Die Lösung für das Sündenproblem: Wie kann meine Ehe heilen?

Die Lösung für das Sündenproblem: Wie kann meine Ehe heilen?
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Nichts ist natürlicher für einen Sünder, als zu sündigen. Zwischenmenschliche Probleme sind vorprogrammiert, vor allem in der Ehe. Die Lösung? Sie ist gegen menschliche Logik, gegen den Rat von Psychologen und Seelsorger. Einfach umwerfend! von Norberto Restrepo sen.

Es gibt nur eine Antwort auf jedes Problem und jede Situation im Leben: Jesus! Er ist die einzige Lösung, die Antwort auf die Sünde, die Antwort auf den Tod und auf die Krankheit. Jesus ist die Antwort auf alles.

Was ist das einzige, was ein Sünder tun kann? Das einzige, was er tun kann, ist sündigen. Die Heilige Schrift offenbart, wie mein Herz ist: verdorben und trügerisch wie sonst nichts (1. Mose 6,5). Die einzige Art einem Menschen zu dienen, ihm das Evangelium zu bringen, ist das Kreuz. Pilatus musste der Wahrheit begegnen und Jesus verhalf ihm dazu, indem er sein Kreuz auf sich nahm. Die Art und Weise wie Jesus das Problem des Pilatus löste, ist die Art wie jeder von uns das Problem der Sünde lösen kann.

Verheiratet?

Zum Beispiel in der Familie: Bist du verheiratet? Wen hast du geheiratet? Einen Sünder? Eine Sünderin? Was tut ein Sünder? Er widerspricht dir, will dir seinen Willen aufzwingen; tut Dinge, die dir nicht gefallen. Jeder Sünder braucht jemand, der sich kreuzigen lässt. So wie Pilatus jemand brauchte, der sich kreuzigen ließ. Deshalb sagt die Schrift: »Ich bin mit Christus gekreuzigt.« (Galater 2,19)

Die Wahrheit lässt sich kreuzigen, um dem Ehepartner, der sich widersinnig verhält, dem Kind, das sich widersinnig verhält, Gottes Herrlichkeit zu zeigen. Jesus sagte: »Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.« (Markus 4,34) Das Kreuz wird Gottes Herrlichkeit offenbaren. Es ist dazu da, Gottes Wort lebendig zu machen. Das ist die Lösung für jedes Familienproblem.

Nichts anderes zu erwarten

Wir brauchen keine Psychologen. Heute suchen Eheleute Psychologen auf oder Psychiater, andere gehen zum Seelsorger, wieder andere zur Beichte. Was ist die Lösung? Jeder Mensch kann nicht anders, als zu sündigen. Von einem Sünder kann man nichts anderes erwarten als Lepra, Egoismus, Sünde, Selbstzufriedenheit. Jeder Sünder dreht sich um sich selbst und lebt für sich. Er will, dass die anderen sich um ihn drehen. Kein Sünder kann einem anderen dienen. Jeder Sünder beansprucht den Dienst des anderen.

Die einzige Lösung: sich kreuzigen lassen

Jesus kam auf diese Welt und fand diese Situation vor. Das Einzige, was er tun konnte für den Sünder, war, sich kreuzigen zu lassen, damit die Herrlichkeit Gottes offenbar wird. Paulus sagt: »Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich.« (Galater 2,19-20) Das ist die Wahrheit: Nicht selbst leben. Nicht sich selbst leben. Denn ich bin egoistisch. Mir gefällt das Widersinnige. Mir gefällt das Herrschen. »Ich möchte meinen Thron über die Sterne erhöhen« (Jesaja 14,13) und Gott sein. Das ist das menschliche Leben. Das sieht man schon bei kleinen Kindern. Jedes Kind will im Mittelpunkt stehen.

Jesus war nicht der Mittelpunkt seines Lebens. Er lebte nicht für sich selbst. Als Pilatus ihm die Frage stellte »Was ist Wahrheit?« (Johannes 18,38), hielt er ihm keine lange Rede und auch keinen Philosophievortrag. Er nahm das Urteil und die Schläge des Pilatus an und nahm das Kreuz auf sich. Widerspruchslos trug er es hinauf nach Golgatha.

Die Wahrheit stirbt, damit ein anderer leben kann. Die Wahrheit weicht zurück, damit ein anderer leben kann. Die Wahrheit opfert sich, lässt ihr Blut fließen und haucht den Geist aus, gibt alles, damit ein anderer leben kann, in Erstaunen versetzt wird und das Reich Gottes sehen darf, das nicht von dieser Welt ist, sondern das wirklich Gottes Reich ist.

Wenn mein Ehepartner ungläubig ist …

Alle unsere Erfahrungen sollen eine Predigt sein und alle unsere Taten ein Opfer. Die Opfer im Alten Testament hatten eines gemeinsam: Es floss Blut, jemand starb. Deshalb sagt die Heilige Schrift: Wenn jemand mit einem ungläubigen Ehepartner verheiratet ist oder einen Ehepartner hat, der nicht geheiligt ist, dann wird der Gläubige den Ungläubigen heiligen. (1. Korinther 7,12-13)

Wer ist der Gläubige? Der Gläubige ist nicht jener, der nur mit dem Verstand glaubt. Der Gläubige nimmt das Kreuz auf sich und lässt sich kreuzigen. Der Gläubige steigt herab, wird zu Staub, nimmt den Platz des Sünders ein. Auf welche Weise glauben wir?

Auch der Teufel glaubt, aber er zittert. Er glaubt vom Verstand her. Er weiß, dass die Heilige Schrift wahr ist. Intellektuell hat er das Wort angenommen, lässt jedoch das Wort nicht Anteil haben an seinem Leben. Gottes Wahrheit richtet sich nicht primär auf den Verstand, sondern auf die Tat. Zuerst bekehrt sie mich, lässt mich teilhaben an Gottes Wesen und macht mich zu seinem Kind. Deshalb sagt uns der HERR, dass jeder Christ ein Kreuz trägt und immer wieder gekreuzigt wird. Paulus sagt: »Ich sterbe täglich.« (1. Korinther 15,31) …

Sich von den Sünden des Partners kreuzigen lassen!

Sich jeden Augenblick von dem Widersinnigen, den Sünden der Sünder, dem Verhalten der Menschen, den unvernünftigen Taten, von all diesen Formen kreuzigen lassen – das ist die einzige Lösung. Dann geben wir Zeugnis von der Wahrheit. Jesus gab Zeugnis von der Wahrheit als König des Opfers, der Selbstaufopferung für den anderen, als König der Vergebung, der Hoffnung und der Gerechtigkeit.

Was hat Gott mit uns vor? »Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu Königen … gemacht hat …« (Offenbarung 1,6) Was hat er aus uns gemacht? Könige der Liebe, der Gerechtigkeit, der Gnade, der Vergebung, der Hoffnung, seiner Herrlichkeit.

Wie warb Jesus um Pilatus?

Wenn jemand mir gegenüber laut wird, welchen Eindruck hinterlasse ich dann bei ihm? Wenn mich jemand anschreit, mich beleidigt, mich verleugnet, mir alles erdenklich Schlechte zufügt, bin ich dann König der Vergebung, der Hoffnung und der Barmherzigkeit? Das war Jesu Art, König zu sein. Pilatus fragte ihn: »Was ist Wahrheit?« (Johannes 18,38), und er erwartete eine abstrakte Antwort. Doch Jesus antwortete konkret. Er nahm das ganze widersinnige Verhalten des Pilatus an. Er konnte es nicht verändern oder umstürzen.

Ein Beispiel: Wenn Pilatus sich auf Jesu Seite gestellt hätte, was wäre dann mit seiner Position geschehen? Er hätte seinen Posten verloren und wäre nicht länger Statthalter gewesen. Wäre er jedoch abgesetzt worden, hätte er sein Gehalt verloren, seinen Ruhm, seinen Namen, seine Statussymbole. Was entdeckte er beim Verhör in Jesus? Er sah die Reinheit, die Aufrichtigkeit, die Gerechtigkeit und sagte: »Ich finde keine Schuld an ihm.« (Johannes 18,38) …

Jesus wusste, dass das Verhalten von Pilatus völlig widersinnig, irrational und unverständlich war. In Pilatus entwickelte sich das Geheimnis der Bosheit. Jesus wusste, dass Argumente ihn nicht überzeugen oder erreichen konnten.

Jesu Reaktion auf das Widersinnige ist die Offenbarung der Liebe. Die Antwort auf das Geheimnis der Bosheit war die größte Tat Gottes: Er starb für den Schuldigen. Er ließ das Blut für den Schuldigen fließen, um zu sehen, ob diese Tat das Herz der Menschen in Erstaunen versetzen und zum Schmelzen bringen würde. Meine lieben Freunde, auf die gleiche Art soll und kann jeder von uns das Problem der Sünde in seinem täglichen Leben lösen. Denn Augenblick um Augenblick begegnen wir dem Widersinnigen.

Das Kreuz heilt meinen Nächsten

Du bist daheim, jemand stört dich, was tust du? Jemand will seinen Willen durchsetzen, was tust du? Nimm das Kreuz auf dich, stirb, lass dich mit Christus kreuzigen! Denn das ist die einzige Antwort, welche die Wahrheit gibt.

Die Wahrheit befiehlt: Verurteile nicht, klage nicht an, beschuldige nicht! Sondern: Erlöse, heile, mach gesund, versöhne, stell wieder her! Und dazu muss der Unschuldige sterben. Während der Unschuldige stirbt, sieht der Schuldige die Herrlichkeit. Jeder Schuldige braucht das. Wenn er die Herrlichkeit nicht sieht, wird er sich nicht ergeben, sich demütigen und von seinem hohen Ross heruntersteigen. Wenn wir in der Wahrheit sind und an ihr teilhaben, sind wir wie Paulus mit Christus gekreuzigt und leben nicht mehr uns selbst, sondern lassen ihn in uns leben.

Was ich in diesem biologischen Leben lebe, während ich atme, mein Blut durch die Adern fließt, ich esse, laufe, das lebe ich nicht mehr mir selbst, sondern er, der mich geliebt hat und sich für mich gab, lebt es in mir. Ich betrachte ihn Augenblick um Augenblick, sehe, was er für mich getan hat, sehe seine Herrlichkeit und nehme seinen Einfluss in mir auf. In jeder Situation, in der ich den widersinnigen Verhaltensweisen meiner Mitmenschen begegne, beispielsweise in der Familie, lasse ich durch seine Gnade den Einfluss Jesu auf meinen Partner wirken, bis er sich ergibt, bis er die Herrlichkeit Gottes sieht. Das ist der Weg, auf dem wir andere heiligen, die Ungläubigen, die Untreuen, die Namenschristen, die Laodizeaner, die Feinde, die Verräter, ganz gleich wen.

Druck ausüben oder Magnet sein?

Jesus kam zu Pilatus, um Zeugnis zu geben von der Wahrheit, um die Wahrheit zu leben. Er kam nicht, um ihm seinen Willen aufzuzwingen oder gegen ihn zu kämpfen. Doch wir in der Familie sind Experten darin, unsern Willen durchzusetzen. Wenn mir etwas an ihr nicht gefällt, stelle ich mich dagegen; ich rede dagegen – doch es bringt nichts.

Jesus hat nichts an Kaiphas oder Pilatus aufgedeckt, was ihm missfiel. Er wusste, dass Argumente das Problem der Sünde nicht beheben würden. Wir glauben mit Argumenten zum Ziel zu kommen. Was ist das Resultat? Wir werden kalt, unsere Temperatur verändert sich. Mit Argumenten werden wir kein Herz verändern. Wir werden Herzen verändern, wenn sie die Herrlichkeit Gottes sehen. Wann? Wenn ein im Fleisch Lebender einem im Fleisch Gestorbenen begegnet, einem der seinem Ich und seinem Egoismus gestorben ist, seiner Selbstzufriedenheit – einem Gekreuzigten.

Wenn er ihn sieht, kann er nicht bleiben, wie er ist. Er wird entweder verurteilt oder erlöst. So war es bei Jesus. So ging er mit diesem Konflikt um. Deshalb musste Jesus auch kein Buch schreiben. Nicht weil Schreiben schlecht wäre. Es genügte, dass er lebte. In der Schrift finden wir nicht einmal viele Reden, die Jesus gehalten hat. Wir finden vielmehr seine Taten. Er war das Wort, das Wirklichkeit, Fleisch und Ereignis geworden ist.

Lass den anderen Gottes Einfluss erleben!

Wie begegnete Jesus dem Blinden? Seine Jünger fragten ihn: »Wer hat gesündigt?« (Johannes 9,2) »Er muss wohl gesündigt haben! Eine Geschlechtskrankheit, degenerative Schäden, ein Erbschaden?« Sünde, Böses, immer wenn die Israeliten so etwas sahen, klagten sie den Menschen an. Doch Jesus verurteilte die Menschen nicht. Was für eine Methode, was für ein Unterschied!

»Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern?« (Johannes 9,2) Weder er noch seine Eltern, sondern damit der Einfluss Gottes offenbar werde, seine Herrlichkeit. Immer wenn wir auf eine widersinnige Situation stoßen, wenn die Sünde vor uns steht, uns zerstören will, lasst uns nicht verurteilen, anklagen, um unser Recht kämpfen; lasst uns vielmehr den Einfluss Gottes ausströmen, damit die Menschen ihn erleben! Jeder Ehemann soll Gottes Einfluss auf seine Familie sein.

Viele Menschen benutzen die Verse der Heiligen Schrift und die Aussagen Ellen Whites, um andere anzuklagen, zu beschämen, schlecht zu machen und deren Sünden aufzudecken. Wie aber gebrauchte Jesus das Wort? Er ließ sich kreuzigen, nahm jeden Tag sein Kreuz auf sich. Er berührte mit dem Einfluss Gottes jedes Herz.

Lassen doch auch wir zu, dass unser Leben diesen göttlichen Einfluss ausströmt, dass es Hilfe, Hoffnung, Leben und Vergebung ist für unsere Mitmenschen in jeder Situation! Die Schrift ist deutlich, ja allzu praktisch. Warum erfüllen wir sie nicht?

Eine linde Antwort

Eine linde Antwort stillt den Zorn.« (Sprüche 15,1) Wie soll unsere Antwort sein? In welchem Tonfall sprach Jesus mit Pilatus? Hart, laut? In seinem Tonfall spürte man Sanftheit, Demut, Liebe. Seine Stimme war zärtlich, gütig. Sie offenbarte die Herrlichkeit Gottes, sie rief zur Buße: »Ich vergebe dir Pilatus. Du weißt nicht, was du tust. Mein Reich ist nicht von dieser Welt, Pilatus. Mein Leben ist etwas anderes, Pilatus.« Und während er sprach, wirkte Gottes Einfluss, der Geist Gottes, am Herzen und am Geist von Pilatus. So erlöst der Himmel. Seine Antworten, seine Worte, Taten, seine Blicke waren voller Einfluss, der Tonfall, die Stimme waren voller Gnade.

Wovon war Jesus voll? »Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.« (Johannes 1,14).

Das griechische Wort, das hier mit voll wiedergegeben ist, bedeutet nicht nur voll, sondern so voll, dass es überfließt, überläuft, so dass der ganze Fußboden bedeckt wird. Nicht nur das Gefäß, nicht nur Jesu Leben war voll. Sein Leben strömte über. Jerusalem war schon überschwemmt, Samarien, die Welt; die Griechen waren gekommen, um zu schauen; denn die Gnade Gottes war ausgeströmt.

Der Einfluss Gottes wirkte an den Menschen. So verkündigte er seinen Vater, so offenbarte er ihn. Wir haben das Zeugnis Jesu, das Zeugnis, das jeder braucht, der nur die Theorie der Wahrheit kennt, der sie nur mit den Lippen bekennt, der nur in den Gottesdienst geht und anbetet.

Nicht nur wer die sogenannten Feiergottesdienste besucht, betet Gott verkehrt an. Auch ohne diese Gottesdienste kannst du verkehrt anbeten, wenn du im anderen Extrem stehst: Leere, Dürre, ohne die Fülle seiner Gnade.

Wer will Opfer und Knecht sein?

Wer will gekreuzigt werden, wer will sich kreuzigen lassen, sich ausliefern? Wer will Opfer und Knecht sein? Zuerst gilt es, mit Christus gekreuzigt zu werden, nicht mehr selbst zu leben, ihn in mir leben zu lassen. Je weniger ich lebe, desto mehr wird er mich füllen, bis ich schließlich überfließe und alles überschwemme. Denn er sagt: »Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden.« (Römer 5,20) Die Welt konnte ihn betrachten – ihn, das Wort, das Fleisch geworden war, voller Gnade und Wahrheit.

Wo Wahrheit ist, ist Gnade. Wo Gnade ist, ist Wahrheit. Wo Wahrheit ist und keine Sanftheit, ist keine Wahrheit. Wo Theorie ist und keine Güte, ist keine Wahrheit. Wo Konzepte sind und kein Geist der Vergebung, ist keine Wahrheit. Denn der Einfluss ist nicht die Theorie, sondern das Sein, das Teilhaben, das Anteilhaben an seiner Macht – das verleiht uns Einfluss. Jeder Mensch hat einen Einfluss.

Der HERR wog Babylon, der HERR wog Belsazar. »Man hat dich auf der Waage gewogen.« (Daniel 5,27) Der HERR ist dabei unsern Einfluss zu wiegen. Das Untersuchungsgericht wiegt unsern Einfluss. Jede Tat, jedes Werk, jedes Wort wird im himmlischen Heiligtum gewogen. Gott wiegt mit einer gerechten und unbestechlichen Waage. Wenn uns das immer klar wäre, wie anders könnte unser Leben verlaufen.

»Ich bin sanftmütig«

Eine linde Antwort stillt den Zorn.« (Sprüche 15,1) Was für eine Antwort geben wir, wenn man uns anschreit? Wir sind immer noch verletzbar und wissen, wie man sich in solch einer Situation fühlt. Der HERR wägt jedes einzelne Wort, das wir sprechen; der HERR wägt den Geist unserer Fragen und unserer Antworten; er wägt unseren Tonfall, unsere Stimme. Die Art deiner Antworten wird entweder erlösend wirken oder nicht. Wie viele Menschen kann man durch ein Wort zerstören! Habt ihr schon mal erlebt, wie jemand sich durch ein einziges Wort traurig und minderwertig fühlt?

Jesus wollte nie Ursache für Schmerz oder Tod seines Nächsten sein. Er sagte: »Lernt von mir; denn ich bin von Herzen sanftmütig und demütig.« (Matthäus 11,29) Sein Wesen, das Zentrum seines Lebens, ist ein demütiges Herz und ein sanftmütiger Charakter. Als Petrus ihn dreimal verleugnete und der Hahn krähte, schaute Jesus ihn an. Mit welchem Blick schaute Jesus ihn an? Was löste sein Blick im Herzen von Petrus aus? Erlösung, Hoffnung, Heilung, Vergebung, Sicherheit!

Das ist der Gott der Herrlichkeit. Das ist die Herrlichkeit, die offenbar werden muss, welche die Welt braucht. Wir sind gerufen, dieses Zeugnis zu geben, diese Wirklichkeit. Dann werden wir bereit sein für den Lauten Ruf, und der HERR wird alles in wenigen Augenblicken beenden.

»Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm.« (Sprüche 15,1) Eine linde Antwort führt dazu, dass mein Ich sich ergibt, gekreuzigt wird, geringer wird; ein hartes Wort bewirkt die Selbsterhöhung des anderen, entwickelt das Ich des anderen. Mein Ego mit dem Ego des andern zu konfrontieren, bedeutet, den andern zu zerstören. Es gilt dem Ego des anderen mit meinem Kreuz zu begegnen, mit meinem Tod, meiner Entäußerung, meinem Verzicht, meiner Demut in Christus Jesus. Je weiter ich herabsteige, um so mehr erfüllt er mich mit Gnade und Wahrheit.

»Was ist Wahrheit?« Pilatus hat die Wahrheit Jesu nicht angenommen. Werden wir sie annehmen? Oder wird Golgatha auch für uns umsonst gewesen sein? Der HERR bewahre dich!

Gebet

Vater, du hast die Wahrheit als Brandopfer auf Golgatha darbringen lassen. Das war die größte Darstellung deines Wesens. Der große Ich bin starb auf Golgatha, damit auch wir zu dem werden, was Du bist. HERR, lass uns Dich betrachten – Dich, das fleischgewordene Wort. Lass uns das Wort schauen, wie es unter uns wohnt! Du bist durch die vier Evangelien heute gegenwärtig, sodass bei uns kein Zweifel zurückbleiben muss.

Wir haben Dein Bild verloren. Doch Du hast uns keine Theorie geschickt, sondern Deinen Sohn als Dein Ebenbild. HERR, lass uns ihn anschauen und von ihm das Kreuz empfangen! Hilf uns, uns selbst zu verleugnen, lass uns jeden Augenblick Antwort sein in der Begegnung mit dem Menschen, unser Leben eine Auslegung deines Wortes! Lass uns die lebendige Antwort sein, die vor allem unsere Familien brauchen, die lebendige Antwort für unseren Nächsten! Lass uns Dein Wort auf dieser Welt sein, damit Dein Wille nicht nur im Himmel sondern durch Deine Kinder genauso hier auf Erden geschehe! Lösche unsere Sünden aus, versöhne unser Leben unter deinem Einfluss und lass Jesu Einfluss durch uns wirken! Wir bitten alles im Namen Jesu! Amen!

Zuerst erschienen in: Unser festes Fundament, 6-2001

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