Eine Mutter erzählt von ihrem langen, schmerzvollen Weg mit ihrem Sohn – von Trauma, Depression und gleichgeschlechtlichen Empfindungen bis hin zu Heilung, Hingabe an Gott und der Überraschung einer bevorstehenden Hochzeit. Von April Pakula
Lesezeit: 5 Minuten
Ich stecke mitten in den Hochzeitsvorbereitungen – für eine Hochzeit, von der ich niemals gedacht hätte, dass sie jemals stattfinden oder überhaupt möglich sein würde. Ich weiß, dass dies nicht die Geschichte oder der Weg vieler ist, die mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen ringen. Aber es ist unsere Geschichte – die Geschichte unseres Sohnes. Als seine Eltern sind wir diesen Weg an seiner Seite gegangen.
Durch Schmerz und Dunkelheit
Es war ein harter, herzzerreißender Weg: sexueller Missbrauch in der Kindheit, jahrelange tiefe Depressionen und Angstzustände, enorme seelische Schmerzen – für ihn und für uns. Dazu kamen Mobbing, Einsamkeit, unzählige Therapiesitzungen und vieles mehr. Wir gingen mit ihm durch die Teenagerjahren, als er verzweifelt versuchte, sich wie ein ganz normaler Junge zu verhalten. Wir erlebten Zeiten von Selbstverletzung und Suizidgedanken, Momente der Verzweiflung, Phasen voller Wut auf Gott und auch Momente, in denen er sich nach ihm ausstreckte. Es folgten neue Verletzungen und erneuter Missbrauch.
Völlige Hingabe
Schließlich, mit 20 Jahren, traf er eine radikale Entscheidung (Hier kannst du die Geschichte nachlesen): Er übergab sein Leben vollständig Gott. Diese Hingabe brachte Frieden, emotionale Heilung – und ein geradezu erstaunliches Ende seiner Depressionen und Ängste. Mit ganzem Herzen entschied er sich für Reinheit und sagte, er wolle – wie Paulus – ein Leben in Ehelosigkeit führen, offen für das, was Gott mit ihm vorhatte.
Loslassen – und Frieden finden
Als christliche Mutter führte mich dieser Weg mit meinem geliebten Kind in eine ganz neue Tiefe des Gebetslebens – und zu einer völligen Hingabe dessen, was mir auf Erden am wertvollsten ist. Wir Eltern möchten so sehr den Schmerz unserer Kinder tragen, ihnen alles leichter machen, sie vor der Zerbrochenheit dieser Welt beschützen und ihre Wunden heilen. Doch oft bleiben wir machtlos – fähig nur, unsere Liebe über sie auszuschütten und für sie da zu sein, soweit es in unserer Kraft liegt.
Dieser lange und schmerzhafte Weg forderte von mir, all die Träume und Hoffnungen, die ich seit seiner Geburt für ihn hatte, loszulassen und ihn ganz in die Hände Jesu zu legen – zu vertrauen, dass er ihn liebt noch mehr als ich. Nur er konnte ihn leiten, seine Verletzungen heilen, seinen Schmerz verwandeln und seinen Sinn erneuern – all das, was ich nicht tun konnte. Erst als ich täglich dieses Loslassen übte, wurde Frieden möglich. Die erdrückende Last, die mir jahrelang Kraft und Gesundheit raubte, begann sich zu heben. Endlich konnte ich wieder aufatmen.
Neue Art zu beten
Meine Gebete veränderten sich: weg von verzweifeltem Bitten, hin zu Dank. Ich dankte Gott für das, was er schon getan hatte, was er gerade tat und noch tun würde. Ich beanspruchte seine Verheißungen für die Errettung meines Sohnes und vertraute auf die Kraft des Heiligen Geistes, in ihm zu wirken. Ich dankte ihm für Dinge, die ich mit meinen Augen noch gar nicht sehen konnte. Gebet wurde für mich ein stilles Gehen mit Gott, ein Atmen in seiner tröstenden, lebensspendenden Gegenwart, ein Ort für heilende Tränen – ein Innehalten im Wissen: Er ist Gott, und es gibt keinen Moment, in dem er nicht für mein Kind am Werk ist. Dies ist jener heilige Raum, in den Gott jeden von uns führen möchte, um in uns und in unseren Kindern sein bestes Werk tun zu können.
Eine unerwartete Änderung
Etwa ein Jahr nach dieser völligen Hingabe an Gott wachte unser Sohn mit einer erstaunlichen Erkenntnis auf: Seine gleichgeschlechtlichen Empfindungen waren am Verblassen – ohne dass dafür eine Anziehung zum anderen Geschlecht an ihre Stelle trat. Er dankte Gott und ging seinen Weg weiter, ohne zu ahnen, was noch kommen würde. Wenige Monate später lernte er in der Gemeinde eine wunderbare junge Frau kennen, die ebenfalls treu mit Gott unterwegs war. Sie wurden gute Freunde. Er genoss die Gespräche und Gemeinschaft mit ihr, und bald war eine tiefe, wertvolle Freundschaft entstanden. Dass Frauen seine engsten Vertrauten waren, war für ihn nichts Neues – doch eines Tages war er überrascht, in sich ein völlig neues Gefühl zu spüren: eine Anziehung, wie er sie bislang nur Männern gegenüber gekannt hatte. Zunächst hielt er es für einen flüchtigen Moment, zu unwahrscheinlich, um Bestand zu haben, zu schön, um wahr zu sein. Aber mit der Zeit wurden die Gefühle immer stärker – und, wie er sagte, »fühlten sich einfach so natürlich und so richtig an«.
Ein Geschenk, das ich längst losgelassen hatte
Heute, fast ein Jahr später, stecke ich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen für meinen Sohn und seine wunderschöne Verlobte – ein Muttertraum, den ich vor Jahren in Gottes Hände legen musste, den Gott mir aber nun zurückgeschenkt hat. Ich weiß nicht, warum er manchen schon jetzt vollständige Heilung schenkt und anderen erst in der Ewigkeit. Ich weiß nur: Ich habe nie versucht, »die Homosexualität wegzubeten«. Ich habe nie mit einer solchen Wendung gerechnet. Mein Gebet war einzig, dass mein Sohn an den Punkt völliger Hingabe und Treue zu Gott gelangt – damit Gott sein Werk in ihm tun und ihn gebrauchen kann.
Verheißungen für unsere Kinder
Eine Verheißung, die ich seit vielen Jahren für meine Kinder im Gebet beanspruche – und weiter beanspruche, auch für mein Kind, das noch auf der Suche ist – steht in Jeremia 24,7: (Ich liebe die »Adresse« dieses Bibelverses, weil sie mich an Gottes 24/7-Wachsamkeit erinnert!): »Und ich will ihnen ein Herz geben, mich zu erkennen, dass ich der HERR bin. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; denn sie werden von ganzem Herzen wieder zu mir umkehren.«
Möge es so sein für meine Kinder und für deine. Und möge unser persönlicher Weg des Loslassens und Vertrauens uns zu dem Ort führen, an dem wir »den Frieden Gottes erfahren, der alles Verstehen übersteigt« – jenes Geschenk, das er allen seinen geliebten Kindern schenken möchte.
Quelle: Coming Out Ministries Newsletter, Juni 2025.
www.comingoutministries.org
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