Prophetie als Anker im Sturm: Hat der dritte Weltkrieg begonnen?

Prophetie als Anker im Sturm: Hat der dritte Weltkrieg begonnen?
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Was der Einmarsch in die Ukraine aus biblischer Sicht bedeuten könnte. Von Kai Mester

Lesezeit: 5 Minuten

Russlands Invasion der Ukraine kommt für viele überraschend. Auch wenn manche davor schon lange gewarnt haben. So etwas hat es in diesem Ausmaß seit dem Ende des zweiten Weltkriegs gegen den Willen der USA nicht mehr gegeben. Die Menschheit fragt sich: Als welcher Tag wird der 24. Februar 2022 letztlich in die Geschichte eingehen? Welche Folgen wird diese Invasion nach sich ziehen?

Ein Blick in die biblische Prophetie Daniels und der Offenbarung zeigt uns die großen Linien der Endzeitentwicklungen:

Die letzte Supermacht

Daniel und Offenbarung beschreiben vor der Wiederkunft nur eine einzige Weltmacht. Sie betrat nach dem Abdanken Babylons (Gold/Löwe), Persiens (Silber/Bär/Widder) und Griechenlands (Bronze/Panther/Ziegenbock) die Weltbühne (vgl. Daniel Kapitel 2, 7 und 8–12).

Die vierte Weltmacht in ihrer kaiserlichen (Eisen/Drache) und päpstlichen (Eisen&Ton/Hörner) Gestalt vereint die Merkmale ihre Vorgänger. Außerdem ergänzt sie sie durch ihre besonders strukturierte Grausamkeit (Offenbarung 12 und 13).

Es ist der Nordkönig Rom. Er hat die Welt erobert und Andersdenkende zuletzt durch die Inquisition beispiellos lange und grausam verfolgt. Welche Rolle spielt nun diese vierte Weltmacht in den aktuellen Ereignissen der Ukraine?

Unbeirrbar trotz Provokation

Zum besseren Verständnis gehen wir über 200 Jahre in der Geschichte zurück: Roms Siegeszug wurde unterbrochen. Eine tödliche Wunde wurde ihm »zur Zeit des Endes« zugefügt. Die französische Revolution mit ihrem atheistischen Gedankengut machte dem Papsttum fast den Garaus (Offenbarung 11,7). Die Bibel wurde verboten, der Papst entmachtet. Die Wunde würde aber heilen, wenn auch langsam. Rom würde schließlich die ganze Welt in wirtschaftliche Abhängigkeit führen. Andersdenkende würden erneut verfolgt werden. Dagegen haben sich immer wieder Mächte aufgelehnt, und eben genau solch eine Auflehnung erleben wir jetzt. Das Besondere ist, wie direkt sich die Atommacht Russland gegen den Westen auflehnt.

Rom agiert heute militärisch durch seinen Steigbügelhalter USA (Offenbarung 13,11ff), die in vielerlei Hinsicht die römischen Elemente in Architektur, Recht, Sprache usw. in sich vereinen. Wie noch nie in der Geschichte sind Vatikan und USA miteinander verbunden.

Die Ereignisse um die tödliche Wunde vor 200 Jahren zeigen uns die Prinzipien auf, die auch im Ukraine-Krieg erneut zum Tragen kommen.

Im folgenden Vers beschreibt Daniel die Provokation, die damals geschah, deren Prinzipien sich aber in abgeschwächter Form bis heute immer wiederholen: »Zur Zeit des Endes aber wird sich der König des Südens [Provokator] mit ihm [Nordkönig] messen (wörtlich: stoßen).« (Daniel 11,40) Dies ist die einzige Stelle im Buch Daniel, wo wir die tödliche Wunde finden. Wer Daniel und Offenbarung studiert, weiß, wie eng die beiden Bücher zusammenhängen und dass man sie nur verstehen kann, wenn man sie parallel studiert und ihre Verwobenheit analysiert.

Die Wunde heilt! Die Weltbewohner staunen: »Wer ist dem Tier gleich und wer kann mit ihm kämpfen?« (Offenbarung 13,4) Denn dessen Antwort war so gewaltig, dass es scheinbar nichts mehr zurückdrängen konnte:

»Der König des Nordens [inzwischen durch die NATO] wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen (Invasion) und sie überschwemmen und überfluten.« (Daniel 11,40)

So war es immer wieder: Nach jeder Provokation kam es zu einer Invasion. Nach jeder Stichelei folgte eine Überschwemmung. Nach jedem Widerstand eine Überflutung von Gebieten, in der der Nordkönig bis dahin nur eingeschränkten Einfluss hatte. Diese Überschwemmungen waren mal militärischer, mal wirtschaftlicher oder nur kultureller Natur. Nach jeder Provokation wurde die Vormachtstellung des Nordkönigs stärker. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde erst Nord-, West- und Südeuropa, später auch Osteuropa durch die NATO militärisches Gebiet dieses Nordkönigs.

Fast jeder der mehr oder weniger offensichtlichen Stellvertreterkriege hat den Einfluss des Westens zementiert oder vergrößert: Koreakrieg (1950–1953), Vietnamkrieg (1964–1975), Jom-Kippur-Krieg (1973), Afghanistankrieg (1979–1989), Zweiter Golfkrieg (1990–1991), Jugoslawienkriege (1991–2001), Syrischer Bürgerkrieg (seit 2011).

Der Fall der Mauer, das Auseinanderbrechen der Sowjetunion und die Zersetzung des Kommunismus machten die USA schließlich zur einzigen militärischen Supermacht auf Erden. Mit ihren zahlreichen globalen Militärstützpunkten und -bündnissen kann weder das inzwischen orthodoxe Russland noch das inzwischen bibeldruckende China mithalten.

Auch die beiden Kriege gegen den Terror (seit 2001) und gegen das Virus (seit 2020) haben die USA und ihre Verbündeten auf verschiedensten Gebieten erneut gestärkt: zum Beispiel durch digitale Überwachung oder durch Freiheitsbeschränkungen in Form von Zensur und medizinischen Vorgaben.

Vielleicht die letzte Chance zum Aufwachen

Welche schreckliche Not und welch furchtbares Leid nun dieser russische Einmarsch in die Ukraine auch immer nach sich ziehen wird: Laut biblischer Prophetie wird diese Provokation vom Nordkönig mit gewaltiger Macht beantwortet werden. Alles wird uns der letzten Krise noch schneller entgegenbringen.

Die Erfahrungen der Vergangenheit haben leider gezeigt, dass Weltkriege in diesem Prozess möglich sind. Ja sie können sogar viele Jahre dauern. Gottes Gerichtshandeln kommt darin zum Ausdruck. Er zieht seinen Schutz zurück und lässt in seiner Weisheit schlimmes Leid zu, um noch schlimmeres Leid zu verhindern.

Als Gläubige wird uns dies möglicherweise wie nie zuvor auf die Knie bringen. Die Demut, die uns heute noch fehlt, werden wir leidvoll lernen. Wir werden bereit gemacht, uns als Brüder und Schwestern zu dienen. Dann wird unsere praktische Frömmigkeit als das Licht in die Welt scheinen, das Laodizea so sehr gefehlt hat.

»Es werden ihn [Nordkönig] aber Gerüchte erschrecken aus Osten und Norden, und er [Nordkönig] wird mit großem Grimm ausziehen, um viele zu vertilgen und zu verderben.« (Daniel 11,44) Man hat den Eindruck, als stünde dieser Vers vor seiner unmittelbaren Erfüllung. Es wird sich zeigen, inwieweit diese Kriegsereignisse, dazu beitragen, die endzeitliche Verfolgung der Gläubigen anzuheizen und sein Angesicht gegen den »herrlichen, heiligen Berg« zu richten. Auf jeden Fall wird es dann »mit ihm ein Ende nehmen und niemand wird ihm helfen« (Vers 45). Denn dann wird die rote Linie überschritten sein.

Hoffnung am Horizont

Einst wird sich der Zorn der Welt gegen Rom richten. Dann werden das Ökosystem, die neue Weltordnung und die Weltwirtschaft kollabieren (Offenbarung 16–18). Die Bibel verheißt allen, die Gott vertrauen, einen Platz im Raumschiff »Wolke« des Messias, das uns evakuiert und ins neue Jerusalem bringt (1. Thessalonicher 4). Jesus hat versprochen, genügend Wohnungen für alle vorzubereiten, die sich retten lassen (Johannes 14). Kurz bevor dieser Planet dann erneuert wird, kommt auch das neue Jerusalem aus dem Universum zurück als ewige Hauptstadt der Erde und wird die feurige Reinigung des Planeten wie die Arche in der Sintflut überdauern (Offenbarung 20–22). Danach ist alles Leid vorbei!

Darum: »Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.« (Lukas 21,28)

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