Der Sabbat und Jesus von Nazareth: Zur Liebe befreit

Der Sabbat und Jesus von Nazareth: Zur Liebe befreit
Zur Liebe befreit Adobe Stock - Racamani

Eine göttliche Tradition erhält ihren ursprünglichen Sinn zurück. Von Kai Mester

Tatort: Jerusalem, Hinrichtung auf dem Berg Golgatha. Tatzeit: Freitagnachmittag. Ein Mordfall, kein fiktiver. Ein Rabbi, der einem gemeinen Komplott zum Opfer fiel, weil er der jüdischen Elite ein Dorn im Auge war. Was hatte er sich zuschulden kommen lassen?

Sabbatbrecher?

Er hatte in ihren Augen mehrmals den Sabbat gebrochen, weil er an ihm demonstrativ Kranke geheilt und einen Kranken sogar zum Umhertragen seiner Schlafmatte aufgefordert hatte (Lukas 6,6-11; 13,10-17; 14,1-6; Johannes 5,1-16). Auch hatte er seine Jünger in Schutz genommen, als diese am Sabbat am Rande eines Kornfeldes Ähren ausrauften, was als Dreschen galt (Lukas 6,1-5). Die jüdische Richtung der Pharisäer hatte den Sabbat mit zahlreichen Regeln zu einer Last gemacht. Doch Jesus von Nazareth räumte damit auf.

Oder Sabbatreformer?

Er bezeichnete sich als »Herr des Sabbats« (Lukas 6,5), hatte den Sabbat von Kindheit an gehalten (Lukas 4,16), später sabbats in Synagogen gepredigt (Markus 1,21; Lukas 4,31) und schließlich dem Sabbat wieder seine wahre Bedeutung gegeben: Der Sabbat ist ein Tag, um Leben zu retten, Gutes zu tun, Fesseln zu lösen, Kranken zu helfen, ein Tag, an dem man sich von seiner eigenen Arbeit abwendet, um für andere da zu sein. Aber auch ein Tag, um anderen zu erzählen und zu zeigen, was man mit Gott erlebt hat.

Der Sabbat war für ihn so wichtig, dass seine Jünger keine Mühe scheuten, ihn noch rechtzeitig vor Sabbatanbruch bei Sonnenuntergang zu Grabe zu tragen (Matthäus 27,57). Den Sabbat über lag der Messias tot im Grab und ruhte so auf diese Weise selbst von seiner erklärten Arbeit als Befreier und Erlöser der Menschen aus. Erst nach Sabbatschluss beim Sonnenuntergang gingen die Frauen Salben kaufen, um sich am nächsten Morgen ganz früh für die Einbalsamierung zum Grab zu begeben. Dort stellten sie fest: Das Grab war leer.

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