 2. Samuel 12 lesen wir, dass der Prophet Nathan zu David kam und ihm von einem reichen Mann erzählte, der Schafherden hatte. Doch als er ein Lamm für sein Gastmahl brauchte, nahm er stattdessen das kostbare Lamm eines seiner Diener. Als David über den reichen Mann zornig wurde, sagte Nathan zu ihm:

»Du bist der Mann! So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet; ja, ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben, dazu die Frauen deines Herrn in deinen Schoß, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und wäre das zu wenig, so hätte ich noch dies und das hinzugefügt.« Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, indem du tatest, was vor seinen Augen böse ist? Urija, den Hetiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen; ihn aber hast du durch das Schwert der Ammoniter umgebracht! (2. Samuel 12,7-9)

Jetzt ist klar, wie Gott David auf die Probe gestellt hat. David hatte alles, was das Herz begehrte und eine Menge Frauen. Trotzdem hatte er sich die einzige Frau seines Dieners genommen. Als David antwortete, »Ich habe gegen den HERRN gesündigt!«, antwortete Nathan: »So hat auch der HERR deine Sünde hinweggenommen.« (2. Samuel 12,13) Die Geschichten im Koran und der Bibel sind so ähnlich, dass sie sich eindeutig auf dasselbe Ereignis beziehen – Davids Ehebruch mit Bathseba.

Abraham, Vater der Gläubigen

Ich hatte auch meine Verständnisprobleme mit Abraham, als ich über ihn im Koran las, ohne die Bibel zu studieren. Wer die Geschichten über Abraham im Koran verstehen will, kommt nicht umhin, die Bibel zu studieren. In 1. Mose heißt es, Abraham sei etwa 75 Jahre alt gewesen und habe in Ur in Chaldäa gelebt, als Gott eines Tages zu ihm sprach. In seiner erstaunlichen Gnade wollte Gott wieder einen Bund mit einem Menschen schließen und wählte sich Abraham als Bündnispartner aus. Der Bund war bedingungslos und enthielt viele Verheißungen (1. Mose 12,1-3).

Gott versprach, Abraham zu einer großen Nation zu machen (Vers 2). Diese Verheißung hat sich buchstäblich und im geistlichen Sinne erfüllt; buchstäblich durch Isaak und Ismael, geistlich durch alle, die Abrahams Glauben haben (Galater 3,7; Koran 22,78). Die Gläubigen werden im ganzen Koran millat Ibrahim genannt, Volk oder Gemeinschaft des Abraham (2,130.135; 3,95; 4,125; 6,161; 12,37-38; 16,123; 21,73; 22,78).

Abrahams Frau Sara empfing den folgenden Segen: »ich will sie segnen und will dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich will sie segnen, und sie soll zu Nationen werden, und Könige von Völkern sollen von ihr kommen!« (1. Mose 17,16) Isaak war das einzige verheißene Kind Abrahams. Der Koran bestätigt dies (vgl. 1. Mose 17,15-21; Koran 11,69-73; 37,112-113; 51,24-30). Isaak wurde durch ein Wunder von einer unfruchtbaren Mutter und einem sehr betagten Vater gezeugt. Auch dies bestätigt der Koran (vgl. 1. Mose 17,15-17; 18,9-15; 21,1-7; Galater 4,28-29; Koran 11,69-73; 51,24-30). Isaak wurde der Sara geboren, als Abraham 100 Jahre alt war (1. Mose 21,5). Gottes Verheißung erfüllte sich, als unter den Nachkommen Isaaks, Saul, David und Salomo zum König gekrönt wurden. Die Nationen der Juden und Christen haben ihre Wurzeln in Isaak – dem zweiten Sohn Abrahams.

Wir lesen auch von einer anderen Verheißung, die Abraham von dem allmächtigen Gott in 1. Mose erhielt, die von dem meisten Christen einfach überlesen wird. Abraham wurde eine Verheißung für die Nachkommen Ismaels gegeben. Auch sie würden eine große Nation werden. »Doch ich will auch den Sohn der Magd zu einem Volk machen, weil er dein Same ist.« (1. Mose 21,13)

Und in 1. Mose 17,20 sagt Gott: »Was Ismael betrifft, so will ich deiner Bitte nachkommen. Ich will ihn segnen. Ich will ihn fruchtbar machen und ihm viele Nachkommen schenken. So werde ich aus seinen Nachkommen ein großes Volk machen. Zwölf Fürsten werden von ihm abstammen.« (Neues Leben) Gottes Verheißung, er werde aus Ismaels Nachkommen »ein großes Volk« machen, erfüllte sich als die islamische Umma (Gemeinschaft) von den Nachkommen Ismaels, des Erstgeborenen Abrahams, gegründet wurde.

Blitzableiter und Schutzschild der protestantischen Reformation

Wer den Koran verstehen will, muss in der Bibel beim ersten Buch Mose beginnen, seine persönliche Reise durch die ganze Bibel machen und schließlich den Koran studieren. Auch das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, sollte gründlich unter Gebet studiert werden, vor allem Kapitel 9, in dem gezeigt wird, dass die muslimische Umma eine Bewegung war, die Gott selbst dazu bestimmt hatte, die Verfolgung der päpstlichen Macht einzudämmen und sein Volk aus der Hand seiner Feinde zu befreien.

»Als es in den Tagen der Reformation zu einer Krise kam und die Könige, die dem Römischen Stuhl treu waren, ihre Schwerter zückten, um einen Schlag zu vollführen, der so endgültig wäre, dass ein zweiter überflüssig sein würde, da standen die Türken an den Ostgrenzen Europas und gehorchten Einem, den sie nicht kannten. Ihr Aufmarsch war so furchteinflößend, dass die Schwerter, die bereits gegen die Protestanten aus der Scheide gezogen waren, in ein anderes Gebiet gelenkt werden mussten. Die Türken waren der Blitzableiter, der den Sturm abzog. So beschützte Jesus seine kleine Herde mit dem Schutzschild der Muslime.« (J.A. Wylie, History of Protestantism, Band 1, Buch 9, Kapitel 1, Seite 473)

Mein Kampf mit der Bibel

Zu Beginn war es nicht leicht für mich, die Bibel zu verstehen. Das Lesen vieler Passagen machte mir zwar große Freude, aber es gab auch viele schwierige Kapitel! Ganz zu Anfang hatte ich den Eindruck, die Bibel ist entweder zu einfach oder zu schwer, als dass sie von Gott sein könnte! Es war ein langer Kampf, bis ich die Bibel als unverfälschtes Wort Gottes annahm.

Leider glaubt fast jeder Muslim, die Bibel sei verfälscht worden, obwohl der Koran die Richtigkeit der Bibel bestätigt. Viele muslimische Gelehrte warnen, man solle sich von der Bibel fernhalten. Doch Ellen White schreibt: »Statt uns auf das Wort eines anderen zu verlassen, sollte man es selbst schmecken. Er [Jesus] erklärt: ›Bittet, so werdet ihr empfangen.‹ (Johannes 16,24) Seine Verheißungen werden sich erfüllen. Sie haben sich noch nie geirrt. Sie können niemals irren.« (Steps to Christ, 111)

Als ich mich von allen Vorschriften der Religionsführer distanzierte, die von uns verlangen, blindlings den Meinungen von Gelehrten zu folgen; als ich Gottes Worte als einzige Quelle meines Glaubens annahm, da lernte ich, an der Richtigkeit der Schrift nicht länger zu zweifeln. Hatte ich ein Verständnisproblem mit einem Vers, so hinterfragte ich von nun an mein eigenes Verständnis. Denn die Bibel sagt deutlich: »Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand.« (Sprüche 3,5) Wenn man den Koran mit den Augen der Bibel liest, versteht man viele Themen besser.

Das größte Gebot

Ich stellte fest, dass die Verbindung zwischen der Bibel und dem Koran auf dem größten Gebot beruht. Einer der Grundpfeiler des Islams ist die SchahadaSchahada ist ein arabisches Wort und bedeutet Verkündigung oder Zeugnis. Sie ist das Zeugnis, dass Gott der Eine und Einzige ist; der Ewige und Absolute. Die erste Säule des Islams entspricht dem ersten Gebot, das Mose erhielt und muss dasselbe Gebot sein, das allen Propheten und Boten gegeben wurde. Der Kern des jüdischen Glaubens ist das Schema, ein hebräisches Wort, das das Hören einer Verkündigung, eines Zeugnisses bedeutet. Das Schema in der Torah lautet: »Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein!« (5. Mose 6,4) Auch Jesus sagte; »Das erste Gebot ist: ›Höre, Israel: Der HERR, unser Gott, ist ein HERR.‹ (Markus 12,29 Elberfelder)

Die islamische Schahada wird in vielen Versen erwähnt: »Gott bezeugt, dass Er der einzige Gott ist, außer Dem es keinen Gott gibt. Das bezeugen die Engel und die Wissenden. Er ist es, Der die Gerechtigkeit aufrecht erhält. Außer Ihm gibt es keinen Gott. Er ist der Allmächtige, der Weise.« (Koran 3,18 Azhar) »Er ist Gott, der Einzige. Gott, der allein Anzuflehende.« (Koran 112,1-2 Azhar) »Und Wir schickten keinen Gesandten vor dir, dem Wir nicht offenbart haben: ›Es ist kein Gott außer Mir, darum dient nur Mir.‹« (Koran 21,25 Rassoul)

Diese Einheit Gottes ist das gemeinsame Wort, auf dem der Glaube an den einzig wahren Gott beruht. So wie die Auslegung der Bibel der Schlüssel für die Unterschiede zwischen den christlichen Glaubensgemeinschaften ist, glaube ich, dass die Auslegung des Korans und der Bibel der Schlüssel für die Unterschiede zwischen Muslimen und Christen ist. Koran und Bibel als Heilige Schriften des Islams und des Christentums weisen viele Übereinstimmungen auf. Sie bestehen aus Erzählungen, Lehren, Poesie und Ermahnung. Viele Erzählungen drehen sich um dieselben Ereignisse und Gestalten. Oft enthalten die Geschichten im Koran weniger Details und konzentrieren sich mehr auf die moralische oder geistliche Bedeutung der Geschichte. In der Bibel finden wir Muslime aber ein vollständigeres Bild über die betreffende Person oder das Ereignis, um das es geht.

Zum Beispiel erkennt der Koran Jesus als den Messias an, gibt aber sehr wenig Auskunft über ihn, verglichen mit den Evangelien. Der koranischen Poesie geht es nicht so sehr um Detailinformationen als vielmehr um eine schöne und kraftvolle Botschaft, ähnlich wie man sie in den Psalmen findet. Jeden Muslim, der mehr Auskunft haben will, lädt der Koran ein, sich an die himmlischen Bücher der Bibel zu wenden, die ja in ihm bestätigt werden (Koran 2,41; 2,91; 2,101; 3,3; 5,48; 6,92; 10,37; 11,17; 12,111; 16,102; 20,98-104; 35,31; 46,10,12)

An Jesus ist etwas Besonderes

Als die Frage »Wer ist Jesus Christus?« auf der Bibelfreizeit gestellt wurde, suchte ich nach Antwort im Koran. Im folgenden Vers fand ich eine Antwort auf die Frage. Der Koran zitiert Jesus mit den Worten: »Friede sei mit mir am Tag meiner Geburt, am Tag meines Todes und am Tag meiner Wiedererweckung zum Leben!« (Koran 19,33 Azhar)

Das war die Antwort auf meine Frage! Ich verstand den Vers noch nicht völlig. Aber mir wurde in diesem Moment klar, dass etwas Besonderes an Jesus war und dem wollte ich auf den Grund gehen. Ich ahnte nicht, dass dies der Beginn einer langen Reise werden würde, auf der ich Jesus in der Bibel und im Koran studierte.

Die Bibel war mir immer noch ein Rätsel

Bevor ich die Bibel las, hatte ich ohne Beweise geglaubt, dass sie ein verfälschtes Buch ist. Als ich sie las, fand ich viele Beweise, dass sie tatsächlich ein verfälschtes Buch ist! Viele Verse, ja ganze Kapitel und Bücher (zum Beispiel das Buch Daniel) waren mein Beweis für die Verfälschung der Bibel. Als ich die Bibel zum ersten Mal las, verstand ich fast nichts, machte mich über sie lustig und schimpfte auf sie. Ich fragte mich, wie Christen nur glauben konnten, dass so verrückte Geschichten wie die im Buch Daniel von Gott sind!

Wochen, Monate und Jahre vergingen und ich verstand immer noch nicht, wer Jesus wirklich ist. Um die richtige Antwort auf die Frage »Wer ist Jesus Christus?« zu finden, hielt ich mich weiter an den Koran. Ich verglich alles in der Bibel mit dem Koran und nahm nur das aus der Bibel an, was mit dem Koran übereinstimmte.

Man fragt sich, wieso ich dann überhaupt die Bibel las, wenn ich sie doch für verfälscht hielt? Das ist eine gute Frage! In meinem Koranstudium konnte ich auf die Bibel nicht verzichten, weil der Koran es nicht zuließ. Der Koran sagt, die Torah, die Psalmen und das Evangelium seien alle von Gott gegeben. In anderen Worten, sie sind Gottes Worte. Der Koran sagt, die Bibel ist Allahs Wort, und derselbe Koran sagt, dass niemand sein Wort ändern kann.

Gesetz, Psalmen und Evangelium

Tawrah oder Taurat ist das arabische Wort für Torah. Es ist ein heiliges islamisches Buch, das Gott Mose gegeben hat. »Wir haben die Torah hinabgesandt, die Rechtleitung und Licht beinhaltet.« (Koran 5,44 Azhar)

Zabur ist laut Koran das Heilige Buch Davids, die Psalmen, und damit ein weiteres heiliges Buch, das Gott zeitlich vor dem Koran offenbart hat. »Wahrlich, Wir haben dir offenbart, wie Wir Noah und den Propheten nach ihm offenbart haben. Und Wir offenbarten Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, den Stämmen (Israels), Jesus, Hiob, Jonas, Aaron und Salomo; und Wir haben David einen Zabur gegeben.« (Koran 4,163 Rassoul)

Indschil ist der arabische Name für die Evangelien Jesu. »Auf ihre Propheten ließen Wir Jesus Christus, Marias Sohn, folgen, der die vor ihm offenbarte Torah bestätigte. Ihm gaben Wir das Evangelium, das Rechtleitung und Licht enthält und die Wahrheit der vorhandenen Torah bekräftigt, als Rechtleitung und erbauliche Ermahnung für die Gottesfürchtigen.« (Koran 5,46 Azhar) »Er hat die Torah und das Evangelium herabgesandt vordem als Rechtleitung für die Menschen.« (Koran 3,2.3)

Diese Koranverse erklären ausdrücklich, dass Torah, Psalmen und Evangelium Gottes Worte sind. Der Koran fügt hinzu, dass die Torah und das Evangelium »Leitung und Licht« sind. Auf diese Weise bezeugt Gott im Koran, dass Torah und Evangelium Leitung und Licht für »die Menschen« sind. Als ich verstand, warum Gott die Bibel den Menschen gegeben hatte, erkannte ich, warum es so wesentlich und notwendig ist, dass die Schrift unverfälscht bewahrt bleibt. Da Gott die Torah und das Evangelium als Leitung und Licht für die Menschheit gesandt hat, würde er auf keinen Fall zulassen, dass diese Leitung und dieses Licht verfälscht würden; denn sonst würde er ja das gegenteilige Ergebnis erzielen: Die Menschen würden in geistliche Finsternis und Sünde geführt werden. Hätte Gott die Torah und das Evangelium gesandt und ihnen gegenüber Gehorsam verlangt, später aber zugelassen, dass sie verfälscht werden, hätte er damit unzählige Millionen aufrichtiger Gläubiger in die Irre geführt. Vor allem, da der Befehl, die Torah und das Evangelium zu befolgen immer noch im Koran zu finden ist.

»Denen, die das Evangelium besitzen, befahlen Wir, nach den darin von Gott herabgesandten Geboten und Verboten zu urteilen. Wer nicht nach der von Gott herabgesandten Offenbarung urteilt, das sind die Übeltäter.« (Koran 5,47 Azhar) »Sprich: ›O Leute der Schrift, ihr fußt auf nichts, ehe ihr nicht die Torah und das Evangelium und das in die Tat umsetzt, was von eurem Herrn zu euch herabgesandt wurde.‹« (Koran 5,68 Rassoul)

Gottes Wort ist unabänderlich

»Für sie ist die frohe Botschaft im diesseitigen Leben sowie im Jenseits (bestimmt). Unabänderlich sind Allahs Worte – das ist wahrlich der gewaltige Gewinn.« (Koran 10,64) Wenn Gottes Worte unabänderlich sind und wenn die Bibel (Torah, Psalmen und Evangelium) laut Koran mit Gottes Worten gefüllt ist, dann kann die Bibel nicht geändert sein. Einige islamische Gelehrte lehren fälschlicherweise, die Juden und die Christen hätten ihre Schriften verfälscht. Doch der Koran selbst bezeugt, dass Torah, Psalmen und Evangelium Gottes Worte sind und der Mensch Gottes Worte nicht ändern kann. Ganz gewiss hat Gott die Macht, sein Wort bis auf den heutigen Tag unverfälscht zu bewahren.

Viele Koranverse bezeugen die Echtheit und Richtigkeit der jüdischen und christlichen Heiligen Schriften. Als ich die Beweise im Koran intensiv studierte, erkannte ich, dass die islamische Lehre von einer verfälschten Bibel nur eine Vermutung ist. Wer die Beweise ehrlich und unvoreingenommen untersucht, kann nur zu dem Schluss kommen, dass die Bibel ein bemerkenswertes, glaubwürdiges und unverfälschtes Buch ist. Der Koran selbst sagt, Gott werde dafür sorgen, dass die Bibel vor Verfälschung bewahrt bleibe:

»Wir haben die Ermahnung herabgesandt, und Wir bewahren sie für immer und ewig.« (Koran 15,9 Azhar) Dieser Koranvers bestätigt, dass Gott sein Wort (seine Ermahnung) bewahren wird. Viele Muslime sagen, dieser Vers beziehe sich nur auf den Koran. Doch sie verkennen die Bedeutung dieses Koranverses. Gott äußert hier ein Prinzip. Er sagt, die Ermahnung werde für immer und ewig bewahrt, weil er der Urheber dieser Ermahnung ist. Und wer ist dann der Urheber der Torah und des Evangeliums?

Die unmittelbar darauf folgenden Koranverse untermauern die Erkenntnis, dass die hier erwähnte Ermahnung sich nicht nur auf den Koran bezieht. »Wir haben vor dir Gesandte an Völker geschickt. Es kam kein Gesandter zu ihnen, über den sie nicht spotteten.« (Koran 15,10-11) Der Textabschnitt bezieht sich also auch auf die Gesandten, die vor Mohammed auftraten, weshalb Gottes Verheißung, die Ermahnung vor Verfälschung zu bewahren, sich auch auf die Schriften beziehen muss, die er diesen Gesandten gab. Der Textzusammenhang legt also nahe, dass Gottes Schutzversprechen sich auch auf die Schriften der Zeit vor Mohammed bezieht.

Außerdem sagt dieser Koranvers nicht ausdrücklich, nur der Koran werde bewahrt, sondern: »die Ermahnung« wird bewahrt. Das arabische Wort für Ermahnung ist Dhikr. Dieses Wort wird im Koran auch für die biblischen Schriften verwendet. Hier ein paar Beispiele:

»Wir haben im Zabûr-Buch nach der Ermahnung (durch die Torah) geschrieben, dass die Rechtschaffenen die Erde erben werden.« (Koran 21,105 Azhar) »Und vor dir entsandten Wir nur Männer, denen Wir die Offenbarung gegeben haben; so fragt die, welche die Ermahnung besitzen, wenn ihr etwas nicht wisset.« (Koran 16,43 Azhar) »Wir haben bereits vordem Moses und Aaron die Schrift als Entscheidung, Licht und Ermahnung für die Frommen gegeben.« (Koran 21,48) »Wir haben Moses Rechtleitung gewährt und den Kindern Israels das Buch (die Torah) vererbt, als Rechtleitung und Ermahnung für die Menschen mit Verstand.« (Koran 40:53-54)

Alle diese Abschnitte bestätigen, dass die Schriften die Ermahnungen Gottes sind. Daher gilt Gottes Schutzzusage auch ihnen. Denn Gottes Normen ändern sich nicht!

Hier geht’s zu Teil 2!


 

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