Bildungsangebote in Privathaushalten erfreuen sich unerwarteter Beliebtheit: Warum nicht das nächste Seminar bei einem interessierten Gastgeber daheim halten?

Bildungsangebote in Privathaushalten erfreuen sich unerwarteter Beliebtheit: Warum nicht das nächste Seminar bei einem interessierten Gastgeber daheim halten?
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Wenn wir Gott fragen würden, vielleicht würde er sagen: »Schaut mal: Wohnzimmer gibt es überall. Jedes einzelne kann eine Gemeinde sein. Packen wir’s an!« Von Barnabas Hope

Als junger Prediger bekam ich zwei Gemeinden in Colorado Springs, wo Focus on the Family ihren Sitz hat, die Internationale Bibelgesellschaft, die Navigatoren und über 200 andere internationale christliche Organisationen! Mir rauchte der Kopf, als ich darüber nachdachte, wie ich eines Tages einen ähnlichen Einfluss haben könnte wie diese großen Missionswerke. Ich wollte eine öffentliche Evangelisationsreihe in der Stadt halten und betete, dass Gott mir geeignete Räumlichkeiten dafür zeigte.

Die wenigen finanziellen Mittel stellten mich vor die schwierige Frage, wir wir die Logistik bewerkstelligen sollten. Plötzlich – ich war gerade wieder auf den Knien – kam mir die Erleuchtung. Ich hörte förmlich Gott im Gebet zu mir sagen: »Du brauchst keinen großen Saal. Nutze die Privathäuser in der Stadt. Sie gehören mir. Ich stelle sie dir zur Verfügung!«

Halleluja! Gott gehören die Wohngebiete auf tausend Hügeln (Psalm 50,10)! Begeistert stand ich von meinen Knien auf, ging auf die Straße und betrachtete die Häuser, mit denen die Hügel übersät waren. Plötzlich entstand eine neue Vision in meinem Geist. Ich sah die Stadt mit völlig neuen Augen, die mir vorher unzugänglich und bedrohlich vorgekommen war. Mit Gottes Hilfe schienen die Türen nun weit offen und die Arbeit durchführbar zu sein. Gott schenkte mir die Vision, in den Wohnzimmern nachhaltige, bedürfnisorientierte Nachbarschaftsseminare zu geben.

So ging ich von Haus zu Haus und befragte die Leute nach ihren religiösen Interessen. Ich sagte: »Manche Leute besuchen jede Woche eine religiöse Versammlung, hören aber nie ein Thema, das sie wirklich interessiert. Unser nachbarschaftliches Bildungsprogramm ist da anders. Es beginnt mit den Themen, die Sie interessieren.« Dann ließ ich sie auf einem Formular mit 30 Möglichkeiten ihre Interessen ankreuzen. (Die Seminare über Engel, Erziehung und Wutmanagement waren die beliebtesten.) Im Anschluss fragte ich sie, ob sie bereit wären, ihre Wohnung für ein Nachbarschaftsseminar zur Verfügung zu stellen. Ich sagte ihnen, wenn 3 bis 10 Teilnehmer dabei wären, würden sie einen Unkostenbeitrag von 50 Dollar erhalten und dürften das Thema auswählen. Es funktionierte. Bald hielten wir verschiedene Seminare und vernetzten auf diese Weise Nachbarn mit geistlichen Fragen, Problemen und Interessen miteinander.

Aus dieser Erfahrung lernte ich:

1. welches Verhältnis Gott zu Immobilien hat. Wir sperren ihn manchmal buchstäblich in eine Schublade. Dabei ist er allgegenwärtig und geht dorthin, wo die Leute sind. Das sollten wir daher auch tun.

2. dass die Leute Interessen haben, die wir nicht voraussagen können. Statt ihnen zu sagen, wofür sie sich interessieren sollten, fragen wir sie doch mal selbst!

3. dass Hauskreise Menschen miteinander in engen Kontakt bringen und Herzen öffnen.

In der Ausbildung für »Zeltmacher«, die ich inzwischen durchführe, ist unser Hauptziel die Gründung von Hauskreisen. Aus menschlicher Sicht ist ein Land wie Marokko fürs Evangelium verschlossen. Doch ich glaube, wenn wir Gott fragen würden, vielleicht würde er sagen: »Schaut mal: Wohnzimmer gibt es überall. Jedes einzelne kann eine Gemeinde sein. Packen wir’s an!«

Gotential
www.gotential.org
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+1 402 937 9050

Aus: Adventist Frontiers, April 2017

Adventist Frontiers ist eine Publikation von Adventist Frontier Missions (AFM).
AFM hat es sich zum Ziel gesetzt, einheimische Bewegungen ins Leben zu rufen, die Adventgemeinden in unerreichten Volksgruppen gründen.

www.afmonline.org


 

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